mini|Kraftfahrzeugstander eines Seekommandanten Ein Kommandant der Seeverteidigung, kurz Seekommandant (SeeKo), war ein regionaler Küstenbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Die Seekommandanten waren regelmäßig Offiziere im Dienstgrad eines Konteradmirals oder eines Kapitäns zur See. In einigen Fällen wurden Offiziere in den Dienstgraden Korvettenkapitän und Fregattenkapitän als Seekommandant eingesetzt. Sie unterstanden den Bereichsbefehlshabern für das jeweilige Einsatzgebiet.
Den Seekommandanten unterstanden Hafenschutzboote, Werkstattschiffe und Landeinrichtungen der Marine einschließlich der Hafenkommandanturen in ihrem Verantwortungsbereich. So unterstanden beispielsweise dem Seekommandanten Elbe-Weser, Konteradmiral Rolf Johannesson, in den letzten Kriegsmonaten die vier Abschnitte Helgoland, Wesermünde-Bremerhaven, Cuxhaven und Brunsbüttel, deren Kommandanten im Februar 1945 zu Festungskommandanten ernannt wurden. Einige der Seekommandanturen im deutschen Reichsgebiet wurden nach Kriegsende von den Alliierten noch für einige Zeit mit administrativen Aufgaben zur Auflösung der Kriegsmarine betraut, bevor sie aufgelöst wurden.Rolf Johannesson: Offizier in kritischer Zeit. Mittler, Herford u. a. 1989, ISBN 3-8132-0301-8.
Seekommandanturen Entsprechend den großen Küstenlängen, die im Laufe des Krieges von Deutschland zeitweise besetzt wurden, entstand eine große Zahl von Seekommandanturen. Während in den besetzten Gebieten bereits ab Frühjahr 1940 Kommandanten der Seeverteidigung eingerichtet wurden,Walter Lohmann, Hans H. Hildebrand: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Sammelwerk in drei Bänden. O.O. 1956. Band II, Hauptkapitel XIII, Kapitel 2, S. 10 f. geschah das in den deutschen Küstengewässern erst im November 1944.Walter Lohmann, Hans H. Hildebrand: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Sammelwerk in drei Bänden. O.O. 1956. Band I, Hauptkapitel IX, Kapitel 6, S. 1 f.
Seekommandanten im Reichsgebiet ab 1944 Nordsee Kommandant der Seeverteidigung OstfrieslandGeorg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. 1. Band, Biblio-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 311. (November 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Deutsche Bucht Kommandant der Seeverteidigung Elbe-Weser (November 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Deutsche Bucht Kommandant der Seeverteidigung Nordfriesland (November 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Deutsche Bucht Ostsee Kommandant der Seeverteidigung Schleswig-Holstein und Mecklenburg (November 1944 bis Kriegsende) beim Admiral westliche Ostsee Kommandant der Seeverteidigung Pommern (November 1944 bis Kriegsende) beim Admiral westliche Ostsee
Kommandant der Seeverteidigung Ost- und Westpreußen, später in Kommandant der Seeverteidigung Ostpreußen und Kommandant der Seeverteidigung Westpreußen aufgeteilt (Dezember 1944 bis Kriegsende) beim Admiral östliche Ostsee Kommandant der Seeverteidigung Mecklenburg (geplant, kam kurz vor Kriegsende nicht mehr zur Einrichtung) beim Admiral westliche Ostsee
Seekommandanten in den besetzten Gebieten im Ostseeraum 1941 bis 1945 Kommandant der Seeverteidigung Libau, ehemaliger Kommandant der Seeverteidigung O, später Kommandant der Seeverteidigung Lettland (April 1941 bis Kriegsende) beim Admiral östliche Ostsee Kommandant der Seeverteidigung Riga, ehemaliger Kommandant der Seeverteidigung P (Mai 1941 bis November 1944) Kommandant der Seeverteidigung Reval, ehemaliger Kommandant der Seeverteidigung Q, später Kommandant der Seeverteidigung Estland und Kommandant der Seeverteidigung der Baltischen Inseln (April 1941 bis Dezember 1944) beim Admiral östliche Ostsee Kommandant der Seeverteidigung R (Leningrad) (Juli 1941 bis Februar 1944) beim Admiral Ostland
Seekommandanten in Dänemark ab 1944
Kommandant der Seeverteidigung dänische Inseln (April 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Skagerrak Kommandant der Seeverteidigung Nordjütland (April 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Skagerrak Kommandant der Seeverteidigung Südjütland (April 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Skagerrak
Seekommandanten in Norwegen ab 1940
Auflistung in Nord-Süd-Richtung Kommandant der Seeverteidigung Kirkenes aus Teilbereichen des Kommandanten der Seeverteidigung Tromsö beim Admiral der norwegischen Polarküste gebildet (März 1941 bis Dezember 1944) Kommandant der Seeverteidigung Hammerfest aus Teilbereichen des Kommandanten der Seeverteidigung Tromsö beim Admiral der norwegischen Polarküste gebildet (März 1942 bis Januar 1945) Kommandant der Seeverteidigung Tromsö, ehemals Kommandant der Seeverteidigung Polarküste (Juli 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Harstad aus Teilbereichen des Kommandanten der Seeverteidigung Narvik und des Kommandanten der Seeverteidigung Tromsö (Januar 1945 bis Kriegsende) beim Admiral der norwegischen Polarküste gebildet Kommandant der Seeverteidigung Narvik (Juni 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Sandnessjöen (Juli 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Drontheim (Juni 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Molde (April 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Bergen (April 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Stavanger (Mai 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Kristiansand-Süd (April 1940 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Oslofjord, ehemals Kommandant der Seeverteidigung Oslo (Mai 1940 bis Kriegsende) und direkt beim Marineoberkommando Norwegen
Seekommandanten in den Niederlanden ab 1940
Kommandant der Seeverteidigung von Nordholland (Juni 1940 bis Kriegsende) beim Admiral Niederlande Kommandant der Seeverteidigung von Mittelholland (November 1944 bis Kriegsende) beim Admiral Niederlande Kommandant der Seeverteidigung von Südholland (Juni 1940 bis November 1944) beim Admiral Niederlande
Seekommandanten in Belgien und an der französischen Kanalküste ab 1940 In diesem Bereich wurden ab 1940 zahlreiche Kommandanten der Seeverteidigung eingesetzt, die teilweise nur kurze Zeit bestanden und mehrfach reorganisiert wurden. Insgesamt bestanden folgende Seekommandanturen:Da die Geografie in diesem Bereich wechselnden Seekommandanturen zugeordnet war, ist die Liste nicht geografisch, sondern alphabetisch sortiert.
Kommandant der Seeverteidigung Boulogne (Februar 1941 bis Dezember 1941), auch Hafenkommandant Boulogne, später unter dem Kommandanten der Seeverteidigung Pas de Calais zusammengefasst Kommandant der Seeverteidigung Calais (Februar 1941 bis Dezember 1941), auch Hafenkommandant Calais, später unter dem Kommandanten der Seeverteidigung Pas de Calais zusammengefasst Kommandant der Seeverteidigung Cherbourg/Normandie (Juli 1940 bis Februar 1941, dann in Marineartilleriekommandeur Normandie und Seekommandant Cherbourg geteilt, beide Dienststellen im Dezember 1941 aufgelöst und Teile anschließend zum Kommandant der Seeverteidigung Normandie) beim Admiral Kanalküste Kommandant der Seeverteidigung Dünkirchen (Februar 1941 bis Dezember 1941), auch Hafenkommandant Dünkirchen, später unter dem Kommandanten der Seeverteidigung Pas de Calais zusammengefasst Kommandant der Seeverteidigung Flandern (Juli 1940 bis Februar 1941, dann bis September 1941 Marineartilleriekommandeur Flandern) beim Admiral Kanalküste Kommandant der Seeverteidigung Kanalinseln (Juli 1942 bis Kriegsende) Kommandant der Seeverteidigung Le Havre (Februar 1941 bis Dezember 1941) beim Admiral Kanalküste, ehemals Kommandant der Seeverteidigung Seine-Somme Kommandant der Seeverteidigung Normandie (im Dezember 1941 aus Marineartilleriekommandeur Normandie und Seekommandant Cherbourg aufgestellt, bis August 1944) beim Admiral Kanalküste Kommandant der Seeverteidigung Ostende, später unter dem Kommandanten der Seeverteidigung Pas de Calais zusammengefasst Kommandant der Seeverteidigung Pas de Calais (Juli 1940 bis Februar 1941, dann in Marinekommandant Pas de Calais und Kommandant der Seeverteidigung Pas de Calais aufgeteilt, im Dezember 1941 neu als Kommandant der Seeverteidigung Pas de Calais aufgestellt, bis Oktober 1944) beim Admiral Kanalküste Kommandant der Seeverteidigung Seine-Somme (August 1940 bis Februar 1941, dann in Marineartilleriekommandeur Seine-Somme und Kommandant der Seeverteidigung Le Havre aufgeteilt, von Dezember 1941 bis September 1944 wieder Kommandant der Seeverteidigung Seine-Somme) beim Admiral Kanalküste
Seekommandanten an der französischen Westküste ab 1940 Kommandant der Seeverteidigung der Bretagne (im Juli 1940 als Kommandant der Seeverteidigung Brest aufgestellt und im Dezember 1940 umbenannt) Kommandant der Seeverteidigung Loire-Gironde Kommandant der Seeverteidigung Gascogne
Seekommandanten an der französischen Südküste ab 1942 Kommandant der Seeverteidigung Toulon (kurzzeitig Ende 1942) Kommandant der Seeverteidigung Languedoc Kommandant der Seeverteidigung französische Riviera
Weitere Seekommandanten Neben den u. g. Kommandanten der Seeverteidigung existierten noch folgende weitere:
unter dem Admiral Adria: Kommandant der Seeverteidigung Albanien Kommandant der Seeverteidigung Dalmatien, später Kommandant der Seeverteidigung Süddalmatien und Kommandant der Seeverteidigung Norddalmatien Kommandant der Seeverteidigung Nordadria, später Kommandant der Seeverteidigung Istrien unter dem Admiral Ägäis: Kommandant der Seeverteidigung Dodekanes Kommandant der Seeverteidigung Lemnos Kommandant der Seeverteidigung Peloponnes Kommandant der Seeverteidigung N, später Kommandant der Seeverteidigung Saloniki Kommandant der Seeverteidigung Nordgriechenland Kommandant der Seeverteidigung Westgriechenland Kommandant der Seeverteidigung S, später Kommandant der Seeverteidigung Kreta Kommandant der Seeverteidigung Volos, ehemals Kommandant der Seeverteidigung L, später Kommandant der Seeverteidigung Attika unter dem Admiral Schwarzes Meer: Kommandant der Seeverteidigung U, vorgesehen als Kommandant der Seeverteidigung Kaspisches Meer, später Kommandant der Seeverteidigung Krim Kommandant der Seeverteidigung V, später Kommandant der Seeverteidigung Ukraine (bis Dezember 1942) Kommandant der Seeverteidigung W, später Kommandant der Seeverteidigung Kaukasus, Kommandant der Seeverteidigung Ostkrim, Kommandant der Seeverteidigung Ukraine und Kommandant der Seeverteidigung Rumänien Kommandant der Seeverteidigung X, später Kommandant der Seeverteidigung Westkrim unter dem Marineoberkommando Süd: Kommandant der Seeverteidigung Westadria (ab Januar 1945) Kommandant der Seeverteidigung Nordadria (ab Januar 1945) Kommandant der Seeverteidigung L: später Kommandant der Seeverteidigung Volos Kommandant der Seeverteidigung T (vorgesehen für Murmansk, aber doch nicht außer einem Stab aufgestellt, Juni 1941 bis Dezember 1942)Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. 1. Band, Biblio-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 320. beim Admiral der norwegischen Polarküste
Organisation mini|Organisation der Seekommandantur Elbe-Weser (1944) Grundsätzlich waren die Kommandanten der Seeverteidigung Zwischenvorgesetzte zwischen den Marinebefehlshabern und später den Kommandierenden Admiralen und den nachgeordneten Abteilungen, Kommandanturen und sonstigen Dienststellen.
Abschnitte In sehr großen Seekommandanturen gab es eine weitere Zwischenebene. Sie waren in Abschnitte aufgeteilt, deren Kommandeur als Kommandant im Abschnitt bezeichnet wurde und Vorgesetzter von Abteilungen und Kommandanturen war.
Hafenverantwortliche