Schwyz ([]; Die Schreibweise mit tz wird vom Guide du Typographe romand verwendet und ist dementsprechend häufig anzutreffen. oder , ) ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Kantons Schwyz sowie des gleichnamigen Bezirks.

Name Da sich der Name des erstmals 924/960 als in Suuites bezeugtenViktor Weibel, unter Mitarbeit von Albert Hug: Schwyzer Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schwyz. 4. Band. Schwyz 2012, S. 402–408. Ortes Schwyz weder aus dem Alemannischen noch aus dem Romanischen erklären lässt, muss er aus vorrömischer Zeit stammen. Eine sichere Deutung liegt jedoch bis heute nicht vor. Am wahrscheinlichsten ist eine Herleitung von der indogermanischen Wurzel *sueid- «glänzen, schimmern» oder *sueit- «sengen, brennen», womit es sich beim Ortsnamen Schwyz entweder um einen Gewässernamen (ursprünglich für die Muota?) mit der Bedeutung «die hell Leuchtende» oder um einen vorlateinischen Rodungsnamen handeln würde, der als «Lichtung» oder «Brandrodung» zu deuten wäre.Viktor Weibel: SUITTES – SCHWYZ – SCHWEIZ. Geschichte und Deutung des Namens Schwyz. In: Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz. Band 65, 1972, S. 1–10, Verweis auf Stefan Sondereggers Erklärung auf S. 7 (E-Periodica).Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 819 f.

Der Ortsname Schwyz wurde früh auf den ganzen Kanton übertragen; der Kanton Schwyz gab schliesslich der Schweiz ihren Namen.

Chronisten des 15. und 16. Jahrhunderts berichten, das Volk der Schwyzer sei zur Zeit einer grossen Hungersnot vom Norden her eingewandert. Die Sage erzählt von Suit (Swit), der seinen Bruder Scheijo im Zweikampf besiegt habe und darum dem neubesiedelten Land den Namen geben durfte. In seiner 1554 veröffentlichten Schwytzer Chronica berichtet Johannes Stumpf folgende – von ihm auf das Jahr 99 v. Chr. datierte – Geschichte aus der Zeit der Kimbernkriege über die Entstehung des Namens:

Geographie mini|Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1963 Der Dorfplatz von Schwyz liegt auf am Südhang am Fuss der Mythen zwischen Lauerzersee und Vierwaldstättersee.

Die Gemeinde Schwyz setzt sich aus den Ortsteilen Schwyz, Rickenbach, Ibach und Seewen zusammen. Die Ortschaft Schwyz selber wird auch Flecken Schwyz genannt, da der Ort zwar über das Markt-, nicht aber das Stadtrecht verfügte. Die drei übrigen Ortsteile werden auch als Filialen bezeichnet, also Filiale Ibach, Filiale Seewen und Filiale Rickenbach. Diese Filialen führen, obwohl sie heute miteinander verwachsen sind, ein dörfliches Eigenleben, besitzen auch ihre eigenen Kirchen sowie Wappen. Daneben gibt es noch Weiler, die jeweils einem der Ortsteile zugewiesen werden: Haggenegg, Hesisbool, Holzegg, Oberschönenbuch, Perfiden, Ried-Haggen, Tschütschi und Ufiberig (Auf Iberg).

Fläche Gesamtfläche: 5317,4856 ha Gebäude: 82,7173 ha Höfe, Gärten, Anlagen: 202,5706 ha Äcker, Wiesen: 1959,0092 ha Riedland: 202,3382 ha Weiden: 979,8214 ha Wald: 1377,2768 ha Weidwald: 52,6501 ha Bahnen, Strassen, Wege: 146,8840 ha Gewässer: 125,4892 ha Unkultiviertes Gebiet: 188,7288 ha

Bevölkerung Einwohnerentwicklung mini|Kath. Pfarrkirche St. Martin Die Einwohnerzahl hat sich in Schwyz wie folgt entwickelt: + Bevölkerungsentwicklung Jahr 1850 1900 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 Einwohner 5'432 7'398 10'259 11'007 12'194 12'100 12'723 13'763 14'423

Religionen Die Bevölkerung ist mit 70 % mehrheitlich römisch-katholisch, während 6 % der evangelisch-reformierten Kirche angehören (Stand 2019).

Zahlen zu weiteren Religionsgemeinschaften in Schwyz wurden letztmals bei der Volkszählung im Jahr 2000 erhoben. Damals gehörten 3 % der Bevölkerung einer anderen christlichen Konfession (weder katholisch noch evangelisch-reformiert) an, 4 % waren muslimischen Glaubens und 1 % bekannte sich zu einer anderen Religion. 3 % waren konfessionslos und weitere 3 % machten keine Angabe zu ihrer Religion.

Politik Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Schwyz (in Klammern Veränderung zu Wahlen 2019): Mitte SVP FDP SP GPS glp 27,9 % (+2,5 %) 27,3 % (−2,8 %) 14,3 % (−5,5 %) 11,0 % (−6,7 %) 5,2 % (+2,0 %) 3,2 % (−0,2 %)

Schulen und Bildung mini|Kantonsschule Kollegium Schwyz Die Primarschulstufe ist in Schwyz auf die Ortsteile verteilt. In Schwyz sind dies die Schulhäuser Herrengasse und Lücken, in Seewen das Schulhaus Seerüti und das Krummfeld, in Ibach das Schulhaus Muota und das Christophorus und in Rickenbach das Schulhaus Mythen. Die Oberstufe findet zentral im Schulhaus Rubiswil im Ortsteil Ibach statt.

Schwyz besitzt eine eigene Kantonsschule, die sich Kantonsschule Kollegium () nennt. Dazu besitzt Schwyz eine Musikschule und eine Kaufmännische Berufsfachschule.

Wirtschaft Zu erwähnen sind bekannte Unternehmen wie die Victorinox AG als Hersteller des Schweizer Taschenmessers, das Einkaufszentrum Mythen Center, die seit 1908 ebenfalls in Ibach ansässige Max Felchlin AG als Hersteller von Schweizer Schokolade und weiteren Confiserie-Produkten.

Sehenswürdigkeiten, Kultur und Brauchtum mini|Ital-Reding-Hofstatt Schwyz mini|Haus Bethlehem (1287)

In Schwyz befindet sich das Bundesbriefmuseum mit dem Bundesbrief von 1291 und anderen alten Urkunden und Bannern der alten Eidgenossenschaft. Die Hauptfassade wird von einem Wandbild des Urner Malers Heinrich Danioth geschmückt.

Reich ausgestattet ist das Wohnmuseum im Ital-Reding-Haus. Zu besichtigen ist auch das alte Haus Bethlehem aus der Zeit der Gründung der Schweiz sowie der Schwyzer Schatzturm.

Einen Kontrapunkt setzt das moderne Forum der Schweizer Geschichte. Hier findet die Geschichte nicht in der blossen Rückwärtsbetrachtung statt, sondern wird zur lebendigen Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

1991 wurde mit dem «Mythenspiel» ein neuer Ansatz für die dramaturgische Inszenierung der Gründungsgeschichte gewagt. Alte Bräuche wie das Chlefelen und in der Fasnacht mit dem rhythmischen Narrentanz der historischen «Maschgraden-Figuren» werden u. a. durch die «Schwyzer Nüssler» gepflegt.

Das markanteste sichtbare Kennzeichen von Schwyz sind die Felspyramiden über dem Talkessel: der Grosse und der Kleine Mythen. Insbesondere der Grosse Mythen ist ein Ziel für Wanderer.

Bemerkenswert sind auch die katholische Pfarrkirche St. Martin mit Rokoko-Altären und Kanzeln aus Marmor und Stuckmarmor des Altarbauers Carlo Andrea Galetti aus San Fedele IntelviGalettis Seitenaltäre 1773–1775 (Foto)Galettis Kanzel 1775 (Foto)Galettis Taufstein 1776 (Foto)André Meyer: Pfarrkirche St. Martin Schwyz. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 148). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1974, ISBN 978-3-85782-148-6., das Dominikanerinnenkloster St. Peter am Bach, der Kerchel (Beinhaus) mit der Heiligkreuzkapelle und das Rathaus.

Bilder

Sport In Schwyz gibt es diverse Sportvereine. Der STV Schwyz von 1893 deckt den polysportiven Breitensport in allen Altersklassen ab. Im Fussball spielen die Frauen des SC Schwyz in der 1. Liga, die Herren in der 3. Liga. Der FC Ibach spielt in der 2. Liga interregional. Der EHC Seewen spielt Eishockey in der MySports League. Die Handballer der Mythen Shooters spielen in der 2. Liga, und die Vipers Innerschwyz spielen Unihockey in der 1. Liga. Seit 2004 gibt es in Schwyz auch ein Flag-Football-Team, die Schwyz Rocks, welche mit vier Meistertiteln Rekordhalter in der Schweizer Flag-Football-Liga sind. Die Mythen Black Bulls spielen American Football und die Teams vom VBC Suito Schwyz Volleyball. Im Skisport gibt es den Skiclub Schwyz und den Skiclub Ibach, aus denen mehrere Profisportler hervorgingen, so der Olympiateilnehmer von 1936 Josef Lindauer. In Schwyz ist obendrein der Mythenverband beheimatet und stellt seit Jahren diverse Top-Schwinger.

Verkehr Schienenverkehr Der an der Gotthardlinie gelegene Bahnhof Schwyz befindet sich rund zwei Kilometer ausserhalb des Dorfes Schwyz im Gemeindeteil Seewen. Der Bahnhof wird von Interregios und S-Bahnen angefahren. mini|Bahnhof Schwyz Erste Planungen der Schweizerischen Südostbahn sahen eine Linienführung der heutigen Bahnstrecke Biberbrugg–Arth-Goldau zum Bahnhof Brunnen anstatt zum Bahnhof Arth-Goldau vor. In diesem Fall hätte auch der Dorfkern von Schwyz einen Bahnhof erhalten – zunächst auf dem Kollegi-Fussballplatz, später im Steisteg.

Ganz im Südosten des Gemeindegebiets verkehrt seit Dezember 2017 die neue Standseilbahn Schwyz–Stoos. Sie ersetzte die seit 1933 verkehrende alte Standseilbahn Schwyz–Stoos.

Nahverkehr Vom 6. Oktober 1900 bis zum 14. Dezember 1963 verbanden die Schwyzer Strassenbahnen den Bahnhof Schwyz mit dem Ortskern. Am 8. Mai 1915 wurde noch das Teilstück Schwyz–Brunnen See eröffnet – es wurde am selben Tag stillgelegt wie die Linie Schwyz SBB–Schwyz. Ersetzt wurden die Tramlinien durch die Auto AG Schwyz, welche heute in den Kantonen Schwyz und Luzern 19 Buslinien betreiben.

Persönlichkeiten

Bis 1900 Jakob Kaiser (1485–1529), Zürcher Reformator, in Schwyz als Ketzer verbrannt Dietrich In der Halden (1512–1583), Schwyzer Offizier in fremden Diensten und Politiker Rudolf Reding (1582–1616), Obervogt und Söldnerführer Abundantia Reding (1612–1687), Benediktinerin, Äbtissin und Paramentenstickerin Heinrich Friedrich Reding (1624–1698), Offizier in fremden Diensten und Politiker Jakob von Weber (1630–1697), Arzt und Politiker Johann Heinrich Kydt (1634–1691), römisch-katholischer Geistlicher und Bühnenautor Franz Xaver von Weber (1669–1731), Politiker und Arzt Apollinaris von Weber (1685–1761), Kapuzinerpater und apostolischer Präfekt in Russland Dominik Benedikt von Weber (1689–1766), Prinzenerzieher und Naturwissenschaftler Alois Werner von Weber (1703–1792), Offizier und Politiker Felix Ludwig von Weber (1713–1773), Schwyzer Landammann und Kanzler des Klosters Einsiedeln Dominik Alois von Weber (1744–1827), Politiker und Offizier Josef Ludwig von Weber (1750–1835), Schwyzer Landammann, Kantonsrat und Landesstatthalter Karl Zay (1754–1816), Politiker und Arzt, Chronist des Goldauer Bergsturzes, Schwyzer Ratsherr Franz Xaver von Weber (1766–1843), Politiker Ludwig Auf der Maur (1779–1836), Generalmajor und Politiker Karl von Zay (1783–1854), Schwyzer Landammann, Statthalter und Kantonsgerichtspräsident David Alois Schmid (1791–1861), Maler, Zeichner und Graphiker Alois Fuchs (1794–1855), römisch-katholischer Priester, Stiftsbibliothekar Franz auf der Maur (1806–1847), Offizier Nazar von Reding-Biberegg (1806–1865), Politiker Martin Kothing (1815–1875), Archivar, Historiker und Verwaltungsjurist Martin Marty (1834–1896), Benediktinerabt und Missionsbischof in den USA Rudolf von Reding (1859–1926), Ständerat, Landammann und Oberstbrigadier Karl Elsener (1860–1918), Messerschmied und Unternehmer, Gründer von Victorinox Melchior Annen (1868–1954), Grafikdesigner, Buchillustrator und Plakatkünstler Karl von Weber (1879–1964), Kantons-, Regierungs- und Nationalrat Joseph Steiner (1882–1975), Architekt Adolf Suter (1882–1947), Jurist und Politiker Hans Steiner (1884–1964), Jurist und Politiker Dominik Auf der Maur (1896–1978), Politiker Paul Styger (1887–1939), Archäologe Meinrad Inglin (1893–1971), Schriftsteller

Ab 1901 Oskar Eberle (1902–1956), Autor und Regisseur des Fasnachtsspiels «Vivelun Taikun» 1947 Ildefons Betschart (1903–1959), Benediktiner-Pater, Philosoph, Psychologe, Paracelsusforscher und Hochschullehrer Alois Rey (1908–1987), römisch-katholischer Geistlicher, Reformationsforscher und Dozent Willy Keller (1911–1990), Historiker, Archivar und Kulturpolitiker Josef Lindauer-Kälin (1912–1997), Skisportler Joachim Weber (1913–1999), Politiker, Nationalrat und Verbandspräsident Paul Kamer (1919–1999), katholischer Geistlicher, Lehrer und Bühnenautor Carl Elsener senior (1922–2013), Unternehmer, Firmenchef von Victorinox