Perry Rhodan ist der Titelheld der gleichnamigen deutschen Science-Fiction-Serie, die seit dem wöchentlich in Form von Heftromanen mit einer Druckauflage von etwa 64.000 Heften (Stand: Jahr 2026) bei der Verlagsunion Pabel-Moewig, einer Tochter der Bauer Media Group, erscheint.50 Jahre „Perry Rhodan“ – Opa from Outer Space; Artikel vom 19. Juli 2011 bei Spiegel Online, abgerufen am 4. Februar 2011. Bisher sind mehr als 3300 Hefte mit rund 190.000 Seiten erschienen.
Publikationsgeschichte Seit den 1950er Jahren war es zum sogenannten Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion gekommen. Im Juli 1960 fand in Washington eine Konferenz statt, auf der die NASA und verschiedene Industriebetriebe einen Langzeitplan für die Weltraumfahrt erarbeiteten. Geplant war eine bemannte Mondumrundung. Vor diesem Hintergrund startete der Moewig-Verlag im Jahre 1961 die Heftreihe „Perry Rhodan, der Erbe des Universums. Die grosse WELTRAUM-SERIE“ (Originalschreibweise auf der Titelseite). Die Heftserie wurde in den folgenden Jahrzehnten mit über einer Milliarde verkaufter HefteLogbuch der Redaktion: Zahlenspielereien zu Band 2500, perry-rhodan.net, 14. Juli 2009 zur erfolgreichsten Science-Fiction- und Heftroman-Serie der Welt und zugleich zum ältesten, langlebigsten und meistgelesenen Produkt der deutschen Nachkriegsliteratur.Jenseits der Milchstraße. In: Berliner Zeitung, 15. Juli 2003 Die Druckauflage stieg im Laufe der Jahre und erreichte 160.000 Hefte im Jahr 2004.Sandra Uschtrin: Handbuch für Autorinnen und Autoren. 6. Auflage. Uschtrin Verlag, 2005, S. 82 Anders als die meisten anderen Heftromanreihen besteht Perry Rhodan nicht aus unverbundenen Einzelromanen, sondern ist als Serie mit einer durchgängigen, ständig komplexer werdenden Handlung angelegt und inzwischen .Beeindruckendes Jubiläum Der Autor Andreas Eschbach hat darauf aufmerksam gemacht, dass Perry Rhodan, vom Umfang her etwa 560 Bänden Harry Potter oder 120 Bänden Krieg und Frieden entsprechend, tatsächlich sogar die längste fortlaufende Erzählung der Literaturgeschichte darstellt.Eröffnungsansprache Perry Rhodan Weltcon 2011.
mini|Ausstellung Science Fiction in Leipzig 2013
Die Serie erschien neben der ursprünglichen Heftromanform unter anderem auch in Form von Hardcovern und Taschenbüchern. Bereits 1964 erschien das erste Taschenbuch (Planetenromane), später gab es Hörspiele, Hörbücher und E-Books. Die erste Auflage der Heftserie erreichte am die Nummer 3300, die den Beginn des 45. Zyklus PHOENIX markierte.
Die Handlung der Perry-Rhodan-Serie ist in so genannte Zyklen gegliedert. Diese stellen inhaltlich weitgehend abgeschlossene Handlungsabschnitte dar und umfassen meist 50 oder 100 Heftromane. Allerdings erfolgte diese Einteilung für die ersten 199 Bände rückwirkend. Der erste von Beginn an von den Autoren durchkonzipierte Zyklus begann erst mit der Nummer 200. Heute noch be- und gerühmte Perry-Rhodan-Zyklen sind zum Beispiel Meister der Insel (Hefte 200–299), Aphilie (Hefte 700–799) oder Die Cantaro (Hefte 1400–1499). In jüngerer Zeit wurden auch Großzyklen mit übergeordneten Handlungsabschnitten von bis zu 400 Heftromanen gebildet: Das große kosmische Rätsel (Hefte 1600–1799) und Thoregon (Hefte 1800–2199).
mini|Collage, um 1970Zu den Kennzeichen der Serie zählt auch die wiederkehrende Bezugnahme auf Personen, Orte oder Ereignisse aus längst vergangenen Episoden, bisweilen auch eine . Grundidee der Perry-Rhodan-Serie ist die Entwicklung einer Art , die .Karl-Herbert Scheer in einem Begleitbrief zu seinem ersten Exposé: . Siehe perry-rhodan.net (PDF) Dieser einer . Der Vorspann des ersten Heftes charakterisiert das Leitmotiv wie folgt:
Zur Perry-Rhodan-Serie gibt es inzwischen eine ganze Reihe kulturwissenschaftlicher Untersuchungen. Der in erster Linie ideologiekritische Zugang der 1970er Jahre, welcher der Serie faschistoide Tendenzen vorwarf, wurde in den 1980er Jahren von werturteilsfreieren Ansätzen abgelöst. Um 2003 wurde diese Zugangsweise in den weitergeführt.Perry Rhodan Studies (2003)
Handlung Die Handlung beginnt im Jahr 1971 n. Chr., in dem die Erde in drei große Lager gespalten ist: den Westblock, einen NATO-ähnlichen Staatenbund unter der Führung der USA, die von China dominierte Asiatische Föderation und den weniger bedeutenden, von Moskau geführten Ostblock. Die Menschheit steht kurz vor dem Dritten Weltkrieg zwischen den großen Machtblöcken und damit auch vor ihrer atomaren Selbstvernichtung.
Die Konfrontation auf der Erde wird auch über den Wettlauf zum Mond geführt, den der Westblock gewinnt. Die Handlung setzt mit dem Start des amerikanischen Raumschiffes STARDUST unter dem Kommandanten Major Perry Rhodan ein. Nach der Notlandung auf dem Mond findet die Besatzung auf der erdabgewandten Seite ein havariertes außerirdisches Forschungsraumschiff des menschenähnlichen Volkes der Arkoniden. Mit dessen Besatzung kommt es auf Betreiben des arkonidischen Wissenschaftlers Crest zum ersten Kontakt zwischen Menschen und Extraterrestriern. Die Arkoniden machen Rhodan deutlich, dass die Menschen nur ein Volk unter vielen in der Milchstraße sind und dort Hunderte von bekannten Zivilisationen existieren und Raumfahrt betreiben.
Mit Hilfe von arkonidischer Technik und nötigem Know-how, das Crest zur Verfügung stellt, gelingt Rhodan die Verhinderung eines atomaren Weltkrieges: Er landet in der Wüste Gobi, verweigert die Herausgabe der außerirdischen Technik an den Westblock und desertiert. Er errichtet in der Wüste, inmitten des chinesischen Hoheitsgebietes, einen neutralen Staat, den er die Dritte Macht nennt, und verpflichtet sich und dessen Ziele der gesamten Menschheit. Dem von allen irdischen Großmächten zum Weltfeind Nummer eins erklärten Rhodan gelingt es, weitere Menschen um sich zu sammeln. Gemeinsam stabilisieren sie den jungen Staat und wehren erste Bedrohungen ab.
Mit einem Beiboot des Arkonidenschiffes beginnt Rhodan mit der Erkundung der näheren galaktischen Umgebung in der Milchstraße. Bei einer dieser ersten Expeditionen zur Wega stößt Rhodan auf ein vor Ewigkeiten angelegtes galaktisches Rätsel. Nachdem er verschiedene Aufgaben gelöst hat, gelangt er zum künstlichen Planeten Wanderer und dessen Erbauer, der Superintelligenz ES. Dieses auf einer höheren kosmischen Evolutionsstufe stehende geistige Kollektivwesen gewährt ihm und einigen Gefährten im Jahr 1976 n. Chr. die Relative Unsterblichkeit. Hierdurch gewinnt Rhodan Zeit, seine Ziele langfristig zu verfolgen.
Mehr und mehr Menschen erkennen, dass die Erdbewohner nur vereint in der Ungewissheit ihrer Zukunft bestehen können. Im Lauf der Zeit und im Angesicht der aus der Milchstraße auftretenden Gefahren gelingt es Rhodan und seinen Mitstreitern, die Menschheit zu einen. Die mittlerweile in der Wüste Gobi errichtete, hochmoderne Stadt Terrania wird zur Hauptstadt der vereinten Menschheit. Schnell adaptieren die Menschen die arkonidische Technologie. Im Jahr 1990 wird das Solare Imperium gegründet und es beginnt die Kolonisation neuer Sonnensysteme und der Aufbau einer galaktischen Zivilisation der Menschen, die sich nun Terraner nennen. Perry Rhodan wird mehrfach durch demokratische Wahlen Regierungschef der Erde und des Solaren Imperiums, das sich durch seinen schnellen Aufstieg zu einem wichtigen Machtfaktor in der Milchstraße entwickelt und immer stärker die Aufmerksamkeit anderer galaktischer Zivilisationen auf sich zieht. In dieser Zeit wacht der ebenfalls unsterbliche Arkonide Atlan auf der Erde aus seinem Tiefschlaf auf und wird nach Wirrungen zu einem engen Verbündeten und Freund Rhodans und zu einer bis heute bestimmenden Person neben ihm.
In verschiedenen Handlungszyklen wird das Solare Imperium in den folgenden Jahrhunderten immer wieder bedroht und kämpft um seinen Bestand. Während des Kampfes gegen die Meister der Insel um 2400 n. Chr. wird enthüllt, dass die heutige Menschheit wie auch die Arkoniden Nachfahren der ersten Menschen, der Lemurer, sind. Die Lemurer kolonisierten und beherrschten von der Erde aus bereits 50.000 Jahre v. Chr. die Milchstraße. Die Epoche des Solaren Imperiums endet erst im Jahr 3460 n. Chr. durch die Invasion der Raumflotten aus dem Konzil der Sieben. Diese extragalaktische Völkergemeinschaft übernimmt nach und nach die Kontrolle über die Völker der Milchstraße. Um der Besetzung zu entgehen, machen die Terraner die Erde selbst zum Raumschiff und verlassen mit ihr die Galaxis. Menschliche und nichtmenschliche Völker der Milchstraße bilden auf Initiative des zurückbleibenden Atlan eine galaktische Gemeinschaft, um sich gegenseitig zu helfen und das Konzil langfristig zu bekämpfen. Rhodan und seine Gefährten müssen derweil auf Odysseen durch die Galaxien gegen Superintelligenzen und andere Mächte bestehen. Erst 125 Jahre später wird das Konzil aus der Milchstraße vertrieben und die Erde kehrt ins Sonnensystem zurück. Dort wird am 1. Januar 3586 n. Chr. die Liga Freier Terraner (LFT) ausgerufen. Sie ist auch in der Handlungsgegenwart der Serie noch die politische Heimat der Menschen.
Der Heftroman 1000 (Der Terraner, Erscheinungsjahr 1980) schildert den Beginn der Neuen Galaktischen Zeitrechnung (NGZ), deren Jahr 1 dem Jahr 3588 n. Chr. entspricht. In der Folgezeit schützen Rhodan und seine Mitstreiter die Milchstraße wiederholt vor Bedrohungen. Immer mehr wird deutlich, dass viele dieser Bedrohungen aus Aktionen und Konflikten der Hohen Kosmischen Mächte resultieren, in die die Milchstraße und die Terraner im Besonderen zunehmend verwickelt werden. Im Großzyklus Moralischer Kode wird den Terranern immer deutlicher, dass im Multiversum zwei Seiten um die Hoheit kämpfen: die Kosmokraten (Ordnungsmächte) und die Chaotarchen (Chaosmächte). Terraner wie auch die anderen galaktischen Zivilisationen sind auf deren Spielfeld nur Schachfiguren, da diese Mächte zu entrückt sind, um auf die Bedürfnisse individuellen Lebens Rücksicht zu nehmen. Rhodan und Atlan werden 425 NGZ zu Rittern der Tiefe geweiht, einem der kosmischen Ordnung verpflichteten Orden. Sie sind damit de facto Vertreter der kosmischen Ordnungsmächte, überwerfen sich später aber mit diesen und versuchen in der Folge, eigene, neutralere Wege zu gehen. Die Unsterblichen bewahren ihre relative Unsterblichkeit (Großzyklus: Zellaktivatoren) und sie entdecken die andere Seite des Universums (Großzyklus: Das große kosmische Rätsel).
In diesen Jahrhunderten vermeidet es Rhodan, sich mit den anderen unsterblichen Handlungsträgern und Freunden in die politische Führung Terras einzumischen. Die Terraner selbst erkennen jedoch wieder und wieder, dass ihre Zivilisation, das Solsystem und auch die Milchstraße Brennpunkte der kosmischen Geschichte und Handlung sind. Obwohl sie sich nach friedlichen, ruhigen Epochen sehnen, sind ihnen diese selten vergönnt.
Der Heftroman 2000 (ES, Erscheinungsjahr 1999) schildert Rhodans Rückkehr an die politische Spitze der LFT im Jahr 1303 NGZ (4890 n. Chr.) und seine Wahl zum Terranischen Residenten. Während dieser Zeit steigt auch das arkonidische Kristallimperium wieder zum beherrschenden Machtfaktor in der Milchstraße auf und wird durch den ebenfalls unsterblich gewordenen Imperator Bostich I. zum schärfsten Konkurrenten der LFT. Unter Rhodans erneuter Führung versuchen die Terraner um den Beginn des 14. Jahrhunderts NGZ (ca. 4.900 n. Chr.) vergeblich, sich aus dem endlosen Konflikt der Hohen Kosmischen Mächte zu lösen und auf eine vermutete, neutrale Seite überzuwechseln (Großzyklus: Thoregon). Dieses Vorhaben scheitert letztlich und so sind die Terraner weiterhin eines der wichtigsten Hilfsvölker der Superintelligenz ES, die offiziell klar auf Seiten der Ordnungsmächte steht, jedoch im Hintergrund anscheinend auch durchaus eigene Ziele verfolgt.