Karches (früher auch Weißmainshochofen genannt) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Bischofsgrün im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Karches liegt in der Gemarkung Bischofsgrün.

Geografie Die Einöde liegt inmitten des Bischofsgrüner Forstes im Hochtal des Weißen Mains am Karchesweiher. Ab 1660 diente der Karchesweiher zur Holzflöße, seine heutige Größe erhielt er nach dem Bau der vorbeiführenden Fichtelgebirgsstraße. 500 Meter östlich von Karches und nördlich der Bundesstraße 303 liegt der Paschenweiher, der noch im 18. Jahrhundert als Hauptfloßweiher oder oberer Floßweiher bezeichnet wurde.D. Hermann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 315f. Die B 303 führt nach Birnstengel (3,2 km nordwestlich) bzw. an Silberhaus vorbei nach Tröstau (8 km südöstlich).

Geschichte 1706 erbaute Hammermeister Johann Christoph Weller den Weißmainshochofen mit einer zugehörigen Wohnung für die Schmelzer; er verarbeitete den in der näheren Umgebung vorkommende Eisenglimmer. 1716 kam der Besitz an seinen Schwiegersohn von Paschwitz, 1720 an die Hammerherren von Roth, 1735 ging der Hochofen ein. Roth verkaufte am 13. Februar 1757 Haus und Grundstück an den Dienstknecht Johann Karches auf dem Fröbershammer, zu dieser Zeit bestand bereits ein „Schutzteich“ (schützen: stauen). Weißmainshochofen gehörte zur Realgemeinde Bischofsgrün. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Weißmainshochofen aus einem Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Berneck zu. Das Kastenamt Gefrees war Grundherr des Wohnhauses.R. Winkler: Bayreuth, S. 398.

Von 1797 bis 1810 unterstand Weißmainshochofen dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Weißmainshochofen dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Bischofsgrün und der Ruralgemeinde Bischofsgrün zugewiesen.R. Winkler: Bayreuth, S. 466. Das Haus ging an den Staat über, der es 1841 wieder verkaufte; 1857 erwarb der Staat erneut das Haus, es diente einem staatlichen Waldaufseher und wurde 1898 neu erbaut. Seit 1970 ist das Waldhaus Karches wieder in Privatbesitz.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 8 6 4 7 5 5 2 7 1 4HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 2 1 1 1 1 1 1Quelle

Religion Karches ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Trinitatis (Berneck) gepfarrt. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Pfarrei St. Matthäus (Bischofsgrün) zuständig.

Freizeit Karches ist Ausgangsort für Wanderungen zu den Bergen Ochsenkopf, Schneeberg, zur Quelle des Weißen Mains, zu den Weißmainfelsen. Wanderwege sind: Main-Wanderweg, Quellenweg, Goetheweg und Naturlehrpfad oberes Weißmaintal.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Bischofsgrün) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Bayreuth Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren