Bettingen ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Geographie Die Ortsgemeinde liegt in der Eifel, etwa am Flusslauf der Prüm. Zu Bettingen gehören auch die Wohnplätze Altbettingen, Altenhof und Im Odendell.

Nachbarorte von Bettingen sind die Ortsgemeinden Oberweis im Nordosten, Messerich und Ingendorf im Osten, Wettlingen im Süden, Stockem und Halsdorf im Südwesten sowie Olsdorf im Nordwesten.

Geschichte mini|Wegekreuz aus dem Jahr 1587 als Kreuzigungsgruppe Auf der Gemarkung des heutigen Bettingen fanden sich zahlreiche Spuren einer frühen Besiedelung. Etwa 2,3 km ostsüdöstlich des Ortes, im Bereich der Zusammenkunft der Gemarkungen von Bettingen, Wettlingen und Ingendorf wurden unweit des Schleidbaches Spuren einer größeren Siedlung entdeckt. Bei Ausgrabungen im Jahr 1841 wurden römische Fundamente und Mauern, die Überreste von Badezimmern, Gemächern und einer Hypokaustanlage sowie ein Ziehbrunnen gefunden. Zudem entdeckte man Kupfer- und Bronzeutensilien zusammen mit farbigen Wandbekleidungen und römischen Münzen unterschiedlicher Zeitstellung. Vermutet wird an dieser Stelle ein römischer Gutshof bzw. eine Villenanlage.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 1319. Das heutige Bettingen hieß im Mittelalter Frenkingen. Bettingen lag prümaufwärts in dem heutigen Wohnplatz Altbettingen und wurde im Dreißigjährigen Krieg von seinen Bewohnern verlassen (Ruinen der heutigen Wüstung Alt-Bettingen sind noch vorhanden). In der Folge wurde der Ort Frenkingen zum heutigen Bettingen.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war Bettingen der Hauptort der gleichnamigen Herrschaft im Herzogtum Luxemburg. Im Jahr 1794 besetzten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, im Oktober 1795 wurde sie annektiert. Von 1795 bis 1814 gehörte Bettingen zum Kanton Bitburg im gleichnamigen Arrondissement des Departements der Wälder. Bettingen wurde Hauptort einer Mairie. Nach der Niederlage Napoleons und der Übernahme der Region durch das Königreich Preußen aufgrund der Vereinbarungen auf dem Wiener Kongress (1815) wurde Bettingen Verwaltungssitz der gleichnamigen Bürgermeisterei im Kreis Bitburg des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der preußischen Rheinprovinz wurde. Die Bürgermeisterei Bettingen ging 1856 in die Bürgermeisterei Alsdorf und diese wiederum 1914 in die Bürgermeisterei Wolsfeld (ab 1927 Amt Wolsfeld) auf.

Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise französisch besetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg der französischen Besatzungszone zugeordnet, ist der Ort seit 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Bei der Auflösung der Ämter im Rahmen einer Verwaltungsreform kam Bettingen 1970 zur Verbandsgemeinde Bitburg-Land, die 2014 in die Verbandsgemeinde Bitburger Land aufging.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bettingen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Bettingen. Regionaldaten. In: statistik.rlp.de, abgerufen am 10. August 2022. Jahr Einwohner 1815 635 1835 856 1871 954 1905 795 1939 1.099 1950 1.154 1961 1.161 Jahr Einwohner 1970 1.150 1987 1.041 1997 1.057 2005 1.012 2011 1.032 2017 1.058

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bettingen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne WGR WG M WG F Gesamt 2024 4 7 2 – 3 – 16 Sitze 2019 7 2 3 – 1 3 16 Sitze 2014 9 2 3 2 – – 16 Sitze 2009 9 3 – 4 – – 16 Sitze 2004 10 3 – 3 – – 16 Sitze

Bürgermeister Olaf Böhmer (SPD) wurde am 2. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Bettingen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er ohne Gegenkandidat mit 86,7 % der Stimmen für fünf Jahre gewählt worden.

Böhmers Vorgänger Hans-Jürgen Holbach (SPD) hatte das Amt 1994 übernommen und trat zur Wahl des Ortsbürgermeisters 2024 nicht erneut an. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 59,9 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Pfarrkirche St. Maximin, einschiffiger Bau des 18. Jahrhunderts

Burgruine Wegekreuz in der Ortsmitte Kirchturmruine in Alt-Bettingen Skulptur Kieselkläpa am Frenkinger Platz in der Ortsmitte

Grünflächen und Naherholung Wanderrouten in und um Bettingen Naturdenkmal „Elsbeere in Bürgel“

Regelmäßige Veranstaltungen Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag Hüttenbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag)

Wirtschaft und Infrastruktur Wohnen Bettingen ist Unweit entfernt von der Kreisstadt Bitburg und der Kleinstadt Neuerburg. Die Gemeinde bietet verschiedene Einkaufsmöglichkeiten, wie beispielsweise einen Discounter, einen Metzger und einen Bäcker. Außerdem besteht eine medizinische Grundversorgung.

Bildung Im Ort befindet sich die Prümtal-Grundschule. Schulen im Umkreis befinden sich in Bitburg, Neuerburg, Mettendorf (Eifel) und Biesdorf (Eifel).

Öffentlicher Personennahverkehr Es besteht eine stündliche Anbindung nach Bitburg, zweistündlich sind auch Neuerburg und die luxemburgische Gemeinde Vianden mit dem Bus zu erreichen.

Verkehr Die Gemeinde ist durch die Landesstraße 7 erschlossen.

Naturschutz Am 8. September 1988 wurde das Naturschutzgebiet Scharren am Altenhof bei Bettingen mit der Nummer NSG-7232-098 ausgewiesen. Am 23. Juni 1989 wurde das Naturschutzgebiet Im Odendell bei Bettingen mit der Nummer NSG-7232-058 ausgewiesen.

Literatur

Georg Drenda: Der Bettinger Ortsdialekt – Anmerkungen zum Vokal „ü“. In: Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes. 87, 22. Jg., Heft 2 (2012), , S. 27–33. Helmut Fink: Bettingen im Spiegel einer wechselvollen Geschichte. In: Heimatkalender des Kreises Bitburg-Prüm 1995. S. 185–193. Inge Kreutz: Beim Credo fielen die Bomben. Bettingen zur Zeit des Nationalsozialismus – Eine Rekonstruktion nach Zeitzeugenberichten. Hrsg. vom Förderkreis Bettinger Geschichte e. V., Bettingen 2013. Claus Rech: Gips und Kalk aus Bettingen. Abbau und Verarbeitung im 18. und 19. Jahrhundert. In: Heimatkalender des Kreises Bitburg-Prüm 2013. S. 100–106.

Weblinks

Ortsgemeinde Bettingen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bitburger Land Initiative Zukunfts-Check Bettingen (PDF; 1,9 MB) In: bitburgerland.de, 20. Mai 2016

Bettingen-Maximinstraße. In: SWR. 21. Juni 2013

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 1319