mini| Stanislaus Wojtowski etwa 1875 in der Uniform eines Rittmeisters Stanislaus Wojtowski (* 9. Mai 1850 in Skoki, Provinz Posen; † 8. Dezember 1913 in Wiesbaden) war ein deutscher Architekt polnischer Herkunft.
Leben Stanislaus Wojtowski wurde als Sohn des Gutsverwalters Teodor Wojtowski und seiner Frau Maria geb. Rodewald geboren. Er besuchte das Maria-Magdalena-Gymnasium in Posen und legte dort sein Abitur ab. Seine Militärausbildung durchlief er in der Posener Garnison und absolvierte sie als Offizier. Um etwa 1874 wurde er in den Rang eines Rittmeisters erhoben. Sein nachfolgendes Studium der Architektur und des Bauwesens schloss er an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg ab. Stanislaus Wojtowski war mit Elisabeth geb. Frohrath verheiratet. Aus der Ehe entstammen zwei Söhne und fünf Töchter.
Um 1880 ließ er sich mit seiner Familie in Wiesbaden nieder und gründete dort ein erfolgreiches Architekturbüro. Seine Entwürfe wurden bei zahlreichen Auftraggebern realisiert. Allein In Wiesbaden sind elf nach seinen Plänen gebaute Wohn- und Geschäftshäuser und 16 Villen im dortigen Nobelviertel Neroberg nachgewiesen. Im Stil war er dem sich ab etwa 1860 ausbreitenden Historismus verpflichtet. Die meisten seiner erhaltenen Bauten stehen heute unter Denkmalschutz. Sein Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Südfriedhof.
Werk Villen in Wiesbaden miniatur|Villa Kapellenstr. 73. Wiesbaden, erbaut 1895 im Stil der italienischen Renaissance 1882: Nerobergstraße 21 1882: Nerotal 59 1883: Frankfurter Straße 6 1889: Nerotal 51 1892: Nerotal 69 1892: Parkstraße 40–42 1892: Nerotal 71 1892: Heinrichsberg 4 1894: Nerotal 57 1894: Parkstraße 36–38 1895: Kapellenstraße 73 1895: Kapellenstraße 75 1896: Kapellenstraße 87 1902: Lanzstraße 14 1902: Lanzstraße 16 1903: Lanzstraße 18
Wohnhäuser in Wiesbaden miniatur|Wohn- und Geschäftshaus, Taunusstr. 57 in Wiesbaden, erbaut 1891 im Stil der Beaux-Arts-Renaissance 1886: Schulberg 7 1891: Taunusstraße 57 1892: Taunusstraße 55 1892: Dotzheimer Straße 24 1892: Friedrichstraße 47 1895: Schwalbacher Straße 49 / Mauritiusstraße 11 1895: Schwalbacher Straße 69 1897: Seerobenstraße 22 1899: Luisenstraße 31 1905: Dotzheimer Straße 110 1907: Loreleiring 10
Gebäude in Bingen 1895: Villa Bahnhofstraße 2 (schlossartiger Neurokokobau) 1898: Villa Mainzer Straße 64 (Neurokoko) 1899: Zeilenwohnhaus Mainzer Straße 35 (barockisierend)
Gebäude in Büdesheim 1899: Saarlandstraße 70 (späthistoristischer Klinkerbau mit Krüppelwalmdach)
Quellen Liste der Kulturdenkmäler auf Grundlage der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand 2010)
Literatur Gottfried Kiesow (Hrsg.): Architekturführer Wiesbaden. Durch die Stadt des Historismus. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2006, ISBN 3-936942-71-4. Sigrid Russ (Bearb.): Wiesbaden II: Die Villengebiete. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen.) Vieweg, Braunschweig / Wiesbaden 1988, ISBN 3-528-06236-3. Sigrid Russ (Bearb.): Wiesbaden I.III: Stadterweiterungen außerhalb der Ringstraße. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen.) Theiss, Wiesbaden 2005.
Kategorie:Architekt des Historismus Kategorie:Architekt (Wiesbaden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann