mini|Dorfkirche Milow. mini|Ansicht aus Südosten. Die Dorfkirche Milow ist eine Feldsteinkirche in Milow im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Dehio schätzt die Bauzeit auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Da Milow bis 1952 zu Brandenburg gehörte, liegt die Kirche im Territorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Kirche Milow gehört zur Gesamtkirchengemeinde Westprignitz im Kirchenkreis Prignitz des Sprengels Potsdam.
Geschichte Die gotische Saalkirche entstand im 14. Jahrhundert. Zur Bauzeit dürfte sich der Eingang an der Nordseite befunden haben. Dort befinden sich in der Neuzeit zwei vermauerte Spitzbogentüren. Gleiches gilt für die östlichen Fenster, die teilweise vermauert wurden.
In der Vergangenheit kam es zu einem Sanierungsstau, der ab 2026 nach und nach aufgelöst wird. In mehreren Bauabschnitten sollen sowohl das Dach wie auch die Fassaden überarbeitet werden. Im Tragwerk des Dachs müssen Balken bzw. Balkenköpfe ersetzt werden.Andreas Flender: Die Dorfkirchen in Mellen und Milow: Wertvolles Kulturgut in einer länderübergreifenden Kirchengemeinde, veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Alte Kirchen – Mitgliederzeitung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V., Ausgabe Juni 2026, S. 4 und 5.
Baubeschreibung Der breite Feldsteinsaal hat nachträglich markante Eckabstützungen erhalten. Im Ostgiebel befinden sich drei Lanzettfenster, die ursprünglich die gleiche Höhe hatten. Der Westgiebel ist gestutzt, über ihm ist ein Fachwerkturm aus dem 17. Jahrhundert aufgesetzt. Der Turm ist mit einem Pyramidendach bedeckt, der Feldsteinsaal mit einem Satteldach. Das spitzbogige Hauptportal befindet sich im Westgiebel.
Die Holzdecke stützt sich auf zwei Unterzüge und Pfosten. Vermutlich stammt sie aus dem 17. Jahrhundert.
Ausstattung Zur Kirchenausstattung zählt ein aus dem späten 15. Jahrhundert stammender Schnitzaltar. Im Schrein ist Madonna im Strahlenkranz zwischen Petrus und Paulus und zwei weiblichen Heiligen, vermutlich Lucia und Dorothea, abgebildet. Die Madonna war zeitweise entfernt und durch die Kanzel ersetzt worden. Mittlerweile ist nach Restaurierungsarbeiten der bauzeitliche Zustand wiederhergestellt. Auf den Flügeln befinden sich Reliefs mit der Darstellung der Mariengeschichte (Verkündung, Heimsuchung, Geburt, Anbetung der Könige). Das Altargehege ist auf das Jahr 1691 datiert. Aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammen zwei Schnitzfiguren (Leuchterengel und Petrus) an den Pfosten.
Die Kirchenglocke wurde 1754 von C. D. Heintze gegossen und besitzt einen Durchmesser von 58 cm.
Literatur Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 3-422-03081-6, S. 343.
Weblinks
Zur Geschichte der Milower Kirche, Evangelischer Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge
Einzelnachweise Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. Neubearbeitung, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 3-422-03081-6, S. 343.
Zur Geschichte der Milower Kirche, Evangelischer Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge
Kirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Ludwigslust-Parchim Milow Kategorie:Feldsteinkirche Milow