miniatur|hochkant=1.5|Wornum (Logo) miniatur|hochkant=1.5|Wornum am Albion Square (Logo 1845) miniatur|hochkant=1.5|Wornum + Söhne (Logo) miniatur|hochkant=1.5|Logo 1815 miniatur|hochkant=1.5|Logo 1811

Robert Wornum (* 1. Oktober 1780 in London; † 29. September 1852 in London) war ein Klavierbauer, der in London während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeitete.

Überblick

Bekannt wurde Wornum durch seine Kleinklaviere und die ersten Hochklaviere, Pianinos oder “Uprights”. Ebenso ersann er eine Spielmechanik für Hochklaviere, die Vorläufer aller heutigen Spielmechaniken bei Pianinos istDavid Crombie: Piano GPI Books, San Francisco 1995, S. 105. und in Europa während des frühen 20. Jahrhunderts verwendet wurde. Sein Klavierbaubetrieb nannte sich Robert Wornum & Sons und bestand auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode noch. Der Kunsthistoriker Ralph Nicholson Wornum (1812–1877) war sein Sohn.

Leben

Robert Wornum wurde am 1. Oktober 1780 geboren als Sohn des Musikalienhändlers und Violinenbauers Robert Wornum (1742–1815), der in der Glasshouse Street in London und später, nach ca. 1777 in der 42 Wigmore Street, nahe dem Cavendish Square arbeitete.The Musical Directory for 1794 S. 71, quoted in William Sandys and Simon A. Forster: The History of the Violin William Reeves, London 1864, S. 283. Der Klavierhistoriker Alfred J. Hipkins schrieb, dass der junge Wornum zunächst in den Kirchendienst gehen sollte,Alfred J. Hipkins: Robert Wornum. In: A Dictionary of Music and Musicians vol.4. Macmillan & Co., London 1890, S. 489. aber 1810 hatte er eine Position als Vorarbeiter bei den Musikalienverkäufern Wilkinson & Company in der 3 Great Windmill Street und 13 Haymarket.

Wilkinson & Co. waren die Nachfolger von Broderip & Wilkinson, eine Partnerschaft zwischen Francis Broderip und George Wilkinson, die in 1798 aus dem Konkurs der berühmten Musikalienhändler Longman & Broderip entstand. Wilkinson & Co. wurde nach dem Tode von Broderip 1807 gegründet:Kidson identified Wilkinson's partner as organist Robert instead of Francis Broderip, who is listed in the firm's co-partnership notices in the London Gazette - Frank Kidson "Broderip and Wilkinson" British Music Publishers W. E. Hill and Sons, London 1900, S. 18–19. Nach Aussage der Familiengeschichte, die der Sohn Henry Wilkinson über Broadhurst Wilkinson schrieb, war das Unternehmen speziell darauf eingerichtet, hohe Klaviergehäuse zu komplettieren, die die Unternehmen Astor und Leukenfeld in Lizenz nach einem Patent von William Southwell fertigten. Von Southwell wird gesagt, er habe das erste Hochklavier 1790 gebaut.Thomas Busby, Concert Room and Orchestra Anecdotes of Music and Musicians, Ancient and Modern vol. III, Clementi & Co., London 1825, S. 206 In einer Werbeschrift, die anlässlich der Internationalen Ausstellung 1862 erschien und auf Aufzeichnungen von 1838 basierten, beanspruchten Broadwood & Sons, dass die Idee eines Hochklaviers in einer Skizze von James Shudi Broadwood 1804 datiere.. Er beschrieb, dass das Klavier „so konstruiert war, um zu verhindern, dass es häufig verstimmt werde“, und ohne „irgendeine Öffnung oder Perforation zwischen Resonanzboden und Stimmstock“, obschon das Patent von 1807 lediglich eine neue Anordnung der Dämpfer beschrieb. Das Monthly Magazine berichtete im Mai 1808, dass Wilkinson & Co. der Öffentlichkeit „ein neues Patent, ein Cabinet-Pianoforte“ anbot, und beschrieb, dass seine Form „sowohl ungewöhnlich als auch ansprechend“ sei, und nicht mehr Raum beanspruche als der kleinste Bücherschrank, derweilen sein Klang sowohl brillant als auch sanft und sein Spielgefühl „besonders leicht und erfreulich“ sei. Er beanspruchte, dass die Stärke und Einfachheit seiner Konstruktion gewährleiste, dass „das Klavier länger seine Stimmung halten wird als die meisten anderen Instrumente“.The Monthly Magazine. vol. XXV part 1, no. 4, 1. Mai 1808, S. 342. The Quarterly Musical Register beschrieb im Frühjahr 1812, dass solche Instrumente auch bei anderen Unternehmen gefertigt werden, und kommentierte: „ob diese Klaviere gegenüber den bisherigen Tafelklavieren (square pianos) vorgezogen werden, muss die Zeit erweisen“.Retrospect of the State of Music in Great Britain, since the Year 1789. The Quarterly Musical Register. Januar 1812, S. 26. Wornums Sohn Alfred behauptete später, dass diese Instrumente eine Zeitlang nicht sehr erfolgreich gewesen seien,A. J. Hipkins: Cabinet Piano. In: A Dictionary of Music and Musicians. vol.I MacMillan and Co., London 1890, S. 290. und Broadhurst Wilkinson gab zu, dass das Unternehmen verpflichtet gewesen war, Garantieersatz für bereits verkaufte Instrumente zu leisten, als Kunden fanden, dass sie “nicht besonders gut standen” (die Stimmung nicht gut hielten). Mitte 1809 jedenfalls annoncierte das Unternehmen in der „Times“, dass man in der Folge des großen Anstiegs der Fertigung ihrer Hochklaviere beschlossen habe, die Fertigung sämtlicher anderer Instrumente einzustellen und sie zu halbem Preis auf den Markt zu werfen, um den Bestand zu reduzieren, und auch günstige Mietbedingungen für sämtliche Pianos anbiete.advertisement. The Times. London, 22. August 1809, S. 1.

Wilkinson & Wornum und das Einzigartige Hochklavier

miniatur|Wornums einzigartige Mechanik, Patent von 1811 Nach Broadhurst Wilkinson lieh sich Wilkinson 1810 £12.000 ($53.000the average exchange being given as 40 dollars to 9 pounds sterling; "Exchange - The United States of America" C. T. Watkins A Portable Cyclopaedia Richard Phillips, London 1810.), um eine Partnerschaft mit Wornum zu bilden, und mietete Häuser an der 315 Oxford Street und Princes Street an, angrenzend an den Hanover Square, für Verkaufsräume, Fertigungswerkstätten und Wohnungen, mit einem Garten hinter 11 Princes Street, in dem Holz getrocknet wurde.Henry Broadhurst Wilkinson. Souvenir of the Broadhurst Wilkinsons Manchester 1902, S. 24–27.

1811 ließ Wornum ein kleines zweifach besaitetes Hochklavier patentieren, das nur ca. 99 cm hoch war, und das er „unique“ nannte.Piano-forte Penny Cyclopaedia vol.18. Charles Knight & Co. London, 1840, S. 141–142. Seine Saiten waren diagonal von oben zur rechten Seite des Gehäuses gespannt und wirkten auf einen kleinen Resonanzboden. Das Gehäuse war zweigeteilt für Klaviatur und Mechanik einerseits, und für die Saiten und deren Rahmen andererseits.Robert Wornum: An Improvement in the piano forte. No. 3419, 26. März 1811 Abridgments of Specifications relating to Music and Musical Instruments. A. D. 1694–1866. second edition. Office of the Commissioners of Patents for Inventions, London 1871, S. 66. Wornums Auslösung wirkte direkt auf eine flache Nase (“padded notch”) an der Hammernuss und konnte so den Zwischenhebel vermeiden, der in vielen Tafelklavieren und in den Hochklavieren des Konkurrenten Southwell bisher anzutreffen war.Rosamond Harding: The Piano-Forte. Gresham Books, Old Woking, Surrey 1977, S. 226. Der Hammer kehrte zur Ruheleiste nicht mit seinem Eigengewicht oder zusätzlich dem Gewicht des Zwischenhebels oder Stößels zurück, sondern durch die Kraft einer Feder, die an der Hammerleiste befestigt war. Wie bei Southwell nutzte auch Wornum Oberdämpfer, die auf die Saiten oberhalb der Hämmer drückten: Sie waren an Hebeln aufgehängt, die an einer separaten Leiste gelagert waren, aber die Drähte, die sie betätigten, waren auf der Rückseite der Mechanik angeordnet.Harding, S. 230. Wornum bewarb auch einen „buff stop“, eine Einrichtung zur Verringerung der Lautstärke, die vom linken Pedal betätigt wurde und die Hälfte der Saiten abdämpfte.piano collector C. F. Colt claimed this was a device to aid in tuning because the arrangement of the action prevented the strings to be muted off in the ordinary manner. C. F. Colt: The Early Piano. Stainer & Bell, London 1981, S. 58, 118. Zwei Artikel von 1851 zeigen, dass das Unternehmen einige hundert dieser Instrumente bauteMusical Instruments in the Great Exhibition London Journal of Arts, Sciences and Manufactures. vol.39 no. 235 conjoined series, W. Newton, London 1852, S. 38–39."Fétis, der Vater", über die Londoner Ausstellung Neue Berliner Musikzeitung. 5. Jahrgang, no. 44, Oktober 1851, S. 347..

Eines der Hochklaviere von Wornum war in der Ausgabe vom Februar 1812 der Zeitschrift The Repository of Arts unter der Überschrift „Fashionable Furniture“ (modische/moderne Möbel) gezeigt, mit einer Beschreibung, dass diese Art Klavier nunmehr stark nachgefragt werde aufgrund der Verbesserungen, die „diesen Instrumenten einen sehr hohen Grad an Anerkennung einbrachten“. Der kurze Absatz beschrieb, dass die Größen von 183 bis 218 cm reichten. Sie seien in Mahagoni und in Palisander mit Messingteilen erhältlich, man pries ihren „unerreichten“ Anschlag und die Qualität ihres Klanges – besonders bei den Instrumenten mit zwei Saiten pro Ton, insbesondere zur Gesangsbegleitung.Messrs. Wilkinson & Wornum's Upright Patent Pianaforte.[sic] Plate 10. In: Fashionable Furniture. The Repository of Arts. Februar 1812 vol.7 no.38, S. 111.

miniatur|Wornum-Patent von 1811 miniatur|Hochklavier von Wilkinson & Wornum, 1812