mini|Elizabeth Taylor (1955) rahmenlos|hochkant|klasse=skin-invert-image notpageimage|Signatur Dame Elizabeth Rosemond Taylor, DBE (oft auch Liz Taylor genannt;„Liz“ wurde und wird Elizabeth Taylor fast ausschließlich in den Medien genannt. Sie mochte diese Kurzform nicht und ließ sich mit ihrem korrekten Vornamen ansprechen. (Taraborrelli, S. 229; Amburn, S. 9, 24) geboren am 27. Februar 1932 in Hampstead, London; gestorben am 23. März 2011 in Los Angeles, Kalifornien), war eine US-amerikanisch-britische Schauspielerin. Sie erlangte Starruhm bereits als Kinderdarstellerin und später als Leading Lady des marktführenden Hollywood-Studios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), bei dem sie von 1942 bis 1958 unter Vertrag war. Taylor wirkte in zahlreichen kommerziell erfolgreichen Filmen mit und wurde unter anderem mit zwei Oscars und einem Golden Globe als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Durch ihre Auftritte in den Filmen Die Katze auf dem heißen Blechdach, Plötzlich im letzten Sommer und Brandung ist ihr Name mit der Popularisierung des dramatischen Werkes von Tennessee Williams verknüpft.Maddox, S. 117f Ihre Prominenz hat Elizabeth Taylor wiederholt dafür genutzt, auf politische und gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen; die größte Resonanz erzielte sie diesbezüglich mit ihren Fundraising-Aktivitäten für die AIDS-Aufklärung. Im Jahr 1999 wurde sie von der britischen Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben.Taraborrelli, S. 460–462 Taylor war eine der bestverdienenden Darstellerinnen ihrer Zeit; ihr Vermögen wurde zeitweilig auf 600 Millionen US-Dollar geschätzt.
Leben und Filmkarriere Kindheit in London und Beverly Hills (1932–1942) Elizabeth Rosemond Taylor war die Tochter des Kunsthändlers Francis Lenn Taylor (1897–1968) und seiner Frau, Sara Viola Taylor geb. Warmbrodt (1895–1994), einer Schauspielerin, die bis 1927 unter dem Künstlernamen Sara Sothern auf US-amerikanischen und Londoner Bühnen auftrat. Da ihre Eltern US-Staatsbürger waren, besaß Elizabeth Taylor von Geburt an die US-amerikanische und britische Staatsangehörigkeit. Elizabeths Bruder, der Meereskundler Howard Taylor (* 1929, † 2017), übernahm in den 1960er Jahren gelegentlich kleine Film- und Fernsehrollen.Spoto, S. 9–17
Die Familie gehörte der oberen Mittelschicht an. Von früher Kindheit an nahm Elizabeth Reitunterricht und Ballettstunden.Spoto, S. 20f Ab 1937 besuchte sie die private Byron House School in Highgate.Maddox, S. 9f; Spoto, S. 22
Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Kalifornien um, zunächst nach Pasadena, dann nach Pacific Palisades und schließlich nach Beverly Hills, wo Francis Taylor vermögende Kunden für seinen Kunsthandel zu finden hoffte.Taraborrelli, S. 33f Elizabeth besuchte dort die Hawthorne Elementary School, nahm weiterhin Reit-, Ballett- und zusätzlich Gesangsunterricht.Spoto, S. 22–26; Taraborrelli, S. 35Amburn, S. 238. Gesungen hat Taylor nur in den Filmen Wirbel um Judy (1948) und Das Lächeln einer Sommernacht (1977); bescheidene Tanzszenen hatte sie in Die süße Falle (1952).
Die Taylors kamen nach Kalifornien, als niedliche Kinderdarsteller wie Freddie Bartholomew und Shirley Temple gefragt waren.Maddox, S. 20 Elizabeth Taylors Mutter gelang es, John Cheever Cowdin von Universal Studios zu überzeugen, ihre Tochter in einer kleinen Rolle zu besetzen. So wirkte Elizabeth Taylor 1941 einige Tage bei den Dreharbeiten einer kurzen Filmkomödie mit, die 1942 unter dem Titel There’s One Born Every Minute in die Kinos kam. Der Film war ein Flop, und Taylors Vertrag wurde nicht verlängert.Spoto, S. 26–31; Taraborrelli, S. 35f
Vertragsdarstellerin bei MGM Kinderdarstellerin (1942–1946) Im Jahr 1942 gewannen Taylors Eltern den MGM-Produzenten Samuel Marx dafür, sie in dem aufwendig in Technicolor produzierten Lassie-Film Heimweh einzusetzen. Danach erhielt Taylor einen siebenjährigen Studiovertrag, der vorsah, dass sie 1943 zunächst eine Nebenrolle in der Literaturverfilmung Die Waise von Lowood und 1944 eine weitere kleine Rolle in dem patriotischen Drama Die weißen Klippen spielte. Die Handlungsorte aller drei Filme waren England, Taylor spielte jeweils eine Engländerin.Spoto, S. 31–36
Da sie gut reiten konnte und den Vorstellungen entsprach, die die Produzenten von dieser Figur hatten, wurde Taylor Anfang 1944 für die Titelrolle in Kleines Mädchen, großes Herz ausgewählt. Es war Taylors erster Film, in dem sie in fast jeder Szene zu sehen ist. Regisseur Clarence Brown, der sieben Filme mit Greta Garbo inszeniert hatte, verstand es, Taylors Schönheit wirkungsvoll einzusetzen.Amburn, S. 7 Der Film erwies sich als profitabel, und die MGM-Werbeabteilung begann, Taylor als neuen Leinwandstar zu vermarkten.Spoto, S. 37–39 Das , das für sie geschaffen wurde, war das eines tiernärrischen „Mädchens von nebenan“; im Rahmen der Werbekampagne veröffentlichte Taylor 1946 eine von ihr verfasste Erzählung über ihr zahmes Eichhörnchen, Nibbles and Me.Maddox, S. 19, 37, 44–46; Spoto, S. 40–56; Morley, S. 36f
Teenagerrollen (1946–1949) In Lassie – Held auf vier Pfoten (1946) setzte MGM Taylor letztmals in einer Kinderrolle ein.Maddox, S. 44 In den folgenden Filmen, Unser Leben mit Vater (1947), Cynthia (1947), Wirbel um Judy (1948), Die unvollkommene Dame (1948) und Kleine tapfere Jo (1949), wechselte sie ins Jungmädchenfach.Spoto, S. 40–56 Wie die Autorin Brenda Maddox ausführt, fiel Taylors Heranwachsen in die Zeit, in der in der westlichen Welt der Teenager „erfunden“ wurde, das heißt das gesellschaftliche Konzept einer Altersstufe zwischen Kindheit und Erwachsensein, deren Vertreter in den USA als „Bobby Soxers“ eine markante eigene Kultur entwickelten, zu der, wie Maddox schreibt, „bezaubernde Gebräuche wie Miteinander-Gehen [und] stundenlanges Telefonieren“ gehörten.Maddox, S. 51 Durch Cynthia und Wirbel um Judy wurde Elizabeth Taylor in den USA zur „Teen Queen“, deren stilistischem Vorbild viele Altersgenossinnen nacheiferten.Maddox, S. 52, 54, 104 So erschien sie nach dem Kinostart von Cynthia erstmals auf dem Titelblatt der Zeitschrift Life; in den folgenden Jahrzehnten war sie dort häufiger abgebildet als jeder andere Filmstar.Maddox, S. 52, 54 In Cynthia verkörperte Taylor ein behütetes, aber unglückliches junges Mädchen, das gegen die Bevormundung seiner Eltern aufbegehrt, und entsprach damit dem Bild, das die Presse inzwischen auch von der realen Elizabeth Taylor vermittelte.Spoto, S. 40–56; Morley, S. 36 f.
Hauptrollen als Leading Lady (1949–1955) mini|Elizabeth Taylor (vor 1951) Mit Taylors Karriere war bei MGM insbesondere Benjamin Thau befasst, der in den späten 1940er Jahren unsicher war, wie er ihr Image fortentwickeln sollte.Die Talententwickler der großen Hollywoodstudios versuchten häufig, ihre teuer aufgebauten Kinderstars ins Teenagerfach wechseln zu lassen, hatten damit aber selten so großes Glück wie mit Elizabeth Taylor. Shirley Temple z. B. verlor ihre Popularität Anfang der 1940er Jahre und die ebenfalls bei MGM beschäftigte Margaret O’Brien scheiterte 1951 mit dem Film Her First Romance. Wie Brenda Maddox hervorhebt, besaß Taylor seit ihrem sechzehnten Lebensjahr einen rohen Sex-Appeal, durch den sie auf eine ähnliche Weise zum Sexsymbol hätte aufgebaut werden können wie Marilyn Monroe bei 20th Century Fox. Dieses Segment besetzte bei MGM jedoch bereits Ava Gardner.Maddox, S. 63f, 103 Dazu kamen firmeninterne Machtkämpfe, die den Fortgang von Taylors Karriere behinderten und 1951 in der Ablösung Louis B. Mayers durch Dore Schary gipfelten. Das Unternehmen erreichte danach nie wieder seine frühere Effizienz, und Taylor blieb neben Grace Kelly, Debbie Reynolds und Leslie Caron eine der letzten Vertragsschauspielerinnen, die von MGM zum Star aufgebaut wurden.
Viele Filme, in denen sie ihre ersten Erwachsenenrollen spielte, gelten heute als filmhistorische Kuriosa.Maddox, S. 103 Ihr Debüt als Leading Lady hatte Taylor als 17-Jährige in dem Spionagethriller Verschwörer, der 1949 in den MGM-Studios in London gedreht wurde. Der Film, dessen Stimmung aus dem Geist des Kalten Krieges geboren war, zeigt sie als junge Amerikanerin, die erfahren muss, dass ihr schneidiger Ehemann, gespielt von Robert Taylor, ein russischer Spion ist.Morley, S. 9, 44f, 65 Weder dieser Film noch die Komödie Von Katzen und Katern ernteten bei Kritikern und dem Publikum Anerkennung.Morley, S. 46f
Paramount Pictures, die Taylor im Herbst 1949 von MGM für 35.000 US-Dollar „auslieh“, gab ihr ihre erste gute Hauptrolle. Die Produktionsfirma verfilmte eine Adaptation eines Romans Theodore Dreisers, Ein Platz an der Sonne, in der Montgomery Clift einen ambitionierten jungen Arbeiter darstellt, der seine schwangere Freundin (Shelley Winters) tötet, um mit einer jungen Dame der feinen Gesellschaft (Taylor) leben zu können. Unter der Regie von George Stevens, der aufgrund des geltenden Hays Codes alle gesellschaftskritischen Implikationen des Stoffes vertuschen und die persönlichen Motive der Figuren in den Vordergrund rücken musste, stellte Taylor die junge Verführerin nicht als leichtlebige Frau, sondern so sympathisch dar, dass das Publikum mit dem Mörder Mitgefühl empfand. Der Film kam nach langen Schnittarbeiten im August 1951 in die Kinos und spielte 3,5 Millionen US-Dollar ein. Damit war er einer der zehn erfolgreichsten Produktionen des Jahres.Spoto, S. 62–64 Der einflussreiche Kritiker Andrew Sarris urteilte, Clift und Taylor seien „das schönste Paar in der Geschichte des Kinos“.Amburn, S. 30
Kommerziell herausragende Produktionen von MGM mit Taylor waren Vater der Braut (1950), Ein Geschenk des Himmels (1951) und Ivanhoe – Der schwarze Ritter (1952). Vater der Braut und seine Fortsetzung, Ein Geschenk des Himmels, waren auf das Talent Spencer Tracys zugeschnitten und erzählten auf heitere Art von den Erlebnissen eines Vaters, dessen Tochter (Taylor) heiratet und ihr erstes Kind bekommt.Morley, S. 47, 52f 1950 erwarb Taylor, die seit 1942 die firmeneigene Schule (MGM Studio School) besuchte, ihr High-School-Diplom. Ihre Heirat mit dem Hotel-Erben Conrad Hilton Jr. im Mai 1950 nutzte MGM als Werbung für die Tracy-Filme.Maddox, S. 48; Amburn, S. 35; Spoto, S. 66–69 Als Taylor im Sommer 1951 nach England reiste, um Ivanhoe – Der schwarze Ritter zu drehen, war die Ehe bereits geschieden. In diesem Kostümfilm spielt Taylor eine Nebenrolle, doch erzielt er in US-Kinos das viertbeste Einspielergebnis des Jahres, und MGM gibt Taylor einen neuen Studiovertrag über sieben Jahre.Spoto, S. 77–79
Trotz des Erfolgs von Ein Platz an der Sonne wurde Elizabeth Taylor von MGM in den frühen 1950er Jahren nicht (wie Grace Kelly) als Spitzenkraft eingesetzt. Wegen ihrer Scheidung und einiger Liebesaffären hatte sie eine schlechte Presse.Maddox, S. 102, 107, 142 Zwar war sie wiederholt für interessante Hauptrollen im Gespräch, z. B. in Die Thronfolgerin, Ein Herz und eine Krone und Die barfüßige Gräfin, doch wurden ihr andere Darstellerinnen vorgezogen.Morley, S. 58, 66, 70 Pech hatte sie auch mit der Komödie Die süße Falle, deren Kinostart sich bis 1952 verzögerte, da ihr Leinwandpartner, Larry Parks, auf die Schwarze Liste des Komitees für unamerikanische Umtriebe gesetzt worden war.Spoto, S. 73