miniatur|Hagelkreuz bei Linnich in der Zülpicher Börde

Das Wetterkreuz, auch Hagelkreuz oder Wettermarterl ist ein Kreuz, aufgestellt als Wettersegen. Zu demselben Zweck findet sich regional auch die Wettersäule.

Zu Symbolik und Brauchtum miniatur|Sterzing und Elzenbaumer Wetterkreuz, Südtirol Im Volksglauben ist das Aufstellen von Flurkreuzen, die vor den Unbilden des Wetters schützen sollen, so weit verbreitet wie die Verehrung der Wetterheiligen. Das Kreuz Christi als Wettersegen zu verwenden, bezieht sich auf die Bibelstelle der Passion: ( und ), und im Moment des Todes Jesu. Das wird als Schutz vor Naturkatastrophen (typischerweise etwa Gewitter mit Blitzschlag, Sturm oder Hagelschlag), wie auch plötzlichem Tod gedeutet, daher sind Wetterkreuze oft auch Kruzifixe, also Kreuze mit der Figur des Gekreuzigten. Sicardus von Cremona schrieb um 1200:

Wetterkreuze waren typischerweise regionales Ziel von Bitt- und Bußprozessionen.

Wie Deubler, Künstler und Ost darlegen, ist eine örtliche Benennung als ‚Wetterkreuz‘ noch kein Beleg für die Funktion, die Bezeichnung kann sich zu auf den ebenso alten Brauch der Schwur- und Sühnekreuze beziehen. Inwiefern das Brauchtum der apotropäischen Kreuze auf noch ältere, etwa germanische Thor/Donar-Verehrung zurückgehtSo etwa in: , ist auch in der Fachliteratur umstritten. Zumindest im Ostösterreichischen wird in diesem Zusammenhang der Hl. Donatus, der Schutzpatron gegen Unwetter, Blitzschlag, Hagel und Feuersbrunst, verehrt.

Beispiele besonderer Wetterkreuze miniatur|Wetterkreuz am Gipfel des Teufelsberg (Pfalz) Viele Wetterkreuze sind auffallende Landmarken. Da sie meist mitten im Felde stehen, sind viele der Kreuze den Flurbereinigungen zum Opfer gefallen. Neben den zahlreichen Wetterkreuzen im landwirtschaftlichen Raum – die teils auch Gedenkkreuze an Errettung vor solchen Gefahren, aber auch dadurch Verstorbene sind – finden sich Wetterkreuze auch: auf Kirchen, etwa mit der Windrose oder dem Wetterhahn die auf Berggipfeln im deutschsprachigen Alpenraum verbreiteten Gipfelkreuze, sowie Pass- oder Gratkreuze

Besondere, denkmalgeschützte Objekte sind etwa:

Hagelkreuz, Bienen (Rees) Langenfeld-Hagelkreuz Hagelkreuz (Lendersdorf) Hambach an der Weinstraße, Rheinland-Pfalz: Wetterkreuz (Barockes Doppelkreuz in Stein, bez. 1717) Wachenheim, Landkreis Bad Dürkheim: Wetterkreuz (Steinernes Kreuz von 1513, von Winzern errichtet)

Wetterkreuze, an die mehrere Gemarkungen angrenzen, sind: Wetterkreuz (Tauberbischofsheim), das Postament war der Grenzstein der ehemaligen Gemarkungen der fünf Altgemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar, deren Ortswappen darauf abgebildet sind,300 Jahre Wetterkreuz: Sternmarsch aus den Anrainer-Gemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar sowie Heckfeld: Resonanz übertraf alle Erwartungen. In: Fränkische Nachrichten, 16. September 2014; abgerufen am 29. Dezember 2014.Das Wetterkreuz. hkvdittwar.de, Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.; abgerufen am 16. Mai 2015. nach der Gemeindereform teils nurmehr Ortsteile und Dittigheim nicht mehr unmittelbarer Anlieger

Siehe auch

Wetterstation Wettersäule Wetterläuten Wetterschießen Hagelprozession

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bauform (Kreuz) Kategorie:Wetterbeobachtung und -vorhersage