mini|Historisches Ortsschild

Holzmühle (fränkisch: Holz-milE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 100. Dort folgendermaßen transkribiert: „hǫltsmíl“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Holzmühle liegt in der Gemarkung Wiedersbach.

Geografie Die Einöde liegt am Krämleinsbach (im 19. Jahrhundert auch „Krümmleinsbach“ genannt)Friedrich Wilhelm Pfeiffer: Beiträge zur Flußpolizei- und Flußbaukunde ... , Hof/Wunsiedel 1842, S. 18., einem linken Zufluss der Altmühl, und am nordwestlichen Rand des Rauenbucher Waldes, den auch die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim berührt. 0,5 km östlich erhebt sich der Rauenberg (), 0,5 km westlich der Kühnberg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wiedersbach (0,9 km nordöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2249 (0,5 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1318 als „Holtzmule“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet zur Mühle am Wald.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 100.H. Schreiber: Leutershausen, S. 399. Die Getreidemühle gehörte zur Herrschaft Lüchau zu Wiedersbach und kam 1591 auf dem Erbwege in den Besitz der Herrschaft Eyb.H. Schreiber: Leutershausen, S. 399. Laut dem 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen von 1681 bestand die Mühle aus zwei Mannschaften; die zweite „erst vor kurzem neu wieder aufgebaut“ – wohl nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 721. In den Johann Georg Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 wurde die „Holtz Mühl“ als eine „adelich Widerspachischer Mühl“ aufgelistet, die nach St. Peter in Leutershausen gepfarrt war und den Zehnt der Herrschaft Eyb zu Wiedersbach zu geben hatte. Die Vogtei inner Etters lag beim Eybschen Rittergut Wiedersbach, die Vogtei außer Etters und die Fraisch waren Rechte des brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamtes Leutershausen.H. Schreiber: Leutershausen, S. 400. Daran änderte sich bis zum Ende des Alten Reiches nichts.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 928. Hiernach soll es nur eine Untertansfamilie gegeben haben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1016.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Holzmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wiedersbach zugewiesen. Sie gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Wiedersbach an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Die seit 1796 bestehende eybsche Patrimonialgerichtsbarkeit zu Wiedersbach-Rammersdorf endete 1842 durch Verzicht.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1016. 1851 stellte die Holzmühle mit Georg Häslein den Bürgermeister der Gemeinde Wiedersbach.H. Schreiber: Leutershausen, S. 400.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Wiedersbach und damit auch die Holzmühle zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 402.

Baudenkmal Haus Nr. 1: ehemalige Holzmühle, Wohngebäude, zweigeschossiger Satteldachbau, mit Putzgliederungen und Fachwerkgiebel, 18. Jahrhundert, bezeichnet 1818; Scheune, massiver Satteldachbau, einseitig mit Krüppelwalm, mit Fachwerkgiebel, 1801.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 6 7 9 21 8 6 12 16 14 3 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 1 2 2 1 1 2 2 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Johannes Baptista (Wiedersbach) gepfarrt, seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei nach St. Peter (Leutershausen) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Vitus (Neunstetten) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Wassermühle im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1318 Kategorie:Bauwerk in Leutershausen Kategorie:Mühle in Europa