Großmaischeid (mundartlich: Grußmäschd, Mäschd oder Maischeid) ist eine mittelgroße Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Großmaischeid ist mit rund 2.300 Einwohnern die größte Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Dierdorf. Sie liegt nahe dem Naturpark Rhein-Westerwald und hat eine direkte Anbindung an die A 3 zwischen den Ballungsräumen Köln und Frankfurt. mini|300px|Großmaischeid, Luftaufnahme (2016)

Geographie Geographische Lage Großmaischeid liegt im Westerwald im nördlichen Rheinland-Pfalz im Landkreis Neuwied, nahe dem Mittelzentrum Neuwied und dem Oberzentrum Koblenz. Großmaischeid hat eine günstige wirtschaftliche Lage zwischen den Ballungsräumen Köln und Frankfurt am Main und als Nachbarort von Kleinmaischeid auch eine touristisch attraktive Lage, da Kleinmaischeid einst der Mittelpunkt der 25 Mitgliedsstaaten von Europa war. Lokal gesehen liegt Großmaischeid südwestlich der Stadt Dierdorf im Naturpark Rhein-Westerwald, auf einem von Osten nach Westen zum Tal des Ommelsbach abfallenden Gelände.

Zur Ortsgemeinde Großmaischeid gehören die Ortsteile Großmaischeid und Kausen sowie die Wohnplätze Ommelsbachermühle und das Jagdschloss Sayneck.

Umliegende Gemeinden und Städte

Geschichte Eine erste Besiedlung Großmaischeids fand bereits in der mittleren Bronzezeit statt (1550–1200 v. Chr.). Dies belegen die beim Bau der Autobahn (1937–1939) entdeckten Hügelgräber zwischen Giershofen und Großmaischeid. Im Jahre 80 n. Chr. errichteten die Römer den Grenzwall Limes, der etwa 6 km südwestlich von Großmaischeid verlief. Die heutige Gemarkung Großmaischeid war vor der Besiedlung bewaldet. Es war eine Naturlandschaft, die wahrscheinlich in der Zeit 850 bis 1300 n. Chr. gerodet wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung als Metscheid erfolgte am 20. Januar 1148 durch eine Bestätigungsurkunde der Abtei Laach (heute Abtei Maria Laach) von Papst Eugen III.

Der Papst erwähnte in diesem Schreiben an den Laacher Abt Gilbert († 1152) den salischen Zehnten (decimae salicae) zu Maischeid, der auf eine Schenkung des Rembold I. von Isenburg (1070–1116) zurückgeführt wurde. Diese Schenkung diente offensichtlich zur Güterausstattung des 1093 gegründeten Klosters Laach.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Großmaischeid; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 560 1835 867 1871 917 1905 1.029 1939 1.297 1950 1.367 1961 1.559 Jahr Einwohner 1965 1.704 1970 1.747 1975 1.772 1980 1.876 1985 1.873 1987 1.848 1990 1.928 Jahr Einwohner 1995 2.168 2000 2.396 2005 2.457 2010 2.351 2015 2.34820222.334

Politik mini|Rathaus Großmaischeid Gemeinderat Der Gemeinderat in Großmaischeid besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat: Wahl SPD CDU Gesamt 2024 7 9 16 Sitze 2019 7 9 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2019, Gemeinderat 2014 9 7 16 Sitze 2009 9 7 16 Sitze 2004 7 9 16 Sitze

Bürgermeister Guido Kern (SPD) wurde am 14. August 2019 Ortsbürgermeister von Großmaischeid. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 70,55 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 54,2 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Sein Vorgänger Uwe Engel (SPD) hatte 2019 nach zehn Jahren im Amt nicht erneut kandidiert.

Wappen

Gebietsreform 1974 Im Rahmen der mit Wirkung vom 17. März 1974 ausgeführten Gebietsreform in Rheinland-Pfalz wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Kausen in die Ortsgemeinde Großmaischeid eingegliedert.

Kultur mini|hochkant|Wasserturm Großmaischeid mini|220x220px|Römisch-katholische Pfarrkirche St. Bonifatius mini|Waldstadion Großmaischeid

Bauwerke Großmaischeid der Wasserturm Großmaischeid wurde 1922/23 gebaut und wurde von 1924 bis 1968 genutzt. Er wurde im Jahre 2007 renoviert und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Der Wasserturm ist eine Sehenswürdigkeit, in dem heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

die römisch-katholische Pfarrkirche St. Bonifatius mit einem romanischen Westturm. Das Langhaus wurde 1716/17 erbaut, das neugotische Querhaus und Chor 1875/76. das älteste Haus Großmaischeids steht in der Poststraße. Man geht davon aus, dass der Fachwerkbau um das Jahr 1700, oder früher, auf noch älteren Grundmauern aufgeschlagen wurde.

Gemarkung südwestlich der Ortslage, oberhalb der Sayn: Jagdschloss Sayneck südwestlich der Ortslage: Wegekapelle; steinsichtig verputzter Bruchsteinbau, wohl aus dem 18. Jahrhundert

Großmaischeid-Kausen Hohlstraße 8: Fachwerk-Quereinhaus, teilweise massiv, 18. Jahrhundert

Gemarkung westlich oberhalb der Ortslage an der Straße nach Großmaischeid: Wegekreuz; Schaftkreuz, Basalt, bezeichnet 1851

Musik In Großmaischeid gibt es einen Spielmannszug, der 2015, mit dem „2. Mäschder Sommerkarneval“, sein 65-jähriges Bestehen feierte.

Daneben gibt es mit dem "Blasorchester Maischeid & Stebach" einen Musikverein. Das Blasorchester gründete sich 2007 als Zusammenschluss aus den ehemals eigenständigen Musikvereinen Maischeid und Stebach.

Sport und Freizeit Seit August 2012 verfügt Großmaischeid über einen Kunstrasenplatz (vorher Hartplatz).

Des Weiteren gibt es mehrere Reiterhöfe, einen Reitplatz, einen Hundeplatz, einen Tennisplatz, eine Turnhalle, eine ADTV Tanzschule, eine große Grillhütte und mehrere Spielplätze.

Regelmäßige Veranstaltungen Veilchendienstagszug Große Zeltkirmes „Mäschder Quätsche-Kärmes“ Martinsfeier Weihnachtlicher „Plätzchenmarkt“

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Grundschule „Hermann-Gmeiner-Schule“ Großmaischeid mini|Katholische Kindertagesstätte „St. Bonifatius“ Die Lage von Großmaischeid in der Nähe des Oberzentrums Koblenz und des Mittelzentrums Neuwied, sowie zwischen den Ballungsräumen Köln/Düsseldorf und Frankfurt und die Verkehrsanbindung durch die A 3 mit eigener Anschlussstelle (AS Dierdorf) begünstigen die wirtschaftliche Entwicklung der Ortsgemeinde.

Besonders stark entwickeln konnte sich die kunststoffverarbeitende und metallverarbeitende Industrie, der Schattierungsbau und der Tourismus.

Bildung Katholische Kindertagesstätte „St. Bonifatius“ Grundschule Großmaischeid „Hermann-Gmeiner-Schule“

Weiterführende Schulen gibt es in der benachbarten Stadt Dierdorf („Martin-Butzer-Gymnasium“ und „Nelson-Mandela-Realschule plus“ (beide freiwillige Ganztagsschulen)).

Verkehr Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Persönlichkeiten Marion Möhlich (* 1981), Schlagersängerin

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Großmaischeid Informationen der Verbandsgemeinde Dierdorf über Großmaischeid

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neuwied Kategorie:Ersterwähnung 1148