mini|Nattheim, Luftaufnahme (2016) mini|Nattheim Nattheim (schwäbisch: Nadda) ist eine Gemeinde im Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Ostwürttemberg.

Geographie Geographische Lage Nattheim liegt am Rande des Härtsfelds zwischen der Kreisstadt Heidenheim an der Brenz und der Gemeinde Dischingen.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Nattheim gehören folgende ehemals selbstständige Gemeinden mit ihren damaligen sechs Ortsteilen:Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 609–611. Auernheim mit dem Weiler Steinweiler und dem Gehöft Waldzierter Hof sowie den abgegangenen Ortschaften Auerntaler Hof und Mittelhof. Fleinheim mit der abgegangenen Ortschaft Walkendorf. Nattheim mit dem Gehöft Wahlberg sowie den abgegangenen Ortschaften Gebstetten und St. Stephan.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Nattheim.

Geschichte

Ortsgeschichte Nattheim war Siedlungsstätte der Kelten, am östlichen Ortsrand liegt eine Viereckschanze, deren Wälle erhalten sind. Nattheim wurde erstmals 1050 in einer Urkunde von Kaiser Heinrich III. erwähnt. Damals lag der Ort im Herzogtum Schwaben. Seit dem Spätmittelalter unterstand Nattheim der Herrschaft Heidenheim, die von 1450 bis 1503 zu Bayern-Landshut gehörte. 1504 fiel Nattheim ans Herzogtum Württemberg zurück. Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg blieb die jahrhundertealte Zugehörigkeit von Nattheim zum Oberamt Heidenheim unberührt. Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg 1938 wurde aus dem Oberamt der Landkreis Heidenheim. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Am 1. Februar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Auernheim und Fleinheim eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 2058 1. Dezember 1880 1999 1. Dezember 1890 1838 1. Dezember 1900 1733 1. Dezember 1910 1694 16. Juni 1925 1807 16. Juni 1933 1881 17. Mai 1939 1943 13. September 1950 2716 6. Juni 1961 3314 Jahr Einwohner 27. Mai 1970 4400 31. Dezember 1980 5337 25. Mai 1987 5576 31. Dezember 1990 5807 31. Dezember 1995 6175 31. Dezember 2000 6315 31. Dezember 2005 6370 31. Dezember 2010 6220 31. Dezember 2015 6241 31. Dezember 2020 6291 Jahr Einwohner 31. Dezember 2021 6278

Ortsteile Auernheim Auernheim wurde erstmals 1258 urkundlich erwähnt. Seit 1297 gehörte es dem Kloster Neresheim und wurde 1810 von Bayern an das Königreich Württemberg abgetreten.

Fleinheim Fleinheim wurde zuerst 1277 urkundlich erwähnt. Es gehörte damals zum Besitz der Grafen von Helfenstein. 1504 kam der Ort an das Herzogtum Württemberg.

Steinweiler Steinweiler wurde 1775 von Siedlern, welche die Kalksteine, die dort sehr zahlreich vorhanden sind, für den Bau des Klosters Neresheim benötigten, als Siedlung von Steinhauern erbaut. 1810 kam es zum Königreich Württemberg.

Heute ist es ein kleines Dorf mit ca. 350 Einwohnern. In Steinweiler gibt es, neben einem Steinmetz, eine Kapelle (katholisch), ein Feuerwehrhaus mit eigenem Fahrzeug und ein Bürgerhaus. Die Kinder Steinweilers gehen nach Auernheim in den Kindergarten und in die Grundschule. Die weiterführenden Schulen sind in Nattheim, Neresheim und Heidenheim.

Die Steinbrüche im Naturschutzgebiet sind schon seit längerer Zeit stillgelegt. Das Gelände ist heute ein Ausflugsziel. Unter anderem verfügt es über eine Four Cross Strecke auf der Rennen der European FourCross Series ausgetragen werden.

Politik Gemeinderat In Nattheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Nattheim besteht nach der letzten Wahl aus den 19 (2019: 18) gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019BWV/CDUBürgerliche Wählervereinigung/Christlich Demokratische Union Deutschlands61,191260,011UWVUnabhängige Wählervereinigung (2019: SPD/Unabhängige)38,81738,27AfDAlternative für Deutschland––1,80gesamt100,019100,018Wahlbeteiligung61,54 %59,2 %

Bürgermeister Bürgermeisterin ist seit 2026 Juliane Ulbert. Zuvor amtierte von 1994 bis 2026 Norbert Bereska.

Wappen

Partnerschaften Nattheim unterhält seit 1991 partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Breitenbrunn/Erzgeb. in Sachsen.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde ist durch die 2,5 km entfernte Abfahrt Heidenheim der A 7 (Würzburg–Ulm) an das überregionale Fernstraßennetz angebunden.

Der Schwäbische-Alb-Radweg führt als Landes-Radfernweg vom Bodensee über den Norden Heidenheims nach Nattheim und weiter über Dischingen nach Donauwörth.

Ansässige Unternehmen Die Privatbrauerei Schlumberger ist seit 1847 in Nattheim ansässig.

Bildungseinrichtungen Mit der Wiesbühlschule besteht eine Grundschule in Nattheim. Außerdem gibt es in Auernheim eine reine Grundschule.

Freizeit- und Sportanlagen Das Bike-Team Steinweiler (BTS) hat 2005 eine Biker-Bahn im Ortsteil Steinweiler gebaut. Das Grundstück wurde von der Gemeinde Nattheim zur Verfügung gestellt. Der Bau wurde von der Steinweiler Jugend in Eigeninitiative durchgeführt. 2007 wurde die Strecke auf ca. 3000 m² vergrößert.Die Geschichte unseres Bike Teams, Bike-Team Steinweiler. Außerdem ist in Nattheim ein Hallenbad (Ramensteinbad) vorhanden. Des Weiteren gibt es eine Turnhalle (Ramensteinhalle), Fußballplätze (Halde und im Tal), sowie Tennisplätze und im Winter eine Skianlage mit Lift.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ramensteinhöhle Nattheim liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Der Albschäferweg durchzieht als Wanderweg die Nattheimer Gemarkung.

Das Naturschutzgebiet Zwing wartet neben vielen seltenen Tieren und Pflanzen seit Ende 2022 auch mit einer Ansiedelung des Wisents auf.

Museen Das Museum in der Alten Schule zeigt Funde von rund 130 Millionen Jahre alten Korallen. Im Dachgeschoss der Alten Schule befindet sich eine große Modelleisenbahn der Privaten Modelleisenbahner Nattheim.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Jakob Ludwig Friedrich von Stängel (1783–unbekannt), geboren in Fleinheim, württembergischer Oberamtmann Ludwig Fischer von Weikersthal (1843–1912), württembergischer Generalmajor Klaus Maier (* 1956), Politiker, Landtagsabgeordneter Baden-Württembergs Zlatko Trpkovski (* 1976), Kandidat der Fernsehshows Big Brother und Promi Big Brother Felix Niederberger (* 1983), Kunstradfahrer beim RSV Nattheim und Weltmeister 2007 im Zweier in Winterthur/Schweiz Jonas Niederberger (* 1986), Kunstradfahrer beim RSV Nattheim und Weltmeister 2007 im Zweier in Winterthur/Schweiz Tim Skarke (* 1996), Fußballspieler

Sonstige Personen, die mit der Gemeinde verbunden waren Johann Evangelist Reiter (1764–1835), von 1807 bis zu seinem Tod katholischer Pfarrer in Auernheim Natalie John (* 1976), Europameisterin im Vollkontakt Kickboxen in der Gewichtsklasse bis 70 kg (TSG Nattheim) in Loutraki, Griechenland

Literatur

Weblinks

Internetpräsenz der Gemeinde Nattheim Ortsvisitenkarte und Wappen von Nattheim auf LEO-BW Steinweiler Steinbrüche bei Nattheim

Einzelnachweise

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