mini|Wohnblocks im sowjetischen Stil mini|Küstenstraße am östlichen Ende der Stadt Sumqayıt [] (, ) ist mit etwa 346.400 Einwohnern (Stand: 2021) die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans. Sie liegt rund 30 Kilometer von der Hauptstadt Baku entfernt im Norden der Halbinsel Abşeron am Kaspischen Meer. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 96 km².

Geschichte Sumqayıt ist eine noch junge und schnell wachsende Stadt; sie wurde erst im Jahre 1949 gegründet. In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 328 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.

1988 kam es zu einem Pogrom an Armeniern, die in Sumqayıt lebten. Die gesamte armenische Gemeinde wurde entweder ermordet oder nach Armenien vertrieben. Das Massaker stellte einen der bedeutendsten Tiefpunkte des Bergkarabach-Konflikts dar.Massaker in Sumgait, Die Zeit, 23. August 1991, Nr. 35Dirk Kurbjuweit: Sumgait ist weit, Die Zeit, 8. April 1988, Nr. 15

2014 betrug die Einwohnerzahl 294.500. auf der Website des Azərbaycan Respublikasının Dövlət Statistika Komitəsi (Staatliches Statistikkomitee der Republik Aserbaidschan)

Wirtschaft Sumqayıt ist mittlerweile die größte Industriestadt Aserbaidschans mit mehr als 30 Großbetrieben, die vorwiegend zur chemischen und metallverarbeitenden Industrie gehören. Auf der Abşeron-Halbinsel liegen riesige Ölfelder, auf denen bereits im 8. Jahrhundert n. Chr. Öl gewonnen wurde.

Verkehr Am 16. November 2018 wurde ein neuer Personenbahnhof in Sumqayıt eingeweiht. Er weist sieben Bahnsteiggleise mit einer Gesamtlänge von mehr als 5.000 Metern auf. In der Verbindung nach Baku werden seit 2015 (auch) moderne Doppelstock-Züge des Typs Kiss von Stadler Rail eingesetzt. New railway Station complex opened in Azerbaijan [nach einer Pressemitteilung von AZD JSC]. In: OSJD Bulletin 5–6/2018, S. 45f.

Bildung

Sport In der Stadt liegt das Mehdi-Hüseynzadə-Stadion, das Heimstadion der Vereine FK Gənclərbirliyi Sumqayıt und Sumqayıt PFK.

Umweltverschmutzung Die Stadt gehörte neben Linfen und Tianying in China, Sukinda und Vapi in Indien, La Oroya in Peru, Dserschinsk und Norilsk in Russland, Tschornobyl in der Ukraine und Kabwe in Sambia im Jahr 2007 zu den zehn schmutzigsten Städten der Welt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in Sumqayıt so billig wie möglich Synthesekautschuk, Aluminium, Reinigungsmittel und Pestizide hergestellt werden.

Da die Industrie weitestgehend ohne Rücksichtnahme auf Umweltschäden arbeitet, sind die Stadt und ihre direkte Umgebung stark durch karzinogene, mutagene und teratogene Chemieabfälle belastet. Die Krebsrate innerhalb der Bevölkerung ist signifikant höher, ebenso die Sterblichkeit von Neugeborenen. Zudem kommen viele Kinder mit Missbildungen oder Behinderungen auf die Welt.Schmutzige Orte: Sumgait, Aserbaidschan, Spiegel Online, 13. September 2007 des Blacksmith Institute 2007

Söhne und Töchter der Stadt Valentina Popová (* 1960), slowakische Tischtennisspielerin sowjetischer Herkunft Əlixan Səmədov (* 1964), Musiker Alexander Ilitschewski (* 1970), russischer Physiker, Dichter und Autor Şahin İmranov (* 1980), Boxer İlham Zəkiyev (* 1980), Judoka Rəfael Ağayev (* 1985), Karateka Şəhriyar Məmmədyarov (* 1985), Schachspieler Türkân Məmmədyarova (* 1989), Schachspielerin Vasif Durarbəyli (* 1992), Schachspieler Misrətdin İsgəndərov (* 1995), Schachspieler Elçin Mustafayev (* 2000), Fußballspieler Rüfət Abdullazadə (* 2001), Fußballspieler Səbuhi Abdullazadə (* 2001), Fußballspieler İlahə Quliyeva (* 2007), Sprinterin

Städtepartnerschaften Ludwigshafen am Rhein, Deutschland, seit 1987 Tscherkassy, Ukraine

Literatur Schafiga Hadjiahmedova: Sumgayit: Stadt auf Sand. In: Bauwelt 36/2009 (= Stadt Bauwelt 183), Berlin 25. September 2009/100. Jahrgang, S. 70–73

Weblinks

Rohrwalzwerk in Sumgait (Aserbaidschan) Deutscher Fernsehfunk, 29. November 1965 (Video im ARD-Retro-Angebot der ARD Mediathek).

Einzelnachweise

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