Jean Denis Römer (* 13. Juni 1967 in Berlin) ist ein deutscher Film- und Theaterschauspieler sowie Synchronsprecher.
Leben Jean Denis Römer ist der Sohn eines Werkzeugmachers und einer Kindergärtnerin. Er wuchs in Ost-Berlin auf. In den Jahren 1977 bis 1979 war er Mitglied im Knabenchor Omnibus und absolvierte zahlreiche Auftritte, beispielsweise bei Ein Kessel Buntes im Fernsehen der DDR. Er war unter anderem als Baufacharbeiter, Berufssoldat, Wachmann, Abiturient und Hauspfleger tätig. Ehrenamtlich engagierte er sich ab Mitte der 1990er Jahre für einige Jahre in der Jugendclubszene.
Von 1992 bis 1996 nahm Römer privaten Schauspielunterricht bei S. Wartmann und C. Rabahri. In den Jahren 2000 bis 2004 war er im Schauspieltraining bei Ilka C. Felcht., abgerufen am 7. Oktober 2023 Er spielte in vielen Produktionen der freien Berliner Theaterszene; unter anderem 1999 im Theater am Kurfürstendamm im Stück Cabaret unter der Regie von Michael Wedekind, im Jahr 2000 im Theater des Westens in der Rolle des Orje in dem Stück Zille sein Milljöh des Regisseurs B. Köllinger und 2005 im Saalbau Neukölln in der Rolle des Herrn John in Die Ratten unter der Regie von Rüdiger W. Kunze. 2008 stand er in der Nollywood-Star-Show Loving Lagos unter der Regie von Charles Inojie auf der Bühne des Berliner HAU. Mit der freien Gruppe Wild Bunch Theater arbeitet er seit 1997 bis heute und war auf vielen nationalen und internationalen Theaterfestivals u. a. in Süd-Korea, den USA, Brasilien, Kanada, Litauen, Russland, Belgien, Ungarn, Mazedonien, England, Frankreich, Tschechien und der Schweiz vertreten.
Im Film war er anfangs in den Jahren 1997 bis 2000 für mehrere Folgen in der Daily Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu sehen. Danach spielte er in vielen kleinen TV- und Kinorollen, so u. a. 2002 in dem Actionthriller Maximum Speed – Renn um dein Leben des Regisseurs Sigi Rothemund und 2006 in Der Rote Kakadu (Regie: Dominik Graf). Er wirkte auch in der Pilotfolge der Serie KDD von Matthias Glasner mit, in der 3. Staffel von Weissensee unter der Regie von Friedemann Fromm sowie in Christoph Hochhäuslers Beitrag zur Film-Trilogie Dreileben und Unsere Mütter, unsere Väter und mehrmals unter der Regie von Roland Suso Richter im Spreewaldkrimi, im Tatort Schwarze Tiger, weiße Löwen und in Die Grenze.
Mit dem Regisseur Florian Anders (PeeWee Horris) arbeitet er seit 2005 Franziska Spiegel – Eine Erinnerung kontinuierlich in oft anspruchsvollen Charakterstudien. In seinem ersten Kinofilm Feet in the Mouth spielt er einen Vergewaltiger. 2021 hatte der neue Kinofilm Ich kauf mir deine Angst bei den Hofer Filmtagen Premiere. J. D. spielten einen rechten Wutbürger an der Seite von Samuel Koch. 2023 war er erneut in einer Rolle im neuen Filmprojekt Hör mir zu dabei.
2011 war er in einer tragenden Rolle als Geisel in der nigerianischen Kinoproduktion In the Creek von Tarila Thompson dabei. Die ca. sechswöchigen Dreharbeiten mit internationaler Crew fanden in Bayelsa/Nigerdelta statt. Der Film soll noch fertig gestellt werden. Ende 2012 spielte er in einer der Hauptrollen einen Pädophilen im indischen Arthouse-Film Baga Beach, der unter der Regie von Laxmikant Shetgoankar in Goa gedreht wurde. Der Film feiert im November 2013 seine festliche Welturaufführung beim internationalen Filmfestival IFFI in Goa. Außerdem wirkte er 2010 auch in den englischsprachigen Filmproduktionen Hitlers Grave von Daryush Shokof und 2012 in For those whose god is dead von Jeremiah Mosese mit.
Die Kurzfilme AARGH von Philip Hillers, The Document, Die Fliege, Ebene 4 und Reise ohne Rückkehr-Endstation Frankfurter Flughafen und der Kinofilm Afterwards von Kivmars Bowling liefen auf vielen nationalen und internationalen Festivals und wurden mehrfach prämiert. Im Kinofilm Glanz & Gloria (2012) war er auch in einer der Hauptrollen mit Alexander Marcus und Bela B. zu sehen. Im Kinofilm Vergrabene Stimmen (2012) von und mit Numan Acar war er in einer Nebenrolle in einem prominent besetzten Berliner Gangsterdrama zu sehen.
2021 feierte der Film Mit reinem Gewissen von Jan Wilde beim Achtung Berlin – Filmfestival seine Premiere. J.D. spielte eine Ensemble-Hauptrolle, an der Seite von Dieter Rita Scholl und Idil Üner u. a. Er war auch für das Coaching der Schauspieler bei den Proben zuständig.
Mit Ugly führte er erstmals Regie in einem Kurzfilm. Leander Lesotho spielte die Hauptrolle. Einen zweiten eigenen Kurzfilm hat er gerade beendet.
Mit dem Independent-Film-Regisseur Tor Iben hat er in den letzten Jahren häufiger gearbeitet. Eine Hauptrolle spielte er gerade in einem neuen Film-Projekt.
Zuletzt hatte er eine einprägsame Rolle als Nazi-Richter in dem neuen Kinofilm In Liebe eure Hilde von Andreas Dresen, der auf der diesjährigen Berlinale uraufgeführt wurde. Er hat auch in zahlreichen Rap-Musikvideos u. a. für Capital Bra, Azet, Flexis & Chefket, Bozza, Bones MC u. a. mitgespielt. Zuletzt auch für SDP, Tiger Lillies, Pain und Universal Mind.
Als Synchronsprecher/Sprecher war er in einigen Produktionen aktiv, unter anderem in dem Kinofilm Out in Ostberlin der Regisseure Jochen Hick und Andreas Strohfeldt, dem Dreiteiler Der Wunschbaum des Regisseurs Dietmar Klein und für das Aktionsbündnis gegen AIDS/-Medikamente für Afrika. Er war als Sprecher auch für Imagefilme über Trebbin und für die Firma BDBOS, einem Berlin-Audio-Stadtführer und in einigen Teasern für das „Zauberschloss“ im FEZ als „sprechender Hut“ sowie 2023 für den Kino-Dok-Film Der laute Frühling tätig. Mit dem Aktionskünstler Ori Jauch hat er zwei Kunstvideos verwirklicht, u. a. als Sprecher und Erzähler.
Römer lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.
Filmografie (Auswahl)
Theaterrollen (Auswahl) 2022–2024: Morgen reden wir über gestern Wild Bunch Theater Berlin, Regie: Clarissa Schewe 2013–2016: Die kleinen Honigdiebe Wild Bunch Theater Berlin, Regie: Ilka C.Felcht 2010: Kunst & Kapital Theaterkapelle Berlin / HFS, Regie: N. Mockridge 2008: Going to LagosHAU 2 Berlin/Nollywood Extraverganza, Regie: Charles Inoji 2005: Die Ratten nach Gerhart Hauptmann, Saalbau Neukölln Berlin, Regie: Rüdiger W. Kunze 2005: Herbstzeitlose Rote Laterne Berlin, Regie: Orsa Repp 2000: SommerGäste nach M. Gorki, RAW-Tempel Berlin, Regie: Jochen Henke 2000: Zille sein Milljöh Theater des Westens Berlin, Regie: Dr. B. Köllinger 2000: Spirit Connected The Deptford Albany Greenwich, Regie:Szu Chao Kao 1997–2020: Request Stop Wild Bunch Theater Berlin, Regie: Ilka C.Felcht
Preise 2021: Mit reinem Gewissen beim Achtung Berlin – Filmfestival 2021: Ich kauf mir deine Angst bei den Hofer Filmtagen 2014: Sharvani Productions’ - INDIAN NATIONAL AWARD – Best Konkani Film für BAGA BEACH 2014: Vergrabene Stimmen Max-Ophüls-Festival 2013: Hessischer Hochschul-Filmpreis für Pieces of Venus 2013: The Document beim Filmfestival in Cannes 2010: Aargh beim Max-Ophüls-Festival 1998: Henessy Award für Werbefilm Bosch-Manuel, Helga & Jürgen, 3. Preis
Weblinks
Jean Denis Römer bei castforward.de Agentur Eberstein – Jean-Denis Römer The Wild Bunch – Junges Theater aus Berlin
Einzelnachweise
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