mini|hochkant|Buntsandsteinfelsen bei der Heidelsburg Waldfischbach-Burgalben ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz, die 1969 durch Zusammenlegung der Gemeinden Waldfischbach und Burgalben entstand. Sie ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie angehört. Gemessen an der Einwohnerzahl ist sie die viertgrößte Ortsgemeinde des Landkreises Südwestpfalz und die zweitgrößte ohne Stadtrecht. Waldfischbach-Burgalben ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.
Geographie Lage Die Gemeinde Waldfischbach-Burgalben liegt am westlichen Rand des Pfälzerwalds, einer Teilregion der Pfalz, zwischen den Städten Kaiserslautern und Pirmasens, im sogenannten Pfälzischen Holzland. Westlich schließt sich die Sickinger Höhe an. Die Gemeinde besteht aus dem im Süden gelegenen Ortsteil Burgalben und dem im Norden befindlichen Waldfischbach. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Steinalben, Geiselberg, Heltersberg, Clausen, Donsieders, Höheinöd und Hermersberg.
Erhebungen Im Südosten der Gemarkung erheben sich der Dreisommerberg und weiter nördlich der Galgenberg.
Gewässer Durch Waldfischbach-Burgalben fließen der Schwarzbach, der das nach ihm benannte Tal durchquert und die in ihn mündende Moosalbe. Weitere Nebenflüsse des Schwarzbaches sind im Ortsbereich das Dinkelsbächel, das den Grenzverlauf zu Heltersberg markiert, der Dietersbach und der Klapperbach.
Geschichte
Waldfischbach Waldfischbach wird 1182 als Vispach erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war es ausgestorben und später ein unbedeutender Bauernort. Es teilte die Geschichte des Holzlandes.
Nach dem Anschluss der Pfalz an Frankreich infolge des Übergreifens der Französischen Revolution wurde Waldfischbach Sitz des Kantons Waldfischbach mit 21 Gemeinden. Auch unter der anschließenden bayerischen Verwaltung blieb der Status als Kantonshauptort zunächst erhalten, und Waldfischbach entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Unterzentrum.
Burgalben 1152 wurde Burgalba erwähnt. Es gehörte zeitweise mit Pirmasens zu Hessen-Darmstadt. Nach dem Tod von Landgraf Ludwig im Jahr 1790 verlor Burgalben viele Einwohner infolge der Auflösung der darmstädtischen Garnison. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Burgalben zu einem Ort von Bilderhändlern, die mit Heiligenbildern und anderer naiver Kunst durch Deutschland zogen. Als dies nichts mehr einbrachte, blühte die Korbmacherei auf, sodass sogar auswärtige Korbmacher ihren Wohnsitz nach Burgalben verlegten.
Waldfischbach-Burgalben Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Burgalben mit seinerzeit 2019 Einwohnern und Waldfischbach mit 4336 Einwohnern die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben neu gebildet. Drei Jahre später wurde letztere Sitz der neu geschaffenen gleichnamigen Verbandsgemeinde. Die neu geschaffene Gemeinde hatte zunächst die Postleitzahl 6757, seit 1993 lautet diese 67714.
Einwohnerstatistik
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waldfischbach-Burgalben bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
mini|400px|Einwohnerentwicklung von Waldfischbach-Burgalben von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner 1815 760 1835 1.217 1871 1.468 1905 2.188 1939 4.535 1950 5.123 1961 6.026 1970 6.197 Jahr Einwohner 1987 5.295 1997 5.383 2005 5.144 2007 5.026 2010 4.851 2011 4.888 2018 4.683 2019 4.688
Konfessionsstatistik Ende 2012 waren 42,2 % der Einwohner evangelisch und 41,0 % katholisch. Die übrige 16,8 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.KommWis, Stand: 31. Dezember 2012 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand 30. April 2025 waren von den Einwohnern (mit Hauptwohnung) 31,7 % evangelisch, 31,6 % katholisch und 36,7 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, abgerufen am 7. Juni 2025
Politik mini|Rathaus Gemeinderat Der Gemeinderat in Waldfischbach-Burgalben besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat 22 Ratsmitglieder an.
Die Wahlen zum Gemeinderat erbrachten seit der Bildung der Gemeinde im Jahre 1969 folgende Ergebnisse: Wahl SPD CDU FWG BWB Gesamt 2024 5 7 – 8 20 Sitze 2019 6 6 3 5 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 6 7 3 4 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 7 9 4 2 22 Sitze 2004 6 9 4 3 22 Sitze 1999 8 9 5 – 22 Sitze 1994 9 9 4 – 22 Sitze 1989 8 10 6 – 22 Sitze 1984 7 12 3 – 22 Sitze 1979 9 10 3 – 22 Sitze 1974 8 9 5 – 22 Sitze 1969 7 7 8 – 22 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Waldfischbach-Burgalben e. V. BWB = Bürger für Waldfischbach-Burgalben e. V.
Ortsbürgermeister Michael Oestreicher konnte sich bei der Stichwahl am 16. Juni 2019 mit einem Stimmenanteil von 51,73 % gegen die bisherige Amtsinhaberin durchsetzen, nachdem bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er – bei einem weiteren Mitbewerber – mit 75,5 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
+ Bisherige Ortsbürgermeister Amtszeit Name Partei 1969–1972 Emil Dietrich WGR 1972–1979 Kurt Däuber SPD 1979–1992 Erich Rutz CDU 1992–2004 Fritz Sopp CDU 2004–2009 Andreas Peiser SPD 2009–2014 Sigrun Klotz-Bischoff CDU 2014–2019 Anna Silvia Henne SPD seit 2019 Michael Oestreicher BWB, ab 2024 parteilos
Wappen
Gemeindepartnerschaften Eine Partnerschaft besteht mit der französischen Stadt Carentan im Département Manche in der Normandie.
Kultur Kulturdenkmäler mini|Die ursprüngliche, im Kern romanische, Wallfahrtskapelle Maria Rosenberg mini|Heimatmuseum
Die Heidelsburg und der Wallfahrtsort Maria Rosenberg sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Die Heidelsburg wurde gemäß Münzfunden mutmaßlich vor 350 nach Christus als Verteidigungsanlage errichtet; möglicherweise ging eine ältere keltische Anlage voraus. Nach verschiedenen Funden – Inschrift und Grabplatte – handelt es sich um das älteste Indiz für Forstadministration in der Spätantike auf germanischem Boden. Von der weitgehend zerstörten Anlage sind ausschließlich Reste der Ringmauer und des Torbaus aus großen Sandsteinquadern übrig.
Die Gnadenkapelle Maria Rosenberg in Burgalben geht in ihrem Kern auf das 12. Jahrhundert zurück. Der ursprüngliche romanische Bau ist durch einen Chor aus dem 13. Jahrhundert und zwei zusätzliche Langhausachsen aus dem 15. Jahrhundert erweitert. Eine neue Wallfahrtskirche mit Stifterhaus wurde im Zeitraum von 1910 bis 1912 errichtet. Der Wallfahrtsort enthält außerdem eine Lourdesgrotte.
Hinzu kommen insgesamt 25 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die folgenden Bauten:
Die mittlerweile evangelische Kirche von Burgalben hat einen massiv gemauerten Turm mit angebrachter Sonnenuhr, der von dem romanischen, dem Heiligen Adelfus geweihten Bau stammt. Das Langhaus datiert von 1740.
Die beiden Kirchen von Waldfischbach stammen aus jüngerer Zeit. Die evangelische Kirche ist ein neoromanischer Saalbau, der von 1849 bis 1854 errichtet wurde. Die katholische Pfarrkirche St. Joseph ist eine dreischiffige Basilika mit Doppelturmfassade und Chorrotunde. Sie wurde von Wilhelm Schulte II. in neoromanischen Formen gestaltet.
Natur Der Teil der Gemeinde östlich der Linie Schwarzbach-Moosalbe ist Bestandteil des zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehörenden Naturparks Pfälzerwald. Mit der Felsengruppe Drei Felsen, dem Gerstenfels und dem Galgenfels existieren im Bereich der Gemeinde drei Naturdenkmale.
Sport Die Fußballabteilung der SG Waldfischbach war 1952 Gründungsmitglied der Amateurliga Südwest war. Die inzwischen nicht mehr existente Handballabteilung spielte von 2000 bis 2002 in der 2. Bundesliga.
mini|Golfplatz
Am nördlichen Rand des Ortes befindet sich ein 18-Loch-Golfplatz.Golfclub, Stand: 20. August 2010 Darüber hinaus existieren Tennis- und Reitanlagen sowie ein Hallenbad.
Veranstaltungen Der Eurochoir trat 1999 in Waldfischbach auf. Das Esperantotreffen Printempa Semajno Internacia fand 2011 in Waldfischbach-Burgalben statt; es nahmen 171 Personen aus 19 Ländern teil.
Infrastruktur Wirtschaft Auf der Gemarkung der Gemeinde befindet sich seit 2007 der Windpark Waldfischbach-Burgalben.
Verkehr mini|Kreisstraße 24 am Ortseingang von Burgalben
Waldfischbach-Burgalben ist über die Bundesstraße 270, die von Idar-Oberstein über Kaiserslautern bis Pirmasens verläuft, an das überregionale Straßennetz angebunden. Durch die Gemeinde verlaufen die Landesstraßen 498, 499 und 501 sowie die Kreisstraßen 24 und 32; letztere führt nach Leimen.
Die Biebermühlbahn Kaiserslautern–Pirmasens schließt das Gemeindegebiet seit 1904 an das Schienennetz an. Zunächst bildete der Bahnhof Waldfischbach den nördlichen Endpunkt, ehe die Strecke neun Jahre später bis nach Kaiserslautern durchgebunden wurde. Der Haltepunkt Burgalben wurde in den 1980er Jahren mangels Rentabilität aufgegeben.
Behörden Die Verwaltung der gleichnamigen Verbandsgemeinde hat in Waldfischbach-Burgalben ihren Sitz, außerdem die Polizeiinspektion Waldfischbach-Burgalben, die dem Polizeipräsidium Westpfalz untersteht.
Tourismus Durch die Gemeinde verlaufen mit der Pfälzerwald-Tour, die von Kaiserslautern bis nach Hinterweidenthal führt, und der von Johanniskreuz bis zur saarländischen Landesgrenze verlaufenden Südwestpfalz-Tour zwei Radwege. Zudem ist sie der Startpunkt zur Tour 2 – 48 Kilometer, 833 Höhenmeter – des Mountainbikepark Pfälzerwald.
mini|Wanderweg im Bereich von Waldfischbach-Burgalben
Durch Waldfischbach-Burgalben verläuft mit dem von Kaiserslautern bis nach Schweigen-Rechtenbach führenden Pfälzer Waldpfad ein sogenannter Prädikatswanderweg, zudem liegt die Gemeinde am mit einem gelben Kreuz markierten Fernwanderweg Saar-Rhein-Main. Darüber hinaus führen durch das Gemeindegebiet die Route eines Wanderwegs, der mit einem grün-gelben Balken markiert ist und der von Kirchheimbolanden bis nach Hirschthal verläuft, und ein mit einem gelb-roten Balken gekennzeichneter Weg von der Burg Lichtenberg bis nach Wachenheim.
Auf der Gemarkung der Ortsgemeinde befinden sich mehrere lokale markierte Wanderwege, die zwischen zehn und 15 Kilometer lang sind und die Wälder, Täler, Buntsandstein-Felsgruppen und andere Naturdenkmäler rund um Waldfischbach-Burgalben sowie ehemalige Mühlen und Nachbargemeinden einbinden. Sie führen beispielsweise ins Schwarzbachtal, zum Galgenberg und zur Heidelsburg, ins Klappertal und zur Moschelmühle.
Zudem verläuft die Deutsche Schuhstraße durch die Gemeinde.
Schulen Die Ortsgemeinde ist Sitz der Daniel Theysohn IGS Waldfischbach-Burgalben, der Volkshochschule Waldfischbach-Burgalben, der Grundschule Waldfischbach-Burgalben, der Jakob-Reeb-Schule und einer Außenstelle der Herman-Nohl-Schule; bei letzteren handelt es sich um Förderschulen mit dem Schwerpunkt „sozial-emotionale Entwicklung“.
Persönlichkeiten Ehrenbürger Karl Foltz (1865–1961), ernannt 1949, war Prälat und langjähriger kath. Ortspfarrer. Er stiftete und erbaute die Pfarrkirche St. Joseph; nach ihm ist die „Prälat-Foltz-Straße“ benannt.
Söhne und Töchter der Gemeinde Eugen Bindewald (1846–1922), Ingenieur und von 1875 bis 1913 Stadtplaner von Kaiserslautern Albert Zapf (1870–1940), Politiker und Industrieller, Mitglied des Reichstages und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Südzucker AG Friedrich Wenner (1876–1955), Verwaltungsjurist Albert Zwick (1890–1958), Statistiker und Staatswissenschaftler