Maren Hammerschmidt (* 24. Oktober 1989 in Frankenberg) ist eine ehemalige deutsche Biathletin, die von 2015 bis 2021 regelmäßig im Weltcup lief. Ihr größter Erfolg ist der Weltmeistertitel mit der deutschen Staffel 2017. Darüber hinaus gewann sie 2016 WM-Staffelbronze und erreichte im Dezember 2015 zwei zweite Plätze in Weltcup-Einzelrennen.

Leben Maren Hammerschmidt stammt aus Winterberg und begann beim SK Winterberg unter Thomas Pawliczek und Carsten Pieper mit dem Biathlon, nachdem sie in der ersten Klasse der Grundschule gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Janin an einem Schnupperkurs teilgenommen hatte. Nach dem Schulabschluss wechselten die Schwestern zuerst ins Werdenfelser Land, um in Mittenwald bei Bernhard Kröll zu trainieren. Janin beendete 2011 verletzungsbedingt ihre Karriere. 2012 wechselte Maren nach Ruhpolding, wo sie bis zu ihrem Karriereende am dortigen Olympiastützpunkt in der Chiemgau-Arena trainierte. Sie wurde dort von Remo Krug, Tobias Reiter und zuletzt von Kristian Mehringer und Florian Steirer trainiert.

Von August 2008 bis zu ihrem Karriereende 2022 gehörte Hammerschmidt dem Zoll-Ski-Team an. Seitdem arbeitet sie in der Kommunikationsabteilung des Deutschen Skiverbands. Seit 2023 ist sie hauptverantwortliche Pressesprecherin für Biathlon und Skilanglauf.

Maren Hammerschmidt engagiert sich aktiv für den Tierschutz. So unterstützt sie aktiv vor Ort eine Organisation, die sich für Kastrationsprojekte und Tierheime für Straßenhunde in Rumänien einsetzt. auf biathlon-news.de, abgerufen am 27. März 2017. Im Juli 2016 ließ sie sich für die PETA-Kampagne „Lieber nackt als im Pelz“ ablichten.Dafür läßt Maren Hammerschmidt gerne die Hüllen fallen auf Westfalenpost – wp.de, abgerufen am 27. März 2017. Sie ist Botschafterin des Vereins Athletes for Ukraine.

Werdegang Anfänge (2007 bis 2011) Maren Hammerschmidt bestritt ihre ersten internationalen Rennen im Rahmen des European Youth Olympic Festival 2007 in Jaca, wo sie Fünfte des Sprintrennens wurde und im Verfolgungsrennen die Bronzemedaille gewann. Ein Jahr später folgten die Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften 2008 in Ruhpolding. Im Sprint gewann sie zunächst vor Elise Ringen und ihrer Schwester den Titel, in der anschließenden Verfolgung fiel sie jedoch beim Sieg ihrer Schwester aufgrund von zehn Schießfehlern auf den neunten Rang zurück. Im Einzel wurde sie 32., im Staffelrennen gewann sie als Startläuferin mit ihrer Schwester und Nicole Wötzel ihren zweiten Titel. Gute Ergebnisse erreichte Hammerschmidt auch 2009 in Canmore, ohne jedoch als Elfte im Einzel, Siebte im Sprint und Zehnte der Verfolgungsrennens wieder Medaillen zu gewinnen. Diese gewann sie wieder 2010 in Torsby. Im Einzel kam sie auf den 21. Platz, im Sprint gewann sie wie schon zwei Jahre zuvor vor Sophie Boilley und Synnøve Solemdal den Titel. Im Verfolger fiel sie hinter Boilley, Anastassija Kalina und Solemdal auf den vierten Rang zurück. Im Staffelrennen gewann sie mit Miriam Behringer und Wötzel die Bronzemedaille. National gewann Hammerschmidt 2009 in Bayerisch Eisenstein und 2010 in Clausthal-Zellerfeld den Titel im Sprint bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften. Im Deutschlandpokal der Junioren gewann sie zwei, bei den Frauen seit 2010 vier Rennen.

Gegen Ende der Saison 2009/10 gab Hammerschmidt ihr internationales Debüt bei den Frauen im IBU-Cup. Schon in ihrem ersten Sprintrennen gewann sie als Zehnte in Pokljuka erste Punkte. 2011 verbesserte sie ihr bestes Resultat in der Rennserie auf einen sechsten Rang in einem Sprint in Ridnaun.

Gesamtsieg im IBU-Cup (2011 bis 2015) In der Saison 2011/12 erreichte Maren Hammerschmidt als Zweite im Einzel hinter Jacquemine Baud in Forni Avoltri erstmals eine Podiumsplatzierung im IBU-Cup. Hinzu kam in Canmore der zweite Platz im Sprint. Durch ihre beständigen Ergebnisse in den Top 20 erreichte sie den Sieg in der Gesamtwertung sowie in der Sprint- und Einzelwertung. Ihre ersten internationale Meisterschaften bei den Frauen wurden die Europameisterschaften 2012 in Osrblie. Im Einzel wurde Hammerschmidt Sechste, im Sprint 13. und im Verfolgungsrennen Zehnte. Mit Nadine Horchler, Carolin Hennecke und Juliane Döll gewann sie als Startläuferin im Staffelrennen hinter den Staffeln aus der Ukraine und Russland die Bronzemedaille. Durch den Sieg im IBU-Cup gab sie ihr Debüt beim Weltcupfinale in Chanty-Mansijsk und konnte dort im Sprint mit Platz 34 erste Weltcuppunkte sammeln. In der anschließenden Verfolgung verbesserte sie sich auf Platz 26. Für den folgenden Massenstart konnte sie sich knapp nicht qualifizieren. Im Winter 2012/13 kam sie noch viermal im Weltcup zum Einsatz, wobei ein 34. Platz in der Verfolgung von Antholz ihr bestes Ergebnis blieb. Im Übrigen ging sie, wie auch in den Wintern 2013/14 und 2014/15, ausschließlich im IBU-Cup sowie im Deutschlandpokal an den Start.

Rückkehr in den Weltcup und WM-Gold (2015 bis 2017) mini|links|hochkant|Maren Hammerschmidt in Oberhof In der Vorbereitung zur Saison 2015/16 erkämpfte sich Maren Hammerschmidt durch gute Leistungen einen Startplatz im Weltcupteam und errang zum Saisonauftakt am 29. November 2015 in Östersund zusammen mit Daniel Böhm den dritten Platz in der Single-Mixed-Staffel und damit ihre erste Podiumsplatzierung im Weltcup. Knapp zwei Wochen später, am 11. Dezember 2015, gelang ihr in Hochfilzen ihr bisher bestes Weltcupergebnis, als sie im Sprint ohne Schießfehler hinter Teamkollegin Franziska Hildebrand den zweiten Platz belegte. Im anschließenden Verfolgungswettkampf konnte sie dieses Ergebnis bestätigen und erreichte mit zwei Schießfehlern hinter Laura Dahlmeier erneut den zweiten Platz. Aufgrund ihrer starken Ergebnisse wurde sie für ihre erste Damenstaffel nominiert. An der Seite von Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Franziska Preuß wurde sie auch hier Zweite. In Pokljuka konnte sie sich erstmals für einen Massenstart im Weltcup qualifizieren und erreichte den 14. Rang. In Ruhpolding startete sie erneut in einem Massenstart und wurde auf Platz fünf gewertet, nachdem sie sich im Zielsprint noch mit Tiril Eckhoff verhakt hatte und gestürzt war. In der Staffel wurde sie nach zwei Strafrunden von Miriam Gössner auf dem elften Platz mit fast zwei Minuten Rückstand auf die Spitze ins Rennen geschickt. Mit einer beherzten Leistung und Laufbestzeit brachte sie die deutsche Mannschaft zurück auf Rang zwei und übergab mit 28 Sekunden Rückstand auf Laura Dahlmeier, die sich am Ende nur Olena Pidhruschna im Zielsprint geschlagen geben musste. Die Rennen in Antholz, Canmore und Presque Isle ließ Hammerschmidt aus, um sich ausgiebig auf die Biathlon-Weltmeisterschaften 2016 vorzubereiten. Aufgrund ihrer guten Platzierungen während der Saison und der Leistungen in Oslo wurde sie für die Staffel nominiert und gewann gemeinsam mit Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier Bronze und damit ihre erste Medaille bei Weltmeisterschaften.

Maren Hammerschmidt wurde für die Saison 2016/17 in den A-Kader des Deutschen Skiverbandes aufgenommen und der Lehrgangsgruppe 1a zugeteilt. Bei den Deutschen Meisterschaften 2016 stand sie in Altenberg zwei Mal auf dem Podium und belegte in der Pokalwertung den dritten Platz. Die ersten Einzelrennen im Weltcup verliefen ähnlich durchwachsen wie in der Vorsaison, bei fünf Starts erreichte sie in zwei Rennen die Punkteränge nicht. Trotzdem wurde sie beim Weltcup in Pokljuka in der Damenstaffel aufgestellt und gewann gemeinsam mit Vanessa Hinz, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier ihr erstes Weltcuprennen. Zum Weltcup ins tschechische Nové Město na Moravě reiste Hammerschmidt zwar, ihre Startplätze wurden jedoch an Denise Herrmann vergeben. Die ersten Heimrennen nach der Weihnachtspause in Oberhof beendete sie auf Rang fünf und vier und qualifizierte sich damit für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Hochfilzen. In Ruhpolding und Antholz gehörte sie erneut zur deutschen Damenstaffel, die beide Rennen gewann. In die Weltmeisterschaften startete sie mit einem 55. Platz im Sprint und einem 40. Platz in der Verfolgung wenig erfolgreich. Im Einzelwettkampf über 15 km belegte sie mit zwei Schießfehlern und den daraus resultierenden zwei Strafminuten den 7. Rang, weniger als eine Minute hinter den Medaillenrängen. Mit der gleichen Aufstellung wie in Pokljuka und Antholz bestritt die deutsche Mannschaft das Staffelrennen. Obwohl Hammerschmidt an der zweiten Position im stehenden Anschlag alle Nachladepatronen brauchte, konnte sie eine Position gutmachen, am Ende gewann die deutsche Staffel die Goldmedaille. Beim Weltcup in Pyeongchang wurde sie nach durchwachsenen Ergebnissen im Sprint- und Verfolgungsrennen erneut für die deutsche Damenstaffel nominiert. Nachdem die Führende des Gesamtweltcups, Laura Dahlmeier, nicht für die Staffel aufgestellt worden war und da sowohl Franziska Preuß als auch Vanessa Hinz krankheitsbedingt fehlten, siegte die Staffel mit der Besetzung Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt, Denise Herrmann und Franziska Hildebrand. Maren Hammerschmidt startete bei allen Staffelrennen des Winters, die auch alle durch die deutsche Mannschaft gewonnen wurden. Das Mixed-Staffelrennen in Kontiolahti beendete sie gemeinsam mit Nadine Horchler, Benedikt Doll und Arnd Peiffer auf dem zweiten Platz. Sie war ein Teil der deutschen Damenmannschaft, die in diesem Winter den Nationen- und den Staffelweltcup, sowie gemeinsam mit den Männern den Mixed-Staffel-Weltcup, gewann.

Erste Olympiateilnahme und Sprunggelenks-OP (2017 bis 2019) In der Vorbereitung auf den Winter 2017/18 wurde Maren Hammerschmidt erneut dem A-Kader des DSV und der ersten Lehrgangsgruppe zugeteilt. Im Sommer gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften Silber im Sprint. In ihrem ersten Rennen der Saison, der Mixedstaffel im schwedischen Östersund, erreichte sie gemeinsam mit der aus einer Krankheitspause zurückgekehrten Franziska Preuß sowie Benedikt Doll und Arnd Peiffer den dritten Rang. Mit einem neunten Platz im Sprintrennen in Annecy erfüllte Hammerschmidt die vom DSV geforderte Qualifikationsnorm für die Olympischen Winterspiele. Neben einem sechsten Platz beim Sprint in Antholz war dies die einzige Top-10-Platzierung vor den Winterspielen, sie beendete mit einer Ausnahme alle Einzelrennen in den Punkterängen. In Pyeongchang griff sie erst im Einzel über 15 km ins Wettkampfgeschehen ein, nach drei Schießfehlern beendete sie das Rennen als schlechteste Deutsche auf dem 17. Platz. Für den Massenstart qualifizierte sie sich nicht. Obwohl Hammerschmidt bis zu diesem Zeitpunkt in jedem Staffelrennen, das sie im Rahmen des Weltcups, des IBU-Cups, Biathlon-Europameisterschaften sowie durch die IBU ausgerichtete Jugend- und Juniorenmeisterschaften bestritt, auf dem Podium stand, wurde sie weder für das Mixed-Staffelrennen noch für das Staffelrennen der Damen berücksichtigt. Vor dem nächsten Weltcup im finnischen Kontiolahti zog sich Hammerschmidt eine Verletzung an den Bändern des linken Sprunggelenks zu. In den Staffelrennen wurde sie nicht eingesetzt, trotz ihrer Beeinträchtigung erreichte sie im Sprint die zwölfte und im Massenstartrennen sogar die fünftbeste Laufzeit des gesamten Starterfelds.