Das Rhein-Neckar Fernsehen (RNF) war ein privater regionaler Fernsehsender in der Metropolregion Rhein-Neckar mit Sitz in Heidelberg. Es sendete grenzüberschreitend in Teilen der drei Bundesländer Baden-Württemberg (Nordbaden), Hessen (Landkreis Bergstraße in Südhessen) und Rheinland-Pfalz (Vorder- und Südpfalz). RNF war seit 1986 auf Sendung: von 1986 bis 2017 als RTL-Regionalfenster, von 1996 bis 2025 mit seinem 24-Stunden-Kanal. Am Freitag, dem 19. Dezember 2025, wurde der Sendebetrieb vorerst aufgrund von vorläufiger Insolvenz eingestellt. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar 2026, verbunden mit der Freistellung der verbliebenen Mitarbeiter, bedeutete das endgültige Aus des Senders.https://neu.insolvenzbekanntmachungen.de/ap/text.xhtml?x=0.837211866618454https://www.mannheimer-morgen.de/wirtschaft_artikel,-regionale-wirtschaft-rnf-ist-geschichte-beschaeftigte-werden-freigestellt-_arid,2355619.html?&npg
Geschichte RTL-Regionalfenster mini|RNF-Life-Logo ab Sendestart 1986 bis ca. 1996 mini|RNF-Life-Logo ab 1996 Die Gründung des Rhein-Neckar-Fernsehens (RNF) erfolgte im Jahre 1983. Damit ist der Sender Deutschlands ältestes privates Regionalfernsehen. Seine Gründung erfolgt unmittelbar vor dem Start des dualen Rundfunks in Deutschland. Seinen Sendebetrieb nahm das RNF am 16. September 1986 auf und startete als Regionales Fensterprogramm von MO - FR auf dem Kanal von RTLplus. Verbreitet wurde das Programm zunächst ausschließlich im analogen Kabelfernsehen im Ballungsraum Rhein-Neckar, in und um das Städtedreieck Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg. Das auf tagesaktuelle Berichterstattung und Nachrichten ausgelegte Magazin „RNF Life“ wurde zunächst um 18:05 Uhr, später um 18 Uhr für die Dauer von zunächst 30 Minuten ausgestrahlt. RNF übernahm zum Sendestart zugleich auch die Funktion eines RTL-Landesstudios. In dieser Eigenschaft wurden aus der Rhein-Neckar-Region wie auch dem gesamten Südwesten Nachrichtenfilme, Reportagen oder Live-Übertragungen für das Mantelprogramm RTLplus geliefert. Den Bürgern bot RNF von Anfang an die Möglichkeit, als Zuschauer an der abendlichen Live-Sendung als Publikum teilzunehmen. Bereits 1989 wurde die Sendezeit von RNF Life verlängert auf 45 Minuten von 18.00 Uhr bis 18.45 Uhr. Das Regionalmagazin reichte damit direkt an die Hauptnachrichtensendung RTL aktuell heran. Neben der Tagesaktualität bot RNF auch jungen Künstlern und Nachwuchstalenten eine Plattform, sich im Regionalmagazin mit einem Auftritt zu präsentieren. Diverse Programmsparten und Ratgeberreihen wie z. B. ein wöchentlicher Kino-Tipp oder die Kochreihe „Telekoch“.Die Zuschauer wurden rasch aktiv in das Leben des Senders mit einbezogen. So erfreute sich über viele Jahre das Autoaufkleber-Gewinnspiel Zeig’s mir großer Beliebtheit. Besonders treue RNF-Fans waren Mitglied im RNF Life-Club, der alljährlich in den Studioräumlichkeiten in Mannheim ein Clubfest organisierte. In Absprache mit RTLplus wurde das Regionalmagazin vom Vorabend für alle Schichtarbeiter und Berufstätigen, die um 18 Uhr keine Gelegenheit hatten RNF Life zu sehen, am Vormittag des folgenden Tages um 10 Uhr wiederholt. 1988 folgte von 10.30 Uhr bis 11. Uhr die Lifetime, die ebenfalls auf RTLplus ausgestrahlt wurde und neben Beiträgen vom Vorabend bereits aktuelle Nachrichten vom Vormittag beinhaltete. Ein weiteres Programmangebot folgte in Form eines Nachrichten-Update täglich um ca. 20:06 Uhr nach der RTL-Sendung Gute Zeiten, schlechte Zeiten. 1994 übernahm Mitbegründer und Chefredakteur Bert Siegelmann als Alleingesellschafter das RNF vom bisherigen Eigner, der Mediengruppe Dr. Haas GmbH, zu der Tageszeitungen wie der Mannheimer Morgen, zahlreiche Regionalzeitungen und Medienbetriebe gehören.
Die Laufzeit der RNF-Sendelizenz betrug zunächst acht, später zehn Jahre. 1996 und 2006 erfolgte eine neuerliche Lizenzvergabe an RNF. Auch im Jahre 2016 bewarb sich das Rhein-Neckar-Fernsehen im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens der Landesmedienanstalten erneut um das RTL-Regionalfenster, das mit einem Auftragsvolumen von 1,5 Mio. € verbunden war. Neben RNF bewarb sich auch das Unternehmen Zone 7 aus Ludwigsburg, welches bereits Nachrichtenbeiträge für nationale Programme der Mediengruppe RTL Deutschland produzierte. Trotz der gemeinsam koordinierten Ausschreibung der Sendelizenz durch die Landesmedienanstalten konnten sich die Medienversammlung Rh.-Pfalz und der Medienrat Ba-Wü nicht einigen. Die LMK Rheinland-Pfalz favorisierte Zone 7. Der Medienrat Baden-Württemberg RNF. Erschwerend kam hinzu, dass es in Baden-Württemberg zwischen Medienrat und Vorstand keine Einigung gab und das Landesmediengesetz zu dieser Problematik keine juristischen Regelungen besaß. Daher wurden RNF und Zone 7 damit beauftragt, eine gemeinsame Lösung herbeizuführen. Ende März 2016, kurz vor dem Vergabetermin 1. April, zog RNF seine Bewerbung zurück, um langwierige Klagen zu vermeiden. Im Gegenzug erhielt es von Zone 7 den Auftrag, die Produktion des Regionalfensters übergangsweise bis zum 31. Juli 2017 fortzusetzen.RNF muss Zone 7 Vortritt lassen morgenweb.de, Mannheimer Morgen, 31. März 2016, abgerufen am 21. August 2024 Danach ging RON TV als regionales Fensterprogramm bei RTL um 18.00 Uhr auf Sendung. Die Laufzeit der Lizenz für das regionale Fensterprogramm beträgt in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz jeweils 10 Jahre und endet am 31. März 2026. Eine Neuausschreibung durch die Landesmedienanstalten erfolgte im Frühling 2025. Mit einer Entscheidung für einen Veranstalter wird im Sommer 2025 gerechnet.
Ballungsraumfernsehen RNFplus mini|Ehemaliges Logo von RNF plus bis am Sendestart 16.09.1996 bis ca. Mitte 2008 Die hohe Akzeptanz regionaler Informationen im Fernsehen bewog RNF dazu, bei den Landesmedienanstalten Baden-Württembergs und Rheinland-Pfalz eine Sendelizenz für ein 24-Stunden-Vollprogramm zu beantragen. Im April 1996 erfolgte fast zeitgleich die Lizenzierung des Ballungsraumfernsehen RNFplus. Verbreitet wurde das Programm zunächst ausschließlich auf einem eigenen Kanal im Kabelfernsehen des Ballungsraums Rhein-Neckar. Parallel zur Lizenzierung entwickelte RNF für das Vollprogramm eigenständige 30-Minuten-Formate, die zuvor in verkürzter Form auch schon Programmbestandteil des täglichen Regionalmagazins RNF Life montags bis freitags waren (Telekoch, Profil, RNF-Motor). Aber auch völlig neue Formate gingen mit RNFplus an den Sendestart. Die wöchentliche Sendung Zur Sache beleuchtete z. B. aktuelle Themen aus Handel, Wirtschaft und Politik. Führende Vertreter diskutierten unter der Moderation eines RNF-Journalisten wechselnde Themen. Der Wochenrückblick Die Woche, auch aktuell noch auf Sendung, fasst am Wochenende wesentliche Themen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur am Wochenende nochmals zusammen. Kernelement ist und bleibt das tagesaktuelle 30-Minuten-Regionalmagazin RNF Life, das nach seiner Erstausstrahlung um 18 Uhr mehrmals am Abend und für Schichtarbeiter ebenso am Vormittag wiederholt wird.
Die am Vormittag aktuell produzierte und ebenfalls mehrfach wiederholte oder aktualisierte RNF Lifetime gab einen ersten Nachrichtenüberblick über das Geschehen der vergangenen Nacht und die aktuelle regionale Nachrichtenlage. In der weiteren Entwicklung ersetzte der kürzer gestaltete Nachrichtenblock „RNF aktuell“ die RNF-Lifetime, der nach ca. zwei Jahren allerdings eingestellt wurde. Auch der Nachrichtenüberblick um 20:06 Uhr auf RTL wurde mit der Wiederholung von RNF Life auf RNFplus eingestellt.
Neben eigenständigen, von RNF produzierten Sendungen, gehörten ab Sendestart aber auch Fremdformate zum festen Programmteil. Der Wetterkanal präsentierte das Deutschlandwetter bundesweit und regional. Zur gemeinsamen Vermarktung von Sendezeiten in Baden-Württemberg schlossen die Regionalsender mit Seven-One-Media, einem damaligen Vermarkter der Kirch-Gruppe, vertragliche Vereinbarungen. In den harmonisierten Programmzeiten wurden Serien und fremd produzierte Formate der Kirch-Gruppe ausgestrahlt. Blondes Gift mit Moderatorin Barbara Schöneberger berichtete über das Showbusiness und Prominente. Die WIB-Schaukel, moderiert von Wigald Boning, begleitete Prominente einen Tag lang, zumeist an ihrem Heimat- oder Wohnort. Aber auch Fernsehserien wie Schwarz greift ein mit Klaus Wennemann alias Pfarrer Henning Schwarz kamen so auch in den privaten Regionalprogrammen zur Ausstrahlung. Mit der Insolvenz der Kirch-Gruppe wurden die Formate allerdings eingestellt. Ein weiteres übernommenes Sendefenster war Bahn TV. Gezeigt wurden überwiegend in den Nachtstunden die schönsten Bahnstrecken Deutschlands als „Führerstandsmitfahrt“. Bahn TV war ein eigenständiger TV-Kanal der Deutschen Bahn, wurde allerdings 2008 eingestellt und ist seither ausschließlich internetbasierend zu empfangen.
In den Sendezeiten zwischen den Bewegtbild-Formaten ging die Infoline, eine regionale Bildschirmzeitung, auf Sendung. Eine Text-Bildkombination mit Kurznachrichten, Fahndungsaufrufen der Polizei, Wetterinformationen oder Veranstaltungs- und Kinotipps. Dem Wetterkanal folgte mit Home Order Television (HOT) zeitweise ein Tele-Shopping-Angebot. Nach Zuteilung einer eigenen Sendelizenz füllte RNF die Programmlücke mit Bloomberg TV und einem weiteren Tele-Shopping-Angebot, dem RTL-Shop. Ab Oktober 2005 wurde in den Nachtstunden Teile von Astro TV übernommen. 2004 ging RNF zusätzlich zur Verbreitung im regionalen Kabelnetz digital europaweit über Astra auf Sendung. Um auch anderen baden-württembergischen Fernsehveranstaltern eine größere Reichweite zu bieten, reservierte RNF ab Oktober 2004 in der Zeit von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr Sendeplätze für R.TV aus Karlsruhe und TV Südbaden aus Freiburg im Breisgau.
Seit dem Sendestart wird das Programm von RNFplus mit einem ausschließlich regional ausgerichteten Teletext (RNF-Text) begleitet.
Der neu gegründete Sender Baden TV übernahm mit Sendestart 1. Mai 2011 das Programm von R.TV. Nach dem Ende von TV Südbaden (2015) beantragte Baden TV sich um dieses Sendegebiet und ging nach entsprechender Lizenzierung durch die baden-württembergische Landesmedienanstalt als Baden TV Süd mit einem zusätzlichen Regionalprogramm rund um Freiburg im Breisgau auf Sendung.
Rhein-Neckar Fernsehen (ab 2017) mini|RNF-Logo bis Mitte 2021 mini|Übertragung der Sendung Zur Sache auf dem Mannheimer Maimarkt Nach dem Verlust des RTL-Regionalfensters Mitte 2017 baute das Rhein-Neckar Fernsehen sein Online-Angebot, speziell die RNF-Mediathek, weiter aus. Das 24-Stunden-Vollprogramm, incl. dem tagesaktuellen Regionalmagazin RNF Life um 18 Uhr, wurde weiterhin auf dem 2016 erneut durch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz lizenzierten Vollkanal RNFplus gesendet. Der Verlust der Einnahmen aus dem RTL-Fenster konnte jedoch nicht kompensiert werden, sodass das Rhein-Neckar Fernsehen im Juli 2018 beim Amtsgericht Mannheim eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung beantragte. Der Sende- und Produktionsbetrieb wurde fortgeführt, allerdings mit ausgedünnter Personaldecke, um Kosten zu senken.rnf.de Die Mediengruppe Dr. Haas kündigte an, das Rhein-Neckar Fernsehen zu übernehmen.morgenweb.dernf.de