Maurice Bienvenu Jean Paul Trintignant (* 30. Oktober 1917 in Sainte-Cécile-les-Vignes, Dep. Vaucluse; † 13. Februar 2005 in Nîmes) war ein französischer Autorennfahrer.
Leben Trintignant, der Sohn eines Weinbauern, hatte eine fast 30 Jahre lange Rennfahrerkarriere, die in den Vorkriegsjahren begann und sich bis in die 1960er-Jahre erstreckte.
mini|links|Tafel mit Hand- und Fußabdrücken und Signatur von Maurice Trintignant Trintignant begann als Mechaniker für seine älteren Brüder. Der Rennfahrertod von Louis Trintignant 1933 war ein Schock für ihn, trotzdem begann er beim Grand Prix de Pau 1938 auf Bugatti selbst mit dem Automobilsport und gewann bereits 1939 kleinere Rennen.
Nach dem Krieg kehrte er mit seinem Bugatti Type 35 C, den er in einer Scheune versteckt hatte, beim Rennen im Bois de Boulogne 1945 auf die Rennstrecke zurück. Offenbar war der Wagen aber nicht gut gelagert, Rattenexkremente (französisch „les petoules“) im Tank führten zu seinem Ausscheiden und Jean-Pierre Wimille verpasste ihm daraufhin den Spitznamen „Le Petoulet“, den er humorvoll trug.
Weitere Nachkriegsrennen auf Amilcar und Delage folgten, bevor er beim Großen Preis der Schweiz 1948 einen schweren Unfall erlitt und ins Koma fiel. Der schon totgesagte Trintignant kehrte zurück und bestritt ab 1949 wieder Rennen.
In der Formel-1-Saison 1950 und 1951 bestritt er erfolglos Rennen auf Simca-Gordini, es folgten Auftritte in einem privaten Ferrari. In den Saisons 1952 und 1953 stellten sich erste Erfolge ein, zwei fünfte Plätze ließen Ferrari aufhorchen und er bekam einen Werksvertrag für 1954 und 1955. Beim Grand Prix von Monaco 1955 feierte er einen großen Sieg, auch zwei zweite Plätze (Belgien 1954 und Argentinien 1955) stehen in seiner Erfolgsbilanz. Darüber hinaus gewann er 1954 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gemeinsam mit José Froilán González.
Seine Markenzeichen waren die blaue Wollmütze auf dem Kopf sowie die Zigarette im Mundwinkel – auch im Cockpit.
1956 fuhr er für Vanwall, aber als das große Vorkriegsteam Bugatti 1956 ein Comeback in die Formel 1 wagte, wurde Trintignant freigestellt und durfte für sein Vorkriegsteam starten. Nach nur einem Rennen beim Grand Prix von Frankreich 1956 – Trintignant war nach erfolglosem Rennverlauf ausgeschieden – gab Bugatti auf, und der Franzose kehrte zu Vanwall zurück.
1957 fuhr er sporadisch für Ferrari und 1958 für Rob Walkers Cooper-Privatteam, wo er seinen zweiten Formel-1-Erfolg feiern konnte, erneut in Monaco. Von gelegentlichen Auftritten auf B.R.M., Scuderia Centro Sud und Aston Martin abgesehen, blieb er bis Ende der Saison 1960 bei Rob Walker und erreichte vier weitere Podestplätze in Formel-1-Weltmeisterschaftsläufen.
1961 sah man ihn in der Scuderia Serenissima, im nächsten Jahr kehrte er nach Rob Walker zurück, 1963 fuhr er zwei Rennen für Reg Parnell Racing und eins für Scuderia Centro Sud. Bei B.R.M. klang seine lange Karriere 1964 aus, der fünfte Platz beim Großen Preis von Deutschland 1964 war sein letztes erfolgreiches Ergebnis. Trintignant hält einen bis heute gültigen Rekord in der Formel-1-Geschichte, er war zwischen 1950 und 1964 für 14 verschiedene Teams am Start.kicker Sonderheft 2015
Nach der erfolgreichen Rennfahrerlaufbahn mit insgesamt 82 Grand-Prix-Rennen wurde er Weinbauer in Vergèze (Departement Gard) und später auch Bürgermeister dieser Gemeinde. Einer seiner Weine ist noch heute als „Le Petoulet“ bekannt.
Maurice Trintignant war der Onkel des Schauspielers Jean-Louis Trintignant und der Großonkel von Marie Trintignant, die ebenfalls Schauspielerin war und durch ihren gewaltsamen Tod 2003 in die Schlagzeilen geriet.
Maurice Trintignant starb am 13. Februar 2005 im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Nîmes.
Statistik Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Grand-Prix-Siege (Monte Carlo) (Monte Carlo)
Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1950 Equipe Simca Gordini Simca-Gordini T15 Simca-Gordini 1.5 L4s 2 − − − − − − NC 1951 Equipe Simca Gordini Simca-Gordini T15 Gordini 1.5 L4s 4 − − − − − − NC1952Equipe Gordini Gordini T15 Gordini 1.5 L4 1 − − − − −216. Gordini T16 Gordini 2.0 L6 4 − − − − − 1953 Equipe Gordini Gordini T16 Gordini 2.0 L6 8 − − − − − 4 12.1954 Ecurie Rosier Ferrari 625F1 Ferrari 2.5 L4 1 − − − − −174. Scuderia Ferrari Ferrari 625F1 Ferrari 2.5 L4 7 − 1 1 − −1955Scuderia Ferrari Ferrari 625F1 Ferrari 2.5 L4 3 1 1 1 − −11,334. Ferrari 555 Supersqualo Ferrari 2.5 L4 3 − − − − −1956 Vandervell Products Ltd. Vanwall VW2 Vanwall 2.5 L4 4 − − − − −−NC Automobiles Bugatti Bugatti T251 Bugatti 2.5 L8 1 − − − − − 1957 Scuderia Ferrari Ferrari 801 Ferrari 2.5 V8 3 − − − − − 5 13.1958 Rob Walker Racing Cooper T45 Climax 2.0 L4 5 1 − 1 − −127. Scuderia Centro Sud Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 − − − − − Owen Racing Organisation BRM P25 BRM 2.5 L4 1 − − − − − Rob Walker Racing Cooper T43 Climax 2.0 L4 2 − − − − − 1959 Rob Walker Racing Cooper T51 Climax 2.5 L4 8 − 1 1 − 1 19 5.1960 Rob Walker Racing Team Cooper T51 Climax 2.5 L4 1 − − 1 − −−NC Scuderia Centro Sud Cooper T51 Maserati 2.5 L4 4 − − − − − David Brown Corporation Aston Martin DBR5 Aston Martin 2.5 L6 1 − − − − − 1961 Scuderia Serenissima Cooper T51 Maserati 1.5 L4 5 − − − − − − NC 1962 Rob Walker Racing Lotus 24 Climax 1.5 V8 6 − − − − − − NC1963Reg Parnell Racing Lola Mk4A Climax 1.5 V8 1 − − − − −−NC Lotus 24 Climax 1.5 V8 1 − − − − − Scuderia Centro Sud BRM P57 BRM 1.5 V8 1 − − − − − 1964 Maurice Trintignant BRM P57 BRM 1.5 V8 4 − − − − − 2 16. Gesamt 82 2 3 5 − 1 72,33
Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 1950 DNF DNF 1951 DNF DNF DNF DNF 1952 DNS 5 DNF DNF 6 DNF 1953 7Nach 50 Runden gab sein Auto Harry Schell 6 5 DNF DNF DNF DNF 5 1954 4 2 DNF 5 3 DNF 5 DNF 1955DNF/2/3 1 6 DNF DNF 8 1956 DNF DNF DNF DNF DNF 1957 5 DNF 4 1958 1 9 7 DNF 8 3 8 DNF DNF 1959 3 8 11 5 4 4 9 2 1960 3 DNF DNF DNF 11 15 1961 7 DNF 13 DNF 9 1962 DNF 8 7 DNF DNF DNF 1963 DNF 8 9 1964 DNF 11 DNQ 5 DNF
Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1950 Automobiles Gordini Simca-Gordini T15S Robert Manzon Ausfall Wasserverlust 1951 Équipe Gordini Gordini T15S Jean Behra Ausfall Motorschaden 1952 Ecurie Rosier Ferrari 340 America Spyder Louis Rosier Ausfall Kupplungsschaden 1953 Automobiles Gordini Gordini T16S Harry Schell Rang 6 und Klassensieg 1954 Scuderia Ferrari Ferrari 375 Plus José Froilán González Gesamtsieg 1955 Scuderia Ferrari Ferrari 121LM Harry Schell Ausfall Zylinder überhitzt 1956 Scuderia Ferrari Ferrari 625LM Spider Touring Olivier Gendebien Rang 3 1957 Scuderia Ferrari Ferrari 250TR58 Olivier Gendebien Ausfall Motorschaden 1958 David Brown Racing Dept. Aston Martin DBR1/300 Tony Brooks Ausfall Getriebeschaden 1959 David Brown Racing Dept. Aston Martin DBR1/300 Paul Frère Rang 2 1960 Porsche KG Porsche 718/4 Hans Herrmann Ausfall Zündung 1961 Scuderia Serenissima Ferrari 250 GT SWB Carlo-Maria Abate Ausfall Getriebeschaden 1962 Maserati France Maserati Tipo 151 Lucien Bianchi Ausfall Aufhängung 1964 Maserati France Maserati Tipo 151 André Simon Ausfall Elektrik 1965 Ford France S. A. Ford GT40 Roadster Guy Ligier Ausfall Getriebeschaden
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1957 Ferrari Factory Ferrari 315 Sport Peter Collins Rang 6
24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1949 Amedée Gordini Simca Gordini T15S Pierre Veyron Ausfall Zündungsschaden
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 1953 Gordini Gordini T16S 6 1954 Louis RosierScuderia Ferrari Ferrari 375 PlusFerrari 750 Monza 7 1 1 1955 Scuderia Ferrari Ferrari 118LMFerrari 121LMFerrari 857S DNF DNF 8 1956 RenaultScuderia Ferrari Renault DauphineFerrari 290MM 105 DNF 1 1957 Scuderia Ferrari Ferrari 315SFerrari 250TR 6 3 DNF DNF 4 1958 Aston Martin Ferrari 250 GTAston Marton DBE1/300 8 DNF 1959 Aston Martin Aston Martin DBR1/300 2 4 1960 Porsche Porsche 718 RSK 7 4 DNF 1961 Scuderia Serenissima Maserati Tipo 63 4 23 DNF 1962 Maserati France Maserati Tipo 151 DNF 1964 Maserati FranceJohnny SimoneFord France Maserati Tipo 151Shelby Daytona DNF DNF DNF DNF 1965 Ford France Ford GT40 DNF DNF
Weblinks
Biografie in grandprix.com (englisch) (englisch) RACING AS A TASK FOR LIFE / Grand Prix driver, wine-grower and mayor: Maurice Trintignant 1917–2005
Einzelnachweise
Kategorie:Formel-1-Rennfahrer (Frankreich) Kategorie:Sportwagen-WM-Rennfahrer Kategorie:Rennfahrer des 12-Stunden-Rennens von Sebring Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Grand-Prix-Fahrer vor 1950 Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 2005 Kategorie:Mann Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Spa-Francorchamps