Die Präfektur Hyōgo (jap. ) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Kinki/Kansai nordwestlich von Osaka auf der Insel Honshū, der Insel Awaji und über 100 kleineren Inseln. Sitz der Präfekturverwaltung ist die Stadt Kōbe.
Geographie Im Norden der Präfektur Hyōgo befindet sich das Japanische Meer, im Süden grenzt sie an die Inlandsee. Mit der Insel Awaji-shima ist Hyōgo seit 1985 über die Naruto-Brücke mit der Präfektur Tokushima auf Shikoku verbunden. Im Jahr 1998 wurde die Akashi-Kaikyō-Brücke zwischen Honshū und Awaji-shima fertiggestellt. Im Westen grenzt Hyōgo an die Präfekturen Okayama und Tottori, im Osten an Osaka und Kyōto.
Hyōgo ist, abgesehen von den zwei Präfekturen an den äußeren Spitzen Honshūs, die einzige Präfektur, bei der sowohl die nördliche als auch die südliche Grenze am Meer liegen. Der mittlere Teil ist gebirgig. Das Klima in der Präfektur ist unterschiedlich: Der Süden liegt durch Bergrücken von den Meeren geschützt und weist besonders im Winter ein relativ mildes Klima auf, im Inneren und Norden wird es relativ kalt mit starken Schneefällen an der Nordküste.
Der Verwaltungssitz Kōbe ist die größte Stadt in der Präfektur Hyōgo und ein kulturelles und industrielles Zentrum Japans. Der südliche Küstenlinie ist von Osaka bis fast an den Westrand der Präfektur ein durchweg besiedeltes Gebiet mit bedeutenden Industrie- und Forschungsanlagen.
In der Präfektur Hyōgo befindet sich auch der Adelssitz Himeji-jō, der 1993 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.
Seit 1997 besteht eine Partnerschaft mit Schleswig-Holstein.
Geschichte Der Name stammt von dem Fischerdorf Hyōgo, heute ein Stadtteil von Kōbe, das bei der Öffnung Japans mit der Ansiedlung Kobe zur neuen Hafenstadt zusammengelegt wurde. Das heutige Gebiet der Präfektur Hyōgo beinhaltet die früheren Provinzen Harima, Tajima, Awaji sowie Teile der Provinzen Settsu und Tamba (heute der Norden der Präfektur Osaka und der Westen der Präfektur Kyōto).
+Die wichtigsten der >130 Herrschaftsgebiete auf dem Gebiet des heutigen Hyōgo zum Ende der Edo-ZeitPräfekturverwaltung von Hyōgo: Materialien zur Geschichte, („Fürstentümer im Bakumatsu“)Shōgunats- und Hatamoto-Land: große Teile von Tajima, der Norden von Harima, mehrere nicht zusammenhängende Gebiete in Settsu & TambaGosankyō-Familien mit Ländereien in den Provinzen Settsu und Harima: Tayasu-Tokugawa, Hitotsubashi-Tokugawa Fürstentümer (-han) mit Sitz im heute zu Hyōgo gehörenden Teil der Provinz Settsu Han Sitz (+heutige Gemeinde) letzter Fürst Territorium (nach Einkommen in Koku) Amagasaki Amagasaki, Kawabe-gun (Amagasaki-shi) [Sakurai-]Matsudaira Tadaoki 40.000 Sanda Sanda, Arima-gun (Sanda-shi) Kuki Takayoshi 36.000 Fürstentümer mit Sitz in der Provinz Harima Himeji Himeji, Shikitō-gun (Himeji-shi) Sakai Tadayoshi/Tadatō () 150.000 Akashi Akashi, Akashi-gun (Akashi-shi) [Echizen-]Matsudaira Yoshinori 80.000 Tatsuno Tatsuno, Ittō-gun (Tatsuno-shi) Wakisaka Yasuaya 51.000 Akō Akō, Akō-gun (Akō-shi) Mori Tadatsune 20.000 Mikazuki Mikazuki, Sayo/Sayō-gun (Sayō-chō) Mori Toshishige 15.000 Ono Ono, Katō-gun (Ono-shi) Hitotsuyanagi Suenori 10.000 Mikusa Mikusa, Katō-gun (Katō-shi) Niwa Ujinori 10.000 Yamasaki Yamasaki, Shisō-gun (Shisō-shi) Honda Tadachika 10.000 Anji Anji, Shisō-gun (Himeji-shi) Ogasawara Sadazane 10.000 Hayashida Hayashida, Shikitō-gun (Himeji-shi) Takebe Masayo 10.000 Fürstentümer mit Sitz in der Provinz Tajima Izushi Izushi, Izushi-gun (Toyooka-shi) Sengoku Hisatoshi 30.000 Toyooka Toyooka, Konosaki-gun (Toyooka-shi) Kyōgoku Takaatsu 15.000 Fürstentümer mit Sitz im heute zu Hyōgo gehörenden Teil der Provinz Tamba Sasayama Sasayama, Taki-gun (Tamba-Sasayama-shi) Aoyama Tadayuki 60.000 Kaibara Kaibara, Hikami-gun (Tamba-shi) Oda Nobuchika 20.000 Fürstentümer mit Territorium im späteren Hyōgo, aber Sitz außerhalb mit Besitzungen in Tamba: Yunagaya, Tsurumaki, Yamakami, [Tamba-]Kameyama/Kameoka mit Besitzungen in Harima: Mibu, Koga, Oshi, Hamamatsu/Tsurumai, Marugame mit Besitzungen in Settsu: Koga, Okabe/Hanbara, Asada, Koizumi, Asao mit praktisch ganz Awaji: Tokushima mit Fukuura im Kreis Wake der Provinz Bizen (im 20. Jahrhundert zu Hyōgo): OkayamaMehrere kleinere geistliche Güter (Nicht in der Liste: die erst nach der Restauration eingerichteten Han Fukumoto und Muraoka sowie das Aizu-han, dessen [Aizu-]Matsudaira-Fürsten auch an Shōgunatsämter geknüpfte Ländereien im heutigen Hyōgo hielten)
Eine erste Präfektur Hyōgo wurde in der Meiji-Restauration 1868 aus dem durch die Ungleichen Verträge geöffneten Hafens Hyōgo (Kōbe) gegründet und war ursprünglich nur ein kleiner Teil des heutigen Gebiets: Die erste Präfektur Hyōgo umfasste neben dem Vertragshafen und seiner Umgebung vor allem ehemalige Shōgunatsländer in den Provinzen Settsu und Harima, darunter zeitweise auch Teile des heutigen Osaka und den Nordteil von Awaji. Mit der Abschaffung der Han 1871 und der folgenden ersten Konsolidierung der entstandenen Präfekturen wurde das heutige Gebiet von Hyōgo dann zwischen vier Präfekturen aufgeteilt: Hyōgo im Westteil von Settsu, Shikama mit der gesamten Provinz Harima, Toyooka mit ganz Tajima und Tango sowie einem Teil von Tamba und die aus dem Fürstentum Tokushima entstandene Präfektur Myōdō, zu der wieder ganz Awaji gehörte. Bei der zweiten Konsolidierungswelle der Präfekturen 1876 wurde Hyōgo mit Shikama und Teilen von Toyooka und Myōdō zusammengeschlossen und erhielt bis auf spätere kleinere Grenzverschiebungen im Wesentlichen seine heutigen Grenzen.Präfekturverwaltung Hyōgo: Materialien zur Geschichte, („Änderungen des Präfekturgebiets“)
mini|Kishida Sachio, 1946/47 der vorletzte ernannte, 1947 der erste gewählte Gouverneur von Hyōgo. Er trat 1954 zurück und verlor die anschließende Neuwahl. Später vertrat er Hyōgo für die LDP neun Jahre lang im nationalen Senat. mini|Der sozialistische Bürgermeister von Amagasaki, Sakamoto Masaru, der 1942 als Yokusankai-Kandidat in das Unterhaus des Reichstags gewählt und nach dem Krieg zeitweise von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen worden war, gewann die Gouverneurswahl 1954 und blieb bis 1962 im Amt. Der erste Gouverneur von Hyōgo wurde in der Restauration für kurze Zeit der Chōshū-Samurai Itō Hirobumi, der später als führender Meiji-Oligarch, mehrfacher Premierminister und Architekt der Meiji-Verfassung die Staatsordnung des Kaiserreiches wesentlich mitgestaltete. Das erste Präfekturparlament wurde wie in den meisten Präfekturen 1879 gewählt. 1947 wurde der Gouverneur wie in allen Präfekturen außer Okinawa erstmals vom Volk gewählt.
Am 17. Januar 1995 kamen beim großen Hanshin-Erdbeben (Stärke 7,3) in Süd-Hyōgo ca. 4600 Menschen ums Leben. Im Jahr 2004 gab es im Nordteil der Präfektur verheerende Überschwemmungen.
Wirtschaft Über 90 % der Bevölkerung der Präfektur wohnt in den städtischen Gebieten von Kobe, Hanshin und Harima. Industrien wie Stahl, Schiffbau und Maschinenbau sind in diesen großen städtischen Gebieten konzentriert. Im Gegensatz dazu sind in den Bezirken Tajima, Tamba und Awaji vor der Kulisse wunderschöner Flüsse, Berge und Meere die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei aktiv. Wie in allen Präfekturen des Landes spielen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei eine große Rolle. In Kobe und Harima gibt es zwei Forschungsinstitute von Riken, dem naturwissenschaftlichen Forschungsinstitut in Japan. "SPring-8", eine Synchrotronstrahlungsanlage, befindet sich in Harima. Der Hafen von Kobe beherbergt den Supercomputer Fugaku, einen der schnellsten Computer der Welt.
Politik
Im Zuge eines Mobbingskandals verabschiedete das Präfekturparlament im September 2024 mit Zustimmung aller Fraktionen ein Misstrauensvotum gegen den seit 2021 amtierenden Gouverneur Motohiko Saitō. Bei der resultierenden Gouverneurswahl 2024 trat Saitō erneut an und setzte sich mit rund 45 % der Stimmen gegen die ehemalige Bürgermeisterin von Amagasaki Kazumi Inamura (40 %), den vorherigen Ishin-Rätehausabgeordneten Takayuki Shimizu (11 %) und vier weitere Kandidaten durch. Die Wahlbeteiligung stieg auf 55,65 %.
Im regulär 86-köpfigen Parlament blieb die Liberaldemokratische Partei (LDP) bei den Wahlen im April 2023 mit 24 Sitzen stärkste Kraft, die in der Positionierung für die Gouverneurswahl 2021 gespaltene LDP-Fraktion ist wiedervereinigt. Die im benachbarten Osaka beheimatete Ishin no Kai gewann 17 auf 21 Sitze hinzu und ist nun zweitstärkste Kraft vor der Kōmeitō mit 13 Sitzen, 22 Sitze gingen an Kandidaten ohne Parteinominierung.
Ins nationale Parlament wählt Hyōgo direkt zwölf Abgeordnete ins Abgeordnetenhaus und seit 2016 drei statt vorher zwei pro Teilwahl ins Rätehaus, wird dort also seit 2019 von sechs Abgeordneten vertreten. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 gingen zehn Sitze and die LDP, einer an die Nippon Ishin no Kai. Im Rätehaus wird Hyōgo nach den Wahlen 2022 und 2025 (Stand: Juli 2026) durch je zwei Mitglieder von LDP und Kōmeitō, eines der Nippon Ishin no Kai und Fusaho Izumi vertreten, der parteilos zur KDP-Fraktion gehört.
Verwaltungsgliederung Wie in allen japanischen Präfekturen sank die Zahl der Gemeinden ständig. Zählte man im Jahr 1920 noch 425 Gemeinden – davon 4 kreisfreie Städte (, shi) und 38 kreisangehörige Städte (, chō) – so war deren Anzahl bereits 1955 auf über die Hälfte gesunken. Von 1950 bis 1955 sank die Zahl der Gemeinden um 199 auf 154. Noch im Jahre 1998 zählte man 21 kreisfreie Städte und 70 kreisangehörige Städte in der Präfektur. Durch Eingemeindungen und die Gründung neuer Gemeinden verringerte sich die Zahl der Gemeinden auf aktuell (2018) 41 — 29 kreisfreie Städte und 12 kreisangehörige Kleinstädte.
Die letzte Dorfgemeinde (,mura) wurde 1962 durch Eingemeindung aufgelöst.
Die Zahl der Landkreise (, gun) sank ständig. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 16 Landkreise aufgelöst. Gegenwärtig existieren noch acht Landkreise, davon fünf mit je nur einer kreisangehörigen Stadt.
In untenstehender Tabelle sind die Landkreise () kursiv dargestellt, darunter jeweils (eingerückt) die Kleinstädte () innerhalb selbiger. Am Anfang der Tabelle stehen die kreisfreien Städte.