miniatur|Schwarzopal mit grünem und rotem Farbenspiel miniatur|Opal aus Yowah in Queensland, Australien (Länge etwa 20 mm)

Die Opalvorkommen in Australien befinden sich in Queensland, New South Wales und South Australia. Sie erstrecken sich allein im Bundesstaat Queensland über ein Gebiet von 300 Kilometern Breite und etwa 1.000 Kilometern Länge. Am 27. Juli 1993 erklärte die australische Regierung den Opal zum nationalen Symbol, somit zum Edelstein Australiens.australia.gov.au: National symbols, in englischer Sprache, abgerufen am 14. Februar 2012

Diese Lagerstätten nehmen international die führende Position ein, wobei Australien den Welthandelsbedarf zwischen 2007 und 2008 mit einem Anteil von 95 bis 97 Prozent decken konnte.itsanhonour.gov.au (PDF; 74 kB): National Gemstone, in englischer Sprache, abgerufen am 12. Februar 2012

Opale

Opale werden in zwei Gesteinen gefunden: in Australien vor allem in Sedimentiten und nur an wenigen Orten in Vulkaniten.

Opal (SiO2•nH2O) ist eine wasserhaltige Verbindung von Silizium und Sauerstoff, die in amorpher Form vorliegt und chemisch mit Quarz vergleichbar ist, der im Unterschied dazu ein Kristallgitter hat. Opale variieren mit einem Wasseranteil, der in die Opal-Festkörper eingebunden ist, von 2 bis 20 Prozent und die Edelopale von 6 bis 10 Prozent.

Der Unterschied zwischen dem Gemeinen Opal, in Australien Potch genannt, und Edelopal, der zu Schmuck verarbeitet wird, liegt im fehlenden Farbenspiel. Die Farben des Opals (Schwarz, Weiß, Grau, Blau, Grün und Orange) hängen – unabhängig vom Farbenspiel – von der chemischen Zusammensetzung der sie umgebenden Gesteine und den darin enthaltenen Spurenelementen wie Eisen, Kobalt, Kupfer, Nickel, Silber usw. ab.Eduard Gübelin: Opal, der bunte Harlekin – aus SiO2. In: Extra-Lapis. No 10 (1996): Opal: Das edelste Feuer des Mineralreichs.

Das Farbenspiel des Edelopals hängt von den Lagen von Myriaden kleinster Kieselkugeln und ihrem Durchmesser im Nanometer-Bereich (nm) ab, die das Licht reflektieren.pir.sa.gov.au: DMITRE Minerals, in englischer Sprache, abgerufen am 14. Februar 2012

Opalarten und Vorkommen

Die Opalfelder in Australien sind großflächig – beispielsweise erstrecken sie sich in Queensland in einem 300 Kilometer breiten und 1.000 Kilometer langen Streifen von tief verwittertem Gestein aus der Kreidezeit, der sich im Nordwesten von Hungerford entlang der Grenze von Queensland und New South Wales, westlich von Cunnamulla, Quilpie, Longreach und Winton bis Kynuna erstreckt.: Opal, in englischer Sprache, abgerufen am 15. Februar 2012

In Australien gibt es den seltenen feuerflammenden Schwarzen Opal, Dunklen und Hellen Opal, Boulder-Opal, Matrix-Opal, Kristall-Opal und Yowah-Opal. Die meisten Opale Australiens sind sedimentären Ursprungs und vor allem etwa 18 Millionen Jahre alt.

In New South Wales kommen die Schwarzen Opale vor, allerdings nur bei Lightning Ridge, und weitere Opallagerstätten befinden sich bei White Cliffs und Coocoran.

Der Boulder-Opal wird in Queensland gefunden, der in faust- bis metergroßen Gesteinsstücken eingelagert ist. Ferner gibt es dort Opale, die als Yowah-Nuss-Opal bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um eingeschlossene Edelopale, die von nussförmigen eisenhaltigen Schalen umgeben sind, die Matrix-Opale. In Queensland liegen die Opalfelder in der Winton-Formation.William Cooper, Barry J. Neville: Queensland: Home of the Boulder Opal. S. 40. In: Extra-Lapis. No 10 (1996): Opal: Das edelste Feuer des Mineralreichs. Eine Besonderheit gibt es in Queensland, die Church Windows, die ein Muster wie Kirchenfenster zeigen. Sie werden nur an wenigen Fundstellen in Yowah, Quilpie und Jundah gefunden.William Cooper, Barry J. Neville: Queensland: Home of the Boulder Opal. S. 48–49. In: Extra-Lapis. No 10 (1996): Opal: Das edelste Feuer des Mineralreichs. Die Yowah-, Koroit-, Toompine-, Quilpie-, Kyabra-Eromanga-, Bulgroo-, Yaraka-, Jundah-, Opalton-Mayneside- und Kynuna-Felder sind die bedeutendsten Opal-Fundstätten in Queensland. Die Opal-Fundstätte von Springsure ist in Australien eine Ausnahme, da die dort vorkommenden Opale vulkanischen und nicht sedimentären Ursprungs sind.: Roy Beattie: The Springsure deposit of precious Opal, in englischer sprache, abgerufen am 19. Februar 2012

In South Australia werden die meisten Opale gefördert. Dort gibt es vor allem die Hellen Opale, aber auch bei Mintabie Schwarze Opale. Als „Hauptstadt der Opale“ gilt Coober Pedy. Weitere große Abbaugebiete in South Australia befindet sich bei Andamooka, Mintabie und Lambina.: Lagekarte des Opalabbaus in South Australia, abgerufen am 15. Februar 2012

Ferner gibt es die so genannten Holzopale, wobei sich Opal beim Verkieselungsprozess fossiler Hölzer darin einlagerte. In Western Australia wurden Katzenaugenopale gefunden, bei denen sich Asbestminerale einlagerten und ein Lichtband erzeugen, das dem Auge des Betrachters folgt.Jack Towensend: Die Entstehung von Opalen in Australien. S. 30. In: Extra-Lapis. No 10 (1996): Opal: Das edelste Feuer des Mineralreichs. Selten sind Opal-Pineapple, die bei White Cliffs vorkommen. Es gibt in Australien auch Opale, die als Matrix-Opale bezeichnet werden, da sie in den Porenräumen von Tuffen sowie in Kieselkonglomeraten auftreten. Als Opalpipe werden in Australien Opale bezeichnet, die in röhrenartigen Hohlräumen von Gesteinen erstarrten.

Die Opalfelder in Australien werden meist in Meilen bezeichnet, wie zum Beispiel Eight Mile Plain, was für ihre Entfernung von der nächstgelegenen Ortschaft steht.

Entstehung miniatur|Spaltenausfüllung durch Opal

Die australischen Opallagerstätten befinden sich in einem Sedimentbecken, dem Great Artesian Basin aus dem Mesozoikum, das etwa ein Fünftel Australiens bedeckt und aus Sedimentabfolgen der Jura und der Kreide besteht.

Opale gehen aus Kieselsäurelösungen hervor, die durch langsamen Wasserverlust über ein Kieselsäure-Gel in eine feste Konsistenz übergegangen sind. Im Rahmen dieses Prozesses entstanden kieselsäurehaltige Flüssigkeitsansammlungen in Hohlräumen aller Art. Der Verdunstungsablauf des dabei beteiligten Wassers und sein verbleibender Restanteil bestimmt die Art und Weise der Opalbildung. Weitere Ausgangsvoraussetzungen stellen die Wechselzyklen von trockenen und feuchten Klimaperioden sowie die Verwitterungsprodukte vorhandener Tonminerale dar.

Die Opalvorkommen werden heute als ein Ergebnis von Verwitterungsprozessen angesehen, bei denen Kieselsäurelösungen in Tone, Sande, Gerölle kreidezeitlicher Flussläufe und Sandsteine sowie in feinkörnige, tonreiche Mergelschichten und grobkörnige Konglomeratbändern eindrang. Hier bildet der Opal oft eine Ausfüllung von Porenräumen in den körnigen Sedimentstrukturen, die sich auch als Zementation zeigen kann. Auf diese Weise füllten sich ebenso vorhandene Lineamente unterschiedlicher Entstehungsursachen, Hohlräume in Verwerfungszonen und andere planare Diskontinuitäten in Gesteinen. Diese Räume konnten vom Grundwasser durchströmt werden, das darin Kieselsäure-Gele ablagerte.State of New South Wales. Department of Primary Industries: About opal. auf www.dpi.nsw.gov.au (englisch)

Die meisten Opale Australiens sind aus komplexen Verwitterungs- und Einkieselungsprozessen im Zeitraum zwischen der Kreide bis zum Tertiär vor 17 Millionen Jahren hervorgegangen. Neben den sedimentär gebildeten Opalen gibt es wenige in vulkanischen Zusammenhängen entstandene Opallagerstätten in Springsure, im Süden von Brisbane und in Western Australia bei Kalgoorlie. Die geologischen Verhältnisse von Mintabie unterscheiden sich hiervon, da diese Opale in Gesteinen des Paleozoikums zu finden sind, die deshalb unter den Schichten der frühen Kreide liegen.

Nach Jack Towensend werden drei Entstehungsphasen unterschieden: In kieselsäurereichen Grundwässern entstand amorphes Kieselsäure-Gel und anschließend bildeten sich Kieselsphärolithe, auch Kieselkugeln genannt, deren Größe im Nanometer-Bereich (nm) liegt. Amorphes Kieselsäure-Gel und Kieselkugeln setzten sich am Grund von Wasseransammlungen ab und füllten langsam Hohlräume – auch in Fossilien – aus. Kugeln unterschiedlicher Größe setzten sich weiterhin ab und bildeten den Potch (), den undurchsichtigen und nicht glänzenden Gemeinen Opal und keinen Edelopal. Als sich die Wasserbewegung beruhigte, bildeten sich gleich große winzige Kugeln aus, die das Farbenspiel erzeugen. Durch langsames Wachstum entstanden die so genannten Edelopale mit dem begehrten Farbenspiel. Die Edelopale haben Kugeln in der Größe von 300 bis 150 nm und sind gleichmäßig angeordnet. Die wertvollen Schwarzopale dürften Kugeln mit einem Durchmesser von kleiner 150 nm haben. Diese Prozesse liefen nie gleichförmig ab. Während sich die Kugeln nicht mehr veränderten, konnte das amorphe Kieselsäure-Gel durch Wasserverlust weiter aushärten.Jack Towensend: Die Entstehung von Opalen in Australien. S. 32–35. In: Extra-Lapis. No 10 (1996): Opal: Das edelste Feuer des Mineralreichs.

Die Geologen und Prospektoren in Australien diskutieren drei Theorien zur Opalentstehung: Das Weathering Model erklärt sie aus chemisch-mechanischen Prozessen, das Syntectonic Model aus dem Zusammenwirken von mineralreichen Wässern und geologischen Störungen und das Microbe Model aus der Wirkung von Nahrung und Ausscheidungen von Mikroben.dpi.nsw.gov.au: Formation of Opal, in englischer Sprache, abgerufen am 15. Februar 2012.

Geschichte miniatur|Opal-Abbaufelder bei Coober Pedy miniatur|Opal-Abbaufelder von Lightning Ridge

Der erste Europäer, der 1841 einen Gemeinen Opal in Australien entdeckte, war der deutsche Geologe Johannes Menge. Er fand ihn 70 km nordöstlich von Adelaide in South Australia bei der Tarrawilla-Ranch im Gebiet der Flinders Range bei Angaston. Diesem Fund wurde wenig Aufmerksamkeit gewidmet, da es sich um keinen Edelopal handelte.Allan W. Eckert: The World of Opals. S. 68. New York 1997. ISBN 0-471-13397-3. Online auf Google Books

Schriftlich belegt sind Edelopalfunde aus dem Jahr 1872 bei Adavale und bei Springsure. Der erste kommerzielle Abbau begann in den 1890er Jahren in Queensland bei Kynuna, Opalton, Kyabra, Yowah und Koroit. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in White Cliffs in New South Wales mehr Opale als in Queensland gefunden. 1905 entdeckte man in Lightning Ridge, 1915 in Coober Pedy und 1930 in Andamooka Opale.

Während der Weltwirtschaftskrise verfiel die Opal-Förderung und erst in den 1940er Jahren steigerte sich der Abbau durch umfangreiche Funde, wobei die umfangreichste Opalgewinnung in South Australia erfolgte.

Von 1900 bis 1957 wurde Opal vor allem in der Hayricks-Mine in Queensland bei Quilpie gewonnen. In den 1960er Jahren stieg die Nachfrage aus Europa und Asien an. Die Verkauf entwickelte sich allerdings je nach Konjunkturlage unterschiedlich.William Cooper, Barry J. Neville: Queensland: Home of the Boulder Opal. S. 44–45. In: Extra-Lapis. No 10 (1996): Opal: Das edelste Feuer des Mineralreichs.

Abbau

Erkundung