Ottenhöfen ist eine Gemeinde und ein anerkannter Luftkurort im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geographie Geographische Lage Das Zehn-Täler-Dorf Ottenhöfen im Schwarzwald liegt im Achertal zwischen Schwarzwaldhochstraße und Badischer Weinstraße, 35 Kilometer entfernt von Straßburg/Elsass, Baden-Baden und Freudenstadt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf 300 bis 1005 Meter Höhe und ist zu mehr als 50 Prozent bewaldet.

Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Osten an Seebach, im Süden an die Stadt Oppenau und an Lautenbach und im Westen an Kappelrodeck.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Ottenhöfen im Schwarzwald mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Furschenbach gehören zahlreiche Weiler und so genannte Zinken (Höfe und Häuser). Zur ehemaligen Gemeinde Furschenbach, die 1973 eingemeindet wurde, gehören die Weiler Am Bach, Buchwald und Muttert, die Höfe Am Rain, Günsberg (in amtlichen Karten: Grünsberg) und Sommereck sowie Schroffen.

Zur Gemeinde Ottenhöfen gehören der Kernort Ottenhöfen im Schwarzwald, die Weiler Hagenbruck und In den Höfen (beide mit Ottenhöfen baulich verbunden), die Zinken Blöchereck, Dickteich, Gottschläg, Heidenbach, Kohlstatt, Langeck, die Höfe Blaubronn, Lauenbach, Roos (in amtlichen Karten: Ross), Schloßhof, Simmersbach, Sohlberg (zum Teil zu Lautenbach), Unterwasser, Wolfersbach und Zieselberg, die Wohnplätze Atzelbach, Brach, Bromberg, Edelfrauengrab, Holderbrünnele und Schlitz und der Ort Hubersloch (heutige Straßenbezeichnung Bromberg). Im Gemeindeteil Unterwasser liegen die Weiler Kriesehof und Atzelbach.

Geschichte mini|links|Ottenhöfen Ortsgeschichte Der namensgebende Otto-Hof wurde erstmals 1479 erwähnt. Aber erst 1817 wurde aus der dortigen Ansiedlung eine eigene Gemeinde.

Das Gebiet gehörte seit 1316 zum weltlichen Gebiet der Fürstbischöfe von Straßburg. Neben weiteren Grundbesitzern waren die Ritter von Bosenstein von besonderer Bedeutung, die ihren Grundbesitz jedoch Anfang des 15. Jahrhunderts aus finanziellen Gründen verkaufen mussten. 1795 kam schließlich auch deren Gebiet an das Bistum Straßburg. Aber bereits 1803 fiel Ottenhöfen durch die Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das spätere Großherzogtum Baden. Dort gehörte es zunächst zum Amt Achern und seit 1924 zum Landkreis Bühl, der teilweise 1973 im neugebildeten Ortenaukreis aufging. 1898 erhielt Ottenhöfen einen Eisenbahnanschluss.

mini|85px|Furschenbach

Eingemeindungen Zum 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Furschenbach eingemeindet.

Religionen Obwohl am Gebiet des heutigen Ottenhöfen die Reformation vorbeiging, erhielt der Ort erst 1823 seine erste römisch-katholische Kirche. In den Jahrhunderten zuvor zählte die heutige Gemeinde zunächst zur Pfarrei Oberachern und seit 1447 zu Kappelrodeck bzw. zur Pfarrgemeinde in Waldulm. 1823 wurde dann die Pfarrgemeinde Ottenhöfen gegründet. Aufgrund des Zuzugs von Protestanten und der zunehmenden Zahl von Kurgästen konnte 1936 auch eine evangelische Kirche geweiht werden.

Politik

Verwaltungsverband Die Gemeinde gehört zusammen mit Seebach dem Gemeindeverwaltungsverband Kappelrodeck an; ihm obliegt lediglich die gemeinsame Bauleitplanung (Flächennutzungsplan). Als freiwillige Aufgabe haben die Gemeinden Seebach, Ottenhöfen im Schwarzwald und Kappelrodeck die Aufgaben übernommen, ihre Abwässer über eine gemeinsame Kläranlage in Kappelrodeck zu entsorgen.

Gemeinderat Der Gemeinderat in Ottenhöfen im Schwarzwald hat 14 Mitglieder. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,18 % (2019: 63,5 %). Partei/Liste20242019AnteilSitzeAnteilSitzeFreie Wähler56,04 %848,4 %7CDU43,96 %651,6 %7Wahlbeteiligung58,7 %60,3 %

Bürgermeister 1817–1823: Joseph Blust 1824–1830: Anton Schneider 1830–1832: Joseph Hasenfratz 1832–1839: Sebastian Bürck 1839–1842: Franz Xaver Jülg 1842–1849: Sebastian Bürck 1849–1851: Johann Georg Bühler 1851–1870: Franz Xaver Köninger 1870–1874: Bernhard Bürck 1874–1892: Franz Xaver Rösch 1892–1920: Josef Baßler 1920–1933: Wilhelm Bohnert 1933–1945: Wilhelm Roth 1945–1946: Wilhelm Bohnert 1946–1958: Andreas Kimmig 1958–1980: Johann Käshammer 1980–2011: Dieter Klotz 2011–: Hans-Jürgen Decker

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Furschenbach 1817–1819: Joseph Schneider 1819–1830: Franz Xaver Blust 1831–1837: Joseph Heitzmann 1837–1843: Andreas Schneider 1844–1846: Joseph Baßler 1847–1859: Anton Faist 1859–1871: Nikolaus Bohnert 1871–1877: Johann Georg Roth 1877–1886: Bernhard Roth 1887–1893: Josef Bruder 1893–1917: Bernhard Roth 1919–1920: Josef Roth 1921–1933: Friedrich Hund 1936–1940: Josef Schneider 1945–1946: Rudolf Schmälzle 1946–1948: Andreas Herrmann 1948–1957: Josef Roth 1957–1972: Franz Schneider

Wappen Es zeigt ein achtspeichiges goldenes Rad in rotem Wappenschild. Dies ist eine Anspielung auf die vielen Mühlen die in Ottenhöfen zu finden sind.

Patenschaften Ein Fahrzeug der Ortenau-S-Bahn trägt den Namen von Ottenhöfen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Rainbauern-Mühle am Mühlenweg Rund um Ottenhöfen kann man den Mühlenweg erwandern. Er führt an mehreren historischen Mühlen vorbei, die auch noch in Betrieb sind. Ottenhöfen hat daher den Namenszusatz Mühlendorf.

Östlich von Ottenhöfen befindet sich der Karlsruher Grat, über den der einzige Klettersteig des Nordschwarzwalds führt. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Edelfrauengrab-Wasserfälle. Beide Sehenswürdigkeiten sind durch den Premiumwanderweg Karlsruher Grat mit dem Ort verbunden.

Museen Auf der Achertalbahn von Achern nach Ottenhöfen im Schwarzwald verkehrte bis 2013 eine Museumsbahn. Mitte 2014 wurde die dauerhafte Einstellung des Betriebs bekannt. Im Bürgerhaus der Gemeinde (beim Bahnhof) ist im oberen Geschoss ein Museum untergebracht, das einige interessante Objekte aus verschiedenen Jahrhunderten der Gemeindegeschichte zeigt.

Bauwerke mini|Kirche St. Anna und St. Bernhard Die katholische Pfarrkirche St. Anna und St. Bernhard von Baden ist ein moderner Bau von 1962.

Von der ehemaligen Burg Bosenstein, die entscheidend für die Besiedelung im Tal war, sind keine sichtbaren Mauerreste mehr vorhanden. Es wird vermutet, dass unterhalb der Erdoberschicht in tieferen Bereichen noch Grundmauern freigelegt werden können. Das Gelände ist öffentlich nicht zugänglich und befindet sich in Privatbesitz.

Regelmäßige Veranstaltungen Neben zahlreichen Vereinsveranstaltungen findet seit Jahrzehnten das Dorfbrunnenfest mit Kurgartenbeleuchtung traditionell immer am letzten Wochenende im Juli statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Die örtlichen Unternehmen haben sich mit Betrieben aus der Nachbargemeinde Seebach im „Gewerbeverein Ottenhöfen – Seebach e. V.“ zusammengeschlossen.

Verkehr 1898 wurde die Achertalbahn nach Achern fertiggestellt, die Voraussetzung für den Transport von Stein, Holz und anderen Gütern aus dem Achertal zur Rheintalbahn. Heute wird die Strecke von der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG (SWEG) betrieben.

Ansässige Unternehmen Neben zahlreichen mittelständischen Unternehmen, vorwiegend im handwerklichen Bereich, gibt es folgende größere Unternehmungen: Huber-Bau GmbH & Co KG; Achertalklinik für Psychiatrie und Psychotherapie; Horn Otto GmbH Bauunternehmung.

Bildungseinrichtungen Mit der Erwin-Schweizer-Schule gibt es in Ottenhöfen eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Die Werkrealschule wurde zum Schuljahr 2010/2011 zusammen mit der Nachbargemeinde Kappelrodeck eingerichtet. Außerdem gibt es je einen Kindergarten in Ottenhöfen und im Ortsteil Furschenbach, die Kinder ab dem zweiten Lebensjahr aufnehmen.

Justiz Ottenhöfen gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Achern.

Medien In Ottenhöfen wurden einige Aufnahmen für die Serie Die Powenzbande gedreht.

Freizeit- und Sportanlagen Für Fußball gibt es einen Kunstrasenplatz. Die Schwarzwaldhalle ist multifunktional sportlich nutzbar; der Schwerpunkt liegt auf Handball. Mountainbiking-Arena Hornisgrinde-Ortenau, gepflegt und beschildert durch den Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord.

Persönlichkeiten Gert Steinheimer (* 1944 in Ottenhöfen), Filmregisseur und Drehbuchautor

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Ortenaukreis

Kategorie:Ersterwähnung 1479