mini|hochkant|Wappen des Bistums Lübeck nach Siebmachers Wappenbuch von 1605
Entwicklung des Bistums Adaldag, der Erzbischof von Hamburg und Bremen, gründete im Auftrag von Kaiser Otto I. wahrscheinlich im Jahre 972 das Bistum Oldenburg. Zum ersten Bischof bestimmte er einen Geistlichen namens Egward. Die Nachrichten über einen angeblich ersten Bischof namens Marco oder Merka sind sehr unsicher.
Im Jahr 1163 wurde unter Bischof Gerold mit Weihe des ersten Lübecker Doms der Bischofssitz von Oldenburg nach Lübeck verlegt.Erich Hoffmann: Lübeck im Hoch- und Spätmittelalter: Die große Zeit Lübecks. In: Antjekathrin Graßmann (Hrsg.): Lübeckische Geschichte. Schmidt-Römhild, 4., verbesserte und ergänzte Auflage, Lübeck 2008, ISBN 978-3-7950-1280-9, S. 81–329, hier S. 88.
Während das Bistum Lübeck durch die Reformation unterging, blieb der Besitz von Kapitel und Bischof, das Hochstift, als Territorium erhalten. Das Domkapitel (nunmehr protestantisch) wählte weiterhin den Fürstbischof (erwählter Bischof), der seit 1586 stets aus dem Hause Holstein-Gottorp kam. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 war Lübeck das einzige protestantische Hochstift im Heiligen Römischen Reich, in dem der Bischof gewählt wurde. Erst mit der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde das Stiftsgebiet als Fürstentum Lübeck Teil des (Groß-)herzogtums Oldenburg.
+Die folgenden Personen warenBischöfe von Lübeck bzw. Fürstbischöfe von Lübeck (bzw. bis 1160 Bischöfe von Oldenburg) Bischöfe von bis Bemerkungen Abbildung Siegel/Wappen Bischöfe von OldenburgMareus952968 auch Marko, MarcusEgward968974 Wago974983 Egizo983988 Volkward989990 Reginbert9921013 Bernhard10131023 Reinhold10231030 Meinher10301038 Abelin10381048 Ehrenfried10511066 Vizelin11491154Vorübergehender Sitz des Bistums nach der Zerstörung Oldenburgs 1149durch die Dänen ist Bosau mit der Petrikirche von 1151 Bischöfe von LübeckGerold von Oldenburg/Lübeck11551163Gerold beginnt 1156 mit dem Bau der Johanniskirche in Oldenburg. Das Bistum wird 1160 von Oldenburg nach Lübeck verlegtKonrad I. von Riddagshausen11641172Mit der Petrikirche entsteht die zweite HauptkircheHeinrich I. von Lübeck11721182Bei seiner Weihe legt Heinrich der Löwe den Grundstein für den Lübecker DomKonrad II. von Lübeck11831184Dietrich I. von Lübeck11861210 seit 1181 Propst im Kloster ZevenBerthold von Lübeck12101230 Johannes I. von Lübeck1230/12311247 Albert Suerbeer12471253 zentriert|80pxJohannes II. von Diest12541259Johannes II. von Diest war Franziskaner, vorher Bischof von Samland. Er erbaute das Paradies des Lübecker Doms.Johannes III. von Tralau12601276Erbauer des Schlosses Eutins. Zu seiner Zeit brannte auch die Lübecker Marienkirche und hat daher ihre heutige Gestalt.zentriert|80pxBurkhard von Serkem12761317Doppelgrabplatte mit Johannes von Mul (1341–50)zentriert|80pxHeinrich II. Bochholt13171341stellte 1341 den Ostchor des Lübecker Doms fertigzentriert|80pxJohannes IV. Mul13411350Mul stammte aus einem niedersächsischen Rittergeschlecht. Am 3. Januar 1315 wurde er am Lübecker Dom durch Bischof Burkhard von Serkem als Kantor und Scholaster eingesetzt. 1327 erhielt er an Schweriner Kirche ein Kanonikat, wurde Kanoniker in Lübeck und am 22. April 1341 in Lübeck durch den Erzbischof von Bremen Burchard Grelle zum Bischof von Lübeck geweiht. Infiziert von der grassierenden Pest verstarb er. Im Dom von Lübeck befindet sich eine Grabplatte die ihn zusammen mit Burkhard von Serkem darstellt.zentriert|80pxBertram Cremon13501377Bertram Cremon war von 1350 bis 1377 der 14. Bischof von Lübeck. Am 22. Oktober 1375 empfing er Kaiser Karl IV in Lübeck.zentriert|80pxNikolaus I. von Meißen137713791376 Dekan des Domstiftes Meißen, ernannte ihn Papst Urban VI. am 4. März 1377 zum Bischof von Lübeck. Am 19. März 1379 wurde er Bischof von Meißen.Konrad III. von Geisenheim13791386Er wurde 1358 Protonotar Karls IV. und übernahm 1370 als Kanzler die Leitung der Reichskanzlei. Diese Stelle bekleidete er auch unter dem römisch-deutschen König Wenzel und war in jener Funktion häufig in diplomatischen Diensten am päpstlichen Hof unterwegs. Nach seiner Ernennung zum Bischof von Lübeck blieb er jedoch zugleich bis Dezember 1384 in der Reichskanzlei tätig, während er seine Bischöflichen Aufgaben administrativ seinem Bruder Johann von Geisenheim und Johannes von Klenedenst übertrug.Johannes V. von Klenedenst138613871377 wurde Klenedenst als Lübecker Bürger vom Lübecker Domkapitel zum Bischof gewählt. Deshalb fuhr Klenedenst wegen seiner Bestätigung nach Prag, dort erfuhr er, dass der Papst einen anderen Bischof ernannt hatte. Dieser war Nicolaus I. Ziegenbock, sp. Nikolaus I. von Meißen, der nicht lange in Lübeck blieb, da er am 19. März 1379 das Bistum Meißen erhielt. Unter dessen Nachfolger Konrad von Geisenheim wurde Klenedenst um 1381 Generalvikar und Propst in Lübeck. Nach dessen Tod übernahm Klenedenst 1386 das Amt des Bischofs des Bistums Lübeck. Es war ihm keine lange Amtszeit und Wirkung auf das Lübecker Bistum vergönnt, da er schon im Folgejahr starb.Eberhard I. Attendorn13871399Bischof aus Lübecker RatsfamilieJohannes VI. Hundebeke13991420zentriert|80pxJohannes VII. Schele14201439 zentriert|80pxNikolaus II. Sachau14391449Arnold Westphal14501466 zentriert|80pxAlbert II. Krummendiek14661489stiftete 1477 das Triumphkreuz von Bernt Notkezentriert|80pxzentriert|80pxThomas Grote14891492zentriert|80pxDietrich II. Arndes14921506Wilhelm Westphal15061509zentriert|80pxzentriert|80pxJohannes VIII. Grimholt15101523zentriert|80pxzentriert|80pxHeinrich III. Bockholt15231535 zentriert|80pxDetlev von Reventlow15351536erster evangelischer Bischof zentriert|80pxBalthasar Rantzau15361547 zentriert|80px zentriert|80pxJodokus Hodfilter15471551 zentriert|80pxzentriert|80pxTheodor von Rheden15511556 Andreas von Barby15561559 zentriert|80pxJohannes IX. Tiedemann15591561Doppel-Epitaph gemeinsam mit seinem Bruder, den Domherrn in Lübeck und Ratzeburg Christopher Tiedemann († 1561) mit lateinischer Inschrift im Chorumgang des Lübecker Doms. Seine Grabplatte aus Bronze im Stil der Renaissance befindet sich ebenfalls im Dom an der Südwand im südlichen Seitenschiff.zentriert|80pxEberhard II. von Holle15611586Durchführung der Reformation im Stiftsgebietzentriert|80px80px Postulierte Bischöfe von LübeckJohann Adolf15861607zentriert|80px80pxJohann Friedrich16071634zentriert|80pxzentriert|80pxJohann X. (Hans)16341655zentriert|80pxChristian Albrecht16551666zentriert|80pxAugust Friedrich16661705zentriert|80px80pxChristian August17051726zentriert|80px80pxKarl17261727zentriert|80pxAdolf Friedrich17271750aus dem Hause Schleswig-Holstein-Gottorf; ab 1751 König von Schwedenzentriert|80pxFriedrich August175017851773 Vertrag von Zarskoje Selo, Friedrich August wird Herzog von Oldenburgzentriert|80pxPeter Friedrich Ludwig178518031803 Säkularisation des Fürstbistums zum Fürstentum Lübeckzentriert|80px
Siehe auch Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck (1531–1978) Zu den Bischöfen/der Bischöfin für den Sprengel Holstein-Lübeck der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche von 1978 bis 2008 siehe Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche
Literatur Friedrich Wilhelm Ebeling: Die deutschen Bischöfe bis zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts – Biographisch, literarisch, historisch und kirchenstatistisch dargestellt. 1. Band, Leipzig 1858, S. 562–589. Ernst Friedrich Mooyer: Verzeichnisse der deutschen Bischöfe seit dem Jahre 800 nach Chr. Geb. Minden 1854, S. 56–57. Hermann Grote: Stammtafeln. Leipzig 1877.
Weblinks
Einzelnachweise
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