Feldberg (Schwarzwald) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg mit knapp 2000 Einwohnern. Auf Gemeindegebiet liegt der Gipfel des namensgebenden Feldberg, der höchsten Erhebung des Schwarzwaldes.

Geografie Geografische Lage Feldberg liegt im Naturpark Südschwarzwald, etwa 25 Kilometer südöstlich von Freiburg.

Die Gemeinde Feldberg erstreckt sich von im Seebachtal an der nordöstlichen Gemeindegrenze bis zum Gipfel des Feldbergs auf .

Feldberg-Ort ist mit 1277 m ü. NHN die höchstgelegene Ortschaft Deutschlands. Sie liegt oberhalb der Passhöhe des Feldbergpasses (1231 m ü. NHN) zwischen dem Wiesental im Süden und dem Gutachtal im Norden, unmittelbar südöstlich unterhalb des Gipfels des Feldbergs, der höchsten Erhebung Baden-Württembergs.

Der einwohnerreichste Ortsteil der Gemeinde Feldberg ist Falkau, er erstreckt sich ins Haslachtal Richtung Lenzkirch, während sich in Altglashütten (ca. 990 m ü. NHN) das Rathaus und andere zentrale Einrichtungen befinden. Der Ortsteil Bärental liegt nordwestlich von Altglashütten und reicht bis ins untere Seebachtal.

Gemeindegliederung mini|hochkant=1.5|Topographische Karte von Feldberg-Ort mit Grenze Zur jetzigen Gemeinde Feldberg (Schwarzwald), bestehend aus den drei ehemaligen Gemeinden Feldberg, Altglashütten und Falkau gehören 30 Dörfer, Gemeindeteile, Zinken, Höfe und Hütten. Zur ehemaligen Gemeinde Altglashütten gehören die Dörfer Altglashütten und Neuglashütten, der Zinken Drehkopf und die Wohnplätze Auf der Plätze, Mühlematte und Winterbergäcker. Zur ehemaligen Gemeinde Falkau gehören die Gemeindeteile Hinterfalkau, Mittelfalkau und Vorderfalkau und der Wohnplatz Seewald. Zur Gemeinde Feldberg (Schwarzwald) im Gebietsstand vor dem 1. September 1971 gehörten die Zinken Behabühl, Hinterbärental, Kunzenmoos, Oberbärental, Stefansbühl, Unteres und mittleres Bärental, Vorderbärental, das Gehöft Raimartihof und die Wohnplätze Baldenweger Buck, Beim Zeiger, Caritas-Haus, Dienstgehöft der Straßenbauverwaltung, Feldbergerhof, Feldberggipfel, Grafenmatt, Hebelhof, Menzenschwander Hütte, St. Wilhelmer Hütte und Todtnauer Hütte.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 89–90

Das Gemeindegebiet gliedert sich in drei Gemarkungen:Gemeinde Feldberg:

Gemarkung Fläche in ha zentriert|350px Feldberg-Ort 1517 Altglashütten 516 Falkau 464 Gesamt 2497 Die Gemarkung Feldberg-Ort umfasst die Ortsteile Feldberg-Ort und Bärental und die Gemarkung Altglashütten die Ortsteile Altglashütten und Neuglashütten.

Nachbargemeinden Im Norden grenzt die Gemeinde an Oberried und Hinterzarten, im Osten an Lenzkirch und Schluchsee (alle Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald), im Süden an St. Blasien und Bernau (Landkreis Waldshut) und südwestlich an Todtnau (Landkreis Lörrach).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Feldbergs ist aus dem Jahr 983 bekannt. Die Urkunde, welche in Verona ausgestellt wurde, erwähnt den „Veltperch“ als eine Besitzung des Klosters St. Blasien. Die Echtheit dieser Urkunde ist jedoch umstritten. Eine zweite, gesichert echte Erwähnung findet sich im Jahr 1065 ebenfalls in einer Besitzbestätigung für das Kloster. Feldberg ist damit wie Schluchsee einer der ältesten schriftlich erwähnten Orte im Hochschwarzwald.

Gründung Altglashütten und Neuglashütten Wie viele Teile des Hochschwarzwaldes war auch das Gebiet um den Feldberg lange unbesiedelt und es finden sich nur Belege von Durchreisen. Die zum Fürstentum Fürstenberg gehörende Herrschaft Lenzkirch umfasste im 17. Jahrhundert auch das heutige Falkau und weite Teile Altglashüttens. Ab 1627 gab es Überlegungen, wie man diese Gebiete wirtschaftlich nutzen konnte. Nach einer Inspektion der Gebiete zwischen Windgfällweiher und Rotmeer wurde am 4. Juli 1634 ein Bestandsbrief zum Betrieb der Rotwasserglashütte übergeben, die ihren Standort dort hatte, wo sich heute das Rathaus in Altglashütten befindet. Damit begann die Besiedelung des Gemeindegebietes. Als Rotwasser wurde damals ein größeres Gebiet östlich des Feldbergs bezeichnet.

Die Rotwasserglashütte wuchs schnell, es wurden weitere Glashütten errichtet und eine kleine Siedlung bildete sich. In der Hochzeit um 1660 reichte das Gebiet, welches die Hütte mit Glasträgern belieferte, bis nach Frankfurt und Württemberg. 1669 wurden die Häuser, Höfe und Felder von Franz von Fürstenberg den dortigen Bewohnern verkauft. Da sie sich alles in direkter Umgebung der Rotwasserglashütte befand, hatte sich ein kleines Dorf entwickelt, welches die Bewohner ab dem 18. Jahrhundert als „Dörfle“ bezeichneten, was eine bis heute erhaltene Bezeichnung für Altglashütten ist.

Der Holzbedarf der Glaswirtschaft war enorm, was 1706 schließlich zum Bau bei einer neuen Glashütte weiter westlich führte, der Neurotwasserglashütte, was den Namen der Ortsteile Altglashütten und Neuglashütten erklärt, damals jedoch noch als „Alt- und Neurotwasserglashütten“.

Unbekannt ist, wieso die Glasbläser spätestens 1726 das Gebiet des Rotwassers komplett verließen und nach Herzogenweiler weitergingen, wahrscheinlich jedoch weil dort noch mehr einfach zugängliches Holz zur Verfügung stand.

Gründung Falkau 1656 suchten Tagelöhner aus Lenzkirch-Saig Siedlungsplätze in der Bruderhalde (heute Gemeinde Hinterzarten), die vom Amt Neustadt verwaltet wurde. Dieses hörte die Siedler an, die klagten, es gäbe in der Region um Lenzkirch so viele Tagelöhner, dass sie nicht mehr davon leben konnten und keine Herberge fanden. Das Amt wies den Siedlern nicht etwa Gebiete in der Bruderhalde zu, sondern in dem noch komplett bewaldeten „Falckhauer“.

Am 6. Mai 1658 siedelten sich schließlich neun Menschen im heutigen Vorderfalkau, im Haslachtal Richtung Lenzkirch, an. Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht abschließend sicher, am wahrscheinlichsten ist eine Herkunft über den Begriff „Falkenhau“, wobei ein Hau einen Ort bezeichnet, an dem Holz eingeschlagen wird. In diesem soll es besonders viele Falken gegeben haben. Die Unterscheidung in Vorder-, Mittel-, und Hinterfalkau, wie sie bis heute besteht, gab es schon ab 1670.

Zahlreiche weitere Siedler hatten Interesse, sich an dem Holzschlag im Haslachtal zu beteiligen und so entstand mit fünf weiteren Häusern ab 1665 Mittelfalkau und schließlich Vorderfalkau, sodass in Gesamtfalkau 1674 bereits 30 Familien wohnten. 1672 wurden auch hier Gebiete und Häuser von den dortigen Bewohnern vom Fürst abgekauft.

Gründung Bärental Der Fürst von Fürstenberg begann im 17. Jahrhundert im Seebachtal zwischen Titisee und Feldberg den Holzeinschlag. Schon vor 1690 siedelten sich die Tagelöhner, welche das Holz ernteten, fest im Seebachtal an. Ähnlich wie mit Falkau geschehen sollten auch die Bärentaler Siedler ihre Gebiete und Häuser kaufen. Ein Vertrag mit den Siedlern der Vogtei „Beerenhalden“ kam bereits 1691 zustande, wurde aber erst 1715 vom Fürst von Fürstenberg ratifiziert.

Entwicklung bis heute Nach Gründung der Siedlungen war die wirtschaftliche Entwicklung überall ähnlich. Die Menschen lebten weitgehend verarmt, da Viehhaltung und Ackerbau klimatisch schwierig waren. Die Siedlungen der Rotmeerglashütten verloren ab 1726 einen wichtigen Wirtschaftszweig, als die Glasbläser abrückten und in Falkau und Bärental wurde die Forstwirtschaft immer mühsamer und der Holzbedarf entlang der Wutach nahm ab. Für den Schwarzwald typische Nebengewerbe wie das Schindeln- und Schachtelmachen, Köhlern und Harzen wurden ebenso betrieben.

Uhrmacherei Von St. Märgen und St. Peter breitete sich am Mitte des 18. Jahrhunderts die Uhrmacherei auch bis in die Feldbergregion aus. Schnell wurden in allen Ortsteilen mehrere Uhrenwerkstätten gegründet, die zahlreiche Menschen beschäftigten. In Falkau entstand ab 1827 eine Draht- und Schraubenfabrik, die 1876 über 100 Menschen beschäftigte und die umliegenden Uhrmachereien belieferte. Die Zahl der Beschäftigten stieg zeitweise auf über 300, die schlechte logistische Lage im Hochschwarzwald und politische Umstände führten allerdings zum Ende der für die Gemeinde Falkau enorm wichtig gewordenen Fabrik in den 1930ern. Vom Abbruch der Fabrikgebäude 1936 blieben lediglich zwei Häuser verschont, von denen eines später dem Konzern Bayer Leverkusen als Erholungsheim diente und zuletzt bis 2010 als Sporthotel und Restaurant genutzt wurde.

Tourismus Der Tourismus begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung zu gewinnen, nachdem im Großherzogtum Baden massiv in den Straßenbau investiert worden war, die Feldberggemeinden durch den Feldbergpass mit dem Wiesental verbunden waren und ein Bahnanschluss bestand. Mit dem Feldberger Hof entstand ab etwa 1860 ein bedeutsames Hotel auf dem Feldberg. Ab 1891 begann der Skisport auf dem Feldberg.

Limnologisches Institut miniatur|Haus Schlienz, ehemaliges Hauptgebäude des Limnologischen Instituts in Falkau In Falkau wurde 1946 die Hydrobiologische Station für den Schwarzwald durch Walter Schlienz eingerichtet. Im Sommer 1948 übernahm Hans-Joachim Elster die wissenschaftliche Leitung der Station und erweiterte deren Horizont in den folgenden Jahren von der Hydrobiologie zur Limnologie. Ab 1951 wurden die wissenschaftlichen Arbeiten in einer eigenen Schriftenreihe veröffentlicht.Schriften der Hydrobiologischen Station Falkau (Schwarzwald) / hrsg. von Walter Schlienz: Im Jahr 1953 gab es Bestrebungen, die Falkauer Station unter dem Dach der Max-Planck-Gesellschaft mit anderen Stationen in einem Limnologischen Institut der MPG zusammenzuführen. Nach dem Scheitern dieser Pläne wurde die Falkauer Station unter der Bezeichnung Walter-Schlienz-Institut an die Universität Freiburg als Limnologisches Institut angebunden. Im Herbst 1970 wurde das Institut von Falkau nach Konstanz-Egg am Bodensee verlagert und 1981 schließlich in die Universität Konstanz eingegliedert.

Zusammenlegungen Neuglashütten war die kleinste der Vogteien und hatte 1850 unter 20 Einwohner. Deswegen gab es immer wieder Eingemeindungs- und Auflösungsbestrebungen, so 1852, 1898 und 1909. Das badische Innenministerium hatte das Bezirksamt Neustadt am 1. April 1938 aufgefordert, die kleinen Gemeinden des Amtsbezirks zu beseitigen. Hierbei trat Neuglashütten mit seinen damals 92 Einwohnern in den Fokus und es einigten sich die Bürgermeister von Alt- und Neuglashütten am 10. Januar 1939 auf die Eingemeindung.Vetter, 1996, S. 372–374

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Bestrebungen die Gemeinden, welche Anteile am Feldbergmassiv hatten, zu einer Feldberggemeinde zusammenzulegen, darunter Bärental, Todtnau, Menzenschwand oder St. Wilhelm. Das Landratsamt Hochschwarzwald prüfte ab 1931 die Zusammenlegung von Bärental, Falkau, Alt- und Neuglashütten. Eine Zusammenlegung von Bärental und Menzenschwand wurde ebenso diskutiert.

Eine Gemeinde Feldberg (Schwarzwald) entstand 1939. Zum 1. April wurden Gebiete von Bernau, Hinterzarten, Menzenschwand, St. Wilhelm, Todtnau, Zastler und Brandenberg nach Bärental eingemeindet und Bärental in Feldberg (Schwarzwald) umbenannt. Die Reste der Gemeinde Brandenberg gingen als neuer Ortsteil in der Stadt Todtnau auf.

Wiederauflösungsbestrebungen