Obertshausen ist eine Stadt im südhessischen Landkreis Offenbach.

Geografie mini|hochkant=1.6|Obertshausen (Stadtteil Hausen),im Vordergrund Lämmerspiel

Geografische Lage Obertshausen liegt im südlichen Teil Hessens unweit von Odenwald und Spessart auf , sieben Kilometer südöstlich von Offenbach am Main. Es ist eine von 13 Städten und Gemeinden des Landkreises Offenbach. Die Stadt liegt im waldreichen Ostteil der Oberrheinischen Tiefebene südlich des Mains, südöstlich von Frankfurt am Main und Offenbach. Südwestlich liegt Darmstadt als Verwaltungssitz des Regierungsbezirks, im Nordosten die Stadt Hanau.

Obertshausen grenzt im Nordwesten an Offenbach mit den Stadtteilen Bieber und Tempelsee, im Norden an die Stadt Mühlheim (Stadtteil Lämmerspiel), im Nordosten an Hanau mit den Stadtteilen Steinheim und Klein-Auheim, im Osten an die Gemeinde Hainburg, im Südosten an die Stadt Rodgau (Stadtteil Weiskirchen) und im Südwesten an die Stadt Heusenstamm.

Stadtgebiet Obertshausen besteht heute aus den Stadtteilen Obertshausen und Hausen, die beide in etwa gleich viele Einwohner haben. Das Stadtgebiet erstreckt sich über 13,7 Quadratkilometer; davon entfallen 7,8 Quadratkilometer auf Wald- und Grünflächen sowie Ackerland. Damit ist Obertshausen die flächenmäßig kleinste aller Städte und Gemeinden im Landkreis Offenbach.

Geschichte Mittelalter Die älteste erhaltene Erwähnung von Obertshausen unter dem Namen Oberdueshuson ist in einem Schriftstück des Benediktinerklosters Seligenstadt aus dem Jahr 865 festgehalten, als es als Hof des Klosters erwähnt wird. In Obertshausen gab es eine Wasserburg in Gestalt eines Wehrturmes, die „Burg im Hayn“. Die Herren von Hausen, eine Seitenlinie der Hagenhausener, hatten hier Besitz.

Obertshausen lag im Amt Steinheim, das zunächst den Herren von Eppstein und ab 1371 als Pfand je zur Hälfte den Grafen von Katzenelnbogen und den Herren von Hanau gehörte. 1393 gelangte das Pfand insgesamt an die Herren von Cronberg. 1425 verkaufte Gottfried von Eppstein das Amt Steinheim an das Kurfürstentum Mainz. Vom Mittelalter bis 1819 gehörte Obertshausen der Biebermark an.

Die Mutterkirche der dem Heiligen Nikolaus geweihten mittelalterlichen Kirche von Obertshausen war zunächst die in Mühlheim am Main. 1340 gehörte das Dorf zur Pfarrei Lämmerspiel. Das Kirchenpatronat lag beim St. Peter-Stift in Mainz. Kirchliche Mittelbehörde waren das Archidiakonat des Stiftes St. Peter und Alexander in Aschaffenburg und das Landkapitel Rodgau. mini|Reste der Burg im Hayn

Historische Namensformen In historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt:

Neuzeit In den Jahren 1631 bis 1634, während des Dreißigjährigen Kriegs, beschlagnahmte König Gustav II. Adolf das Amt als Kriegsbeute und stattete die nachgeborenen Hanauer Grafen Heinrich Ludwig von Hanau-Münzenberg (1609–1632) und Jakob Johann von Hanau-Münzenberg (1612–1636), die mit ihm verbündet waren, damit aus.Richard Wille: Hanau im Dreißigjährigen Krieg. Hanau 1886, S. 91, 593 f. Da beide Grafen schon bald starben und der Westfälische Friede auf das Normaljahr 1624 abstellte, kam Obertshausen wieder an Kurmainz. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest-Epidemie von 1636 dezimierten die Einwohnerschaft stark.

1173 gingen die Hoheitsrechte über den Ort Obertshausen, die angrenzenden Ländereien sowie die Burg auf die Herren von Eppstein über, die aus den Hagenhausenern hervorgegangen waren. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer mehrmals. Ab 1664 waren Obertshausen und die Burg im Besitz der Grafen von Schönborn, denn 1664 verkaufte Erzbischof Johann Philipp von Mainz seinem Bruder Philipp Erwein von Schönborn die Dörfer Hausen und Obertshausen für 9.000 Gulden. 1806 wurde die Schönbornsche Herrschaft Heusenstamm mediatisiert und die Fürsten von Isenburg-Birstein mit Residenz in Offenbach erhielten 1806 die Landeshoheit. Mit dem Ende der napoleonischen Epoche und den Neuordnungen durch den Wiener Kongress kam die Herrschaft Heusenstamm 1816 schließlich ans Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt). Nach der Aufteilung der Biebermark 1819 wurden Anteile des Markbesitzes Obertshausen als Gemeindewald zugewiesen. Innerhalb des Großherzogtums gehörte Obertshausen bis 1821 zur Patrimonialherrschaft der Grafen von Schönborn und anschließend zu folgenden Verwaltungseinheiten des Großherzogtums:

1821: Landratsbezirk Seligenstadt 1832: Kreis Offenbach 1848: Regierungsbezirk Darmstadt 1852: Kreis Offenbach

Gerichtlich gehörte Obertshausen seit 1821 zunächst zum Landgericht Steinheim, das 1835 nach Seligenstadt verlegt und in Landgericht Seligenstadt umbezeichnet wurde. Anlässlich der umfassenden Neueinteilung der Gerichtsbezirke im rechtsrheinischen Teil des Großherzogtums 1853 wurde Obertshausen dem Landgericht Offenbach zugeteilt. Das Landgericht wurde 1879 durch das Amtsgericht Offenbach ersetzt.

1896 wurde die Rodgaubahn Offenbach–Reinheim mit dem Bahnhof Obertshausen eröffnet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 die bis dahin selbständigen Gemeinden Obertshausen und Hausen per Gesetz zusammengelegt. Die Gemeinde hieß zunächst Hausen. Am 1. Januar 1978 folgte die Umbenennung zu Obertshausen. Beide Stadtteile sind räumlich durch die Bundesstraße 448 voneinander getrennt. Ortsbezirke wurden in Obertshausen nicht gebildet. Am 29. September 1979 erhielt Obertshausen durch die Hessische Landesregierung die Stadtrechte.

Einwohnerentwicklung mini|hochkant=1.0|Einwohnerentwicklung von Obertshausen von 1829 bis 2017 Jahr 1576 1829 1834 1840 1846 1852 1858 1864 1871 Einwohner 27 479 554Hessisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen 1. (= Die Bevölkerung der Gemeinden 1834–1967.). Wiesbaden 1968. 637 664 799 688 802 857 Jahr 1885 1895 1905 1910 1925 1939 1946 1950 1956 Einwohner 1067 1295 1634 1852 2091 2444 3174 3415 4182 Jahr 1961 1970 1998 2000 2002 2004 2007 2011 2012 Einwohner 5481 9096 24.522 24.658 24.521 24.532 25.317 25.207 24.956 Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2019 Einwohner 24.966 25.087 24.786 24.573 25.023 25.392

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 wurden 37 Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung für die Legislaturperiode vom 1. April 2026 bis 31. März 2031 gewählt. Von 18.284 Wahlberechtigten gingen 7.918 zur Wahl. Somit sank die Wahlbeteiligung von 43,6 % im Jahr 2021 auf 43,3 % im Jahr 2026 leicht ab.

Die Wahl 2026 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge CDU SPD BürgerBürger für Obertshausen e. V. GRÜNE FDP AfD Sitzverteilung 2026 Stimmanteil 41,5 % 15,5 % 13,6 % 16,3 % 3,4 % 9,6 % Sitze (von 37) 15 6 5 6 1 4 2021 Stimmanteil 39,7 % 16,8 % 15,7 % 20,4 % 7,3 % — Sitze (von 37) 15 6 6 7 3 — 2016 Stimmanteil 39,9 % 21,4 % 20,1 % 11,6 % 7,1 % — Sitze (von 37) 15 8 7 4 3 — 2011 Stimmanteil 43,1 % 22,2 % 13,6 % 17,8 % 3,4 % — Sitze (von 37) 16 8 5 7 1 — 2006 Stimmanteil 49,9 % 19,3 % 9,9 % 10,3 % 10,6 % — Sitze (von 37) 18 7 4 4 4 — 2001 Stimmanteil 51,8 % 25,6 % 6,3 % 9,9 % 6,3 % — Sitze (von 37) 19 10 2 4 2 — 1997 Stimmanteil 45,5 % 32,5 % — 14,8 % 7,3 % — Sitze (von 37) 17 12 — 5 3 —

Bürgermeister mini|Rathaus Beethovenstraße mini|Rathaus Schubertstraße Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Obertshausen neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich zehn weitere Stadträte angehören.Zusammensetzung des Magistrats Bürgermeister ist seit dem 24. Juni 2020 der parteiunabhängig angetretene Manuel Friedrich, der in der Kommunalpolitik bis dahin Fraktionsvorsitzender der SPD war. Er wurde als Nachfolger von Roger Winter, der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, am 8. März 2020 im ersten Wahlgang bei 43,22 Prozent Wahlbeteiligung mit 51,89 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im Januar 2026.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 18. Januar 2026 in Obertshausen

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Stadt Obertshausen, seit 2003 2020–2032 Manuel FriedrichSPD Obertshausen, 16. August 2019: Manuel Friedrich will als unabhängiger Kandidat Bürgermeister in seiner Heimatstadt werden: „seit dem Jahre 2016 bis heute Fraktionsvorsitzender der SPD-Obertshausen“ - Stadt Obertshausen: Bürgermeister-Grußwort Manuel Friedrich - 2014–2020 Roger WinterPressemitteilung Stadt Obertshausen, 29. Mai 2020: Abschied und Neuanfang an einem Tag: „Manuel Friedrich folgt Roger Winter in seinem Amt.“ - op online, 10. Juni 2020: Roger Winter verabschiedet sich: „Bürgermeister ist halt kein Lehrberuf“ 2002–2014 Bernd Roth (CDU) 1992–2002 Josef Seib (CDU) 1977–1992 Robert Roth (CDU) (1929–2015)Stadt Obertshausen: Ehrenbürger Robert Roth - op online, 8. Mai 2015: Ex-Bürgermeister im Alter von 85 Jahren verstorben 1977–1977 Kurt Müller (Staatsbeauftragter für sechs Monate)Klaus Werner, Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen: Chronik der Stadt Obertshausen von 1993. „Oberlämmerhausen“ – Gebietsreform, Zusammenlegung, Stadtwerdung: „Auf Anordnung des Regierungspräsidenten wurde letztendlich der Hausener Verwaltungschef Kurt Müller bestellt.“

+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2026 37,18 Manuel Friedrich 88,46 Marc Julien Cleuvers 11,54 2020 43,22 Manuel Friedrich 51,89 Manfred Schmutzer CDU 37,40 Rudolf Schulz Bürger 10,71 2014 43,10 Roger Winter 50,60 Hubert Gerhards CDU 49,40 2008 44,9 Bernd Roth CDU 63,7 Werner Friedrich SPD 22,8 Manfred Christoph Bürger 13,5 2002 49,1 Bernd Roth CDU 53,0 Mechthild Schmitt SPD 20,4 Renate Schuhmacher GRÜNE 11,0 Thomas Zeiger FDP 15,6 1998 55,4 Josef Seib CDU 63,9 Walter Fontaine SPD 36,1

Wappen und Flagge mini|53px

Flagge: Gemeinsam mit dem Wappen wurde der Stadt am 17. August 1967 durch den Hessischen Innenminister eine Flagge genehmigt, die wie folgt beschrieben wird: „Auf weißer Mittelbahn, begleitet von zwei roten Seitenstreifen, in der oberen Hälfte aufgelegt das Stadtwappen.“

Stadtteil Obertshausen mini|53px

Flagge: Die Flagge wurde der Gemeinde am 8. Juli 1957 durch den Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben: „Auf 8 mal rot-weißem, längsgestreiften Flaggentuch das Gemeindewappen.“

Städtepartnerschaften

mit in seit 40pxSainte-Geneviève-des-Bois 1971 40px Laakirchen 1972 40pxMeiningen Freundschaft 1990, Partnerschaft 2007

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen Heimatmuseum im Karl-Mayer-Haus mit ständigen und wechselnden Ausstellungen zur Ortsgeschichte.

Veranstaltungen Im Frühjahr/Sommer finden verschiedene Feste statt. Dazu gehören insbesondere das Europafest des Kreises Offenbach, das Weinfest, die Pfarrfeste der örtlichen Gemeinden, das Kerbwochenende sowie der Tag der offenen Tür des Zusammenschlusses der freundlichen Fachgeschäfte. Im Bürgerhaus Hausen finden vor allem in den Wintermonaten regelmäßig Theateraufführungen und Kleinkunstveranstaltungen statt. Seit 1982 findet sechs Mal im Jahr der älteste Amateur-Hallen-Flohmarkt jeweils in den Wintermonaten statt., abgerufen am 30. Mai 2013