Die Saane (französisch , Freiburger Patois ) ist ein 126 Kilometer langer Fluss in der Schweiz und ein linker Nebenfluss der Aare.

Name Im Französischen wird der Fluss Sarine genannt. Erste schriftliche Erwähnung fand die Saane im 11. Jahrhundert als Sanona. Möglicherweise stammt der Name von einem urindogermanischen Verb *seh2(i)- «toben, wüten» (mit -no-/-nā-Suffix).

Geographie Quelle Die Saane entspringt in den Berner Alpen an der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen den Flussgebieten des Rheins im Norden und der Rhone im Süden. Ihre Quelle liegt auf am Südosthang des Sanetschhorns im Kanton Wallis, 1,5 Kilometer westlich des Sanetschpasses (frz. Col du Sénin oder auch Col du Sanetsch). Das Quellgebiet der Saane ist die am weitesten im Süden liegende Landschaft im Einzugsgebiet des Rheins. Es liegt im französischsprachigen Unterwallis. Bis um die Wende zum 20. Jahrhundert entströmte der Fluss noch direkt dem Tsanfleurongletscher, dessen Zunge teilweise über die Wasserscheide hinausfloss, und verlor dann wegen des raschem Abschmelzens der Eismasse bald den Kontakt mit dem Gletscher. Dessen Schmelzwasser fliesst seither nur noch über das verkarstete Gebiet südwestlich des Sanetschpasses mit dem Wildbach Le Lachon und der Morge zur Rhone ab. Die vom Gletscher getrennte Sanetschquelle wird durch Niederschlagswasser gespiesen.Quellgebiet der Saane auf dem Geoportal des Kantons Wallis.

Verlauf Die Saane sammelt auf dem Gebirgssattel am Sanetschpass das Wasser mehrerer Bäche und Rinnsale aus Runsen am Arpelistock, unter anderem von Sanetschbach, und fliesst gegen Norden über die Sanetschalp in den aufgestauten Sanetschsee, der als Wasserspeicher für das Wasserkraftwerk Sanetsch dient. Am Stiereberg überquert sie die Grenze zum Kanton Bern. Über Felsstufen, in einer engen Schlucht und mit dem Sanetschfall überwindet sie als Wildbach eine Höhe von 800 Metern. In der Nähe von Innergsteig erreicht sie beim Kraftwerkgebäude die Talebene.

Bei Gsteig nimmt die Saane von links den Rüschbach auf und fliesst nordwärts nach Feutersoey, wo der Tschärzisbach in sie mündet. In Grund bei Gstaad mündet der Meielsgrundbach von links in die Saane und bei Gstaad von rechts der Louwibach. Dieser ist der grösste Zufluss der Saane aus den Hochalpen; er entwässert ebenfalls ein Gebiet an der Europäischen Hauptwasserscheide mit dem Wildhorn, das mit Höhe der höchste Berg am Flussgebiet der Saane ist. An seiner Nordflanke liegt der Gältegletscher, von dem mehrere Quellbäche über den Gälteschutz zum Louwibach fliessen. Nach einer kurzen Strecke in nordwestlicher Richtung erreicht der Fluss die Ortschaft Saanen, die nach ihm benannt wurde. Dort mündet von links der Chalberhönibach in den Fluss, der danach neben dem Flugplatz Saanen nach Westen fliesst. Bei der Schlucht unterhalb der ehemaligen Burg Vanel verlässt sie den Kanton Bern und erreicht im waadtländischen Pays d’Enhaut das französischsprachige Gebiet der Schweiz wieder, wo sie den Namen Sarine trägt.

Der Fluss durchquert in westlicher Richtung die Gemeinden Rougemont, Château-d’Oex und Rossinière, wo der Stausee Lac du Vernex liegt. Der Nebenfluss Torneresse mündet bei Les Moulins in die Sarine, die kurz nacheinander durch drei Schluchten der Waadtländer und Freiburger Voralpen fliesst; die grösste davon liegt westlich von La Tine und trägt den Namen Défilé de La Tine. Hier erreicht die Sarine den Kanton Freiburg. Dieser Teil des Flussgebiets liegt im Parc naturel régional Gruyère Pays-d’Enhaut.

Die Bahnstrecke der Montreux-Berner Oberland-Bahn und die Hauptstrasse 11 sowie ab Château-d’Oex die Hauptstrasse 190 folgen dem Fluss.

Bei Montbovon wendet sich der Flusslauf nach Norden und durchquert das Tal Intyamon in der Region Haute Gruyère. Von links mündet der Hongrin in die Sarine, die bei Broc in den Greyerzersee (frz. Lac de la Gruyère) mündet. Dieser ist wie die andern Seen am Flusslauf ein Stausee und dient der Stromproduktion im Kraftwerk Hauterive, das sich sechs Kilometer nördlich der hohen Staumauer von Rossens befindet. Im aufgestauten Greyerzersee ist die ehemalige Einmündung des Jaunbachs (frz. Jogne) in die Sarine versunken.

Unterhalb der Staumauer von Rossens fliesst die Sarine in einem tief in den felsigen Grund eingeschnittenen Tal nach Norden, an der Burgruine Illens und dem Kloster Hauterive vorbei bis nach Châtillon. Hier befindet sich auf einem Geländesporn zwischen der Sarine und dem von links kommenden Nebenfluss Glâne die grosse prähistorische Siedlung Châtillon-sur-Glâne. In diesem Abschnitt mündet von Osten der rechte Nebenfluss La Gérine in die Sarine; auf Deutsch heisst die Gèrine Ärgera. Sie liegt an ihrem Oberlauf an der Sprachgrenze zwischen dem französischsprachigen und dem deutschsprachigen Bereich des Kantons Freiburg. Das Gleiche gilt an ihrem Unterlauf auch für die Saane/Sarine, die zwei Kilometer unterhalb der Glânemündung das Gebiet der zweisprachigen Stadt Freiburg erreicht. In dieser Stadt fliesst sie durch das Kraftwerk Maigrauge, am Zisterzienserinnenkloster Magerau vorbei und durch die Freiburger Unterstadt, wo mehrere Brücken sie überqueren und von rechts der Fluss Gottéron, deutsch Galterenbach, sie erreicht.

Unter der modernen Poyabrücke fliesst die Saane in den Schiffenensee, der ebenfalls ein Stausee ist. Zwischen Schiffenen und Kleingurmels steht die Bogenstaumauer dieses Sees mit dem Kraftwerk. Unterhalb der Talsperre liegt das Flussbett wieder in einem tief in den Felsboden eingeschnittenen, jedoch hier etwas breiteren Tal. Dieses erstreckt sich über 13 Kilometer nach Nordosten. Sie passiert Kleinbösingen, wo sie die Kantonsgrenze quert und nun wieder im Kanton Bern nach Laupen fliesst, wo ihr von rechts die Sense zufliesst.

Die Saane fliesst noch an Gümmenen vorbei und mündet schliesslich unterhalb von Oltigen auf einer Höhe von von links in die Aare.

Der etwa 126 km lange Lauf der Saane endet ungefähr 1854 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von circa 15 ‰.

Einzugsgebiet Das 1'892,86 km² grosse Einzugsgebiet der Saane erstreckt sich von den Berner Alpen über die Voralpen bis zum Schweizer Mittelland und wird durch sie über die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es besteht zu 32,3 Prozent aus bestockter Fläche, zu 52,4 Prozent aus Landwirtschaftsflächen, zu 6,3 Prozent aus Siedlungsfläche und zu 9,0 Prozent aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Saane auf admin.ch.

Im Süden und im Südosten fällt die Grenze des Einzugsgebiets der Saane mit der kontinentalen Wasserscheide zum Rhonetal zusammen. Diese Scheidelinie beginnt im Osten am Wildhorn im Gebiet des Tungelgletschers, setzt sich gegen Südwesten über den Sanetschpass und das Sanetschhorn fort und erreicht auf dem Bergstock von Les Diablerets auf dem Oldenhorn, wo auch das Dreiländereck der Kantone Waadt, Wallis und Bern liegt, die südlichste Stelle. Von dort verläuft die Hauptwasserscheide weiter über die Strecke Arnehorn – Col des Mosses – Mont d’Or – Tour de Famelon – Col d’Ayerne – Rochers de Naye – Col de Jaman – Cape au Moine – Vanil des Artses – Dent de Lys – Teysachaux – Rathvel und bis auf den Niremont, von wo an die kontinentale Wasserscheide am Rand des Flussgebiets der Broye weiterläuft.

Innerhalb des Flussgebiets der Aare (und damit auch des Rheins) stösst das Einzugsgebiet der Saane im Westen an jenes der Broye und im Osten an jene der Simme, der Gürbe, des Sulgebachs, des Stadtbachs von Bern und des Gäbelbachs.

Zuflüsse

Hydrologie Am Pegel LaupenLage des Pegels Laupen auf dem beträgt die mittlere Abflussmenge (MQ) der Saane 53,3 m³/s. Das Einzugsgebiet der Saane am Pegel Lauben hat die Grösse von 1862 km², das entspricht etwa 98,4 % des Gesamteinzugsgebiets.

Der in den Jahren 1949–2016 gemessene monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Saane am Pegel Laupen in m³/s

Natur und Umwelt Ökologie Die Deponie La Pila, etwas ausserhalb der Stadt Freiburg in der Gemeinde Hauterive gelegen, wurde von 1952 bis 1973 zur Entsorgung genutzt und gehört heute zu den sechs grössten Altlasten der Schweiz. Weil PCB in die Saane fliesst, soll die Deponie ab 2022 saniert werden.

Um die Gewässersohle zwischen der Staumauer von Rossens und dem Kraftwerk Hauterive zu reinigen, deren Kolmation zu verringern und die Algen wegzuspülen wurde 2016 und 2020 der entsprechende Abschnitt künstlich geflutet.

Wegen des Schwallbetriebs des Wasserkraftwerks Ölberg kommt es immer wieder zu Fischsterben.

Die Saaneziege findet hier ihren Ursprung.

Fische Die Bachforelle ist die am häufigsten in der Saane vorkommende Fischart. Außerdem kommen u. a. noch die Äsche, der Egli, der Alet und die Barbe vor.Angeln in der Saane (Amtsbezirk Laupen).

Naturschutz mini|Das fast trockene Delta bei Broc steht mehrfach unter Naturschutz

Was Auengebiete ausmacht, sind das Wasser und seine Kraft, durch Überschwemmungen und sinkende Pegelstände ständig neue Lebensräume beispielsweise in zurückgebliebenen Tümpeln und abgeschnittenen Flussarmen oder auf neuen Kies- und Sandbänken zu schaffen, wo vor allem Pionierpflanzen Fuss fassen und einer Vielzahl von Tieren Schutz und Fortpflanzungsmöglichkeiten bieten. Auen verlangsamen und dämpfen auch die Pegelschwankungen der Abflüsse.

Die Saane durchfliesst sieben bedeutende Auenlandschaften. Sie sind im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung registriert. Sechs dieser Gebiete sind als Fliessgewässer, eines als Delta und eines als Gletschervorfeld kategorisiert. Zudem sind zwei Abschnitte der Saane im Bundesinventar der Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung erfasst.

Glacier de Tsanfleuron Das höchstgelegene dieser Auengebiete ist das Gletschervorfeld mit der Bezeichnung Glacier de Tsanfleuron im Wallis. Dieses über zwei Quadratkilometer grosse Gletschervorfeld liegt auf der Europäischen Hauptwasserscheide. Der grössere Teil des Wassers fliesst nach Süden ins Einzugsgebiet der Rhone und ins Mittelmeer ab. Der kleinere Teil fliesst auf der nordöstlichen Seite in die Saane und damit ins Einzugsgebiet von Aare und Rhein und dann in die Nordsee.

Die Saane bei Château-d’Oex Im Kanton Waadt stellt ein 2,2 km langer Abschnitt des Flusslaufs unter der Bezeichnung La Sarine près Château-d’Oex das zweite Auengebiet dar. Dieses ist im erwähnten Bundesinventar als Fliessgewässer kategorisiert. Es erstreckt sich über eine Fläche von gut 34 ha und fällt von 925 m ü. M. auf 898 m ü. M., was ein Gefälle von gut 8 ‰ ergibt.

Les Auges de Neirivue Im Kanton Freiburg folgt unter der Bezeichnung Les Auges de Neirivue der dritte Saaneabschnitt, der als Au von nationaler Bedeutung geschützt ist. Auch er ist als Fliessgewässer kategorisiert. Dieses Gebiet hat eine Länge von gut 4,5 km, umfasst eine Fläche von 83½ ha und weist ein Sohlgefälle von knapp 6 ‰ auf.

Les Auges d'Estavannes Danach durchfliesst die Saane auf einer Länge von 3,2 km mit einem Gefälle von rund 5½ ‰ das nächste national bedeutende Auengebiet: Les Auges d'Estavannes, das ebenfalls als Fliessgewässer kategorisiert ist und gut 54 ha umfasst.

Broc