Rossau ist eine Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen.
Geographie Rossau liegt ca. 3 km östlich von Mittweida und 15 km südlich von Döbeln. An der Westgrenze der Gemeinde befindet sich das Zschopautal.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören folgende Ortsteile:
Hermsdorf Greifendorf Moosheim Nieder- und Oberrossau Weinsdorf mit Liebenhain Seifersbach Schönborn-Dreiwerden
Nachbargemeinden Angrenzende Gebietskörperschaften sind die Städte Hainichen, Frankenberg/Sa. und Mittweida sowie die Gemeinden Kriebstein, Lichtenau und Striegistal im Landkreis Mittelsachsen.
Geschichte mini|Hängebrücke Kockisch-Liebenhain mit Liebenhainer Mühle mini|Grundschule Seifersbach
Der „Rozzow“ genannte Ort Rossau wurde erstmals im Jahr 1378 erwähnt. Zu dieser Zeit wurde noch nicht zwischen Ober- und Niederrossau unterschieden. Belege für die Erwähnung der beiden Orte gibt es u. a. für Niederrossau aus dem Jahr 1551 als „Rossaw Nieder Gemeynn“ und ab 1791 als „Ober Roßau“ und „Nieder Roßau“. Die denkmalgeschützte Rossauer Kirche im heutigen Niederrossau entstand im 12/13. Jahrhundert als Wehrkirche. Sie ist somit eine der ältesten Kirchen in Sachsen.Webseite der Kirchgemeinde Seifersbach mit Rossau
Die heutige Gemeinde Rossau entstand am 1. Juli 1950 durch Zusammenschluss der Gemeinden Oberrossau, Niederrossau und Weinsdorf (mit dem Ortsteil Liebenhain). Das Gemeindeamt befindet sich im Ortsteil Niederrossau. Die heutigen Ortsteile der Gemeinde Rossau gehörten in früheren Jahrhunderten zu verschiedenen Verwaltungseinheiten. In der folgenden Tabelle werden diese Herrschaftsverhältnisse dargestellt.
+ Herrschaftszugehörigkeit der Rossauer OrtsteileOrtZugehörigkeit vor 1590Zugehörigkeit zwischen 1590 und 1832Zugehörigkeit von 1832 bis 1856 Greifendorf Amt Nossen Amt Nossen Amt Nossen Oberrossau, Niederrossau Kreisamt Freiberg Amt Nossen Amt Nossen Moosheim Amt Döbeln Amt Rochlitz Amt Rochlitz Weinsdorf, Liebenhain Kreisamt Freiberg Amt Rochlitz Amt Frankenberg-Sachsenburg Hermsdorf Herrschaft Ringethal (zum Kreisamt Freiberg gehörig, Exklave) Herrschaft Ringethal (zum Kreisamt Freiberg, Exklave) Amt Frankenberg-Sachsenburg Seifersbach Kreisamt Freiberg Amt Frankenberg-Sachsenburg (ab 1551 nachweisbar) Amt Frankenberg-Sachsenburg Schönborn, Dreiwerden Rittergut Neusorge (zum Amt Rochlitz gehörig) Rittergut Neusorge (ab 1610 zum Amt Augustusburg) Amt Frankenberg-Sachsenburg
Nach der Auflösung der Ämter kamen die Orte unter die Verwaltung des Gerichtsamts Mittweida, Greifendorf und Moosheim an das Gerichtsamt Roßwein. Im Oktober 1874 kamen die zum Gerichtsamt Mittweida gehörigen Orte im Gebiet von Rossau an die Amtshauptmannschaft Rochlitz und die Orte Greifendorf und Moosheim an die Amtshauptmannschaft Döbeln. Ab 1952 gehörten alle heutigen Rossauer Ortsteile zum Kreis Hainichen, welcher 1994 Teil des neuen Landkreises Mittweida wurde. Seit 2008 gehört die Gemeinde Rossau mit ihren Ortsteilen zum Landkreis Mittelsachsen.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stichtag: 31. Dezember): Jahr Einwohner 1998 3943 1999 4016 2000 4061 2001 3981 2002 3913 Jahr Einwohner 2003 3920 2004 3881 2005 3917 2006 3852 2007 3814 Jahr Einwohner 2012 3566 2013 3566 2015 3598 Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde bzw. Gutsbezirk Datum Anmerkung Greifendorf 1. März 1994Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen Hermsdorf 1. Januar 1994 Moosheim 1. Januar 1994 Niederrossau 1. Juli 1950Ministerium des Innern des Landes Sachsen (Hrsg.): Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere. 1952. Zusammenschluss mit Oberrossau und Weinsdorf zu Rossau Oberrossau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Niederrossau und Weinsdorf zu Rossau Oberrossau, Revierförsterei 1. Juli 1936Das Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen, Dresden 1943. Ausgliederung aus der Gemeinde Oberrossau und Eingliederung in den selbstständigen Gutsbezirk Staatsforstrevier Frankenberg Schönborn 3. März 1933Das Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen, Dresden 1943. Namensänderung in Schönborn-Dreiwerden Schönborn-Dreiwerden 1. Januar 1992 Zusammenschluss mit Seifersbach zu Schönborn-Dreiwerden-Seifersbach Schönborn-Dreiwerden-Seifersbach 1. Januar 1999 Seifersbach 1. Januar 1992 Zusammenschluss mit Schönborn-Dreiwerden zu Schönborn-Dreiwerden-Seifersbach Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 12. September 1949 Teileingliederung nach Greifendorf Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 12. September 1949 Teileingliederung nach Mossheim Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 9. Dezember 1948 Teileingliederung nach Oberrossau im Zuge der Bodenreform Staatsforstrevier Frankenberg, Gutsbezirk 11. Dezember 1948 Teileingliederung nach Schönborn-Dreiwerden Staatsforstrevier Rossau, Gutsbezirk 11. Dezember 1948 Teileingliederung nach Oberrossau Weinsdorf 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Niederrossau und Oberrossau zu Rossau
Politik
Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:
+letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wähler Rossau e. V.852,2747,3641,0CDU321,6427,9535,2Wir für Rossau214,2215,2213,8Wählerverband Greifendorf/Rossau15,6––––Grüne–4,1––––SPD–2,4–2,3––Linke––17,317,9FDP–––––1,3NPD–––––0,9Wahlbeteiligung70,7 %66,8 %61,6 %
Bürgermeister mini|Gemeindeamt Rossau in Niederrossau Das Gemeindeamt der Gemeinde Rossau befindet sich in Niederrossau.
Im September 2023 wurde Dietmar Gottwald mit 84,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2023Dietmar GottwaldGottwald95,0201684,82009CDU51,22006Horst GlößFWG HGMR94,51994Glöß85,1 Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Rossauer DorfkircheWebsite der Gemeinde stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Ihre Orgel von 1670 ist eine der ältesten Orgeln Sachsens. Der Altar zeigt Apollonia, die Schutzpatronin der Zahnärzte. Das Besucherbergwerk „Alte Hoffnung Erbstolln“ in Schönborn ist ein ehemaliges Silberbergwerk aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. In Schönborn-Dreiwerden gibt es eine historische Bergwerksbahn. Sehenswert ist die in der Gemeinde liegende Alpakafarm in Moosheim. Alpakas werden hier schon seit langer Zeit gezüchtet. Die Kirche in Greifendorf aus dem Jahr 1859, die 1982 als abrissgefährdet galt, wurde mit Spendenmitteln saniert.
Verkehr Die südlich der Gemeinde verlaufende A 4 ist über den Anschluss Nr. 73 Hainichen (ca. 5 km) zu erreichen.
Gesundheitswesen In Schönborn-Dreiwerden betreibt die Sozialpsychiatrie des Klinikums Chemnitz in einem Vierseitenhof die Therapiestätte „Kastanienhof Rossau“.
Söhne und Töchter der Gemeinde Martin Menzel (1932–2017), Historiker; geboren in Seifersbach
Einzelnachweise
Weblinks
Atlas Mittelsachsen Offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Rossau
Homepage des Geschichtsvereins Rossau Historische Bergwerksbahn Schönborn-Dreiwerden Schaubergwerk Schönborn
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Ersterwähnung 1378 Kategorie:Gemeindegründung 1950