Leeds United (offiziell: Leeds United Football Club) – auch bekannt als The Whites (), The Peacocks () oder einfach nur United – ist ein professioneller Fußballverein aus der nordenglischen Stadt Leeds, die in der Grafschaft West Yorkshire liegt.

Leeds gewann unter anderem dreimal die englische Liga (1969, 1974, 1992) sowie jeweils einmal den FA Cup und den League Cup. In den 1960er- und 1970er-Jahren hatten sie ihre erfolgreichste Phase, so standen sie im Europapokal-Finale 1975 gegen FC Bayern München.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends bekam der Verein finanzielle Probleme und war bis zu seinem Wiederaufstieg in die Premier League 2020 für 16 Jahre aus dieser abwesend. Leeds United Football Club Limited ist zu 100 % im Besitz von 49ers Enterprises Global Football Group LLC, einem in Delaware eingetragenen Unternehmen. Im Mai 2024 stieg Red Bull als Minderheitsaktionär ein.

Geschichte Der Vorgängerverein von Leeds United, Leeds City, wurde 1904 gegründet, jedoch 1919 von der Football Association zur Auflösung gezwungen, da ihm illegale Zahlungen an Spieler während des Ersten Weltkriegs vorgeworfen wurden. Der heutige Verein Leeds United wurde noch im selben Jahr gegründet und bekam auch sofort vom Ligageschäftsführer J. Nicholson die Einladung sich der Midland Football League anzuschließen. Am 31. Oktober 1919 wurde der Verein aufgenommen und nahm den Platz der Leeds City Reserves ein. Der Klub Yorkshire Amateur bot Leeds United an, sein Spielgelände an der Elland Road abzutreten. Trainer von Leeds war zu dieser Zeit der ehemalige Spieler Dick Ray. Der Präsident von Huddersfield Town, Hilton Crowther, lieh Leeds United £35.000. Dieses Geld musste erst bei einem möglichen Aufstieg in die Football League First Division zurückgezahlt werden. Außerdem überredete er Arthur Fairclough, den Trainer des FC Barnsley, am 26. Februar 1920 Trainer bei United zu werden. Dick Ray wurde sein Assistent.

Am 31. Mai 1920 wurde Leeds United in die Second Division der Football League aufgenommen, und in den folgenden Jahren festigte der Verein dort seine Position. 1924 gelang der Aufstieg in die First Division. Der Aufenthalt in dieser Liga währte jedoch nur kurz und 1926/27 musste der Verein wieder absteigen. Damit endete auch die Trainertätigkeit von Arthur Fairclough und Dick Ray übernahm erneut diesen Posten. Bis zum Zweiten Weltkrieg stieg Leeds noch zweimal ab, schaffte aber jedes Mal sofort wieder den Aufstieg. Dick Ray beendete seine Trainertätigkeit am 5. März 1935 und wurde von Bill Hampson ersetzt, der 12 Jahre lang Trainer blieb.

In der Saison 1946/47 stieg Leeds United mit dem schlechtesten Punktestand seiner Vereinsgeschichte erneut ab. Trainer Hampson trat zurück, blieb aber noch acht Monate als Chefscout für den Verein tätig. Im April 1947 wurde daraufhin Willis Edwards Trainer. Er wurde aber schon nach einem Jahr zum Co-Trainer zurückgestuft und Frank Buckley übernahm den Trainerposten. 1948 löste Sam Bolton Ernest Pullan als Präsident des Vereins ab. Leeds blieb in der Second Division bis zur Saison 1955/56, in der sie in die First Division aufstiegen. Maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatte der walisische Nationalspieler John Charles. Charles wollte aber nicht weiter bei einem unterklassigen Verein spielen, und der damalige Trainer Raich Carter konnte ihn nicht zum Bleiben überreden. Charles wurde für die Rekordsumme von £65.000 an Juventus Turin verkauft. Den Verlust dieses Schlüsselspielers konnte Leeds nicht kompensieren und die Mannschaft stieg 1959/60 erneut in die Second Division ab.

Im März 1961 verpflichtete der Verein Don Revie als Trainer. Er trat sein Amt unter widrigen Umständen an, da der Verein in finanziellen Schwierigkeiten war. Er bekam den Job deswegen, weil es sonst keine geeigneten Kandidaten gab, die man sich hätte leisten können. Revie galt als erster Technokrat unter Englands Trainern. Er fertigte akribisch Dossiers über jeden Gegenspieler und Schiedsrichter an und massierte seine Spieler selbst. Seine Trainingsmethoden machten Leeds United zur fittesten und technisch versiertesten Mannschaft der Liga. In der Saison 1961/62 konnte auch erst durch einen Sieg im letzten Spiel der Abstieg in die Third Division vermieden werden. Revie veränderte das Team grundlegend und schaffte 1963/64 den Aufstieg in die First Division, die heutige Premier League. Am Ende der Saison 1964/65 belegte man auf Anhieb den zweiten Platz und zog ins FA-Pokalfinale ein. Zwischen 1965 und 1974 erreichte Leeds dort immer einen Platz unter den ersten vier Vereinen. United wurde 1969 und 1974 englischer Meister, gewann 1972 den FA Cup, 1968 den League Cup sowie zwei Mal (1968 und 1971) den Messepokal. Trotz dieser Erfolge musste Leeds auch eine Reihe von Enttäuschungen hinnehmen. Der Verein wurde fünfmal Vizemeister, verlor dreimal im FA-Cup-Finale, einmal im Messepokalfinale (1967) und einmal im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger (1973).

1974 verließ Trainer Revie die Mannschaft und wurde englischer Nationaltrainer. Er verstarb 1989. Brian Clough wurde überraschend sein Nachfolger, obwohl er bis dahin Revie und seine Taktik ständig kritisiert hatte. Die Mannschaft spielte schlecht unter Clough und er wurde bereits nach 44 Tagen wieder entlassen. Der ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft, Jimmy Armfield, übernahm daraufhin den Trainerposten. Armfield führte das überalterte Team 1975 noch bis ins Endspiel des Europapokals der Landesmeister in Paris gegen den FC Bayern München. Leeds spielte mit großer Härte und war weite Strecken überlegen, unterlag aber nach mehreren äußerst fragwürdigen Entscheidungen des französischen Schiedsrichters Kitabdjian mit 0:2. Wegen Ausschreitungen seiner Fans nach dem Spiel wurde der Verein von der UEFA für europäische Wettbewerbe auf vier Jahre gesperrt; die Sperre wurde später auf zwei Jahre ermäßigt. Zusammen mit seinem Co-Trainer Don Howe baute Armfield in der folgenden Saison die Mannschaft um, wodurch die großen Erfolge zunächst ausblieben. Leeds blieb aber auch in den nächsten Spielzeiten immer unter den ersten zehn Mannschaften der Liga. Der Vereinsvorstand hatte jedoch keine Geduld und ersetzte Armfield durch Jock Stein, der aber auch nur 44 Tage blieb, um danach die schottische Nationalmannschaft zu übernehmen.

Jimmy Adamson übernahm die Mannschaft, konnte aber den Niedergang nicht aufhalten. 1980 löste zwar Ex-Nationalspieler Allan Clarke den Trainer ab, konnte aber den Abstieg 1982 nicht verhindern. Eddie Gray übernahm daraufhin die Mannschaft und konzentrierte sich im Verein auf intensive Jugendarbeit statt auf Investitionen in teure Spieler. Dies brachte aber auch nicht den ersehnten Aufstieg und er musste 1985 gehen. Erneut wurde mit Billy Bremner ein früherer United-Star als Trainer verpflichtet, der die Jugendarbeit von Gray fortsetzte. Auch Bremner musste schnell feststellen, dass der Aufstieg auf diese Art schwer zu erreichen war. Trotzdem schaffte er es 1987 mit seiner Mannschaft in die Relegationsspiele um den Aufstieg, wo man aber Charlton Athletic in der Verlängerung unterlag. Im gleichen Jahr schaffte es Leeds auch bis ins Halbfinale des FA Cups, wo man gegen Coventry City ausschied.

Im Oktober 1988 wurde Bremner entlassen. Zu diesem Zeitpunkt stand die Mannschaft auf dem 21. Platz der Second Division. Sein Nachfolger Howard Wilkinson schaffte es, die Mannschaft vor dem Abstieg zu retten und in der Saison 1989/90 wieder in die First Division aufzusteigen. Unter seiner Führung belegte Leeds 1990/91 den vierten Tabellenplatz und wurde 1991/92 englischer Meister. Die nächste Saison endete allerdings in einem Desaster, als man schon früh in der UEFA Champions League ausschied und die Meisterschaftssaison auf dem 17. Tabellenplatz beendete. Die Erfolge blieben nun aus und der einzige mögliche Titel wurde 1996 im Ligacupfinale gegen Aston Villa verspielt.

1995/96 wurde Leeds 13. und als es in der nächsten Saison zu einer 0:4-Niederlage im Heimspiel gegen Manchester United kam, wurde die Zusammenarbeit mit Wilkinson beendet. George Graham übernahm das Traineramt. Grahams Verpflichtung war nicht unumstritten, da er gerade eine einjährige Sperre der Football Association verbüßt hatte, weil man ihm nachweisen konnte, Geld von einem Spielervermittler angenommen zu haben. Er schaffte es aber durch einige kluge Spielereinkäufe die Mannschaft in der Saison auf einen Platz zu führen, der zur Teilnahme am UEFA-Pokal berechtigte. Als Graham im Oktober 1998 Trainer von Tottenham Hotspur wurde, übernahm David O’Leary. Er integrierte einige junge Spieler und schaffte es, die Mannschaft auf den dritten Tabellenplatz zu bringen, der zur Teilnahme an der UEFA Champions League berechtigte. Unglücklicherweise wurde Leeds’ Image geschädigt, als die beiden Spieler Jonathan Woodgate und Lee Bowyer in eine Schlägerei verwickelt wurden, bei der ein asiatischer Student mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Im nachfolgenden Gerichtsprozess wurde Bowyer freigesprochen und Woodgate wegen Beteiligung an einer Schlägerei zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

mini|Die Elland Road beim Spiel gegen Galatasaray (April 2000) Im UEFA Cup 1999/2000 erreichte Leeds sein erstes Halbfinale seit 25 Jahren. Gegner war der spätere Sieger Galatasaray Istanbul. Überschattet vom Tod zweier Leeds-Fans, die vor dem Spiel erstochen wurden, verlor United das Spiel im Ali-Sami-Yen-Stadion. Im Rückspiel erreichte Leeds lediglich ein Unentschieden und schied aus dem Wettbewerb aus. In Gedenken an den Vorfall wurde das dem Jahrestag nächste Spiel mit einer Gedenkminute begonnen.

Unter O’Learys Leitung schloss Leeds die nächsten Saisons unter den ersten fünf Mannschaften ab. Mit dem Erreichen des Halbfinals in der UEFA Champions League 2001 gegen den FC Valencia sollte zunächst aber der letzte Höhepunkt der Vereinsgeschichte erreicht worden sein. Danach begann der Niedergang.

Präsident Peter Ridsdale hatte Einnahmen durch Fernsehrechte an der UEFA Champions League fest einkalkuliert und hohe Kredite aufgenommen. Die Qualifikation wurde jedoch knapp verfehlt, sodass die Kredite nicht zurückgezahlt werden konnten und zwangsläufig der Star der Mannschaft Rio Ferdinand für 30 Millionen Pfund an Manchester United verkauft werden musste. Ridsdale wurde arg kritisiert, Trainer O’Leary entlassen und der frühere englische Nationaltrainer Terry Venables als Coach verpflichtet. Die Mannschaft spielte weiterhin schlecht und weitere Spieler mussten verkauft werden, um die Schulden zu bezahlen, unter ihnen Jonathan Woodgate. Venables beschwerte sich bei Ridsdale, weil ihm versprochen worden war, dass Woodgate nicht verkauft würde. Es kam zu Streitigkeiten, die zu Venables Entlassung führten. Auch Ridsdale trat kurze Zeit später zurück und wurde durch den Wirtschaftsprofessor John McKenzie ersetzt.