St. Gangloff ist eine Gemeinde im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Hermsdorf.
Geografie mini|Ansicht von St. Gangloff (2003)
St. Gangloff liegt im Thüringer Holzland an der Straße vom Hermsdorfer Kreuz nach Gera. Der Ort wird vom Fischbach durchflossen. Das Gebiet westlich des Ortes ist bewaldet, während der Bereich im Osten landwirtschaftlich genutzt wird.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Eineborn, Lippersdorf-Erdmannsdorf, Mörsdorf, Ottendorf, Reichenbach, Schleifreisen und Tautendorf im Saale-Holzland-Kreis sowie Kraftsdorf und Lindenkreuz im Landkreis Greiz.
Geschichte Erstmals wurde der Ort 1266 urkundlich erwähnt. Eine dem Heiligen Gangloff (oder Gangolf) geweihte Wallfahrtskapelle gab dem Ort seinen Namen. Früher verfügte der Ort über drei Mühlen am Fischbach, bei zwei davon sind die Gebäude noch erhalten. Aus dem Tal des Fischbaches, in dem die ältesten Häuser St. Gangloffs liegen, hat sich der Ort im Laufe der Zeit in nördliche und westliche Richtung ausgedehnt.
Etwa 1,5 Kilometer westlich des Ortes am oberen Ausgang des Fischbaches liegt das Grundstück Schlossberg. Es soll einmal der Standort einer Burganlage gewesen sein.Sven Ostritz (Hrsg.): Saale-Holzland-Kreis, Ost (= Archäologischer Wanderführer Thüringen. H. 9). Beier & Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 126.
St. Gangloff gehörte zum einen Teil zum wettinischen Kreisamt Eisenberg und zum anderen Teil zum wettinischen Amt Roda, welche aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf ihres Bestehens unter der Hoheit verschiedener Ernestinischer Herzogtümer standen. 1826 kamen beide Teile vom Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Sie gehörten seitdem zum Westkreis bzw. ab 1876 zum Verwaltungsbezirk Roda. 1904/10 wurden der Altrodaer und Neurodaer Anteil zu einem Ort vereinigt. Ab 1920 gehörte der Ort zum Freistaat Thüringen.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 1355 1995: 1354 1996: 1358 1997: 1350 1998: 1377 1999: 1379 2000: 1351 2001: 1362 2002: 1356 2003: 1339 2004: 1332 2005: 1323 2006: 1300 2007: 1292 2008: 1298 2009: 1287 2010: 1303 2011: 1247 2012: 1254 2013: 1229 2014: 1206 2015: 1189 2016: 1197 2017: 1187 2018: 1179 2019: 1177 2020: 1174 2021: 1152 2022: 1178 2023: 1147 2024: 1137 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 gab es das folgende Ergebnis: Wählergemeinschaft „St. Gangloff“: 88,9 % – 12 Sitze
Der ehrenamtliche Bürgermeister Frank Wiedenhöft von der Wählergemeinschaft „Neues St. Gangloff“ wurde im Juni 2004 gewählt und 2010 und 2016 wiedergewählt. Der Vorgänger war Dirk Hänse.
Wirtschaft und Infrastruktur St. Gangloff verfügt über ein gut erschlossenes Gewerbegebiet, in dem sich im Laufe der Zeit einige Firmen angesiedelt haben. Das bekannteste Unternehmen ist dabei vermutlich die Firma Goldmännchen Tee.
Bildung Nach dem Brand der alten Schule wurde im Jahre 1980 eine neu gebaute Schule in St. Gangloff als POS Werner Lamberz eröffnet. Nach 1990 wurde diese in eine Staatliche Regelschule umgewandelt. Wegen zurückgehender Schülerzahlen wurde die Schule zum 31. Juli 2007 geschlossen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Dorfkirche (2005)
Sehenswert sind einige alte Fachwerkhäuser im „Alten Dorf“, eines davon mit einem originalen Lehmbackofen, die Dorfkirche St. Gangloff mit dem alten Friedhof sowie der Waldfriedhof.
Etwa zwei Kilometer südwestlich des Ortes steht nur wenige Meter von der Bundesautobahn 9 entfernt ein Steinkreuz. Ursprünglich lag es im Wald versteckt und wurde 1964 nach dem Auffinden an der jetzigen Stelle aufgestellt.Sven Ostritz (Hrsg.): Saale-Holzland-Kreis, Ost (= Archäologischer Wanderführer Thüringen. H. 9). Beier & Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 125.
Söhne und Töchter des Ortes Christian Gottlieb Kneusel (* 1801) war ein deutscher Schullehrer und Politiker
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Saale-Holzland-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1266 Kategorie:Gangolf (Heiliger) als Namensgeber