mini|Blätter und Trauben der Rebsorte Johanniter Johanniter ist eine 1968 gezüchtete pilzwiderstandsfähige weiße Rebsorte.

Herkunft Der Johanniter ist eine Züchtung von Johannes Zimmermann vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg mit den Sorten Riesling x (Seyve Villard 12-481 × FREIBURG 153- 39) (= Ruländer x Gutedel).

Der Name wurde zu Ehren von Johannes Zimmermann vergeben, dem ehemaligen Leiter der Rebenzüchtung des Freiburger Weinbauinstituts. Er hat die Züchtung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten vorausschauend betrieben.

Ampelografische Merkmale Die Ähnlichkeiten mit der Muttersorte Riesling sind unverkennbar gegeben. Die Triebspitze ist schwach bronziert und mittelstark wollig behaart. Der Triebwuchs ist mittelstark. Das Blatt ist kreisförmig, fünflappig, gewellt und mittelstark blasig. Das Blatt hat eine offen mit einer u-förmige Stielbucht die teilweise von Nerven begrenzt ist und keine Behaarung aufweisen. Die Trauben sind kompakt, mittelgroß, dichtbeerig, und walzenförmig. Die Beeren besitzen einen Narbenpunkt.

Reife: mittelspät – zwischen Weißem Burgunder und Riesling

Ansprüche Die Lageansprüche entsprechen denen der Burgundersorten. Die Sorte soll wegen ihres früheren Austriebes im Frühjahr nicht in frostgefährdete Lagen gepflanzt werden.

Ertrag Ist eine sehr fruchtbare Sorte. Zur Gewinnung von hochwertigen Weinen ist eine Ertragsregulierung notwendig. Vor- und Nachteile Vorteile Besitzt eine mittelgute Resistenz gegen Peronospora Hat eine gute bis mittlere Resistenz gegen Oidium. Die Winterfrostfestigkeit gilt als gut. Nachteile Johanniter ist chloroseempfindlich, anfällig gegen Botrytis und Schwarzfäule.

Wein Die Weine sind kräftig, fruchtig und haben Ähnlichkeiten mit Riesling und Ruländer. Bei Weinproben erhielt der Johanniter gegenüber Standard-Vergleichssorten der jeweils gleichen Versuchsparzelle bessere Bewertungen.

Die Ernteergebnisse zeigen gegenüber dem Riesling einen etwas höheren Ertrag, ein um etwa 7 Grad Öchsle höheres Mostgewicht sowie eine geringere Mostsäure (→ Säure (Wein)).

Verbreitung Deutschland Die Rebfläche verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete Deutschlands:Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008 (PDF; 519 kB)

Weinbaugebiet Rebfläche ha Ahr unter 0,5 Baden 16 Franken 8 Hessische Bergstraße 1 Mittelrhein unter 0,5 Mosel 4 Nahe 3 Pfalz 6 Rheingau unter 0,5 Rheinhessen 17 Saale-Unstrut unter 0,5 Sachsen 1 Stargarder Land - Württemberg 3 TOTAL Deutschland 2007 59

Schweiz Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt – 15,8 ha (Stand 2013).Das Weinjahr 2013 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l’agriculture OFAG, Seite nicht abrufbar am 25. Januar 2022

Einzelnachweise

Weblinks Johanniter auf der Homepage des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg

Literatur Hans Ambrosi, Bernd H. E. Hill, Erika Maul, Ernst H. Rühl, Joachim Schmid, Fritz Schumann: Farbatlas Rebsorten. 300 Sorten und ihre Weine. 3., vollständig neu bearbeitete Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8001-5957-4. Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Schildberger: Weinbau (= AV-Fachbuch.). 9., aktualisierte Auflage. Cadmos, Wien 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4. Walter Hillebrand, Heinz Lott, Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13., neubearbeitete Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz 2003, ISBN 3-921156-53-X.

Kategorie:Neuzüchtung (Rebsorte) Kategorie:Weinrebenhybride