Dimbach ist ein Gemeindeteil der Stadt Volkach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Dimbach hat eine Fläche von 5,002 km². Sie ist in 480 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10421,76 m² haben.

Dimbach war bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Volkach am 1. Oktober 1977 eine selbstständige Gemeinde. Lange Zeit war es als sogenanntes Klosterdorf Teil des Herrschaftsgebietes der Benediktinermönche aus Münsterschwarzach. Die Abtei richtete zeitweise auch eine Propstei im Ort ein und förderte die Wallfahrt zur sogenannten Gnadenmadonna von Dimbach.

Daraus erklärt sich auch die Größe der Dorfkirche St. Maria de Rosario, die den Mittelpunkt der Prozessionen nach Dimbach bildete. Dimbach liegt abseits der großen Tourismuszentren an der Mainschleife, da dort kein Weinbau betrieben wird.Main-Post: In Dimbach kennt und hilft man sich, abgerufen am 6. Oktober 2016.

Geografische Lage Geografie und naturräumliche Gliederung Das Kirchdorf Dimbach liegt im Süden des Volkacher Gemeindegebietes. Nördlich befindet sich die Stadt Volkach, die ehemalige Flur der Wüstung Ulberg und die Mainfranken-Kaserne liegen dem Dorf dort am nächsten, im Nordosten befindet sich der Strehlhof auf Rimbacher Gemarkung. Weiter im Osten beginnt die Gemarkung des Volkacher Gemeindeteils Eichfeld. Im Süden beginnt das Gebiet des Marktes Wiesentheid, Reupelsdorf liegt Dimbach dort am nächsten. Die Gemarkung des Schwarzacher Gemeindeteil Gerlachshausen liegt im Südwesten. Der Westen wird von der Gemeinde Sommerach eingenommen.

Nächstgelegene größere Städte sind Kitzingen mit einer Distanz von etwa 12 Kilometern und Schweinfurt, welches ungefähr 24 Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das ebenfalls 24 Kilometer entfernte Würzburg.

Naturräumlich bildet das Gebiet um Dimbach, Reupelsdorf und Teile der Weininsel eine eigene Untereinheit, die von großen Flugsandgebieten geprägt wird. Dieses Dimbacher Flugsandgebiet ist Teil der Kitzinger Mainebene im Steigerwaldvorland, die zu den Mainfränkischen Platten gezählt wird.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF-Datei, abgerufen am 10. Januar 2019.

Das Dorf liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Deutschlands zählt. Der Main berührt Dimbach nicht, sondern fließt als Mainkanal im Westen vorbei. Mehrere Bäche durchziehen die Dimbacher Fluren. Im Norden ist dies der Ölberggraben als Zufluss zur Sommerach. Im Süden entspringen zwei weitere Bäche, der namensgebende Dimbach und der Hölzersgraben. Sie fließen im äußersten Südwesten zum sogenannten Etterswasengraben zusammen.

Dorfgliederung mini|hochkant|Das Naturschutzgebiet auf der Dimbacher Gemarkung Das alte Straßendorf mit der Kirche und dem sich nördlich anschließenden Friedhof liegt im Zentrum der Gemarkung. Das Dorf ist kompakt besiedelt und weist lediglich im Norden und Osten einige Neubaugebiete des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Im Nordwesten steht ein einzelner unbenannter Aussiedlerhof. Im Südwesten befinden sich die im 20. Jahrhundert entstandene Kläranlage und mehrere, kleinere Seen.

Auf drei Seiten ist die besiedelte Fläche von Forsten umgeben, lediglich im Nordosten liegen größere landwirtschaftliche Flächen. Insbesondere die Flur Röten wird von der Landwirtschaft genutzt. Benannte Waldfluren sind der Röhrig im Osten, der Hübnerwald im äußersten Südosten, der Linkhöftännig im Südwesten und der Spessart im Westen. Die Flur Linkhöftännig verweist auf die Wüstung Lindhof. Dort erstreckt sich auch ein Teil des Naturschutzgebietes Sandfluren bei Volkach, Schwarzach am Main und Sommerach. Teile der Gemarkung sind unter dem Namen Südliches Steigerwaldvorland als EU-Vogelschutzgebiet unter Schutz gestellt.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte (bis vor 777) Dimbach hat eine lange Siedlungsgeschichte. Bereits in der Jungsteinzeit durchzogen wandernde Ackerbauern die Region, dies belegen einige Bodenfunde auf der Gemarkung des Dorfes. Um 2000 v. Chr. wurde die Bevölkerung sesshaft, Pfeilspitzen aus Stein belegen diesen Prozess. Eine gebohrte Steinaxt, die auf der Flur des Ortes gefunden wurde, weist auf Viehzüchter und Bauern hin, Bestattungshügel geben Auskunft über die dauerhafte Besiedlung. Funde aus der Bronzezeit blieben bisher aus.

Während der Latènezeit kam es überall in der Mainschleifenregion zur Bevölkerungsüberlagerung. Die zugezogenen Kelten verdrängten die ursprünglich ansässige Bevölkerung. Wieder wurden auf Dimbacher Flur Funde gemacht, die auf eine Herdstätte dieser Kelten hinweisen. Um 50 vor Christus stießen dann elbgermanisch-alamanische Völker in das Gebiet um Dimbach vor. Der Ort selbst entstand wohl als fränkischer Rodungsort im 7. oder 8. nachchristlichen Jahrhundert.

Die Franken kamen als Eroberer in die Region und brachten erste Verwaltungsstrukturen nach Dimbach, außerdem forcierten sie die Christianisierung. Wahrscheinlich wurde der Ort, wie die Dörfer der Umgebung, Teil des entstehenden Volkfeldes, eines fränkischen Verwaltungsgaus. Dies ist jedoch nicht gesichert, da in diesem Zeitraum die Quellen über Dimbach nur sehr spärlich fließen. So ist auch der Zeitpunkt der ersten Nennung mit einiger Unsicherheit verbunden.

Die Grafen von Castell (bis 1306) Die frühe Geschichtsschreibung vermutete, dass Dimbach am 7. Januar 777 erstmals genannt wurde. Es soll damals aus dem Königsbesitz an das Kloster Fulda gekommen sein. An anderer Stelle taucht das Dorf als Eigengut der Familie der Mattonen auf. Megingaud der Jüngere, der Gründer des Klosters Megingaudshausen, hätte 877 den Ort an seine Abtei vermacht. Beide Daten würden Dimbach zu einem der ältesten Dörfer der Umgebung machen, gehen aber wohl auf einen Abschreibfehler zurück.

Gesichert ist dagegen das Jahr 1113 als Jahr der Ersterwähnung. Zu diesem Zeitpunkt war „Tienebach“ als Filiale an die Urpfarrei Gerlachshausen gekommen. Das Dorf befand sich 1113 im Besitz der Grafen zu Castell, die im Schatten des Hochstifts Würzburg aufgestiegen waren. Das Adelsgeschlecht wird allerdings zu den kognatischen Nachkommen der Mattonen gezählt, sodass eine Verbindung zu Megingaud nicht vollständig auszuschließen ist.

Die Herrschaft der Casteller währte bis ins 13. Jahrhundert. Nachdem im Jahr 1228 Ludwig zu Castell auf dem fünften Kreuzzug im Heiligen Land gestorben war, versuchte sein Bruder Rupert seine Rechte im Mainschleifenbereich mit einer Fehde gegen den Würzburger Bischof zu sichern. Er scheiterte und musste auf Befehl des siegreichen Hermann I. von Lobdeburg 1230 viele Besitzungen abgeben. Dimbach erhielt er zurück, allerdings war es fortan nur noch ein Lehen des Hochstifts Würzburg.

Einige Jahre später zerstritten sich die regierenden Grafen zu Castell. Die Brüder Heinrich II. und Hermann gehörten unterschiedlichen politischen Lagern an und entschlossen sich, ihre Herrschaften aufzuteilen. Dimbach wurde an den älteren Bruder Heinrich II. vergeben, der auf dem sogenannten Unteren Schloss in Castell saß und dessen Linie deshalb „Castell-Unterschloss“ genannt wurde. Dort blieb das Dorf allerdings nicht lange.

Klosterdorf und Propstei (bis 1461)

mini|hochkant|Die Kirche entstand in ihrer heutigen Form im 14. Jahrhundert

Vor dem 23. Juni 1306 erwarb das Benediktinerkloster in Münsterschwarzach, Nachfolger der Abtei Megingaudshausen, die Vogteirechte über Sommerach, Nordheim, Dimbach, Düllstadt, Reupelsdorf, Laub, Stadelschwarzach, Järkendorf, Kirchschönbach und Eichfeld. Noch im Jahr 1306 bestätigte der Würzburger Bischof Andreas von Gundelfingen die Erwerbungen und billigte den Besitzwechsel damit indirekt. Bis ins Jahr 1803 herrschte nun das Kloster über Dimbach.Julier, Jürgen: Ehem. Propstei- und Wallfahrtskirche. S. 2.

Bischof Andreas war auch der Auslöser der auf das Jahr 1312 datierten Wallfahrt nach Dimbach. Er soll wegen einer Hungersnot barfuß zur Gnadenmadonna im Dorf gepilgert sein. Nachdem die Gebete des Prälaten erhört worden waren, setzte ein reger Pilgerstrom ein. Hierzu passt auch, dass die Dorfkirche zwischen 1325 und 1334 in ihrer heutigen Form entstand. Neuere Forschungen bewiesen allerdings, dass sich die Wallfahrt zu diesem frühen Zeitpunkt nur auf die anderen Klosterdörfer der Umgebung beschränkte.Brückner, Wolfgang: Gnadenbild und Legende. S. 67.

Nachdem die Kirche errichtet war, plante Abt Heinrich von Münsterschwarzach die Etablierung einer eigenen Klosterzelle im Dorf. Er beauftragte 1335 zwei Priester, die Seelsorge zu übernehmen und eine Propstei in Dimbach zu errichten. Am 17. November 1351 erhielt die neugeschaffene Propstei die Bestätigung des Würzburger Fürstbischofs. Fortan saßen in Dimbach zwei Münsterschwarzacher Mönche und ein Propst, die direkt dem Abt unterstellt waren.

Die Propstei führte zu einem immensen Bedeutungsgewinn des kleinen Klosterdorfes. Gleichzeitig wurde es nun vermehrt in die innerklösterlichen Konflikte des Dorfherren gezogen. Die Äbte belohnten verdiente Mönche mit der Verleihung des Propsteipostens, zeitweise quartierte man dort auch lebensmüde oder widerspenstige Mönche ein. Im 15. Jahrhundert diente die Propstei eine Zeit lang als Altersruhesitz für die Äbte des Klosters.

Kriege und Wallfahrt (bis 1803) mini|hochkant|Ein Dimbacher Gerichtssiegel von 1615 Während des Ersten Markgrafenkrieges im 15. Jahrhundert wurde Dimbach gebrandschatzt, viele Gebäude der Propstei wurden zerstört. Im Jahr 1462 musste das Kloster die Zehnt des Dorfes versetzen, da die Abtei hoch verschuldet war. Zwanzig Jahre später, 1482, hatte Münsterschwarzach die Zehnt wiederum in seinen Besitz gebracht. Den Kriegszerstörungen war es wohl auch geschuldet, dass die Propstei zwischen 1470 und 1493 aufgelöst werden musste.

Wenige Jahre später lösten die drückenden Abgaben an die jeweiligen Dorfherren den Deutschen Bauernkrieg aus. 1525 begannen die Dimbacher, sich den Haufen der Umgebung anzuschließen. Sie brannten das letzte, verbliebene Gebäude der Propstei, den sogenannten Rindthof, nieder und zogen dann weiter nach Münsterschwarzach. Allerdings gibt es keine Informationen zu Bestrafungen der Rädelsführer, wie sie für andere Gebiete überliefert sind.

In Münsterschwarzach fürchtete man in der Zwischenzeit, die Reformation könnte von den Dörfern Eichfeld und Krautheim aus auch nach Dimbach überspringen. Abt Johannes Burckhardt ließ deshalb 1593 die große Dorfkirche renovieren und neu ausstatten. Unterstützt wurde er vom Würzburger Bischof Julius Echter von Mespelbrunn. Er pfarrte das Klosterdorf, zuvor von Schwarzach aus versehen, wieder nach Gerlachshausen um. Die Reformation setzte sich in Dimbach nicht durch.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gründete sich in Dimbach die Rosenkranzbruderschaft, die sich einmal im Monat in der Marienkirche versammelte. Der Dreißigjährige Krieg ließ diese Gründung allerdings bald eingehen. 1630 wurde Dimbach von den protestantischen Schweden niedergebrannt. Eine Erzählung besagt, dass zwei Männer die Kirchenglocken vor den Schweden versteckten und deshalb mit dem Dorfschultheißen von diesen umgebracht wurden.

Nach dem Krieg gründete sich die Rosenkranzbruderschaft 1661 neu. Nun lebte auch die Wallfahrt, vom Kloster gefördert, wieder auf und zog Menschen aus der ganzen Region nach Dimbach. Zwischen 1767 und 1769 konnte deshalb die Kirche renoviert werden. Dimbach war zwischenzeitlich Sitz einer Kuratie geworden und nicht länger Filiale von Gerlachshausen. Im Jahr 1774 endete die kurze Blütephase allerdings. Die einsetzende Aufklärung beendete die Wallfahrt abrupt.Brückner, Wolfgang: Gnadenbild und Legende. S. 84.

In Bayern (bis heute)