mini|Jürgen Köhler Jürgen Köhler (* 22. Februar 1954 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Zeichner.
Leben Nach Abschluss eines Bauingenieurstudiums in Dresden 1976 arbeitete Jürgen Köhler zunächst als Ingenieur. Von 1979 bis 1984 studierte er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1986 bis 1989 war er Meisterschüler bei Karl-Erich Müller an der Akademie der Künste der DDR in Berlin. Neben verschiedenen Stipendien wurde seine künstlerische Arbeit 2004 mit dem Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung gewürdigt.
Köhlers Arbeiten stehen in der Tradition einer europäischen Zeichenkunst wie sie u. a. von Dürer, Grünewald, Schongauer aber auch von Künstlern der italienischen Renaissance hervorgebracht wurde. Ebenso üben die japanischen Holzschneider des Ukiyo-e einen besonderen Einfluss auf seine Arbeit aus.
Rezeption „Köhlers Erfindungen sind durch und durch hybrid. Sie entstammen einer Phantasie, durch die alle die fremdartigen Bilder hindurchgegangen sind, die gerade nicht aus den Medien auf uns einschreien und die verborgen bleiben, wenn wir sie nicht an den Rändern, gleichsam unterhalb der Wahrnehmungschwellen des Alltags suchen wollen. […] Aber eigentlich zählen Köhlers Blätter zur ars oblivionis. Sie handeln vom Vergessen, von einem labilen Bewusstseinszustand, in dem wir das Sehen als flüchtigen Widerschein von schon längst Gekanntem verstehen, als déjà-vu, das im Sehen selbst entgleitet, ehe es als solches erfasst werden kann.“
Matthias FlüggeKatalog Jürgen Köhler, Egmont Schaefer Preis für Zeichnung 2004, Galerie im Turm, Berlin ISBN 3-933495-17-2
Ausstellungen (unvollständig) 1987 Dresden, Leonhardi-Museum, mit Martin Colden, Richter, Thomas Habedank, Dorit Bearach 1989 Bad Doberan, Galerie am Kamp, (Personalausstellung) Berlin, Akademie der Künste der DDR, Marstall, Zeichnungen in der Kunst der DDR New York, Clock Tower Gallery, Competition Diomedes, mit Richter, Colden, Bernt Wilke 1990 Berlin, Erster Berliner Maisalon Berlin, Galerie am Prater, mit Stephan Reichmann, Reinhard Jacob, Anatol Erdmann Berlin, Akademie der Künste der DDR, Marstall, Meisterschülerausstellung 1991 Berlin, Zweiter Berliner Maisalon New York, Clocktower Gallery, Aids Positiv Action Nancy, Galerie de la Bibliotheque Laxou, Fünf Berliner Maler 1992 Berlin, Brechthaus Weißensee, La Femme 1994 Berlin, Galerie Parterre, Zeichnungen, (Personalausstellung) Hamburg, Kunsthaus, Kunst ist Kommentar Bonn, Konrad-Adenauer-Stiftung, Socitée Imaginaire 1995 Berlin, Bank für Gemeinwirtschaft (Personalausstellung) Berlin, Bundesministerium für Wirtschaft mit Colden und Lammert 1996 Berlin, Brecht-Haus Weissensee, The Window (Personalausstellung) 1998 Hamburg, Galerie Hauptmann (Personalausstellung) Rostock, Kunsthalle, Aus Berlin auf Papier Berlin, Galerie Blickensdorff (Personalausstellung) 1999 Hamburg, Kunsthaus, Ausstellungsprojekt „Trans“ Auerstedt, Schloßgalerie, Liebeskunst 2001 Berlin, Galerie-Gesellschaft (Personalausstellung) 2002 Karlsruhe, Galerie Hoffmann+Kyrath, Café Obermeyer 2003 Berlin, Galerie-Gesellschaft Berlin, Brecht-Haus Weissensee, Bellevue Berlin, Galerie Poll, Listros-Projekt Berlin, Galerie am Prater, Rückspiegel 2004 Berlin, Galerie-Gesellschaft (Personalausstellung) Berlin, Galerie im Turm, Egmont Schaefer Preis für Zeichnungen 2005 Alt-Langsow, Schul – und Bethaus EA Berlin, Galerie Brockstedt, Im Kabinett Berlin, Galerie Inga Kondeyne, Sommerausstellung 2006 Berlin, Franz Volhard Klinik, Der männliche Akt Berlin, Galerie Inga Kondeyne EA 2007 Berlin, Galerie Anke Zeisler EA 2009 Berlin, Alte Schule Adlershof, corpus delikti Berlin, Galerie Inga Kondeyne, Bleistiftkonzert Berlin, Galerie Pankow Zeichnungen EA 2010 Berlin, Galerie Parterre, Aspekte des Zeichnens Berlin, Galerie Inga Kondeyne, Pencilparty Berlin, Alte Schule, Schwarz und Fleisch-Fisch und Weiss 2011 Berlin, Galerie Parterre, Und was heißt schon New York, eine Ausstellung um Arno Schmidt Berlin, Guardini-Stiftung, mit Friedemann Grieshaber Zeichnung und Skulpturen 2024 Dresden, Leonhardi-Museum
Literatur
Köhler, Jürgen. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 463 Galerie im Turm, Berlin, Edition Rothes Haus Schwetzingen, Text Matthias Flügge, 32 Seiten, 30,5 × 22,0 cm, ISBN 3-933495-17-2 Galerie Parterre Berlin 1994, Reison Verlag, Text Matthias Flügge, 28 Seiten, 30,0 × 24,0 cm, ISBN 3-929473-07-0 The Window, Brechthaus Weissensee, Editions de Messine, Berlin, Paris 1996, Text Muriel Berg, 32 Seiten, 28,0 × 22,0 cm Galerie Pankow, Berlin 2009, Text Matthias Flügge, 24 Seiten, 29,5 × 21,0 cm, ISBN 978-3-940021-23-6 Bunter Beton: Grieshaber und Köhler in der Guardini-Galerie, ein Kommentar im Berliner Tagesspiegel
Einzelnachweise
Weblinks
Website des Künstlers Jürgen Köhler im Virtuellen Katalog Kunstgeschichte
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