mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Haselhorst
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Haselhorst beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Haselhorst mit entsprechenden historischen Bezügen. Die Zusammenstellung ist zudem Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick Haselhorst hat Einwohner (Stand: ) und umfasst den Postleitzahlenbereich 13599.
Lage der Straßen Im Ortsteil befinden sich 70 gewidmete Straßen und ein „benannter“ Platz. Die summierte Länge der in der Liste beschriebenen Straßen beträgt 27,3 Kilometer. Acht der Straßen gehören auch zu den benachbarten Ortsteilen. Da der Ortsteil fast gänzlich von Wasser umgeben ist, liegen seine Grenzen meist in den Wasserläufen. An der Bezirksgrenze zu Reinickendorf in der Havel (etwa 40 Meter südlich von Valentinswerder) beginnend liegt die Begrenzung am Nordufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals (Grenze zu Tegel) und geht am Saatwinkler Steg nach Süden in den Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal (Grenze zu Siemensstadt) bis zur Gartenfelder Brücke. Nach Süden gehören die Gartenfelder Straße / Paulsternstraße bis einschließlich der Kreuzung Nonnendammallee und diese nach Westen bis Boltonstraße zum Ortsteil. Am Südrand der Boltonstraße (außerhalb) und den Großen Spreeweg (innerhalb) zum Ostende der Alten Spree, in deren Mitte zur Mitte der Spree und als Grenze zu Spandau zur Einmündung in die Havel. In der Mitte der Havel nach Norden um die Zitadelle. Ab Höhe der Hakenfelder Körnerstraße, Nordende der Zitadellenumlandung mit Eintritt in den Spandauer See als Grenze zu Hakenfelde nach Westen und 100 Meter nördlich der Bastion Brandenburg nach Nordosten, dann im Ostbogen durch den Spandauer See und östlich von Eiswerder und Pionierinsel weiter im Spandauer See (Havel) je 80 bis 100 Meter vom Haselhorster Ufer und in der Havelmitte weiter. Schließlich 90 Meter nordöstlich der Insel Großer Wall wieder an die Bezirksgrenze zu Reinickendorf (Tegel).FIS-Broker Kartenanzeige Karte von Berlin 1:5000 (K5-Farbausgabe), abgerufen am 15. Oktober 2014.
Die wichtigste Ost-West-Verbindung ist der Straßenzug Am Juliusturm – Nonnendammallee, ergänzt von der Gartenfelder Straße (aus Tegel und dem Saatwinkler Damm zuführend). Die Daumstraße, der Straßenzug Haselhorster Damm / Rhenaniastraße und die Paulsternstraße (in Verlängerung des Nordteils der Gartenfelder Straße) sind die wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Die im Ortsteil liegenden Straßen Am Juliusturm, Daumstraße, Gartenfelder Straße (auf 430 Meter), Nonnendammallee, Paulsternstraße und der Ferdinand-Friedensburg-Platz gehören im Berliner Straßensystem zu den übergeordneten Straßenverbindungen (Kategorie II, etwa im Rang einer Landesstraße) und Ergänzungsstraßen in diesem System (Kategorie IV, vergleichbar einer Gemeindeverbindungsstraße) sind Gartenfelder Straße (1110 Meter), Haselhorster Damm, Kleine Eiswerderstraße, Pohleseestraße, Rhenaniastraße und Saatwinkler Damm.
Entwicklung des Straßensystems Das Haselhorster Ufer der Havel war im 19. Jahrhundert vollständig mit Rüstungsbetrieben bebaut, insbesondere mit der bereits 1722 auf dem Plan (Gebiet östlich der Zitadelle) angesiedelten Gewehrmanufaktur und der 1832–1837 von Moabit nach Haselhorst verlegten Königlichen Pulverfabrik. Diese waren von einem Festungswall umgeben, dessen Verlauf ungefähr der heutigen Daumstraße entsprach, die vor dem Festungswall verlief. Hinzu kam 1890 eine chemische Fabrik auf dem Salzhof.
Die einzige öffentliche Straße von Spandau aus war die Berliner Chaussee (westlicher Teil, heute Am Juliusturm). Nach der Abzweigung des Nonnendammes führte sie weiter (östlicher Teil, heute Gartenfelder Straße) zur Armee-Conserven-Fabrik (östlich der heutigen Küsterstraße) und dahinter weiter gradlinig als Königsdamm nach Moabit (heute nicht mehr existent). Vom Nonnendamm zur Konservenfabrik verlief der Schwarze Weg (heute Paulsternstraße) sowie nördlich davon ein Weg nach Tegel.
Erst 1895–1896 wurde die erste kleine Wohnsiedlung in Haselhorst errichtet, die Arbeiter-Kolonie des Militär-Fiskus und Arbeitersiedlung Haselhorst. Seit 1908 fuhr die die Elektrische Straßenbahn Spandau–Nonnendamm durch das noch weitgehend unbebaute Haselhorst, um Spandau mit der schnell wachsenden Siemensstadt zu verbinden. 1910 wurde Haselhorst aufgelöst und Spandau zugeschlagen. Fast alle Straßen wurden umbenannt, weil es bereits in Spandau gleichnamige Straßen gab. Mehrere Straßen erhielten Namen von Direktoren der Pulverfabrik oder Namen, die in Bezug zur Pulverfabrik standen. Die Kanalstraße ist heute die einzige Straße in Haselhorst, die vor 1910 benannt wurde. Am 17. April 1919 wurden alle Rüstungsbetriebe auf Grund eines Kabinettsbeschlusses geschlossen.
Zwischen 1931 und 1932 wurde die große Reichsforschungssiedlung Haselhorst errichtet, deren neu angelegte Straßen Namen von Städten aus Westfalen erhielten. Dazu kam der breite Haselhorster Damm, gebaut als Teil erster Teil einer Nord-Süd-Verbindung von Charlottenburg nach Hakenfelde, die niemals realisiert wurde. Die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft, seit 1950 ist Haselhorst ein eigener Spandauer Ortsteil.
In den 1950er Jahren wurde die Wohnsiedlungen Haselhorst und ESIGO (Eigenheimsiedlungsgenossenschaft eG) angelegt, in der die Straßen nach lokalen Persönlichkeiten und Sozialreformern benannt wurden. Die Mietshäuser am 1961 erbauten Gorgasring erweiterten das Wohngebiet nach Süden. In den 1990er Jahren entstand auf dem ehemaligen Gelände der Pulvermühle das ,Quartier Pulvermühle‘, in dem die Straßen Namen von Schauspielerinnen tragen. Das im Rahmen der Wasserstadt mit (vorzugsweise) Einfamilienhäusern in den 2000er und 2010er Jahren angelegte ,Quartier Haveleck‘ nördlich davon hat Straßennamen von Seen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Benennungs-datum Anmerkungen BildAdickesstraße ()650Franz Adickes (1846–1915), Jurist und Kommunalpolitiker Die vorherigen Namen waren Straße 691 und Straße 694. Sie wurden zur Erschließung der von 1954 bis 1956 erbauten Wohnsiedlung angelegt. Sie erinnert an Franz Adickes, Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, den geistigen Vater des ersten Baulandumlegungsgesetzes (Lex Adickes)Lex Adickes Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908 von 1902.140pxAm Havelgarten ()630nach den dort befindlichen Kleingärten Die Straße führt von der Rhenaniastraße zur Straße An den Rohrbruchwiesen. Westlich befindet sich die Wasserstadt Oberhavel, östlich liegen die namensgebenden Kleingärten.140pxAm Juliusturm ()1640(im Ortsteil)nach dem in der Nähe gelegenen Juliusturm auf der Zitadelle Spandau Der vorherige Name vor 1900 bis 1939 war Berliner Chaussee. Ein kurzer Teil der Straße verläuft in Spandau. Die Zitadelle, das Umspannwerk und die heutige BMW-Motorrad-Fabrik sind gelistete Baudenkmale.140px|Am JuliusturmAm Salzhof ()200 nach dem ehemaligen Platz zur Lagerung von Salztonnen für deren Verschiffung Straßenbenennung. In: Amtsblatt für Berlin, 21. März 2025, S. 904; online.Die Privatstraße erschließt die Wohnanlage Am Salzhof im Wohngebiet Wasserstadt Oberhavel.An den Haselbüschen ()140nach den hier zahlreich vorhandenen Haselbüschen Die kurze Stichstraße führt zu der namensgebenden Kolonie.140pxAn den Rohrbruchwiesen ()190nach den Wiesen am Rohrbruch Die Straße liegt in der Wasserstadt Oberhavel, Quartier Haveleck. Sie verläuft als Verlängerung der Daumstraße bis zur Straße Am Havelgarten.140pxAn der Spreeschanze ()120Spreeschanze, eine der Schanzen des Festungswerks um Spandau Die Stichstraße führt in das Gewerbegebiet, auf dem sich die Spreeschanze befand, die früher Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen der Festung Spandau war.140pxBeetzseeweg ()350Beetzsee, See im Stadtgebiet von Brandenburg an der Havel Die Privatstraße liegt in der Wasserstadt Oberhavel, Quartier Haveleck.140pxBerthold-Schwarz-Straße ()180Berthold Schwarz, Freiburger Franziskaner und Alchemist des 14. Jahrhunderts. Er soll um 1359 durch Zufall das Schwarzpulver entdeckt haben Von 1900 bis 1910 hieß sie Moritzstraße. Nach der Eingemeindung nach Spandau erhielt sie ihren heutigen Namen. Der Bezug zum sagenhaften Erfinder des Schwarzpulvers wurde gewählt, weil die Kolonie Haselhorst bisher von der benachbarten Pulverfabrik verwaltet wurde.140pxBoltonstraße ()10(im Ortsteil)Werner von Bolton (1868–1912), Chemiker und Werkstoffwissenschaftler Zu Haselhorst gehört lediglich das Grundstück Nr. 15, der Rest liegt in Siemensstadt. Die Straße verbindet die Nonnendammallee mit der Otternbuchtstraße. Sie war vorher Teil der Motardstraße.140pxBootshausweg ()330nach den hier gelegenen Bootshäusern Am Westufer des Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals im Gebiet Hakenfelde wurden um 1960 von einigen Wassersportvereinen Bootshäuser angelegt, zu denen der Weg führt.140pxBurscheider Weg ()600Burscheid, Stadt in Nordrhein-Westfalen Bei der Anlage trug sie den Namen Straße 2. Sie führt von der Riensbergstraße bis zur Daumstraße. Die Straße liegt in der Reichsforschungssiedlung Haselhorst.140px|Burscheider WegDabelowseestraße ()90Dabelowsee, See in Mecklenburg-Vorpommern Die Privatstraße liegt in der Wasserstadt Oberhavel, Quartier Haveleck.140pxDambecker-See-Weg ()80Dambecker See, See in Mecklenburg-Vorpommern Die Privatstraße liegt in der Wasserstadt Oberhavel, Quartier Haveleck.140pxDaumstraße ()2740Gottfried Adolph Daum (1679–1743), Unternehmer, Begründer der Gewehrfabrik Die Straße verläuft von der Nonnendammallee bis zur Wasserstadtbrücke. Der Weg vor den Wällen der Pulverfabrik bestand bereits im 19. Jahrhundert, er wurde zum Erschließungsweg für die in den 1930er Jahren angelegt Reichsforschungssiedlung. Der nördliche Teil der Straße wurde in den 1990er Jahren als Verbindung nach Hakenfelde durch das Gebiet des Salzhofs trassiert. Dabei blieb die ursprüngliche Trasse zwischen Gartenfelder Straße und Lüdenscheider Weg erhalten. Die Gebäude der ehemaligen Pulverfabrik sind gelistete Baudenkmale.140px|Gebäude der ehemaligen Pulverfabrik 140px|Nördlicher Teil der Daumstraße (höhe Rhenaniastraße)Elisabeth-Flickenschildt-Straße ()340Elisabeth Flickenschildt (1905–1977), Schauspielerin Die Straße wurde 1997 neu angelegt und verläuft als Sackgasse vom Goldbeckweg abgehend.140pxElsa-Wagner-Straße ()100Elsa Wagner (1881–1975), Schauspielerin Die Straße wurde 1997 neu angelegt und verläuft zwischen der Olga-Tschechowa-Straße und dem Grützmacherweg.140pxFaucherweg ()420Julius Faucher (1820–1878), Journalist und bedeutender Vertreter des Freihandels und Manchesterliberalismus Sie wurde als Straße 696 angelegt und führt vom Simonring bis zur Gartenfelder Straße. Faucher bekämpfte bereits im 19. Jahrhundert das durch die Mietskasernen hervorgerufene Wohnungselend.140pxFeldzeugmeisterstraße ()230Feldzeugmeister, zu Zeiten der Landsknecht-Heere der Oberbefehlshaber der Artillerie; nach dem Feldhauptmann und dem Feldmarschall war er der höchste Offizier des Heeres Vor ihrer Umbenennung hieß sie Parkstraße. Da es in Spandau bereits eine Parkstraße gab, erhielt sie auf Vorschlag der Pulverfabrik den Namen Feldzeugmeisterstraße. Sie verbindet die Stöckelstraße und Riensbergstraße mit der Gartenfelder Straße. Die Arbeiter-Kolonie des Militär-Fiskus und Arbeitersiedlung Haselhorst ist ein gelistetes Baudenkmal.140px|FeldzeugmeisterstraßeFerdinand-Friedensburg-Platz ()100 × 50Ferdinand Friedensburg (1886–1972), Politiker, Oberbürgermeister von Berlin Der verkehrsreiche Platz am U-Bahnhof Haselhorst zwischen den beiden Fahrstreifen der Nonnendammallee/Am Juliusturm erhielt seinen Namen erst nachdem ein dagegen eingelegter Widerspruch abgewiesen worden war.140pxGartenfelder Straße