mini|Blick auf Lemberg Lemberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört zur Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, innerhalb derer sie sowohl gemessen an der Fläche als auch hinsichtlich der Einwohnerzahl die mit Abstand größte Ortsgemeinde ist. Sie ist die nach Einwohnern sechstgrößte innerhalb des Landkreises und nach der Fläche nach Wilgartswiesen die zweitgrößte. Lemberg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie Lage Lemberg ist ein sogenanntes Höhendorf; es liegt am nordwestlichen Rand des Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes auch genannt wird, und gehört zu dessen Untereinheit Südwestlicher Pfälzerwald, alternativ Bitscher Waldniederung genannt. Um den vergleichsweise kleinen Ortskern gruppieren sich einige Neubaugebiete. 5100 Hektar der Gemarkungsfläche, fast 90 Prozent, sind mit Wald bestanden. Das Gelände ist typisch für den Pfälzerwald, mit kargem, sandigem Boden, zahlreichen kleinen Wasserläufen und bewaldeten Hügeln, die in der Regel von Buntsandsteinfelsen gekrönt sind. Mit 58,3 Quadratkilometern verfügt Lemberg über eine der größten Gemarkungen in Rheinland-Pfalz.

Elf Kilometer südlich von Lemberg verläuft die Landesgrenze zu Frankreich; dort schließt sich die Region Grand Est an. Nachbargemeinden von Lemberg sind – von Norden ausgehend im Uhrzeigersinn – Pirmasens, Münchweiler an der Rodalb, Ruppertsweiler, Hinterweidenthal, Dahn, Fischbach bei Dahn, Ludwigswinkel, Eppenbrunn und Obersimten.

Gemeindegliederung Neben dem Kernort Lemberg gehören zur Gemeinde die größeren Ortsteile Glashütte, Langmühle und Salzwoog, die jeweils einen Ortsbezirk bilden und durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten werden. Der vierte Ortsbezirk besteht aus den beiden Weilern Kettrichhof und Rodalberhof. Weitere Gemeindeteile sind die Siedlungen Am Soll und Gutenbach sowie die Wohnplätze Altenwoogsmühle und Stephanshof.

Erhebungen mini|Gebirgslandschaft des Pfälzerwaldes auf Gemarkung von Lemberg

Lemberg erstreckt sich über mehrere Hügel. Unmittelbar nordwestlich des Siedlungsgebiets erhebt sich der () hohe Schloßberg und südlich der Bebauung der hohe Rothenberg. Zwischen dem Kernort und Salzwoog erhebt sich der Große Schiffelskopf (). Im Norden der Gemarkung liegt der hohe Hummelberg, der teilweise als Ruppertstein bezeichnet wird.

Drei Kilometer südlich von Glashütte befindet sich der messende Hohe Kopf und weiter nördlich der hohe Große Stephansberg. Mehrere Kilometer östlich davon liegen der Große Spießkopf () sowie der Braunsberg (). Im äußersten Osten an der Gemarkungsgrenze zu Dahn erhebt sich der Bichtenberg ().

Gewässer

Die Pfälzische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Mosel zieht sich von Nordost nach Südwest quer durch die Gemarkung. Die Rodalb entspringt bei Lemberg und ist im Ortsgebiet zum sogenannten Lemberger Weiher aufgestaut, teilweise bildet sie die Gemarkungsgrenze zu Pirmasens. Dort mündet von rechts der Rothenbach in die Rodalb.

mini|Salzbach auf der Höhe von Salzwoog

Jenseits der Wasserscheide entspringt der in Südwest-Nordost-Richtung verlaufende Salzbach, der in seinem Oberlauf die Namen Kröppenbach und Buchbach trägt und in diesem Bereich den Ortsteil Langmühle passiert. Bereits zuvor nimmt er von links den Brunnentalbach und den Schimmelbach auf. Rund drei Kilometer östlich von diesem mündet von rechts der Storrbach und weiter östlich der Lindelbach, ehe der Flusslauf den westlichen Siedlungsrand von Salzwoog streift, wo sich ein gleichnamiger Stausee befindet und anschließend auf zwei Kilometern die Gemarkungsgrenze zu Hinterweidenthal bildet. Im Südosten bildet der Fischbach die Gemarkungsgrenze zur gleichnamigen Gemeinde.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 898 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte Urgeschichte Älteste archäologische Zeugnisse sind die Reste einer keltischen Siedlung. Ungefähr auf der Trasse der heutigen B 10 existierte bereits zu römischer Zeit eine Ost-West-Verbindung durch den Pfälzerwald. Auf dem Burgberg oberhalb des Dorfes bestand eine römische Fliehburg des 4. Jahrhunderts nach Christus.

Mittelalter Das Lemberg umgebende Waldgebiet war bis ins späte Mittelalter kaum besiedelt oder genutzt. Wald-Weidewirtschaft und Köhlerei ernährten nur sehr wenige Menschen. Intensive Landwirtschaft war aufgrund der Bodenverhältnisse nie sonderlich rentabel und wird bis in die Gegenwart kaum betrieben. Unmittelbar nordwestlich von Lemberg existierte seinerzeit das inzwischen untergegangene Dorf Gutenbach, dessen Gebiet Teil der Gemeindegemarkung ist.

Bis zum 12. Jahrhundert gehörte das Gebiet dem Kloster Hornbach, das 1198 mit Graf Heinrich I. von Zweibrücken einen Felsen zum Bau der Burg Lemberg gegen andere Ländereien tauschte. In der Folgezeit bildete sich ein Dorf am Fuß der Burg, die zum Territorium der Grafschaft Zweibrücken gehörte. Lemberg lag ab Ende des 13. Jahrhunderts samt seinem gleichnamigen Amt in der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Lemberg.Knöpp, S. 10Matt, S. 9. Zu Lemberg gehörten darüber hinaus eine Glashütte, die Langmühle, eine Pulvermühle, der Rodalber Hof, der Ruhbankerhof, der Salzwooger Hof und der Stephanshof, damals Stephansbrunn genannt. Bis zum Aufstieg von Pirmasens war Lemberg der bedeutendste Ort in der Umgebung und Sitz der Verwaltung des Amtes Lemberg.

Frühe Neuzeit 1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (1510–1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Lemberg – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen. Dem Amt Lemberg unterstand das gleichnamige Unteramt, das neben der Gemeinde die Orte Burgalben, Donsieders, Fehrbach, Gersbach, Höheinöd, Höhfröschen, Pirmasens, Thaleischweiler, Thalfröschen, und Winzeln umfasste.

Die Burg wurde 1636 im Dreißigjährigen Krieg teilweise und 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg endgültig zerstört, die Ruine später als Steinbruch genutzt. 1697 wurde der Sitz des Amtes Lemberg in das weniger stark zerstörte Pirmasens verlegt, das mit der späteren Gründung der landgräflichen Residenz Ludwigs IX. von Hessen-Darmstadt endgültig Lemberg als wichtigsten Ort der Region ablöste.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte von Hanau-Lichtenberg (1700–1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (1691–1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg an deren gemeinsamen Sohn Ludwig (IX.) und damit an das Haus Hessen-Darmstadt.

Neuzeit Im Zuge der Französischen Revolution fiel der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit das Amt Lemberg sowie Lemberg – 1794 an Frankreich, wo es zum Département Donnersberg (Mont Tonnerre) gehörte. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Pirmasens eingegliedert und bildete eine eigene Mairie. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde der Ort 1815 zunächst Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später kam Lemberg zum bayerischen Rheinkreis.Beamtenverzeichniß. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Pirmasens an; aus diesem ging das Bezirksamt Pirmasens hervor. Die spätere Pfalz war nach dem Ersten Weltkrieg bis 1930 erneut französisch besetzt.

1939 wurde Lemberg in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 20. Oktober 1956 wurde die bislang zu Lemberg gehörende Siedlung Ruhbank nach Pirmasens umgemeindet. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Pirmasens-Land zugeordnet.

Bevölkerung Einwohnerstatistik Lemberg war nach dem Dreißigjährigen Krieg weitgehend verlassen und verfallen und nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg zunächst vollständig entvölkert. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 1050 Einwohner. Das zeitweise starke Wachstum Lembergs kam zum Stillstand. Die Verluste aus Wegzug aus der Region und Bevölkerungswandel wurden jedoch unter anderem mit Zuzügen aus der Kreisstadt Pirmasens ausgeglichen, was der hervorragenden Wohnlage zu verdanken ist.

Konfessionsstatistik Mit Stand Juni 2005 waren 61,3 % der Einwohner evangelisch und 22,4 % katholisch. Die übrigen 16,3 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Lemberg Stand: 31. Dezember 2005 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Mit Stand November 2025 waren von den Einwohnern 43,1 % evangelisch und 18,1 % katholisch; 38,8 % gehörten sonstigen oder keinen Glaubensgemeinschaften an.Einwohnerstatistik, abgerufen am 14. Dezember 2025

Christentum Im Jahr 1202 bildete Lemberg eine Filiale der Pfarrei Pirmasens. Siedler, die nach dem Dreißigjährigen Krieg zugewandert waren, waren meist evangelisch. Inzwischen verfügt der Ort auch über eine katholische Kirche, da sich der katholische Bevölkerungsanteil während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Neubürger erhöht hat. Die Katholiken gehören zum Dekanat Pirmasens im Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Lemberg besteht aus 20 Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WGH Gesamt 2024 12 – 8 – 20 Sitze 2019 11 4 5 – 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 10 4 4 2 20 Sitze 2009 10 5 3 2 20 Sitze 2004 9 6 2 3 20 Sitze FWG = Freie Wählergemeinschaft Lemberg e. V. WGH = Wählergruppe Horder e. V.

Bürgermeister Martin Niebuhr (SPD) wurde am 15. August 2019 Ortsbürgermeister von Lemberg. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 75,15 % gewählt worden. Niebuhrs Vorgänger Heinrich Hoffmeister (SPD), der das Amt 20 Jahre ausgeübt hatte, war nicht erneut angetreten. Martin Niebuhr wurde bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 67,8 % der Stimmen für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Wappen

Partnergemeinden Seit 1961 unterhält die pfälzische Gemeinde Lemberg eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Lemberg (Moselle).

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Kulturdenkmäler mini|Ruine der Burg Lemberg Die Burgruinen Lemberg und Ruppertstein sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Erstere befindet sich am Ortsrand und wurde 1230 als „Castrum Lewenberc“ erstmals urkundlich erwähnt – aus Löwenberg leitet sich letztendlich der Ortsname ab. An der Burgruine befindet sich eine Ausstellung zu ihrer Geschichte.