Rammersdorf (fränkisch: RammaschdorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 156. Dort folgendermaßen transkribiert: „raməschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Rammersdorf liegt in der Gemarkung Mittelramstadt.
Geografie Die Einöde liegt am Kümmelbach, einem linken Zufluss der Altmühl. Dieser Bach speist auch die Leutershauser Weiher, die unmittelbar westlich des Ortes liegen. Circa einen halben Kilometer südöstlich liegt das Schloßbuckfeld. Unmittelbar südlich liegt die Froschmühle. Die Kreisstraße AN 23 führt nach Winden bzw. an der Froschmühle vorbei nach Leutershausen.
Namensdeutung Entsprechend der ältesten Belege wird der Ortsname gedeutet als „zum Dorf des Romung/Ramung“, wobei Romung/Ramung wohl der Name des Gründers der Ansiedlung ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 156.
Geschichte Der Ort wurde 1293 als „Romungesdorf“ im Achtbuch der Reichsstadt Rothenburg erstmals urkundlich erwähnt.H. Schreiber: Leutershausen, S. 116.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 584. 1336 erscheint „Romungestorf“ als Sitz des Ritters Fritz Vogel zu Dornberg. 1388 ist der Ritter Peter Vogel zu Vogelsburg (= Burg Rammersdorf) genannt, der Würzburger Lehnsmann war. Wenig später ging Rammersdorf an die Brüder Geißendorfer über. Diese mussten die Vogelsburg 1390 an den Würzburger Hofmeister Arnold Hiltmar abtreten. Von ihm erwarb Burkhart von Seckendorff-Jochsberg die Burg, der sie am 6. April 1390 als burggräfliches Lehen erhielt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 212. Im Jahre 1417 erschien Schloss Rammersdorf in einer Aufstellung der Schlösser des Landgerichts Graisbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 584.
Am 1. Januar 1571 erwarb der brandenburg-ansbachische Kammerrat Veit Asmus von Eyb zu Vestenberg, aus dem Adelsgeschlecht von Eyb stammend, das Rittergut Rammersdorf/Vogelsburg von Martin Wolf von Redwitz, der es kurz zuvor von seinem Schwager Hans Zobel von Giebelstadt gekauft hatte.H. Schreiber: Leutershausen, S. 115. In dem 16-Punkte-Bericht brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen von 1608 heißt es, dass außer einem Schafhof zu dem Schloss kein Hof oder Gut gehört.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 715. Der 16-Punkte-Bericht von 1681 erwähnt außer dem Schloss und dem Schafhof nunmehr ein zum Schloss gehörendes Bauernhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 722. Das Schloss wurde unter Albrecht Ludwig von Eyb abgebrochen und nach Plänen des Ansbacher und späteren Eichstätter Hofbaumeisters Gabriel de Gabrieli von Schlossbaumeister Johann Georg Schmidt von 1713 bis 1715 neu erbaut.H. Schreiber: Leutershausen, S. 116. So spricht auch die Vetter’sche Oberamtsbeschreibung von 1732 von einem „adelich Eybisch neuerbauten Schlößlein“, zu dem ein Bauernhaus, eine Torwartswohnung und ein „außen auf der Höhe“ stehender Schafhof gehörte. Die Bewohner waren nach St. Peter in Leutershausen gepfarrt und vom Zehnt befreit. Die Vogtei inner Etters war eyb’sches Recht, außer Etters und die Fraisch standen dem brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamt Leutershausen zu.Zitiert nach H. Schreiber: Leutershausen, S. 379. Daran änderte sich nichts mehr bis zum Ende des Alten Reiches.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 900.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 417. Das Rittergut Rammersdorf hatte zuletzt grundherrliche Ansprüche in Mittelbach (3 Anwesen), Mittelramstadt (12) und Winden (6).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 822. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1001 f.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Rammersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Leutershausen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mittelramstadt zugewiesen.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Ab 1820 bestand ein Patrimonialgericht I. Klasse derer von Eyb, dem in Rammersdorf fünf Grundholden unterstanden; 1838 erklärte die Familie von Eyb den Verzicht darauf, doch dauerte es noch bis 1842, bis König Ludwig I. die Abtretung des Patrimonialgerichtes genehmigte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 959 f. Am 1. Januar 1972 wurde Rammersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 350.
Heute ist der Forstbetrieb die wichtigste Einnahmequelle des von Eybschen Besitzes in Rammersdorf. Ein Eichenwald wird als „RuheForst Frankenhöhe – Leutershausen“ für Waldbestattungen genutzt.Website über den Ruheforst
Baudenkmal Wasserschloss mit breitem, bruchsteingefasstem Graben und Mauer. Dreigeschossiger Schlossbau zu 7 × 5 Achsen mit Walmdach, Schleppgauben und Ladegaube im Osten sowie erneuertem Dachreiter mit welscher Haube. An der Fassadenseite dreiachsiger Mittelrisalit mit kolossaler ionischer Pilasterordnung in den beiden Obergeschossen; an den flankierenden Achsen Doppellisenengliederung (letztere auch an den Schmalseiten). Rundbogenportal mit Pilaster- und Konsolvorbau für einen ehemaligen Balkon des ersten Obergeschosses. Fenster des ersten Obergeschosses geohrt, das mittlere mit hochgezogener gerader Verdachung; darüber Sandsteinwappen der Freiherren von Eyb bezeichnet 1713. Im Inneren Treppenhaus aus der Erbauungszeit mit Brüstung aus schweren Holzbalustern und Resten von Rahmenstuck. Über dem Schlossgraben zweibogige Brücke aus Hausteinquadern; darüber Torpfeiler aus Sandstein, wohl gleichzeitig mit dem Schlossbau. Südlich des Schlosses von Bruchsteinmauern umgebene terrassenförmig gestufte Parkanlage von 1715.G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 133.
2018 wurden die Besitzer des Schlosses für eine umfassende Schlossinstandsetzung mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.BLfD: Seite 14, abgerufen am 31. Juli 2018.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 23 29 20 22 20 10 7 66 24 19 12 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 5 3 4 4 3 3 3 2Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Website von Schloss Rammersdorf Sage von der „weißen Frau im Zobelholz“ (bei Schloss Rammersdorf)
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1293 !