mini|François Le Métel de Boisrobert, Relief auf der Fassade des Hôtel Malherbe in Caen (Calvados) François Le Métel de Boisrobert (* 1. August 1592 in Caen; † 30. März 1662 in Paris) war ein französischer Geistlicher, Dichter und Dramatiker, der zu den Autoren um Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu zählte und 1634 zu den ersten Mitgliedern der Académie française gehörte.

Leben Boisrobert war zunächst Geistlicher und wurde durch Nicolas Faret in den Freundeskreis um den Literaten Valentin Conrart eingeführt. Dieser machte ihn mit Kardinal Richelieu bekannt, der als „rote Eminenz“ maßgeblicher Berater und Minister König Ludwigs XIII. war. Aufgrund dieser Beziehung wurde er nicht nur Kaplan des Königs, sondern auch zum Staatsrat ernannt.

Aus dem Kreis um Conrart kam die Idee zur Gründung der Académie française im Jahr 1634, an der Boisrobert maßgeblich beteiligt war. Er selbst nahm als Erster unter den Mitgliedern der Académie française den sechsten Sessel (Fauteuil 6) ein. Die ersten Sitzungen der Akademie fanden in seinem Haus statt und er selbst trug wesentlich zur Arbeit der Institution bei, so durch die Abhaltung der vierten Rede unter dem Titel Pour la défense du Théâtre, in der die Mitglieder über die Verteidigung des Theaters diskutierten.

Neben seinen Hauptarbeiten Les Thuileries und L’Aveugle de Smyrne verfasste er prosaische Briefe, dramatische Gedichte, acht Tragödien sowie zehn Komödien im Stil von Lope de Vega. Einige seiner Texte wurden auch von dem Komponisten Pierre Guédron vertont. Mitte des 17. Jahrhunderts befasste er sich auch mit der in Mode gekommenen lyrischen Kleinform der Bouts-rimés, bei der man nach vorgegebenen Endreimen aus dem Stegreif dichtet.

Nachdem er zeitweise die Gunst Kardinal Richelieus verloren hatte und ins Exil geschickt wurde, setzten sich zahlreiche Mitglieder für seine Rückkehr an die Akademie ein, wo er bis zum Tode Richelieus 1642 wieder über maßgeblichen Einfluss verfügte. Diesen verlor er jedoch danach während der Amtszeit des Ersten Ministers Jules Mazarin, so dass 1657 sogar ein gegen ihn gerichtetes Pamphlet erscheinen konnte. Es war von Antoine Baudeau de Somaize verfasst, dem Privatsekretär von Maria Mancini, einer Mätresse König Ludwigs XIV. und Nichte Kardinal Mazarins.

Nach seinem Tode folgte ihm der Dichter Jean Regnault de Segrais als Mitglied der Académie française.

Veröffentlichungen Bühnenwerke Pyrandre et Lisimène ou l’Heureuse tromperie, Tragikomödie, 1633 Les Rivaux amis, 1639 Les Deux Alcandres, 1640 La Belle Palène, 1642 Le Couronnement de Darie, 1642 La Vraie Didon ou Didon la chaste, Tragödie, 1643 La Jalouse d’elle-même, 1650 Les Trois Orontes, 1652 La Folle gageure ou les divertissements de la comtesse de Pembroc, 1653, Adaption von Lope de Vega Cassandre, comtesse de Barcelone, Tragikomödie, 1653 L’Inconnue, 1655 L’Amant ridicule, 1655 Les Généreux ennemis, 1655 La Belle plaideuse, 1655 La Belle invisible ou les Constances éprouvées, 1656 Les Apparences trompeuses, 1656 Les Coups d’Amour et de Fortune, 1656 Théodore, reine de Hongrie, 1658

Gedichtbände und sonstige Arbeiten Poésies publiées dans le Recueil des plus beaux vers de Malherbe, Racan, etc., 1626 Lettres publiées dans le Recueil de Faret, 1627 Paraphrases sur les sept psaumes de la Pénitence, en vers, 1627 Histoire indienne d’Anxandre et d’Orasie, 1629 Nouvelles héroïques et amoureuses, 1657 Epîtres en vers et autres œuvres poétiques, 1659

Weblinks und Quellen

Meyers Großes Personenlexikon, Mannheim 1968, S. 152

Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (17. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Drama Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literatur (17. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Académie française Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1592 Kategorie:Gestorben 1662 Kategorie:Mann