Spišská Nová Ves (, ) ist eine der größten Städte in der Ostslowakei. Sie liegt südöstlich der Hohen Tatra in der traditionellen Region Zips (Spiš). Die Stadt ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks.

Bekannt als Sehenswürdigkeiten in der Umgebung sind die Zipser Burg und der Nationalpark Slowakisches Paradies.

Geschichte mini|links|Rathaus und Kirche mini|hochkant=1.2|Blick auf die Stadt Die Stadt ist ein alter Siedlungsplatz (Jungsteinzeit, Großmähren). Spätestens im 12. Jahrhundert stand an der Stelle der heutigen Stadt die slowakische Siedlung Iglov. Im 13. Jahrhundert gründeten in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft deutsche Siedler (sogenannte Zipser Sachsen) die Ortschaft Neudorf. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts sind beide Siedlungen verschmolzen. Die deutsche Bevölkerungsmehrheit wurde im 19. Jahrhundert von einer slowakischen abgelöst.

Im 14. Jahrhundert entwickelte sich aus der Siedlung eine wichtige Stadt mit Marktrecht. Seit 1380 ist sie offiziell Bergbaustadt. Die Stadt hatte den größten Straßenmarkt der Slowakei. Sie war Mitglied der Bruderschaft der 24 königlichen Pfarrer, des Bundes der 24 Zipser Städte, war unter den 13 in den Jahren 1412–1772 an Polen verpfändeten Städten und seit 1778 Hauptstadt der Provinz der 16 Zipser Städte (Details siehe unter Zips).

2017 wurde Spišská Nová Ves der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.Reformationsstadt Spišská Nová Ves. Slowakei. Zipser Konfession. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 8. September 2017.

Bevölkerungsentwicklung

= Ethnische StrukturJahrEinwohnerSlowakenDeutscheUngarnSonstige 1880 7.521 4.338 2.249 569 - 1890 7.345 4.214 2.300 786 - 1900 9.301 4.966 2.042 2.220 - 1910 10.525 5.103 1.786 3.494 - 1921 11.608 7.735 - 1.089 - 1930 12.965 10.094 1.461 619 - 1991 39.218 37.638 57 79 - 2001 39.193 36.924 74 65 - 2011 38.045 33.656 52 54 -

Name Die ursprüngliche slowakische Siedlung hieß Iglow (übersetzt etwa „Nadelhausen“, von der schmalen Form der Siedlung abgeleitet). Die benachbarte deutsche Siedlung hieß Nova Villa (1268, deutsch „Neudorf“ – erster Quellenbeleg) oder (1279, deutsch „Sächsisches Iglow“).

Nach der Verschmelzung beider Siedlungen (1380 wurde erwähnt) wurde die Siedlung in einigen lateinischen Dokumenten noch im 15. Jahrhundert sowohl Neudorf als auch Iglow (später nur Iglovia) genannt, in ungarischen Dokumenten setzte sich die vom Iglov abgeleitete Form Igló durch, in deutschen die Form Newendorf (später Neudorf, noch später auch Zipser Neudorf). In slowakischen Texten wurde spätestens seit dem 18. Jahrhundert eine Übersetzung des deutschen Namens verwendet (1786 Nowa Wes, deutsch „Neudorf“; seit 1920 Spišská Nová Ves, deutsch „Zipser Neudorf“).

Stadtgliederung Die Stadt ist in zwei Stadtteile gegliedert: Novoveská Huta (Vorderhütten) Spišská Nová Ves mit den Stadtvierteln Centrum („Zentrum“), Sídlisko Západ („Siedlung-West“), Sídlisko Východ („Siedlung-Ost“), Sídlisko Tarča, Sídlisko Mier („Friedenssiedlung“) und Ferčekovce

Sehenswürdigkeiten Die Stadtmitte wird geprägt von einem großen, spindelförmigen langen Platz, auf dem sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden: die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus dem 14. Jahrhundert, deren im 19. Jahrhundert erbauter Turm mit einer Höhe von 87 Metern der höchste Kirchturm der Slowakei ist die evangelische Toleranzkirche vom Ende des 18. Jahrhunderts das klassizistische Rathaus Jüdischer Friedhof Museum der ZipsSpiš Museum Spišská Nová Ves, auf slovakia.travel mit einer Ausstellung über die Zipser DeutschenKristína Plevová: Neue Ausstellung „Die Deutschen in der Zips“. In: karpatenblatt.sk, Magazin der Deutschen in der Slowakei, 30. August 2023, abgerufen am 27. März 2026. die Redoute, erbaut um 1900, die heute das Zipser Theater beherbergt Mariensäule von 1723/1897

Sport HK Spišská Nová Ves, Eishockeyclub

Städtepartnerschaften Partnerstädte von Spišská Nová Ves In: spisskanovaves.eu, abgerufen am 3. September 2021. sind: Alsfeld, Deutschland, seit 1992 Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, seit 1992 Grójec, Polen, seit 2007 Havlíčkův Brod, Tschechien, seit 1995 Joinville, Brasilien, seit 2002 Kisújszállás, Ungarn, seit 2008 L’Aigle, Frankreich, seit 2000 Myślenice, Polen, seit 2015 Nitra, Slowakei Preveza, Griechenland, seit 1985 Tongzhou, Volksrepublik China, seit 2015 Tjatschiw, Ukraine, seit 2019 Youngstown (Ohio), USA, seit 1991

Söhne und Töchter der Stadt Robert Arató (* 1959), bildender Künstler Martin Bakoš (* 1990), Eishockeyspieler Miriam Bobková (* 1979), Hürdenläuferin Igor Dibák (1947–2021), Komponist Jozef Dolný (* 1992), Fußballspieler Peter Hric (1965–2025), Radrennfahrer Mikuláš Huba (1919–1986), Schauspieler Július Hudáček (* 1988), Eishockeytorwart Adam Jánošík (* 1992), Eishockeyspieler Stanislav Jasečko (* 1972), Eishockeyspieler Ladislav Karabin (* 1970), slowakisch-US-amerikanischer Eishockeyspieler Lukáš Klein (* 1998), Tennisspieler Christoph Klesch (1632–1706), evangelischer Theologe und Lyriker Daniel Klesch (1624–1697), lutherischer Theologe und Lyriker Viera Klimková (* 1957), Skilangläuferin Edmund Scholtz (1869–1948), ungarischer Politiker der deutschen Minderheit Gottfried Schwarz (1707–1786), deutscher evangelischer Theologe Tomáš Suslov (* 2002), Fußballspieler Gyula Szepes (1899–1985), ungarischer Skisportler Károly Thern (1817–1886), ungarischer Komponist Richard Trojan (* 1966), slowakisch-deutscher Eishockeyspieler Maximilián Ujtelky (1915–1979), tschechoslowakischer Schachspieler Matúš Užák (* 1981), Shorttracker Ľubomír Vaic (* 1977), slowakischer Eishockeyspieler Ernest Valko (1953–2010), slowakischer Jurist und Politiker Ede Zathureczky (1903–1959), ungarischer Geiger und Musikpädagoge

Siehe auch Liste der Städte in der Slowakei

Weblinks

Internetpräsenz der Stadt (slowakisch, englisch, ungarisch, russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Slowakei Kategorie:Stadt in der Slowakei Kategorie:Ersterwähnung 1268