mini|Siegelmarke der Gemeinde Zettlitz Zettlitz ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Mittelsachsen zwischen den Städten Rochlitz und Geringswalde. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Rochlitz mit Sitz in der gleichnamigen Stadt.
Geographie Zettlitz liegt am östlichen Ufer der Zwickauer Mulde. Etwa fünf Kilometer südwestlich befindet sich die Stadt Rochlitz und etwa 35 Kilometer weiter südlich die Stadt Chemnitz.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Geringswalde (Stadt), Königsfeld, Rochlitz (Stadt) und Seelitz im Landkreis Mittelsachsen sowie Colditz (Stadt) und Zschadraß im Landkreis Leipzig.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen: Ceesewitz Hermsdorf (früher: Hochhermsdorf) Kralapp Methau Rüx Zettlitz
Geschichte mini|Gemeindeamt Zettlitz Erste urkundliche Erwähnung, weitere verbürgte Ortsnamenformen Im Jahr 1233 wird ein Heinricus de Ceteliz in einer Urkunde erwähnt, das ist der erste indirekte urkundliche Nachweis einer Gemeinde dieses Namens. Unklar ist, ob sich die Urkunde auf Zettlitz bei Rochlitz oder Zedtlitz bei Borna bezieht.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band II, Seite 640 Das 1350 erstmals genannte Czetelicz meint mit Sicherheit das jetzige Zettlitz. Der Ortsname ist altsorbischer Herkunft und bedeutet Dorf eines Cetel....
Weitere in Urkunden genannte Schreibweisen des OrtsnamensKarlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Neuausgabe, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, Seite 838 sind:
1350, 1378: Czetelicz 1400, 1445, 1447 Czetlicz 1548: Zettelitz 1749: Zettlitz 1791: Zettlitz
Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung ArnsdorfDas Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943 01.04.1935 CeesewitzGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen 01.07.1950 Hermsdorf (früher: Hochhermsdorf) 01.07.195001.07.1965 Eingemeindung nach Aitzendorf, Umgliederung nach Zettlitz Kralapp 01.07.1964 Methau 01.07.1950 Rüx 01.07.1964
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1998: 1092 1999: 1118 2000: 1063 2001: 1053 2002: 1015 2003: 957 2004: 898 2005: 882 2007: 832 2009: 810 2010: 807 2011: 800 2012: 783 2013: 778 2015: 737 Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen Mit 794 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2012) stellt Zettlitz nach der Gemeinde Rathen mit 372 Einwohnern, gemessen an der Bevölkerung, die zweitkleinste Gemeinde Sachsens.
Politik Gemeinderat
Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 10 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:
+letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Wählervereinigung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Zettlitz660,4658,9656,8Wählervereinigung des FSV Zettlitz215,3116,9––Zukunft.Gemeinsam.Gestalten115,3––––Wählervereinigung „Chor“16,219,4113,6Linke–2,8114,9329,6Wahlbeteiligung71,9 %62,7 %51,9 %
Bürgermeister Im November 2016 wurde der gebürtige Rochlitzer Steffen Dathe mit 84 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Seit 2023 ist Thomas Arnold Bürgermeister. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2023Thomas ArnoldArnold89,42016Steffen DatheDathe84,02015Thomas ArnoldEinzelvorschlag77,92010Arnold54,22008Jürgen WünscheWV Feuerwehr96,1200193,4 Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Zettlitz Dorfkirche im Ortsteil Hermsdorf von 1788 mit Orgel aus der Werkstatt von Friedrich Ladegast (1884) Zettlitzer Kirche – Neubau 1847 mit doppelten Emporen und eingezogenem Kanzelaltar Auenbachtal
Impressionen aus Zettlitz
Wirtschaft Die Gemeinde ist von der Landwirtschaft geprägt. Von besonderer Bedeutung ist die AGRO AG Methau, die etwa 4200 ha Ackerland und 250 ha Grünland bewirtschaftet (Stand 2010), in Methau eine 1975 errichtete und 1978 erweiterte MilchviehanlageMethauer Perspektiven. Betriebsreportage, Neue Landwirtschaft 8/95 pp. 7-10. Aufgerufen am 18. August 2014 und in Ceesewitz eine Schweinemastanlage betreibt. 2005 errichtete sie eine Biogasanlage zur Energiegewinnung.Methauer AGRO-AG. Aufgerufen am 18. August 2014
Nahe dem Ortsteil Methau wurde mindestens seit dem 16. Jahrhundert Aufgerufen am 18. August 2014 und bis ins 20. JahrhundertDie Schiefervorkommen von Sachsen. Aufgerufen am 18. August 2014 Schiefer gebrochen, der zur Dachdeckung und Fassadenverkleidung verwendet wurde.Heiner Siedel: Die Dachschiefervorkommen um Methau, Zettlitz und Penna im nordwestlichen Schiefermantel des sächsischen Granulitgebirges und ihre historische Nutzung. In: Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, Band 46 (2023), S. 91–116.
Verkehr Die Bundesstraße 175 berührt das Gemeindegebiet im Süden, die Ortsteile sind durch mehrere Kreis- und Gemeindestraßen miteinander verbunden. Zettlitz wird im ÖPNV durch Busse des Verkehrsverbundes Mittelsachsen bedient, die die Gemeinde mit den nahegelegenen Städten, insbesondere den Bahnstationen in Geithain und Waldheim, verbinden. Eine direkte Bahnanbindung besteht nicht, die früher durch den Ortsteil Kralapp (ohne Bahnstation) führende Bahnstrecke Glauchau–Wurzen ist ebenso wie die durch die südlichen Nachbargemeinden verlaufende Bahnstrecke Waldheim–Rochlitz mittlerweile stillgelegt. Die nächsten Stationen an den Strecken Riesa–Chemnitz und Neukieritzsch–Chemnitz liegen etwa 10 km entfernt.
Persönlichkeiten mini|Christian-Rietschel-Eiche (Zettlitz), Infotafel Christian Rietschel (1908–1997), Dr. theol., Theologe, Schriftsteller und Künstler, 1936 bis 1950 Pfarrer in Zettlitz
Söhne und Töchter der Gemeinde Friedrich Ladegast (1818–1905), im heutigen Ortsteil Hermsdorf geboren, bedeutender deutscher Orgelbauer
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Atlas Mittelsachsen
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen