mini|Inmitten von Reben: die Bergkirche in Waldböckelheim links der Nahe Das Weinbaugebiet Nahe ist ein deutsches Weinbaugebiet nach Abs. 1 Nr. 7 Weingesetz. Es liegt in Rheinland-Pfalz im Bereich des linken Rhein-Nebenflusses Nahe und deren Nebenflüssen Glan und Alsenz, wo schon seit der Römerzeit Wein angebaut wird. Auf rund 4240 ha (Stand 2022) werden hauptsächlich die Rebsorten Riesling (Anteil 29,2 %), Müller-Thurgau (11,4 %), Grauburgunder (9,1 %) sowie Dornfelder (9,0 %) kultiviert. Zu 77 % wird Weißwein, zu 23 % Rotwein erzeugt.
Der etwa 97 km lange Weinwanderweg Rhein-Nahe führt von Kirn an der Nahe bis nach Bingen am Rhein durch den Naturpark Soonwald-Nahe und erschließt für Wanderer die gesamte Weinbauregion der mittleren und unteren Nahe.
Durch das Weinanbaugebiet führt die Naheweinstraße. Für die Gebietsweinkönigin siehe Naheweinkönigin.
Geographische Lage mini|Alte Nahebrücke in Bad Kreuznach mit Brückenhäusern Das Weinbaugebiet Nahe, das erst seit 1971 als eigenständiges Weinanbaugebiet in Rheinland-Pfalz geführt wird, erstreckt sich von der Mündung der Nahe flussaufwärts bis kurz vor Kirn sowie in die Nebentäler von Guldenbach, Gräfenbach, Glan und Alsenz. Nach Nordwesten ist es durch den Hunsrück, nach Norden durch den Taunus geschützt, südöstlich erstreckt sich das Nordpfälzer Bergland. Wirtschaftliches Zentrum des Weinbaugebiets ist der Kurort Bad Kreuznach.
Böden Das Weinbaugebiet Nahe hat deutschlandweit die größte Bodenvielfalt und die engräumigsten Wechsel vorzuweisen. Mehr als 180 Bodenvarianten wurden vermutet und in dem Projekt Stein und Wein untersucht. Die Ergebnisse wurden im Jahr 2013 vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Aufgrund dieser geologischen Vielfalt nimmt das Gebiet eine Sonderstellung ein: Quarz- und Schieferböden finden sich an der unteren, Porphyr, Melaphyr und Buntsandstein an der mittleren Nahe. Rund um Bad Kreuznach gibt es Verwitterungsböden und Tonüberlagerungen aus Sandstein, Löss und Lehm. Die Weingärten befinden sich größtenteils in Flach- und Hügellagen. Nur ein geringer Teil, hauptsächlich in der Gegend um Ebernburg, sind Steillagen.
Vor allem der Riesling bringt hier sehr mineralische, elegante Weine hervor.
Rebsorten 77 % der Rebfläche sind mit weißen Rebsorten bestockt.
Beim Sortenspektrum der Weißweine dominieren Riesling (29 %) und Müller-Thurgau (ca. 12 %). Weiterhin werden in nennenswertem Umfang Dornfelder (9,7 %), Silvaner (4,9 %), Spätburgunder (6,7 %), Weißer Burgunder (7,4 %), Grauburgunder (8,2 %) angebaut.Deutsches Weininstitut: Statistik 2009/2010; Statistisches Bundesamt
Führende Rebsorten im Anbaugebiet Nahe (Stand 2022) Sorte Farbe Synonym Fläche (%) Fläche (ha) 1. Riesling weiß 29,2 1.236 2. Müller-Thurgau weiß Rivaner 11,4 482 4. Grauburgunder weiß Ruländer 9,1 385 3. Dornfelder rot 9,0 381 5. Weißer Burgunder weiß Klevner, Pinot Blanc 7,7 327 6. Spätburgunder rot Pinot Noir 6,9 293 7. Silvaner weiß 4,4 187 8. Bacchus weiß 2,8 120 9. Kerner weiß 2,6 109 10. Scheurebe weiß 2,4 102 11. Regent rot 2,1 90 13. Chardonnay weiß 1,7 71 12. Blauer Portugieser rot 1,7 70 14. Sauvignon Blanc weiß 1,4 58 15. sonstige 7,6 322
Weiße Sorten 14px Zugelassene weiße RebsortenTaschenbuch der Rebsorten, Fachverlag Dr. Fraund, Mainz. 14px Albalonga Arnsburger Auxerrois Bacchus Bronner Chardonnay Ehrenbreitsteiner Ehrenfelser Elbling Faberrebe Findling Freisamer Früher Malingre Gelber Muskateller Gewürztraminer Goldriesling Grauburgunder Gutedel Hibernal Hölder Huxelrebe Johanniter Juwel Kanzler Kerner Kernling Mariensteiner Merzling Morio-Muskat Müller-Thurgau (Rivaner) Muskat Ottonel Nobling Optima Orion Ortega Osteiner Perle Phoenix Prinzipal Regner Reichensteiner Rieslaner Riesling Sauvignon Blanc Scheurebe Schönburger Septimer Siegerrebe Silcher Silvaner Sirius Staufer Weißer Burgunder Würzer
Rote Sorten 15px Zugelassene rote Rebsorten 15px Acolon Blauburger Cabernet Mitos Cabernet Sauvignon Dakapo Deckrot Domina Dornfelder Dunkelfelder Frühburgunder Hegel Helfensteiner Heroldrebe Lemberger Merlot Palas Portugieser Regent Rondo Rotberger Schwarzriesling Spätburgunder St. Laurent Tauberschwarz Trollinger Zweigelt
Untergliederung Bis zum Jahr 1993 existierten noch zwei Bereiche: der Bereich Kreuznach und der Bereich Schloßböckelheim. Heute gliedert sich das Weinbaugebiet Nahe in einen Bereich mit sechs Großlagen sowie ca. 313 Einzellagen und umfasst rund 4000 ha Rebfläche. (PDF; 723 kB). Website des Deutschen Weininstituts. Abgerufen am 6. November 2013, S. 14.. Website von Rheinland-Pfalz Tourismus. Abgerufen am 6. November 2013.
zentriert|Nahe-Weinregionen
Bereich Nahetal Großlagen: Schlosskapelle mit den Dörfern: Münster-Sarmsheim, Guldental, Laubenheim, Burg Layen, Windesheim, Schweppenhausen und Dorsheim Sonnenborn mit dem Dorf Langenlonsheim Pfarrgarten mit den Dörfern Wallhausen, Spabrücken, Dalberg, Hergenfeld, Sommerloch und Gutenberg/St. Ruppertsberg Kronenberg mit der Stadt Bad Kreuznach sowie den Dörfern Bretzenheim und Hargesheim Rosengarten mit den Dörfern Mandel, Roxheim, Rüdesheim und Weinsheim Paradiesgarten mit den Dörfern Waldböckelheim, Meddersheim, Kirschroth, Monzingen, Weiler u. a. Burgweg mit den Dörfern Niederhausen, Oberhausen, Norheim, Schloßböckelheim, Altenbamberg, Ebernburg, Traisen und Duchroth
Weinbau an Glan und Alsenz Obwohl die Weinlagen an Glan und Alsenz überwiegend auf pfälzischem Boden liegen, gehören sie zum Anbaugebiet Nahe. Auch hier gibt es Orte mit langer Weinbautradition.
Am Glan Lettweiler Meisenheim Odernheim am Glan Offenbach-Hundheim Raumbach
An der Alsenz Altenbamberg Hochstätten Mannweiler-Cölln Obermoschel Oberndorf Steckweiler Steingruben
Die bekanntesten Weingüter Weingut Dr. Crusius (VDP) Schlossgut Diel (VDP) Weingut Dönnhoff (VDP) Weingut Emrich-Schönleber (VDP) Weingut Desoi Weingut Hees Gut Hermannsberg (VDP) Weingut Lindenhof Weingut Korrell, Johanneshof Weingut Kruger-Rumpf (VDP) Weingut Poss Weingut Prinz Salm (VDP) Weingut Joh. Bapt. Schäfer (VDP) Weingut Schäfer-Fröhlich (VDP) Weingut Jakob Schneider
Literatur
Weblinks Weinland Nahe Winzer und Weingüter an der Nahe
Einzelnachweise
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