Frasdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim zu Füßen der westlichen Chiemgauer Alpen. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und hat eine eigene Auf- und Abfahrt zur A 8, die München mit Salzburg verbindet.

Geographie Lage Die Distanz zu München ist 78 km, zu Rosenheim 20 km, zu Prien am Chiemsee acht Kilometer, zu Traunstein 32 km, zu Salzburg 63 km und zu Kufstein 34 km (über Sachrang) bzw. 45 km (über Bundesautobahn 93).

Gemeindegliederung

Es gibt 74 Gemeindeteile:

Natur Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Landschaftsschutzgebiet Inschutznahme des Prientales als LSG (LSG-00134.01) Landschaftsschutzgebiet Inschutznahme der Thalkirchner Achen und ihrer Umgebung als LSG (LSG-00147.01) Landschaftsschutzgebiet Inschutznahme des Bärnsees und seiner Umgebung als LSG (LSG-00144.01) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Hochriesgebiet und Hangwälder im Aschauer Tal (8239-371)

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Frasdorf wurde 1135 als Fradelsdorf das erste Mal urkundlich erwähnt. Wildenwart, Frasdorf und Umrathshausen gehörten vor 1800 zur mit der Hochgerichtsbarkeit ausgestatteten Herrschaft Wildenwart bzw. zu der mit ihr verbundenen Herrschaft Hohenaschau. Frasdorf wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

Eingemeindungen 1857 wurde die Gemeinde Walterting nach Frasdorf eingemeindet. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Wildenwart und Umrathshausen wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2508 auf 3099 um 591 Einwohner bzw. um 23,6 %.

Politik mini|alternativtext=Rathaus Frasdorf|Rathaus Frasdorf Gemeinderat Der Gemeinderat hat folgende Zusammensetzung:

Partei/Liste2020 2014 2008 2002 CSU4 4 4 5 Freie Wählergruppe Frasdorf6 5 5 4 Freie Wählerschaft Wildenwart 3 3 3 3 Freie Wählergemeinschaft Umrathshausen 2 2 2 2BP1––– Sitze insgesamt 16 14 14 14

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Daniel Mair (CSU).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche St. Margaretha im Ortskern Die gotische Wallfahrtskirche St. Florian mit ihrer barocken Brunnenkapelle Filialkirche Heilig Blut in Umrathshausen Die Christkönigskirche zu Wildenwart Das Schloss Wildenwart über dem Tal der Prien Das Höhlenmuseum mit angeschlossenem Dorfmuseum

Landschaftlich bedeutend ist das Karstgebiet Laubenstein mit seinen Höhlen.

In Frasdorf ist ein Heimat- und Kulturverein ansässig.

Verkehr Der nächste Bahn-Haltepunkt befindet sich bei Umrathshausen etwa 3,5 km von Frasdorf entfernt.

Frasdorf ist mit zwei Buslinien an den Regionalverkehr Oberbayern (RVO) angebunden. Durch die Linien 9494 und 9496 bestehen Verbindungen nach Rosenheim, Rohrdorf, Aschau im Chiemgau, Prien am Chiemsee, Söllhuben, Riedering und Stephanskirchen.

Frasdorf liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.

Persönlichkeiten Maria Furtner (1821–1884), die Wassertrinkerin von Frasdorf Wolfgang von Gronau (1893–1977), Seeflieger und Luftfahrtpionier Wilhelm Schacht (1903–2001), Botaniker, Gärtner, Fotograf und Autor; starb in Frasdorf Wastl Fanderl (1915–1991), Musiker, Volksliedsammler und -vermittler; die Grundschule in Frasdorf wurde nach ihm benannt Josef Hamberger (1925–2019), Bildhauer mit dem Schwerpunkt christlicher Kunst Julia Kink (* 2004), Biathletin

Literatur Frasdorf, Landkreis Rosenheim, Oberbayern, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und alter und neuer Landkarte der Umgebung von Frasdorf). Michael Rinne: Das Frasdorfer Bockerl. Die Geschichte einer Nebenbahn. Brienna Verlag, Achenmühle 2024, ISBN 978-3-942318-40-2.

Weblinks

Gemeinde Frasdorf Chronik der Gemeinde und Pfarrei Frasdorf

Topothek Frasdorf historisches Bildmaterial, verortet, verschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Rosenheim Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Ersterwähnung 1135 Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)