200px|mini|Alternatives Logo (2009) Die Lübecker Nachrichten (LN)siehe auch Geschichte der Lübecker Tageszeitungen sind eine regionale Tageszeitung im südöstlichen Schleswig-Holstein und westlichen Mecklenburg-Vorpommern.

Die Zeitung gehört neben den Kieler Nachrichten zu den größten Tageszeitungen in Schleswig-Holstein. Die LN erscheinen von Dienstag bis Sonntag – außer nach Feiertagen – als gedruckte Ausgabe, außerdem als E-Paper, seit August 2022 als LN-E-Paper am Montag auch montags.

Die LN gingen 1946 aus dem 1882 von Charles Coleman gegründeten Lübecker General-Anzeiger hervor. Die Regionalausgabe Lübeck erscheint noch mit diesem Untertitel. Mehrheitseigner des Verlags ist die Verlagsgruppe Madsack in Hannover. Chefredakteur ist Kristian Blasel.

Verbreitung mini|150px|Standort der Lokalredaktion der Lübecker Nachrichten, Lauenburgische Regionalausgabe, in der Möllner alten Stadtmühle bis 2020Möllner Redaktion der Lübecker Nachrichten ist umgezogen. In: ln-online. 29. Dezember 2020, abgerufen am 24. Dezember 2024. Die Lübecker Nachrichten erscheinen mit Regionalausgaben in der Hansestadt Lübeck, in Bad Schwartau und den Kreisen Ostholstein (zwei verschiedene Ausgaben für Ostholstein-Nord und -Süd), Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und dem Landkreis Nordwestmecklenburg.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg standen die Lübecker Nachrichten bis Ende 2008 in direktem Wettbewerb zur Ostsee-Zeitung, deren Gesellschafterin die LN sind. Beide Zeitungen hatten in Grevesmühlen jeweils eine Lokalredaktion. Sie wurden am 1. Januar 2009 durch eine gemeinsame Redaktion abgelöst, die die Lokalseiten für beide Titel produziert.

Auflage Die Lübecker Nachrichten haben wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 8 % pro Jahr gesunken. Im letzten Jahr hat sie um 9 % abgenommen. Aktuell beträgt die Auflage Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent.

Verlag mini|250px|Verlagsgebäude in Lübeck-Buntekuh

Herausgeber der Lübecker Nachrichten ist die Lübecker Nachrichten GmbH mit Sitz im Lübecker Stadtteil Lübeck-Buntekuh. An der GmbH ist die Verlagsgesellschaft Madsack mit 49 Prozent direkt beteiligt. An der Verlagsholding Hanseatische Verlags-Beteiligung AG, die 24 Prozent der Anteile hält, ist Madsack mit 23 Prozent beteiligt. Weitere Anteile halten eine Stiftung des früheren Herausgebers Jürgen Wessel mit 24 Prozent und der frühere Geschäftsführer Günter Semmerow.red: Ostsee-Zeitung wird LN-Tochter, Springer verkauft Anteile an Regionalzeitungen. In: Lübecker Nachrichten. 5. Februar 2009, S. 10. Geschäftsführer sind seit November 2022 Adrian Schimpf und Björn Bothe.Christian Risch: Björn Bothe: „Wir wollen die digitalen Alltagsbegleiter der Menschen sein“. In: Lübecker Nachrichten. 4./5. Dezember 2022, S. 7 („Aus Hannover gekommen löste Björn Bothe (43) vor einem Monat Ingo Höhn, der nach Potsdam wechselte, als Geschäftsführer der Lübecker Nachrichten ab.“)

Zu den Tochterunternehmen gehören die Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG, die Lübecker Nachrichten Zustell GmbH, die MZV Zeitungs Verlag GmbH, in der das Anzeigenblatt Delüx erscheint, die Ostsee Aboservice GmbH, die Medienservice Plus GmbH, die Ostsee Information und Medien GmbH, die Ostsee Verlagsservice GmbH, der Anzeigenblätter wie den Wochenspiegel herausgibt, und die Ostsee Anzeigenblattverlag GmbH mit dem Anzeigenblatt Wochenspiegel. Das Schaufenster Plön wurde 2011 eingestellt.

Beteiligt ist die Lübecker Nachrichten GmbH über Regiocast an Radio Schleswig-Holstein, an Reisebüros und anderen regionalen Unternehmen.

Der Verlag betreibt zudem Internet-Serviceportale wie LN Reisen, LN Sportbuzzer, Glück im Norden, LN Jobs, Orte im Norden, norden-aktuell und Reisereporter.

Geschichte mini|Verlagshaus (1929) mini|Emil Stumpp: Charles Coleman (1926) mini|Verlagssitz war bis 1991 mit dem benachbarten Gebäude das im Heimatschutzstil erbaute Haus Königstraße 57 mini|Die Diele des unter Denkmalschutz stehenden Kontorhauses Dr.-Julius-Leber-Straße 32 wurde für Veranstaltungen genutzt mini|Newsdesk für die Produktion der Mantelseiten von Lübecker Nachrichten und Ostsee-Zeitung (2008)

Lübecker General-Anzeiger Gegründet wurde der General-Anzeiger, die Vorgängerzeitung der Lübecker Nachrichten, 1882 von Charles Coleman (1852–1936),siehe auch Geschichte der Lübecker Tageszeitungen dessen Familie aus Schottland stammte. Coleman zog 1877 von Oldesloe nach Lübeck und übernahm dort eine Buchdruckerei. Mit der Lübecker Presse und der Nordischen Presse war er bereits zweimal mit dem Versuch gescheitert, Zeitungen in Lübeck herauszugeben. Am 15. Juli 1882 erschien die Probenummer unter dem Titel General-Anzeiger für Lübeck und Umgebung. Als Herausgeber fungierte M. Jotkowitz; Charles Coleman und der Redakteur Carl Hillmann traten darin noch nicht in Erscheinung. Das Gratisblatt erschien zunächst zweimal wöchentlich mittwochs und sonnabends. Herausgeber Jotkowitz kündigte an, den General-Anzeiger durch kleine interessante Feuilletons, Vermischtes und wichtigere lokale Nachrichten zu einem von Jedermann gern gelesenen Blatte zu machen. Im Kopf der Titelseite wurde auf den Anzeigenpreis hingewiesen: Insertionspreis für die dreigespaltene Corpuszeile 10 Pfg. Bei Wiederholungen angemessener Rabatt.Sonderausgabe der Lübecker Nachrichten zum 125. Geburtstag, 15. Juli 2007, S. 13, Wiedergabe der Probenummer-Titelseite vom 15. Juli 1882. Sitz der Expedition war die Fleischhauerstraße 115 (jetzt 14).

Zur Jahreswende 1882/1883 hatte das Blatt eine Auflage von 3500 Exemplaren und erschien dreimal in der Woche, ab 1885 erschien die Zeitung täglich. Die Auflage stieg stetig auf 12.800 Zeitungen im Jahr 1890. Gedruckt wurde auf einer Schnellpresse, die Coleman durch die erste Rotationsmaschine mit 8-PS-Gasmotor ersetzte, um den wachsenden Anforderungen genügen zu können. 1893 kaufte er das Gebäude Königstraße 55, das zusammen mit dem Gebäude Königstraße 57 bis 1991 Verlagssitz war. Bis dahin wurde der Verlagskomplex um Räumlichkeiten in den Gebäuden zwischen Königstraße, Fleischhauerstraße und Dr.-Julius-Leber-Straße (früher Johannisstraße) erweitert. Zum Verlag gehörte auch das unter Denkmalschutz stehende Kontorhaus Dr.-Julius-Leber-Straße 32, dessen Diele für öffentliche Veranstaltungen und Empfänge genutzt wurde.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Auflage des General-Anzeigers auf 30.000; er war damit die deutsche Provinzzeitung mit der höchsten Auflage. 1913 trat Robert Coleman (1897–1982), der Sohn Charles Colemans, in den Verlag ein. Er wurde 1924 Teilhaber und zusammen mit seinem Vater Herausgeber der Zeitung. 1930 übernahm er die Leitung als Alleinherausgeber.

Zeit des Nationalsozialismus und Nachkriegszeit In der Zeit des Nationalsozialismus verlor die Zeitung Stück für Stück ihre Unabhängigkeit. Bereits am 30. März 1933, zwei Monate nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, berichtete sie über Widerstandsaktionen von KPD-Mitgliedern in Kücknitz und Dummersdorf, die Straßenschilder etwa in Karl-Liebknecht-Straße umbenannt hatten, unter der Überschrift „Der rote Mob rührt sich!“ In dem Bericht hieß es: „Hoffentlich beordert man aus Lübeck einige Hilfspolizeibeamte nach Kücknitz, damit mit diesem roten Mob einmal gründlich aufgeräumt wird (…).“Werner Petrowsky / Arbeitskreis „Geschichte der Lübecker Arbeiterbewegung“: Lübeck – eine andere Geschichte, Einblicke in Widerstand und Verfolgung in Lübeck 1933–1945. Zentrum – Jugendamt der Hansestadt Lübeck (Hrsg.), Lübeck 1986, ISBN 3-923814-02-X, S. 86. Der Bericht ist im Faksimile wiedergegeben.

Mit Ablauf des 31. Dezembers 1933 gingen alle Rechte des Verlags Gebrüder Borchers und somit der seit 1751 erscheinenden Lübeckischen Anzeigen an den General-Anzeiger über – „zur allgemeinen Überraschung“, wie es in der letzten Ausgabe der Lübeckischen Anzeigen hieß.Letzte Ausgabe der Lübeckischen Anzeigen vom 30. Dezember 1933.

1936 übernahm die NSDAP 30 Prozent der Anteile des Unternehmens, 1942 weitere 21 Prozent. Im selben Jahr fusionierte der General-Anzeiger mit der NSDAP-Parteizeitung Der Volksbote, die aus der 1894 gegründeten sozialdemokratischen Zeitung Lübecker Volksbote im Mai 1933 durch Gleichschaltung entstanden war. Die Zeitung erschien bis zum 2. Mai 1945 unter dem Titel Lübecker Zeitung.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab die britische Militärregierung ab Mitte Mai durch britische Presseoffiziere wie den Historiker Captain Arthur Geoffrey Dickens zunächst das Lübecker Nachrichtenblatt, später die Lübecker Post, heraus. In der allerersten Phase betrug der Umfang oft nur eine Seite.

Lübecker Nachrichten 1946 gab es mit Claus Wessel (1893–1971), dem von den Nationalsozialisten verfolgten Berliner Leonard Ehrlich (1897–1975), Heinz Eckholdt und Johannes Möller eine neue Verlegergeneration. Sie erhielten am 28. März 1946 die Lizenz für die Lübecker Nachrichten. Die erste Ausgabe erschien am 3. April 1946. Möller und Eckholdt schieden später wieder aus dem Verlag aus. Als Altverleger Robert Colemann 1950 die Lizenz zur Herausgabe des Lübecker General-Anzeigers bekam, fusionierten er,50-jähriges Berufsjubiläum des Verlegers Robert Colemann. In: Lübecker Nachrichten. Nr. 79, 3. April 1963. Ehrlich und Wessel am 10. September 1950 beide Zeitungen in der Lübecker Nachrichten GmbH. Seither erschien die Zeitung mit dem Zusatz General-Anzeiger. Im selben Jahr beschäftigte der Verlag einschließlich der Zeitungszusteller 1300 Mitarbeiter. Von 1946 bis 1959 erschien die Zeitung im Berliner Format. 1959 ging eine MAN-Zweirollen-Rotationsmaschine in Betrieb; damit wurde auf das größere Rheinische Format umgestellt.Ihre Zeitung im kompakten Format. In: Lübecker Nachrichten. 6./7. Juni 2021, S. 3.

1968 folgten Robert Colemans Söhne Charles Coleman († 31. Dezember 1991) und Jürgen Coleman († 31. Dezember 1991) ihrem Vater an die Verlagsspitze, ebenso im selben Jahr Jürgen Wessel († 2006) seinem Vater Claus Wessel. Auf Leonard Ehrlich folgte 1970 dessen Sohn Bernd Ehrlich († 2006), der bis 1983 Gesellschafter blieb.

1973 wuchs die Auflage der Zeitung auf mehr als 100.000 Exemplare. Am 1. August 1974 nahm Günter Semmerow seine Tätigkeit als Geschäftsführer bei den Lübecker Nachrichten auf. 1979 wurde die erste Ausgabe des Anzeigenblattes „Lübecker Wochenspiegel“ mit einer Auflage von 120.000 Exemplaren veröffentlicht.

1982 wurde der Bleisatz durch den Fotosatz abgelöst; die Abteilungen sind seitdem per Computer vernetzt.

Am 12. September 1984 fand die Grundsteinlegung für das neue Druckzentrum Herrenholz statt. Seit 1986 wird im Rollenoffsetverfahren im heutigen Verlagssitz im Herrenholz in Lübeck-Buntekuh gedruckt. Der Verlagskomplex in der Lübecker Innenstadt zwischen Königstraße, Fleischhauerstraße und Dr.-Julius-Leber-Straße wurde 1990 an einen niederländischen Investor verkauft und im Oktober 1991 mit dem Umzug der Redaktion aufgegeben.

Am 14. Oktober 1991 erschien die erste Zeitungsausgabe im Ganzseitenumbruch. 1991 kaufte die Lübecker Nachrichten GmbH die Ostsee-Zeitung in Rostock. 50 Prozent der Anteile gab der Verlag später an die Axel Springer AG ab.

Die Lübecker Nachrichten starteten 1997 ihren Online-Dienst unter www.LN-Online.de.

1998 wurde die Zeitung vom Deutschen Presserat nach einem Verstoß gegen Ziffer 7 des Pressekodex („Schleichwerbung“) öffentlich gerügt. Die Rüge richtete sich gegen Teile einer Serie über Wirtschaftsunternehmen.

2002 übernahm Thomas Ehlers als Nachfolger von Günter Semmerow die Geschäftsführung der Lübecker Nachrichten.

2003 startete der Verkauf des LN-E-Papers, der elektronischen Ausgabe der Lübecker Nachrichten.

Im Dezember 2006 übernahm Thomas Ehlers gleichzeitig die Geschäftsführung des Verlages der Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG.

Im Juli 2007 feierte der Verlag das 125-jährige Bestehen der Zeitung.