Leichtathletik bei denXVIII. Olympischen Spielen zentriert|80px|Olympische Ringe 80px|Leichtathletik Informationen Datum: 14. bis 21. Oktober Wettkampfort: Austragungsort: Olympiastadion Entscheidungen: Männer: 24/Frauen: 12The Games of the XVIII Olympiad Tokyo 1964, The Official Report of the Organizing Committee (PDF; 33.635 KB) S. 17, digital.la84.org, abgerufen am 14. September 2021 ← Rom 1960 Mexiko-Stadt 1968 → 150x150px|Logo der Olympischen Spiele 1964 Olympische Spiele 1964Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 16px|Goldmedaillen 16px|Silbermedaillen 16px|Bronzemedaillen Total 1 14 7 3 24 2 5 2 11 18 3 4 7 1 12 4 2 5 3 10 5 2 4 2 8 6 2 – 2 4 7 2 – 1 3 8 1 1 4 6 9 1 – 1 2 10 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 13 – 3 1 4 14 – 2 – 2 15 – 1 2 3 16 – 1 1 2 – – 1 1 18 – 1 – 1 – 1 – 1 20 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1

Bei den XVIII. Olympischen Spielen 1964 in Tokio fanden 36 Wettkämpfe in der Leichtathletik statt, die im Olympiastadion Tokio ausgetragen wurden.

Teilnehmer Wie auch bei den letzten Olympischen Spielen gab es einige Probleme und Sonderfälle im Hinblick auf die Teilnahme bestimmter Nationen. Gleich fünf Nationen wurden vom IOC nicht zugelassen: Volksrepublik China – kein Mitglied des IOC. Im Gegensatz dazu war das kleinere Taiwan in Tokio dabei. Indonesien Nordkorea. Im Gegensatz dazu war Südkorea in Tokio dabei. Nordvietnam Südafrika

Die Westindische Föderation von den Karibikinseln trat nicht mehr als gemeinsames Team auf.

Letztmals wurde Deutschland wie bereits 1956 und 1960 durch eine gesamtdeutsche Mannschaft, gebildet von Sportlern aus der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, vertreten. Verbunden war dieses Konstrukt inzwischen noch verschärft u. a. durch den Bau der Berliner Mauer mit vielen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zur Frage der Fahne, der Hymne, der offiziellen Bekleidung etc. Das IOC musste immer wieder vermitteln, bevor letzte Vereinbarungen getroffen waren. Wie in zahlreichen anderen Sportarten auch wurden Ausscheidungswettkämpfe zwischen den Sportlern aus Ost- und Westdeutschland ausgetragen, die über die Teilnahme an den Olympischen Spielen ausschlaggebend waren.Elke Brick, Die gesamtdeutschen Olympiamannschaften – eine Paradoxie der Sportgeschichte?, Dissertation der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft an der Universität Bielefeld, Mai 2013, S. 168–183 (PDF; 1774K B), abgerufen am 14. September 2021 Natürlich mussten bei Meldung von mehr als einem Sportler in einer Disziplin alle betroffenen Athleten den Regeln entsprechend die Olympianorm erfüllt haben, damit sie teilnahmeberechtigt waren. Von 1968 an traten die Bundesrepublik Deutschland und die DDR dann als jeweils eigenes Land bei Olympischen Spielen an.

Stadion mini|hochkant=1.9| Das Olympiastadion Tokio verfügte über acht Bahnen, daher konnten erstmals in allen Laufdisziplinen acht Teilnehmer am Endlauf teilnehmen. In den Wurfdisziplinen sowie im Weit- und Dreisprung wurden hingegen nur jeweils sechs Sportler zu den letzten drei Finalversuchen zugelassen. Diese Ungleichgewichtigkeit wurde vier Jahre später in Mexiko-Stadt auch für die Springer und Werfer angepasst.

Eröffnet wurde das Stadion sechs Jahre zuvor zu den Asienspielen 1958. Es hatte eine Kapazität für knapp 60.000 Zuschauer und besaß eine ausgezeichnete Bahn mit der üblichen Rundenlänge von vierhundert Metern. Letztmals wurden die Laufwettbewerbe der Leichtathletik auf einer Aschenbahn ausgetragen, bevor von 1968 an Kunststoffbahnen zur Verfügung standen.

Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot gab es zwei zusätzliche Disziplinen im Frauenbereich: den 400-Meter-Lauf und den Fünfkampf. Beide Wettbewerbe hatten ihre Premiere bei internationalen Meisterschaften bereits hinter sich, und zwar bei den Leichtathletik-Europameisterschaften. Der 400-Meter-Lauf hatte dort seit 1958 und der Fünfkampf sogar schon seit 1950 auf dem Programm gestanden.

Ansonsten war das Angebot identisch mit dem der letzten Spiele in Rom. Es gab 24 Disziplinen im Männerbereich und zwölf für die Frauen, die nun fünf Einzellaufdisziplinen – 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter und 80 Meter Hürden und als Mittelstrecke 800 Meter – im Programm vorfanden. Im Laufbereich wurde darüber hinaus nur noch die 4-mal-100-Meter-Staffel ausgetragen. Mit Hoch- und Weitsprung gab es weiterhin zwei Sprungdisziplinen sowie mit Kugelstoßen, Diskuswurf und Speerwurf drei Stoß- und Wurfwettbewerbe. Dazu gab es mit dem Fünfkampf erstmals auch einen Mehrkampf. Bis heute – Stand Oktober 2017 – hat sich im Bereich der olympischen Männerdisziplinen nichts mehr verändert. Bei den Frauen dagegen standen noch zahlreiche Ergänzungen für die Zukunft an.

Intersexualität bei Frauenwettbewerben Bei diesen Spielen gab es drei sehr erfolgreiche Teilnehmerinnen, bei denen sich später die Frage nach dem Geschlechtsstatus stellte. Betroffen waren die Polin Ewa Kłobukowska, Olympiadritte über 100 Meter und Olympiasiegerin mit der 4-mal-100-Meter-Staffel sowie die beiden sowjetischen Geschwister Tamara Press (Olympiasiegerin Kugelstoßen/Diskuswurf) und Irina Press (Olympiasiegerin Fünfkampf/Olympiavierte 80 Meter Hürden).

Ewa Kłobukowska wurde nach einer Kontrolle im Jahr 1967 als intersexuell eingestuft und durfte nicht mehr an Frauenwettbewerben teilnehmen. Ihre hier in Tokio gewonnenen Medaillen wurden ihr allerdings nicht aberkannt. Der mit der polnischen Sprintstaffel erzielte Weltrekord dagegen wurde für ungültig erklärt und der zweitplatzierten Staffel der Vereinigten Staaten zuerkannt.Ewa Kłobukowska, Seltener Fall von 46,XX/47,XXY bei einer Sportlerin, factsaboutklinefelter.com, 26. August 2014, abgerufen am 14. September 2021Der Spiegel 20. August 2009 Intersexualität im Sport, Wettkampf der Geschlechter, spiegel.de, abgerufen am 14. September 2021

Tamara und Irina Press standen schon während ihrer aktiven Zeit in der Kritik, ihnen wurde nachgesagt, dass sie nicht wirklich weiblichen Geschlechts seien. Immer wieder wurden sie als „Press-Brothers“ bezeichnet. Nach Einführung der für Frauen entwürdigenden Sextests, bei denen sich die Wettbewerberinnen komplett nackt vor einem Ärztegremium zu präsentieren hatten, traten Tamara und Irina Press in internationalen Wettkämpfen nicht mehr auf. Da ihnen nie irgendeine Form von Intersexualität nachgewiesen wurde, blieben sie im Besitz aller erzielten Rekorde und Medaillen.Sport und Gendertrouble – eine Chronik, Wenn die Medaille mehr als zwei Seiten hat, jungle.world, 14. Januar 2010, abgerufen am 14. September 2021RP Online 10. November 2017: Diskussionen um Geschlecht: Grenzgänger/-innen, rp-online.de, abgerufen am 14. September 2021

Sportliche Erfolge Das Leistungsniveau war auch bei dieser Großveranstaltung sehr hoch. In neun Disziplinen wurde der Weltrekord neun Mal verbessert oder eingestellt, in einer Disziplin war eine Weltbestleistung zu verzeichnen. In 21 Disziplinen gab es achtzig weitere verbesserte oder egalisierte olympische Rekorde. Weltrekorde im Einzelnen: 100-Meter-Lauf, Männer: 10,0 s (egalisiert) – Bob Hayes (USA), Finale bei einem Rückenwind von 1,03 m/s 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer: 39,0 s – USA (Paul Drayton, Gerry Ashworth, Richard Stebbins, Bob Hayes), Finale 4-mal-400-Meter-Staffel, Männer: 3:00,7 min – USA (Ollan Cassell, Mike Larrabee, Ulis Williams, Henry Carr), Finale 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,2 s (egalisiert) – Wyomia Tyus (USA), Viertelfinale bei einem Rückenwind von 0,22 m/s 800-Meter-Lauf, Frauen: 2:01,1 min – Ann Packer (Großbritannien), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen: 43,9 s – USA (Willye White, Wyomia Tyus, Marilyn White, Edith McGuire) Weitsprung, Frauen: 6,76 m – Mary Rand (Großbritannien), Finale bei einem Gegenwind von 1,7 m/s Speerwurf, Frauen: 62,40 m – Jelena Gortschakowa (Sowjetunion), Qualifikation Fünfkampf, Frauen: 5246 P – Irina Press (Sowjetunion) Weltbestleistung: Marathonlauf, Männer: 2:12:11,2 h – Abebe Bikila (Äthiopien) Olympische Rekorde im Einzelnen: 200-Meter-Lauf, Männer: 20,3 s – Paul Drayton (USA), Halbfinale bei einem Rückenwind von 0,38 m/s 200-Meter-Lauf, Männer: 20,3 s – Henry Carr (USA), Finale bei einem Gegenwind von 0,78 m/s 800-Meter-Lauf, Männer: 1:46,1 min – George Kerr (Jamaika), Halbfinale 800-Meter-Lauf, Männer: 1:46,1 min – Wilson Kiprugut (Kenia), Halbfinale 800-Meter-Lauf, Männer: 1:45,1 min – Peter Snell (Neuseeland), Finale 10.000-Meter-Lauf, Männer: 28:24,4 min – Billy Mills (USA), Finale 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:33,0 min – Maurice Herriott (Großbritannien), Vorlauf 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:31,8 min – Adolfas Aleksejūnas (Sowjetunion), Vorlauf 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:30,8 min – Gaston Roelants (Belgien), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer: 39,5 s (egalisiert) – USA (Paul Drayton, Gerry Ashworth, Richard Stebbins, Bob Hayes), Finale 20-km-Gehen, Männer: 1:29:34,0 h – Ken Matthews (Großbritannien) 50-km-Gehen, Männer: 4:11:12,4 h – Abdon Pamich (Italien) Hochsprung, Männer: 2,16 m (egalisiert) – Waleri Brumel (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,16 m (egalisiert) – John Thomas (USA), Finale Hochsprung, Männer: 2,16 m (egalisiert) – John Rambo (USA), Finale Hochsprung, Männer: 2,18 m –Waleri Brumel (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,18 m – John Thomas (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Fred Hansen (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Klaus Lehnertz (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Hennadij Blesnizow (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Pentti Nikula (Finnland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Billy Pemelton (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Gerry Moro (Kanada), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Risto Ankio (Finnland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Rudolf Tomášek (Tschechoslowakei), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – John Pennel (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Roman Lešek (Jugoslawien), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m (egalisiert) – Igor Feld (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Fred Hansen (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Klaus Lehnertz (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Manfred Preußger (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Billy Pemelton (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Wolfgang Reinhardt (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Rudolf Tomášek (Tschechoslowakei), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Igor Feld (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,80 m – Pentti Nikula (Finnland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,85 m – Fred Hansen (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,85 m – Klaus Lehnertz (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,85 m – Hennadij Blesnizow (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,85 m – Pentti Nikula (Finnland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,90 m – Klaus Lehnertz (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,90 m – Manfred Preußger (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,90 m – Rudolf Tomášek (Tschechoslowakei), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,90 m – Pentti Nikula (Finnland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,90 m – Wolfgang Reinhardt (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,95 m – Hennadij Blesnizow (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,95 m – Klaus Lehnertz (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,00 m – Fred Hansen (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,00 m – Wolfgang Reinhardt (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,00 m – Klaus Lehnertz (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,00 m – Manfred Preußger (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,05 m – Wolfgang Reinhardt (Deutschland), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,10 m – Fred Hansen (USA), Finale Dreisprung, Männer: 16,85 m – Józef Szmidt (Polen), Finale bei einem Gegenwind von 1,3 m/s