Der Große Preis von Schweden 1974 (offiziell X Sveriges Grand Prix) fand am 9. Juni auf dem Scandinavian Raceway in Anderstorp statt und war das siebte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974.

Berichte Hintergrund Zwei Wochen nachdem der Schwede Ronnie Peterson den Großen Preis von Monaco gewonnen hatte, trat die Formel 1 zum insgesamt zweiten WM-Grand-Prix in dessen Heimatland an.

Aufgrund einer durch den Veranstalter limitierten Teilnehmerzahl umfasste die Meldeliste 27 Fahrzeuge. Hans-Joachim Stuck fehlte verletzungsbedingt und wurde im Werks-March von Reine Wisell vertreten. Da Brian Redman seine Formel-1-Karriere beendet hatte und das zweite Shadow-Cockpit neben Jean-Pierre Jarier somit neu zu besetzen war, ging mit Bertil Roos ein dritter Schwede an den Start. Für ihn war es die erste und einzige Grand-Prix-Teilnahme. Auch für den Finnen Leo Kinnunen war es der erste und einzige Grand-Prix-Start, nebst 5 weiteren erfolglosen Qualifikationsversuchen.

Arturo Merzario trat mit einem gebrochenen Finger, den er sich während eines Sportwagen-Rennens am Wochenende zuvor in Imola zugezogen hatte, zum Training an. Als er merkte, dass ihn diese Verletzung zu sehr behinderte, trat er seinen Wagen zunächst an Richard Robarts ab. Dieser musste das Fahrzeug jedoch nach dem Training dem in der Startaufstellung besser platzierten Tom Belsø überlassen, der sein eigenes Einsatzfahrzeug beschädigt hatte.

Das Team B.R.M. schaffte es nicht, alle drei Werkswagen rechtzeitig für den Grand Prix zu reparieren, sodass nur zwei Fahrzeuge zur Verfügung standen und François Migault als dritter Werksfahrer das Nachsehen hatte.

Clay Regazzoni bestritt seinen 50. Grand Prix.

In der Fahrerwertung führte Emerson Fittipaldi mit zwei Punkten vor Regazzoni und mit drei Punkten vor Niki Lauda. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit sieben Punkten vor Ferrari und mit 21 Punkten vor Tyrrell.

Mit Denis Hulme (einmal) trat der einzige ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Die beiden Tyrrell-Piloten erreichten durch ihre Trainingsleistungen die beiden Plätze in der ersten Startreihe, wobei Patrick Depailler die erste und einzige Pole-Position seiner Grand-Prix-Karriere erzielte. Hinter seinem Teamkollegen Jody Scheckter bildeten die beiden Ferrari 312B3 von Lauda und Regazzoni die zweite Startreihe. Es folgte Lotus-Pilot Peterson vor James Hunt und Jacky Ickx im zweiten Lotus 72E, dem man aufgrund der besseren Zuverlässigkeit nach wie vor den Vorzug gegenüber dem neueren Typ 76 gab. Jarier sowie der in der Weltmeisterschaft führende Fittipaldi und Carlos Reutemann komplettierten die Top Ten.

Rennen Scheckter übernahm vom zweiten Startplatz aus die Führung, während der von der Pole-Position gestartete Depailler zusätzlich noch von Peterson überholt wurde. Es folgten Lauda, Regazzoni und Reutemann. Bis zur neunten Runde blieb diese Reihenfolge konstant. Dann schied Peterson wegen eines Schadens an der Antriebswelle aus und ermöglichte dadurch eine Tyrrell-Doppelführung.

Als Regazzoni im 24. Umlauf wegen eines Getriebeschadens ausschied, übernahm Hunt, der zuvor Reutemann überholt hatte, den vierten Platz hinter den beiden Tyrrell und Lauda. Reutemann schied in Runde 31 wegen eines Öllecks aus, sodass die beiden McLaren-Piloten Fittipaldi und Hulme die Punkteränge erreichten. Für Hulme dauerte dieser Zustand jedoch nur bis zur 57. Runde an, als er wegen eines Aufhängungsschadens ausfiel. Vittorio Brambilla gelangte dadurch auf den sechsten Rang.

Als Lauda im weiteren Verlauf des Rennens zunehmend technische Probleme bekam, gelang es Hunt nach einem über rund 20 Runden andauernden Duell, im 66. Umlauf an dem Österreicher vorbeizuziehen. Wenige Runden später schied dieser wegen eines Getriebeschadens endgültig aus.

Hunt konnte zwar mit den beiden Tyrrell an der Spitze mithalten, fand jedoch keinen Weg an ihnen vorbei. Somit sicherte sich Scheckter den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Durch den Ausfall Brambillas kurz vor dem Ende des Rennens rückte Graham Hill auf den sechsten Platz nach vorn und erhielt somit seinen ersten WM-Punkt des Jahres. Brambilla wurde aufgrund seiner zurückgelegten Distanz noch als Zehnter gewertet. Ensign-Pilot Vern Schuppan erreichte das Ziel, wurde jedoch nach dem Rennen disqualifiziert, da er ohne Zulassung gestartet war.

Die ersten sieben WM-Läufe der Saison hatten sechs unterschiedliche Sieger hervorgebracht. Ein eindeutiger Favorit auf den Gewinn der Weltmeisterschaft war noch nicht erkennbar.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 007 4 5 McLaren M23 6 33 7 Brabham BT44 8 9 March 741 10 11 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 15 16 Shadow DN3 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 19 20 Iso-Marlboro FW02Merzario trat den Wagen mit der Startnummer 20 während des Trainings an seinen Kollegen Robarts ab 21 22 Ensign N173 AAW Racing Team 23 Surtees TS16 24 Hesketh 308 26 Lola T370 27 John Goldie Racing with Hexagon 28 Brabham BT42 Anmerkungen

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:24,758 170,660 km/h 1 2 1:25,076 170,022 km/h 2 3 1:25,161 169,852 km/h 3 4 1:25,276 169,623 km/h 4 5 1:25,390 169,397 km/h 5 6 1:25,556 169,068 km/h 6 7 1:25,650 168,883 km/h 7 8 1:25,725 168,735 km/h 8 9 1:25,938 168,317 km/h 9 10 1:25,962 168,270 km/h 10 11 1:26,040 168,117 km/h 11 12 1:26,480 167,262 km/h 12 13 1:26,813 166,620 km/h 13 14 1:27,100 166,071 km/h 14 15 1:27,173 165,932 km/h 15 16 1:27,382 165,535 km/h 16 17 1:27,390 165,520 km/h 17 18 1:27,407 165,488 km/h 18 19 1:27,503 165,306 km/h 19 20 1:27,690 164,954 km/h 20 21 1:27,889 164,580 km/h 21 22 1:28,119 164,151 km/h 22 23 1:28,298 163,818 km/h 21 24 1:28,574 163,308 km/h 24 25 1:28,930 162,654 km/h DNS 26 1:29,387 161,822 km/h 25 27 1:29,480 161,654 km/h 26 28 1:53,677 127,245 km/h DNS

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 80 0 1:58:31,391 2 1:27,470 2 80 0 + 0,380 1 1:27,262 (72.) 3 80 0 + 3,325 6 1:27,522 4 80 0 + 53,507 9 1:28,394 5 80 0 + 1:16,403 8 1:28,815 6 79 0 + 1 Runde 15 1:29,646 7 79 0 + 1 Runde 18 1:28,640 8 79 0 + 1 Runde 21 1:29,686 9 79 0 + 1 Runde 20 1:29,700 10 78 0 DNF 17 1:28,196 11 77 0 + 3 Runden 14 1:28,804 – 70 0 DNF 3 1:28,437 – 59 0 DNF 16 1:28,887 – 56 0 DNF 12 1:28,334 – 53 0 DNF 22 1:30,309 – 30 0 DNF 10 1:28,687 – 27 0 DNF 7 1:29,022 – 24 0 DNF 4 1:28,539 – 15 0 DNF 24 1:30,695 – 8 0 DNF 5 1:28,057 – 8 0 DNF 25 1:30,968 – 5 0 DNF 11 1:29,764 – 3 0 DNF 13 – 2 0 DNF 23 – 0 0 DNF 19 – DSQ Schuppan wurde nach dem Rennen disqualifiziert, da er unerlaubter Weise am Rennen teilnahm. 77 0 + 3 Runden 26 1:30,951 Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Ford 272Ferrari 22 3 Ferrari 214Tyrrell-Ford 21 5 McLaren-Ford 11 6 B.R.M. 107Lotus-Ford 108Tyrrell-Ford 10 9 McLaren-Ford 9 10 Brabham-Ford 9 11 Shadow-Ford 6 12 March-Ford 5 13 Lotus-Ford 414March-Ford / Hesketh-Ford 4 15 Surtees-Ford 316Lola-Ford 117Iso-Ford 118Brabham-Ford 119Shadow-Ford 020March-Ford 021Lola-Ford 022Iso-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte23B.R.M. 024March-Ford 0 25 Brabham-Ford 0 26 Trojan-Ford 027Lotus-Ford 028Tyrrell-Ford 0 29 Brabham-Ford 030Iso-Ford 0 31 B.R.M. 032Ensign-Ford 033Surtees-Ford 034Brabham-Ford 035McLaren-Ford 036 †Shadow-Ford 0 37 Lotus-Ford 0 – Amon-Ford 0–Token-Ford 0–Brabham-Ford 0–March-Ford 0–Surtees-Ford 0–Shadow-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 40 2 303 254 135 10 6 107 6 8 5 Pos. Konstrukteur Punkte 9 4 10 3 11 112 113 014 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

Schweden #1974 Kategorie:Sportveranstaltung in Gislaved Kategorie:Scandinavian Raceway