Kriebstein ist eine Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Kriebethal.

Geographie Kriebstein liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Döbeln und sechs Kilometer nordöstlich der Stadt Mittweida. Die Zschopau, ein Nebenfluss der Freiberger Mulde, fließt auf dem Weg von Mittweida nach Waldheim durch das enge und felsige Mittweidaer Zschopautal, in dem sich auch die Talsperre Kriebstein und die gleichnamige Burg befinden. Diese schroffe Felslandschaft ist Anziehungspunkt für viele Erholungssuchende und bildet damit den Keim für den sich langsam entwickelnden Tourismus in der Gemeinde.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen

Ehrenberg Erlebach Grünlichtenberg Höckendorf Höfchen Kriebstein Kriebethal Reichenbach

Der Gemeindename rührt von der Burg Kriebstein und der zugehörigen Gutssiedlung her.

Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Erlau, die Stadt Mittweida, Rossau und Striegistal, die Stadt Roßwein und die Stadt Waldheim.

Geschichte mini|Gemeindeverwaltung der Gemeinde Kriebstein in Kriebethal Grünlichtenberg und Höckendorf wurde Mitte des 12. Jahrhunderts von deutschen Siedlern gegründet. Die Orte der heutigen Gemeinde Kriebstein gehörten später zur Herrschaft Kriebstein bzw. zum Amt Rochlitz, nur ein Teil von Lichtenberg gehörte zum Amt Nossen.

In Höfchen wurde zu DDR-Zeiten von der SDAG Wismut das Pionier-Ferienlager „Ernst Thälmann“ errichtet und betrieben.

Eingemeindungen Die Gemeinde Kriebstein wurde am 1. Januar 1994 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Ehrenberg, Höfchen und Kriebethal gebildet. Erlebach wurde kurz darauf am 1. März 1994 eingemeindet. Am 1. Januar 1996 folgte Reichenbach. Grünlichtenberg ist seit dem 1. Januar 1999 ein Ortsteil der Gemeinde.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung EhrenbergStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Höfchen und Kriebethal zu Kriebstein Erlebach 1. März 1994 Grünlichtenberg 1. Januar 1999 Höfchen 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Ehrenberg und Kriebethal zu Kriebstein Höckendorf 1. März 1994 Eingemeindung nach Grünlichtenberg Kriebethal 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Ehrenberg und Höfchen zu Kriebstein KriebsteinGemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistisches Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren vor 1875um 1922 Eingemeindung nach Beerwalde,Umgliederung nach Höfchen Kriebstein, Gutsbezirk um 1922 Eingemeindung nach Höfchen Moritzfeld vor 1875 Eingemeindung nach Höfchen Reichenbach 1. Januar 1996

Politik 2024 fand in Kriebstein ein Bürgerentscheid zum Thema „Befürworten Sie den Bau eines Solarparks auf den Flurstücken 300/a, 301, 302, 303, 304, 305, 306, 307/1, 308, 309, 310 der Gemarkung Grünlichtenberg?“ statt. Der Bürgerentscheid scheiterte.

Gemeinderat

Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

+letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wähler Kriebstein756,4859,5644,3CDU435,3533,3851,1Linke18,317,3––SPD–––––4,7Wahlbeteiligung78,1 %67,9 %59,1 %

Bürgermeister Das Amt des Bürgermeisters begleitet seit 2015 Maria Euchler (FWK). +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Maria Euchler (2015: Lausch)FWK91,7201571,72008Christoph Merker56,12001Wolfram ThiemeCDU94,3 Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Kriebstein mini|hochkant|Burg Kriebstein Burg Kriebstein Talsperre Kriebstein Zschopautal Schloss Ehrenberg Evangelisch-lutherische St.-Nikolai-Kirche in Grünlichtenberg

Partnergemeinde Weisenbach in Baden-Württemberg

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die südlich verlaufende A 4 ist über den Anschluss Hainichen (ca. 8 km) und die nördlich verlaufende A 14 ist über den Anschluss Döbeln-Nord (ca. 13 km) zu erreichen.

Da sich die nächsten Bahnstrecken weit oberhalb des Talgrundes befanden, wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine Schmalspurbahn im Zschopautal geplant, jedoch nie gebaut. Die Überlastung des Waldheimer Bahnhofs mit dem Güterverkehr der Papierfabriken (siehe auch Ansässige Unternehmen) führte aber 1896 zur Eröffnung einer normalspurigen Stichbahn von Waldheim nach Kriebethal, auf der bis 1919 auch Ausflugsverkehr stattfand. 1998 wurde der Güterverkehr eingestellt, 2004 die Strecke auf Schmalspur umgebaut.

Kriebstein liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Mittelsachsen. Busverbindungen bestehen nach Waldheim, Mittweida und Hainichen, an Wochenenden auch nach Chemnitz.

Die Kriebsteiner Straße (Abschnitt der Straße K 8215 an der Burg Kriebstein) gilt mit einer ausgeschilderten Neigung von 25 % als eine der steilsten in Deutschland.

Ansässige Unternehmen mini|WEPA Papierfabrik in Kriebethal

WEPA Papierfabrik Sachsen GmbH (ehem. Kriepa Hygienepapier GmbH)

Persönlichkeiten Johann Gottfried Stecher (1718–1776), Bildhauer, geboren in Ehrenberg Karl Mehnert (1811–1885), Rittergutsbesitzer und Politiker, MdL Albert Niethammer (1833–1908), Papierfabrikant (Kübler & Niethammer) und nationalliberaler Politiker, MdR, MdL (Königreich Sachsen) Konrad Niethammer (1863–1931), Papierfabrikant (Kübler & Niethammer) und Politiker (NLP, DVP) Erik von Arnim (1873–1945), sächsischer Rittergutsbesitzer und Hofbeamter

Literatur

Bodendenkmal (1) mittelalterliche Spornburg „Schloß“/„Burg“/„Kriebstein“ (S. 30), in: Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446 Bodendenkmal (2) mittelalterlicher Burgstall einer Höhenburg/Spornburg „Raubschloß“/„Wahl“ (S. 29), in: Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446 Kriebsteiner Bodendenkmal (3) mittelalterliche Niederungsburg/Wasserburg „Waal“/„Wall“/„Schanze“ im Osten von Beerwalde unmittelbar östlich der Kirche (in der Flur von Kriebstein?), S. 29, in: Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446 (gemeint ist die Turmhügelburg Wasserburg Beerwalde)

Einzelnachweise

Weblinks

Atlas Mittelsachsen Seite der Gemeindeverwaltung Kriebstein Alte Ansichten von Kriebethal Alte und neuen Ansichten der Gemeinde Kriebstein Ortsteil Grünlichtenberg

Kategorie:Gemeindegründung 1994