Mission Hill ist ein großer Stadtteil (Neighborhood) von Boston im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten mit etwa 18.000 Einwohnern.

Der Stadtteil wird grob durch die Columbus Avenue und Roxbury im Osten, durch die Longwood Avenue im Nordosten und durch den von Frederick Law Olmsted entworfenen Riverway bzw. Jamaicaway sowie die Stadt Brookline im Westen begrenzt. Der historische Distrikt befindet sich zwischen den Straßen Smith, Worthington, Tremont und der Huntington Avenue. Mission Hill liegt direkt nördlich von Jamaica Plain und ist über die MBTA-Green Line E sowie die Orange Line an das Netz des ÖPNV angebunden, fußläufig ist das Museum of Fine Arts zu erreichen. Der Stadtteil überlappt zur Hälfte mit der Longwood Medical and Academic Area mit den meisten Arbeitnehmern außerhalb des Zentrums von Boston. Aufgrund dieser Nachbarschaften kämpft Mission Hill häufig mit institutionellem Wachstum, durch das Wohnflächen reduziert und Gewerbeflächen belegt werden. In den zurückliegenden Jahren siedelten sich jedoch einige neue Einzelhändler und Restaurants an und wurden von neuer Wohnflächenentwicklung begleitet, was dem Stadtteil ein stärkeres politisches Gewicht und eine bessere Identität verschaffte.

In Mission Hill gibt es viele architektonische Sehenswürdigkeiten, insbesondere die Kombination von freistehenden Häusern, die teilweise vor Hunderten von Jahren von reichen Landbesitzern gebaut wurden, traditionellen Ziegelreihenhäusern sowie vielen Dreideckern, die als dreigeschössige Wohnhäuser viele Straßenzüge in Neuengland prägen. Viele Gebäude in Mission Hill sind als Wohnanlagen konzipiert, es gibt aber auch einige Zwei- und Einfamilienhäuser.

Im März 2008 wurde der Stadtteil vom Boston Globe in die Top 25 der besten ZIP-Codes in Massachusetts gewählt, weil der Wert von Einfamilienhäusern gestiegen sei, es viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten gebe, viele Nationalitäten unter den Einwohnern vertreten seien und 65 % der Einwohner ihren Weg zur Arbeit zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zurücklegten.

Geografie mini|Ansicht der Mission Church und Bostoner Skyline von der Spitze des Mission Hill

Ausdehnung des Stadtgebiets Die beiden wichtigsten Geschäftsstraßen in Mission Hill mit Restaurants und kleineren Geschäften sind die Tremont Street von Nord nach Süd und die Huntington Avenue von Ost nach West. Mission Hill befindet sich am äußersten westlichen Ende der Tremont Street, während Beacon Hill an ihrem äußersten östlichen Ende liegt. Mission Hill verfügt über mehrere Postleitzahlbereiche: 02120 umfasst den Süden und 02115 den Norden, während 02130 einen kleinen Bereich im Südosten und 02215 zwei Straßen im äußersten Westen betrifft.

Innerhalb von Mission Hill gibt es die Bezirke Parker Hill, Roxbury Crossing, Triangle District, Back of The Hill und Calumet Square.

Das Geschäftszentrum von Mission Hill ist der Brigham Circle mit eigener MBTA-Station an der Ecke Tremont/Huntington. Weitere kleinere Zentren befinden sich bei Roxbury Crossing und an der Ecke Huntington/South Huntington.

Einen Häuserblock vom Brigham Circle hügelaufwärts befindet sich mit dem Kevin W. Fitzgerald Park (früher Puddingstone Park) der neueste Park in Boston.

An der Tremont Street befindet sich die eponyme Mission Church, die dem Stadtteil ihren Namen gab und 1878 von den Architekten Schickel & Ditmars errichtet wurde. 1910 folgten die Türme durch Franz Joseph Untersee. Die Kirche dominiert die Skyline der Umgebung und war am 29. August 2009 Schauplatz der Beerdigung von Ted Kennedy.

Ebenfalls in der Nähe ist die restaurierte Parker Hill Library zu finden, die zur Boston Public Library gehört und 1929 durch den Architekten Ralph Adams Cram entworfen wurde. Der Baugrund für die Bibliothek und den benachbarten Mission Hill Playground wurde von der Stadt mittels Enteignung erworben.

An der Spitze des Hügels befinden sich das New England Baptist Hospital und der Parker Hill Playground, der sich vom Krankenhaus entlang der Parker Hill Avenue erstreckt. Der Spielplatz, dessen Errichtung 1915 vom damaligen Bürgermeister von Boston James Michael Curley vorgeschlagen wurde, ist einer der höchsten Punkte der Stadt und bietet einen Panoramablick auf den Financial District, den Boston Harbor und die Blue Hills.

Wurde Mission Hill noch vor einer Generation als Teil von Roxbury betrachtet, gewinnt es mehr und mehr ein eigenständiges Profil als separater Stadtteil. Allerdings sind die Grenzen der Stadtteile in Boston von Natur aus verschwommen, so dass die Antwort auf die Frage, ob Mission Hill nun eigenständig und zu Roxbury benachbart ist oder ein Teil davon bleibt, noch häufig Gegenstand von Debatten ist.

Geschichte 19. Jahrhundert Wie auch der benachbarte Stadtteil Jamaica Plain war Mission Hill einst ein Stadtteil von Roxbury, bis dieses von Boston annektiert wurde. Karten aus dieser Zeit zufolge wurde Mission Hill damals auch häufig als Parker Hill bezeichnet und damit nach dem örtlichen, gleichnamigen geografischen Punkt benannt. Nach der Annektierung setzte sich immer schneller die Meinung durch, dass Mission Hill ein eigener Stadtteil sein sollte. Der Großteil der Verwaltungseinheiten, Unternehmen und Institutionen führen daher heute Mission Hill als eigenen Stadtteil auf.

Bis zur Amerikanischen Revolution unterstützte Mission Hill die Errichtung von großen Landhäusern reicher Bostoner Familien. Ein Großteil der Fläche wurde für Obstgärten genutzt, welche im 18. Jahrhundert die Familie Parker besaß. Peter Parker heiratete Sarah Ruggles, deren Familie große Landflächen besaß, darunter den größten Teil des später als Parker Hill und heute als Mission Hill bekannten Gebiets. Peter Parker starb, als ein Fass seines eigenen Cidre auf ihn fiel. Die Obstgärten wurden auch nach seinem Tod noch für einige Zeit weiter betrieben, jedoch nach und nach verkauft und zu Baugrundstücken entwickelt. Viele der Apfelbäume entlang der Fisher Avenue und einem Bereich des Spielplatzes sind wahrscheinlich Nachkommen der Bäume, die auf dem Grundstück der Parker-Familie standen.

Im unteren Teil des östlichen Hügels befand sich lange Zeit ein Steinbruch, um das lokale Konglomeratgestein abzubauen. Die Händler Franklin G. Dexter, Warren Fisher und Fredrick Ames besaßen große Teile davon.

Karten der Umgebung lassen den Schluss zu, dass die Entwicklung von Mission Hill noch vor der Entwicklung des Fenway und der Longwood Medical and Academic Area begann. Die Huntington Avenue, die heute eine der wichtigsten Verbindungen zum restlichen Boston darstellt, endete einst an der Parker Street in der Nähe des heutigen Standorts des Museum of Fine Arts. Bis zu dieser Zeit war Mission Hill über die Parker Street angebunden, was einen enormen Umweg über die Boylston Street bis nach Back Bay bedeutete. Ein Teil der ehemaligen Parker Street ist jetzt die Hemenway Street. Die Kreuzung von Parker Street und Huntington Avenue wurde im Hinblick auf den steigenden Straßenverkehr angepasst und umgestaltet, so dass die Fahrzeuge zunächst auf den Forsyth Way ausweichen müssen, um dann wieder auf die ursprüngliche Strecke zurückzukommen. Auch weitere Verbindungsstraßen wurden so umgebaut, dass sowohl der Fußgänger- als auch der Fahrzeugzugang begrenzt wurde.

Nach den 1880er Jahren und der Umbettung des Muddy River durch Frederick Law Olmsted wurde die Huntington Avenue von der Parker Street bis zum Brigham Circle verlängert, wodurch der Triangle District entstand.

mini|Die Mission Church Die eigentliche Entwicklung begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1870 errichteten Redemptoristen eine hölzerne Missionskirche, die 1876 durch eine eindrucksvolle Steinkonstruktion ersetzt wurde. 1910 wurden zwei Türme an das Gebäude angesetzt, die heute die Skyline des Stadtteils bestimmen. 1954 wurde die Kirche von Papst Pius XII. zur Basilika erhoben und ist damit eine von 43 in den gesamten Vereinigten Staaten. Offiziell ist ihre Bezeichnung Basilika Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe, jedoch wird sie umgangssprachlich – auch von Mitgliedern der eigenen Kirchengemeinde – oft als Mission Church bezeichnet.

Zur Basilika gehörten früher auch einige Nebengebäude, insbesondere die von der Gemeinde verwalteten Sister's Convent and Grammar School und St. Alphonsus Hall. Die High School wurde 1992 von der Kirche geschlossen, aber eine kirchliche Elementary School ist noch in Betrieb. Die Halle diente als Treffpunkt der 1900 gegründeten St. Alphonsus Association und bot mit seinem Theater mit 1000 Sitzplätzen eine Bühne für das Gemeinwesen, die Politik und Theateraufführungen. Der Verkauf dieser Gebäude erlaubte eine umfangreiche Restaurierung der Kirche.

Ein weiteres Beispiel für die hochreligiöse Architektur in Mission Hill ist die griechisch-orthodoxe Kathedrale Mariä Verkündigung an der Adresse 514 Parker Street am östlichen Ende des Stadtteils. Sie wird oft als die der griechisch-orthodoxen Kirche in Neuengland bezeichnet und ist der Sitz des Bistums Boston sowie des Bischofs. Sie wurde von 1892 bis 1927 errichtet und ist damit eine der ältesten griechischen Kirchen in den Vereinigten Staaten. Als Sehenswürdigkeit in Boston wurde sie in das National Register of Historic Places aufgenommen. 1927 wurde ein griechischer Künstler damit beauftragt, die Kathedrale mit byzantinischen Ikonografien zu dekorieren. Die strahlenden bunten Glasfenster der Kirche und die großen Kristall-Kronleuchter tragen ebenfalls zum majestätischen Eindruck der Inneneinrichtung der Kathedrale bei.

In der Gegend um den Mission Hill spielt der lokal vorkommende Puddingstone, ein Gesteinskonglomerat, eine historische Rolle. Der große Steinbruch, der sich zwischen den Straßen Tremont und Allegany befand, produzierte die Steinfundamente der meisten Häuser des Stadtteils, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Dieses Material aus örtlichen Vorkommen erlaubte es, auch der Arbeiterklasse schnell Häuser zu günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen. Einige Gebäude bestehen sogar vollständig aus diesem Material, darunter 682-688 Parker Street, 2-5 Sewall Street und 1472-74 Tremont Street.

Die meisten der Häuser im Stadtteil besitzen ein Steinfundament und wurden dann aus Holz weiter gebaut, im Triangle Historic District jedoch bestehen sie entlang der Huntington Avenue aus Steinen und Ziegeln. Diese 71 Gebäude zwischen der Huntington Avenue, Tremont Street und Worthington Street stehen beispielhaft für die Entwicklung des Stadtteils von den 1870er bis in die 1910er Jahre. Die Bauphase begann 1871, von 1884 bis 1885 wurde das Apartmenthotel The Helvetia an der 706-708 Huntington Avenue gebaut. 1912 folgte das Apartmentgebäude The Esther an der Adresse 683 Huntington/142-148 Smith Street. Beide Gebäude besitzen Geschäfte im Erdgeschoss und Apartments darüber. Darüber hinaus gibt es an der Dell Avenue viele gleichartige Reihenhäuser.