mini|Schwarzwald

Der Schwarzwald wird naturräumlich als eine deutsche Großregion 3. Ordnung angesehen und dem Südwestdeutschen Stufenland zugerechnet, in dem er neben der Großregion Odenwald, Spessart und Südrhön das Grundgebirge und die Schichtstufe des Buntsandsteins repräsentiert. Nach Einteilung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und seiner Nachfolgepublikationen in der ehemaligen Bundesanstalt für Landeskunde, die auch vom Baden-Württembergischen Landesamt (LUBW) verwendet wird, trägt er die Kennziffer 15; das Bundesamt für Naturschutz (BfN) führt ihn in einer internen Umnummerierung unter D54.

Je nach Interpretation gliedert sich der Schwarzwald in 6 bis 10 sogenannte Haupteinheiten (dreistellig bzw. dreistellig nebst tiefergestellter Ziffer), die sich mehr oder weniger den landläufigen Teillandschaften Nordschwarzwald, Mittlerer Schwarzwald und Südschwarzwald zurechnen lassen.

Entstehungsgeschichte Die naturräumlichen Gliederungen des Schwarzwaldes der ehemaligen Bundesanstalt für Landeskunde entstanden ab dem Jahr 1947. Die Kerngliederung erschien 1955 in der 2. Lieferung des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands nebst einer Karte 1:1.000.000 im Jahr 1954, die im Jahr 1960 noch einmal überarbeitet wurde. Verfasser der Schwarzwald-Abschnitte war Friedrich Huttenlocher, der bereits die 1949 erschienene, erste Version des Einzelblattes 1:200.000 Stuttgart mit dem nordöstlichen Schwarzwald verfasst hatte. Hierbei handelte es sich um die erste Ausgabe eines Buches dieser in der Hauptsache erst ab 1959 erschienenen Reihe überhaupt, die damals kaum über eine Kartierung hinausgegangen war.

Gliederung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands Huttenlocher gliederte den Schwarzwald in sechs Haupteinheiten, von denen alleine drei auf den Nordschwarzwald entfielen, der in das stark zertalte Grundgebirge im Westen (Einheit 152 Nördlicher Talschwarzwald) und zwei Abschnitte im Buntsandstein aufgeteilt wurde: den Höhenschwerpunkt im Zentrum (151 Grindenschwarzwald und Enzhöhen) und die flachwelligere (Nord-)Ostabdachung (150 Schwarzwald-Randplatten). Unter der Haupteinheit Mittlerer Schwarzwald (153) wurde nicht das gesamte sich südlich bis zur B 31 anschließende Gebiet zusammengefasst, sondern im Osten nur das zum Neckar entwässernde. Die Ostabdachung zu Brigach, Breg und Wutach sowie das Quellgebiet der Elz, des nach der Kinzig wichtigsten Flusses des Mittleren Schwarzwaldes, wurde als Südöstlicher Schwarzwald (154) zusammengefasst. Mit Hochschwarzwald (155) wurde schließlich der verbleibende, höhere Teil des Südschwarzwaldes bezeichnet. Seine östliche Grenzlinie ging vom Feldberggebiet aus nach Südosten bis unmittelbar südlich des Schluchsees und folgte dann der Schwarza nach Süden bis nördlich von Waldshut. In dieser Ausdehnung nahm die Einheit 155 insgesamt 1271,2 km² ein, während die östlich benachbarte Einheit 154 noch 958,3 km² maß.

Nachfolgende Einzelblätter 1:200.000 1959 erschien Blatt Sigmaringen, wieder durch Huttenlocher, das vom Schwarzwald nur die Ostabdachung des Mittelteils enthält. Darin ist die Einheit 151 (Grindenschwarzwald), auf Kosten des Mittleren Schwarzwalds, um einige Kilometer nach Süden bis in den Bereich der Buntsandstein-Ausläufer um den Oberlauf der Kleinen Kinzig erweitert. Signifikante Änderungen kamen jedoch erst im Jahre 1964, als Günter Reichelt Blatt Freiburg und Alfred G. Benzing Blatt Konstanz herausbrachten. Damit war der Südschwarzwald komplett in feine Einheiten gegliedert, wobei auf Blatt Konstanz nur Randanteile des Mittelgebirges entfielen, in denen sich Benzing in der Hauptsache an Reichelt orientierte. Alle südlich der Bundesstraße 31 liegenden Teile von 154 wurden zur Einheit 155 eingemeindet, welche jedoch weiter in den Südlichen Hochflächenschwarzwald (1551) im Osten, den Südlichen Kammschwarzwald (1552) im Westen und das sehr kleine Weitenauer Bergland (1553) im äußersten Südwesten aufgespalten wurde, wodurch 155 zur Über-Haupteinheit heraufgestuft wurde. Nach diesem Stand ist der Südöstliche Schwarzwald, auf den Blättern Freiburg und Konstanz entsprechend Mittlere Schwarzwald-Ostabdachung genannt, nur noch 558 km² groß, während der Hochschwarzwald auf 1592 km² angewachsen ist und eigentlich spätestens jetzt mit Südschwarzwald treffender beschrieben wäre. Blatt Freiburg verwendet auch die Bezeichnung Südlicher Schwarzwald (Hochschwarzwald).

1967 brachte Heinz Fischer schließlich Blatt Rastatt sowie, zusammen mit Hans-Jürgen Klink, Blatt Offenburg heraus, womit nunmehr auch der Westen des Schwarzwaldes komplett erfasst war; im selben Jahr überarbeitete Hansjörg Dongus Blatt Stuttgart des inzwischen verrenteten Huttenlocher erheblich, was in erster Linie hieß, dass es längere Textteile zu den Einheiten gab. Auch die Einheit 153 wurde, Blatt Offenburg, aufgespalten, und zwar in den Ostrand des Mittleren Schwarzwald(e)s (1531) und den Mittleren Talschwarzwald (1532). Aus den sechs Haupteinheiten waren somit neun geworden, wobei aber beispielsweise Wolf-Dieter Sick, selber Mitarbeiter der Bundesanstalt für Landeskunde und insbesondere für das nicht schwarzwaldrelevante Blatt Rothenburg (1962) verantwortlich, im Jahr 1981 den Schwarzwald mit Referenz auf die Arbeiten seiner Kollegen in nur acht aufteilte und das Weitenauer Bergland als Teil des Südlichen Kammschwarzwaldes interpretierte. Die Einheit 154 nannte Sick Südostabdachung des Mittleren Schwarzwaldes.

Änderungen nach LUBW In den 1990er-Jahren erstellte die Landesanstalt für Umweltschutz (LfU), heute: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) eine naturräumliche Gliederung für Baden-Württemberg zur Fortschreibung des Landschaftsprogramms.Landschaftsprogramm, abgerufen am 7. Juli 2014 Diese Gliederung dient beispielsweise zur Darstellung der ökologischen Grundlagen des Landes in Naturraumsteckbriefen, abgerufen am 7. Juli 2014 oder zur naturräumlichen Zuordnung von Schutzgebieten und ist in den online abrufbaren Daten- und Kartendienst der LUBW integriert.Siehe Thema Natur und Landschaft > Naturräume im Daten- und Kartendienst der LUBW Ausgangspunkt waren die Arbeiten der Bundesanstalt für Landeskunde mit ihren an Rändern zu Nachbarblättern zum Teil divergenten Grenzziehungen. Die Neugliederung ignorierte die Sub-Unterteilungen der Einheiten 153 und 155 und beschränkte sich auf die sechs Einheiten 150 bis 155, wobei sie die ursprünglichen Namensgebungen des Handbuchs benutzte, jedoch den Zuschnitt weitgehend an die später erschienenen Einzelblätter anpasste. Eine fundamentale Umgliederung fand jedoch statt:

Der südlich der Elz gelegene Teil der Einheit 1532 (größtenteils Blatt Offenburg) wurde der Einheit 155 Hochschwarzwald zugeschlagen, wodurch diese auf 1990 km² angewuchs. Namentlich mag das auch dadurch indiziert erschienen sein, als der Kandel immerhin über erreicht. Andererseits entsprach die Einheit 155 auch zuvor schon nicht ausschließlich dem, was der Besucher sich unter „Hoch“-Schwarzwald vorstellt, da die Einheit ja bis an die Ränder des Mittelgebirges reicht und auch Hügelländer von nur Höhe enthält.

Nr. Naturraum Flächein km² Einw. EW/km² Siedlungs-flächein % Offenlandin % Waldin % Wasserin % Verdich-tungs-raumin % SonstigeRäumein % Ober-zentren Mittel-zentren150 Schwarzwald-Randplatten 930 268.000 289 7,69 29,33 62,92 0,05 14 86 Pforzheim Calw,Freudenstadt151 Grindenschwarzwald und Enzhöhen 699 60.000 86 1,92 6,39 91,51 0,18 0 100 152 Nördlicher Talschwarzwald 562 107.000 190 4,12 19,48 76,41 0 0 100 Baden-Baden,Gaggenau/Gernsbach153 Mittlerer Schwarzwald 1422 188.000 133 3,35 30,25 66,39 0 2 98 Haslach/Hausach/Wolfach,Waldkirch, Schramberg154 Südöstlicher Schwarzwald 558 62.000 112 3,03 32,44 64,49 0,04 0 100 Villingen-Schwenningen 155 Hochschwarzwald 1990 213.000 107 2,44 26,93 70,31 0,31 5 95 Schopfheim,Titisee-Neustadt

Grobe Gliederung Folgende Naturräume, nachfolgend in Nord-Süd-Richtung den drei Hauptlandschaften des Schwarzwaldes untergeordnet, sind ausgewiesen: 15 (=D54)Diese Umnummerierung der deutschen Hauptlandschaften nach Ssysmank wird ausschließlich im Bundesamt für Naturschutz verwendet, wo feinere Einheiten jedoch in Landschaftssteckbriefen nach wie vor nach der Hierarchie der Bundesanstalt für Landeskunde gegliedert werden. Schwarzwald 150–152 Nordschwarzwald 150 Schwarzwald-Randplatten (930 km²) 151 Grindenschwarzwald und Enzhöhen (699 km²) 151.0 Grindenschwarzwald 151.1 Enzhöhen 152 Nördlicher Talschwarzwald (562 km²) 153–154 Mittlerer Schwarzwald 1531–1532 (Nordteil) Nördlicher Mittlerer Schwarzwald (1422 km²) 1531Ostrand des Mittleren SchwarzwaldesAuf Blatt Sigmaringen (1959) werden alle aufgeführten Einheiten ohne tiefergestellte „1“ als direkte Untereinheiten des Mittleren Schwarzwaldes geführt; 1522 liegt auch ganz im jüngeren, sich westlich anschließenden Blatt Offenburg. 1532 (Nordteil) Mittlerer TalschwarzwaldAuf Blatt Freiburg (1964) werden alle Nummern ohne die tiefergestellte „2“ geführt, die erst auf dem nördlich benachbarten Blatt Offenburg (1967) eingeführt wurde. Ohne tiefergestellte Zahlen würden die Nummern 153.1(1) und 153.2 jedoch mit denen von Blatt Sigmaringen (1959, östlich an Blatt Offenburg anschließend) kollidieren. 1532 (Südteil)–154 Südlicher Mittlerer Schwarzwald (zu 1532) Nördlicher Hochschwarzwald (398 km²) 154 Südostabdachung des Mittleren Schwarzwaldes (Südöstlicher Schwarzwald, Mittlere Schwarzwald-Ostabdachung)' (558 km²) 155 (nach Einzelblättern) Südschwarzwald im landläufigen Sinne (1592 km²) 1551 Südlicher Hochflächenschwarzwald 1552 Südlicher Kammschwarzwald 1553 Weitenauer Bergland

Die Einheit 155 Hochschwarzwald nach LUBW (1990 km²) verteilt sich dabei auf die Einheit 155 (Einzelblätter) und den Süden der Einheit 1532, also auf zwei der Grobgliederungsgebiete.

Nordschwarzwald Der Nordschwarzwald gliedert sich wie folgt: 150–152 Nordschwarzwald 150 Schwarzwald-Randplatten (930 km²) 150.1 Östliche Schwarzwald-Randplatten 150.10 Nagold-Waldach-Randplatten 150.11 Nagold-Waldach-MissenBezeichnung auf Blatt Stuttgart; Name auf Blatt Sigmaringen: Missenzone der Nagold-Waldach-Platten 150.12 Bösinger Wellenkalkplatte 150.13 Enz-Nagold-Platte 150.14 Enz-Nagold-Missen 150.15 Effringer Wellenkalkplatte 150.2 Nördliche Schwarzwald-Randplatten 150.20 Neuenbürger Hochfläche 150.21 Albtalplatte 150.22 Eichelberg 151 Grindenschwarzwald und Enzhöhen (699 km²) 151.0 Grindenschwarzwald 151.00 KniebisstockAuf Blatt Sigmaringen irrtümlich (s. Fußnote Blatt Stuttgart, S. 63) als „153.4“ eingezeichnet 151.01 Grinden des oberen MurgtalsBezeichnung und Nummerierung auf den Blättern Rastatt und Stuttgart; auf Blatt Sigmaringen: „151.20 Obere Murgtalgrinden“ 151.02 Grinden des mittleren Murgtals 151.1 Enzhöhen 151.10 Enzriedel 151.11 Enzmissen 151.12 Herrenalber Berge (151.20 = 151.01) (151.4 = 151.00) 152 Nördlicher Talschwarzwald (562 km²) 152.0 Oos-Murg-Höhen 152.00 Gaggenauer Murgtalweitung 152.01 Ebersteiner Berge 152.02 Baden-Badener Talweitung (Oosbecken) 152.03 Baden-Badener Quarzporphyrmassiv 152.1 Bühlertaler Wald 152.10 Bühler Höhen 152.11 Murgwald 152.20 Rench- und Achertaler SchwarzwaldIm Buchteil – nicht auf der Karte – von Blatt Rastatt versehentlich mit „152.00“ deklariert 152.21 Ortenau-Schwarzwald (Offenburger „Gebirg“)

Mittlerer Schwarzwald mini|Morgendunst über Berggipfel des Mittelschwarzwaldes bei Schonach Der Mittlere Schwarzwald ist nicht nur in West-Ost-Richtung, sondern zusätzlich auch je in Nord-Süd-Richtung zweigeteilt. Da im Westen in Form des Elztals eine relativ scharfe Landschaftsgrenze vorliegt, im Osten wiederum sich die Einzugsgebiete vom Nord- zum Südteil vom Neckar zur Donau verlagern, bietet es sich an, die Gliederungen von Nord- und Südteil getrennt zu behandeln.

Nördlicher Mittlerer Schwarzwald Der nördliche Mittlere Schwarzwald gliedert sich wie folgt: 153 Nördlicher Mittlerer Schwarzwald (1422 km²)