Trages ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Kitzscher im Landkreis Leipzig. Er wurde am 1. Juli 1976 nach Hainichen eingemeindet, mit dem er am 1. Januar 1998 zur Stadt Kitzscher kam.

Geographie mini|Aussichtsturm auf der Halde Trages Geographische Lage Trages liegt etwa 19,5 Kilometer südsüdöstlich der sächsischen Großstadt Leipzig. Westlich des Ortes befindet sich Halde Trages, die beim Aufschluss des Tagebaus Espenhain entstanden ist und eine der höchsten Erhebungen des Direktionsbezirks Leipzig darstellt.

Nachbarorte

Geschichte mini|links|Andreaskirche Trages mini|Dorfteich mit Blick zur Kirche mini|Gedenkstein für die von den Rutschungen der Halde Trages betroffenen Einwohner

Die Gegend von Trages war vermutlich bereits um das Jahr 600 von Sorben besiedelt. Erste Anzeichen für das Bestehen des Straßendorfs Trages datieren zu Beginn des 13. Jahrhunderts. In einer Urkunde des Leipziger Ratsarchivs aus dem Jahre 1216 wird ein Ritter Albertus de Droguz als Zeuge genannt, was auf die Existenz eines deutschen Herrensitzes am Nordrand des Ortes im Bereich des Kirch-, Pfarr- und Gutshofs deutet., abgerufen am 6. Januar 2012.Die Wallburg Pfarrwall auf www.sachsens-schloesser.de Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1330 als Draguz.Vgl. Im Deutschen Bauernkrieg 1524/25 waren auch 20 Männer aus Trages dabei. Einer von ihnen, ein Wortführer mit Namen Hans Krebs, wurde in Altenburg hingerichtet. Trages besaß bereits vor der Reformation eine Pfarrkirche, sie wurde 1739 wegen Baufälligkeit abgerissen und 1741 neu errichtet. Seit 1824 erklingt in ihr eine Orgel von Christian Carl David Beyer aus Großzschocher. Die Kirche des Nachbarorts Hainichen ist bis in die Gegenwart Filialkirche der Pfarrkirche Trages.

Bezüglich der Grundherrschaft gehörte Trages im Jahr 1548 anteilig zum Rittergut Großzössen und als Amtsdorf zum kursächsischen Amt Borna. Der Rittergutsanteil von Trages unterstand im Jahr 1764 dem Rittergut Mölbis. August Schumann nennt 1824 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Trages betreffend u. a.:

Trages lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Borna.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Borna und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.

Als 1937 nördlich von Espenhain mit dem Aufschluss des Tagebaus Espenhain begonnen wurde, mussten die als erstes ausgehobenen Abraummassen untergebracht werden. Auf dem ausgewählten Kippengebiet westlich des namensgebenden Ortes Trages waren vorher Feldfluren und das Waldgebiet des Ober- und Untergebirkigt. Fehlende geotechnische Erfahrung bei der Verkippung und Vernachlässigung der Haldenentwässerung erzeugten die Gefahr von Rutschungen. Zwischen 1952 und 1959 gingen an der Ostböschung der Halde Trages neun Rutschungen ab, wovon eine am 12. Dezember 1958 bis in die Ortslage Trages reichte und dabei ein Anwesen zum Teil verschüttet wurde. Ein Gedenkstein erinnert seit dem 27. Oktober 2000 an diese Ereignisse.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde die Gemeinde Trages dem Kreis Borna im Bezirk Leipzig angegliedert. Am 1. Juli 1976 wurde Trages nach Hainichen eingemeindet. Seit 1990 gehörte Trages als Ortsteil der Gemeinde Hainichen zum sächsischen Landkreis Borna, der 1994 im Landkreis Leipziger Land und 2008 im Landkreis Leipzig aufging. Mit der Eingemeindung von Hainichen in die Stadt Kitzscher ist Trages seit dem 1. Januar 1998 ein Ortsteil von Kitzscher.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 1998 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 21 kB), abgerufen am 6. Januar 2012.

Der zentrale Dorfteich, welcher zugleich als Löschwasser-Reservoire dient, wurde ab 2018 umfangreich saniert. Zwischen 2018 und 2022 wurde Trages an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1548/51 24 besessene Mann, 20 Inwohner, 31 Hufen1764 27 besessene Mann, 14 Häusler, 31 Hufen1834 2331871 268 Jahr Einwohnerzahl1890 2781910 2371925 2561939 215 Jahr Einwohnerzahl1946 4131950 3791964 216

Literatur

Weblinks

Trages auf der Website der Stadt Kitzscher

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig) Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Kitzscher