mini|Luftbild aus 300 m Höhe von Walter Mittelholzer (1920) mini|Rohrspitz im Rheindelta, Blick Richtung Rheinspitz[ { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q1517075", "properties": { "stroke": "#05400B", "stroke-opacity": 1, "fill": "#05400B", "fill-opacity": 0.2,

},

"type": "Feature", "properties": { "stroke": "#05400B", "stroke-opacity": 1, "fill": "#05400B", "fill-opacity": 0.2, }, "geometry": { "type": "Polygon", "coordinates": [ [ [ 9.560042, 47.499126 ], [ 9.559956, 47.500098 ], [ 9.559978, 47.500214 ], [ 9.560257, 47.50046 ], [ 9.560686, 47.500605 ], [ 9.561201, 47.500924 ], [ 9.561201, 47.501344 ], [ 9.560986, 47.501576 ], [ 9.560879, 47.501634 ], [ 9.561115, 47.502344 ], [ 9.560922, 47.502388 ], [ 9.560664, 47.502228 ], [ 9.5603, 47.502055 ], [ 9.559999, 47.50204 ], [ 9.559312, 47.502033 ], [ 9.559012, 47.501975 ], [ 9.558922, 47.501826 ], [ 9.558751, 47.501609 ], [ 9.558686, 47.50146 ], [ 9.558626, 47.501199 ], [ 9.558261, 47.500837 ], [ 9.557746, 47.500663 ], [ 9.557188, 47.500619 ], [ 9.560042, 47.499126 ] ] ]

},

"type": "Feature", "properties": { "stroke": "#05400B", "stroke-opacity": 1, "fill": "#05400B", "fill-opacity": 0.2, }, "geometry": { "type": "Polygon", "coordinates": [ [ [ 9.554849, 47.496604 ], [ 9.554935, 47.496053 ], [ 9.554377, 47.495647 ], [ 9.554248, 47.495357 ], [ 9.553648, 47.495299 ], [ 9.553497, 47.495183 ], [ 9.553047, 47.495096 ], [ 9.552682, 47.494879 ], [ 9.552854, 47.4944 ], [ 9.552768, 47.494284 ], [ 9.552446, 47.494241 ], [ 9.55309, 47.493791 ], [ 9.553304, 47.493994 ], [ 9.553433, 47.494328 ], [ 9.553691, 47.494632 ], [ 9.553991, 47.494763 ], [ 9.554291, 47.494806 ], [ 9.554785, 47.494922 ], [ 9.555472, 47.495255 ], [ 9.555708, 47.495342 ], [ 9.556051, 47.4954 ], [ 9.556244, 47.495342 ], [ 9.556502, 47.49511 ], [ 9.55678, 47.494937 ], [ 9.557317, 47.494545 ], [ 9.55751, 47.494705 ], [ 9.557639, 47.495052 ], [ 9.557832, 47.495328 ], [ 9.558154, 47.495415 ], [ 9.558583, 47.495734 ], [ 9.559162, 47.496183 ], [ 9.559548, 47.496502 ], [ 9.556308, 47.498619 ], [ 9.556995, 47.49901 ], [ 9.555622, 47.49988 ], [ 9.553755, 47.498372 ], [ 9.554463, 47.497532 ], [ 9.555236, 47.497068 ], [ 9.554849, 47.496604 ] ] ]

] Das Rheindelta des Bodensees ist das Flussdelta am südöstlichen Bodenseeufer, das der Rhein (hier auch Alpenrhein genannt) in ehemaligem Seegebiet gebildet hat. Es liegt größtenteils im österreichischen Bundesland Vorarlberg, kleinere Gebiete liegen im Schweizer Kanton St. Gallen. Die beiden Halbinseln in den See heißen Rheinspitz (westlich) und Rohrspitz (östlich).

Lage mini|Wasservogelscharen in der Fußacher Bucht mini|Rohrspitz, ein Teil des Rheindeltas mini|Der Rheinspitz in Gaißau wird seit Jahrhunderten beweidet. mini|Landschaft am Rheinspitz

Das Delta des Alpenrheins bildet ein gemeinsames Deltagebiet mit den östlich anschließenden Deltas von Dornbirner Ach und Bregenzer Ach. Dieses Deltagebiet erstreckt sich über den gesamten Talbereich (im Uferbereich von Staad im Westen bis Bregenz im Osten). Im Norden bildet naturgemäß das derzeitige Bodenseeufer die Begrenzung, sofern man das sich unter der Seeoberfläche fortsetzende Delta außer Acht lässt. Die Begrenzung nach Süden hängt von der Feststellung des Verlaufs des Bodenseeufers nach dem Abschmelzen des Rheingletschers ab und dürfte mindestens einige Kilometer betragen. Der Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffene Rheindurchstich zwischen Lustenau und Fußach ist kein ursprünglicher Deltaarm und verläuft in seinem unteren Abschnitt durch das Gebiet des historischen Dornbirner-Ach-Deltas. Nichtsdestoweniger verläuft die Hauptdeltabildung seitdem an der Mündung des Rheindurchstichs zwischen Fußach und Hard, und nicht mehr an der früheren Hauptmündung des nunmehrigen Alten Rheins. Wie der Rhein bei Lustenau, schmiegt sich der Alte Rhein eng an den westlichen Rheintalhang und bildet die Staatsgrenze zwischen Österreich und der Schweiz. Der Auwald auf der österreichischen Seite des Rheinspitz am alten Rhein wird als Rheinholz bezeichnet.

Entwicklung

Nach dem Rückzug des Rheingletschers nach der letzten Kaltzeit bildete sich der Bodensee, der ursprünglich im Bereich des Rheintals weiter nach Süden reichte. Gleichzeitig begann an der Einmündung des Alpenrheins die Bildung des Deltas. Dieser Prozess hält bis heute an und ist Teil eines Vorgangs, der in mehreren tausend Jahren mit der völligen Verlandung des Bodensees abschließen würde.

Mit der Errichtung des Polderdammes (1956–1963), der Absenkung des Wasserspiegels durch die Pumpwerke, und der Rodung der Au- und Bruchwälder konnten seenahe Flächen intensiver landwirtschaftlich genutzt werden.

Geschichte der Schutzgebiete im Rheindelta

Das Rheindelta ist das größte Feuchtbiotop-Schutzgebiet am Bodensee und reicht von der Uferzone in Altenrhein über den Rheinspitz über die Mündung des neuen Rheins bis zur Dornbirner Ach in Hard. Rund 2000 Hektar Flachwasser, Schilfröhrichte, Feuchtwiesen und Auwälder sind geschützt. Es ist außerdem ein europaweit bedeutendes Brut- und Rastgebiet für Vögel. Bis heute wurden 330 Vogelarten beobachtet. Auf österreichischer wie auch Schweizer Seite ist je ein Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf Schweizer Seite sind das FlachmooreFlachmoore von nationaler Bedeutung sind hier: Altenrhein mit der WDPA-ID 166476 und Buriet mit der WDPA-ID 166481, ein AuengebietAuengebiet von nationaler Bedeutung ist hier: Altenrhein mit der WDPA-ID 148591, AmphibienlaichgebieteAmphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung auf Schweizer Seite des Rheindeltas sind: Bodenseeriet, Altenrhein mit der WDPA-ID 348130, Bisen mit der WDPA-ID 348103, Fuchsloch-Buriet mit der WDPA-ID 348156 und Eselschwanz mit der WDPA-ID 348104 von nationaler Bedeutung und das Wasser- und ZugvogelreservatWasser- und Zugvogelreservat Alter Rhein: Thal (SG) mit der WDPA-ID 178719 von internationaler Bedeutung. In Vorarlberg ist das Europaschutzgebiet Rheindelta, es ist sowohl ein Natura-2000-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat und Vogelschutz), sowie ein Ramsargebiet.

Das Naturschutzgebiet Rheinau

mini|Extensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen im Rheindelta. Im Vordergrund eine Gruppe nahrungssuchender Großer Brachvögel mini|Rheindelta – Aquatische Landschaft links des Rheindammes Schon vor dem Krieg waren die untersten Rheinauen stark bedrängt, in Vorarlberg mit den Industriezentren Höchst und Hard, in St. Gallen mit dem Bau der Dornier-Werke um 1920 und der Anlage des Flugplatzes Altenrhein.

Der heute als „Vater des österreichischen Naturschutzes“ geltende und als ständiger Vertreter der österreichischen Landesfachstellen für Naturschutz tätige Günther Schlesinger (1886–1945) hatte Vorarlbergs Auffassungen zu Natur und Jagdrecht noch 1936 als bezeichnet: Alle als fischerei- oder jagdschädlich geltenden Tiere waren uneingeschränkter und schonungsloser Verfolgung ausgesetzt. Die so entstandene Liste wurde laufend um weitere „Räuber“ erweitert, und bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren Wolf, Luchs, Wildkatze, Braunbär und Fischotter in Vorarlberg gänzlich ausgerottet.

1939 stellte Friedrich Lürzer, Forstmeister aus Bregenz, einen Antrag auf die Anwendung des Reichsnaturschutzgesetzes auf einer 750 ha großen Fläche am Bodenseeufer zwischen Alter und Neuer Rheinmündung und empfahl dringend, ein Schutzgebiet im Rheindelta auszuweisen, das war. Mitten im Zweiten Weltkrieg wurde am 21. August 1942 mit der Verordnung über die einstweilige Sicherstellung des Naturschutzgebiets RheinauVerordnung über die einstweilige Sicherstellung des Naturschutzgebietes Rheinau. Verordnungs- und Amtsblatt des Reichsgau Tirols und Vorarlbergs Nr. 122/1942. das Rheindelta seeseits des schon damals geplanten Polderdamms einschließlich eines ein Kilometer breiten Wasserstreifens und des Rheinholzes zum ersten Vorarlberger Schutzgebiet erklärt.

Außerdem schrieb die Seeuferschutzverordnung, die alle Seen Vorarlbergs und Tirols vor weiterer Verbauung und Privatisierung schützen sollte, vor:

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es rege Debatten zur Übernahme der Seeuferschutzverordnung in das Vorarlberger Landesrecht. Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz als untere Naturschutzbehörde und die Bodenseegemeinden Bregenz, Lochau und Hörbranz traten für die Beibehaltung ein. Hard, Höchst, Fußach und Gaißau waren dagegen, weil wirtschaftliche Nachteile und Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse befürchtet wurden. 1949 wurde die Verordnung im Amtsblatt Nr. 33 für das Land Vorarlberg schließlich wieder verlautbart und sämtliche Gemeinden Vorarlbergs wurden aufgefordert, als Baubehörden für die Einhaltung der Seeuferschutzbestimmungen zu sorgen.

Ab Anfang der 1950er Jahre häuften sich am Bodensee die Ansuchen um Ausnahmebewilligungen für den Bau von Badehütten, Wochenendhäuschen, Campingplätzen, Fischerhütten und Geräteschuppen. Auch für die Anlage von Häfen, Lagerplätzen, die Entnahme von Kies oder Sand waren Ausnahmegenehmigungen von der Seeuferschutzverordnung erforderlich. 1957 beschloss die Vorarlberger Landesregierung schließlich, im Rheindelta keine Ausnahmebewilligungen mehr zu erteilen.

Der Polderdamm

mini|Bau des Polderdammes, Fußach 1959 Mit der Errichtung des Polderdammes (1956–1963), der Absenkung des Wasserspiegels durch die Pumpwerke und der Rodung der Au- und Bruchwälder konnten seenahe Flächen intensiver landwirtschaftlich genutzt werden. Befürworter der Eindeichung sahen darin , Naturschützer hingegen wiesen schon bald auf die negativen Folgen des veränderten Grundwasserhaushalts hin und forderten, einen Teil der Feuchtwiesen unter Naturschutz zu stellen, um die Vielfalt der Pflanzen und Tiere zu erhalten.

1963 berichtet die Zeitschrift Schweizer Naturschutz unter dem Titel Das Rheindelta vor dem Untergang dass Ein Jahr später beschließt der WWF-International, das Rheindelta als Projekt mit besonderer Dringlichkeit in sein Tätigkeitsprogramm aufzunehmen.

Auch das Österreichische Institut für Naturschutz und Landschaftspflege äußert sich in einem Schreiben aus dem Jahr 1971 kritisch:

Das Vorarlberger Naturschutzgebiet Rheindelta mini|Schleienloch am Ostrand des Naturschutzgebietes Rheindelta 1976 erließ das Land Vorarlberg aufgrund der in Anlehnung an Naturschutzordnungen in Tirol und Niederösterreich von der Vorarlberger Fachstelle für Naturschutz vorbereiteten Entwurfs dann eine Schutzgebietsverordnung für ein Naturschutzgebiet die 1.972 Hektar Flachwasser, Schilfröhrichte, Feuchtwiesen und Auwälder sowie rund 250 ha Streuwiesen in Fußach und Höchst landseits des Polderdamms umfasste. Bis Anfang der 1990er Jahre war die Verordnung für die Flächen landseits des Polderdamms aber auf jeweils fünf Jahre befristet. Die Forderung, alle Flächen dauerhaft unter Schutz zu stellen, sowie die wertvollen Flachmoore des Gaißauer Riedes und der Speichenwiesen Höchst in das Naturschutzgebiet zu integrieren, scheiterten am Widerstand der Gemeinden. Ebenso wurde ein von Broggi 1981 gefordertes Landschaftsschutzgebiet als Pufferzone für das Naturschutzgebiet nicht realisiert. 1992 wurde erstmals eine Verordnung für die Dauer von zehn statt fünf Jahren erlassen, die seit 2002 unbefristet gilt.

Heute ist das Gebiet ein Europaschutzgebiet.

Das St. Galler Naturschutzgebiet Altenrhein

Zwischen dem Dorf Altenrhein und der Mündung des Alten Rheins liegt das kleine Naturschutzgebiet Altenrhein mit einer Fläche von 28 Hektar.

Auch hier wurden bis in die 1975er Riedwiesen planiert und als Baugrund benutzt. Zusätzlicher Druck entstand durch die Schweizer Autobahn A13, die bis an den Alten Rhein wenige hundert Meter vom Seeufer entfernt trassiert ist. Ein richtungweisender Spruch des Bundesgerichts in Lausanne stellt aber allen Grund unter Seeuferschutz.

Internationale Abkommen

Seit 16. Dezember 1982 steht das Rheindelta unter dem Schutz der Ramsar-Konvention für Feuchtschutzgebiete (Ramsar-Gebiet Rheindelta Nr. 275, 2065 Hektar). WDPA-ID 67805