mini|Erlbach mini|Fachwerkhaus mit Zwerchgiebel (Erlbach Nr. 2) mini|Fachwerkscheune (Erlbach Nr. 2)
Erlbach (fränkisch: ErlbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 70. Dort folgendermaßen transkribiert: „erlbə“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Erlbach hat eine Fläche von 9,892 km². Sie ist in 754 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.118,98 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hundshof, Sachsen, Steinbächlein und Waizendorf.
Geografie Durch das Dorf fließt der Erlbacher Mühlbach, ein rechter Zufluss der Altmühl. 0,75 km südöstlich erhebt sich der Büchelberg (), 0,5 km nordwestlich liegt das Birkenfeld und 1 km südlich In der Aub. Die Kreisstraße AN 4 führt an Erlach vorbei nach Brunst (3,5 km südwestlich) bzw. nach Sachsen zur Kreisstraße AN 3 (2,2 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Büchelberg (1,5 km südöstlich) und Waizendorf (1,3 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1319 als „Erlbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der ursprüngliche Gewässername bezeichnet einen von Erlen gesäumten Bach.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 70. Im 14. Jahrhundert besaßen die Burggrafen von Nürnberg vier ganze und sieben halbe Lehen, ein großes Gut sowie zwei Sölden. Der Maier in Erlbach gehörte vermutlich dem Frauenkloster Sulz (ein Bauer auf zwei Gütern in Erlbach ist im Klostergültbuch von 1478 erwähnt) und musste nur den Zehnten an den Burggrafen geben; Recht geben und nehmen musste er zu Sulz.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 556 und 623. Im 15. Jahrhundert kämpften die Bauern von Erlbach wie diejenigen der umliegenden Dörfer vor Gericht um Weiderechte in der Brünst.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 600. 1575 erwarb Endres Fuchs von Bimbach, der auf dem Seckendorff’schen Schloss Rauenbuch saß, fünfeinhalb Tagewerk Wiesen in Erlbach; 1594 ging dieser Besitz mit dem Verkauf des Rittergutes Rauenbuch an den Ansbacher Markgrafen Georg Friedrich über.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 598. Im 16-Punkte-Bericht von 1608 des brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen wurden 20 Mannschaften in Erlbach verzeichnet, davon 14 brandenburgisch und sechs edelmännisch; zwölf zinsten den Ämtern Leutershausen und Colmberg (ein weiteres brandenburg-ansbachisches Häuschen lag öde), fünf dem Crailsheim’schen Rittergut Thann, ein Untertan dem Eyb’schen Rittergut Wiedersbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 714. In einem Verzeichnis, das im Dreißigjährigen Krieg 1641 angefertigt wurde, heißt es, dass vier Höfe abgebrannt seien und drei öde lägen.H. Schreiber: Leutershausen, S. 234. Im 16-Punkte-Bericht von 1681 bestand Erlbach aus 19 Mannschaften, von denen weiterhin sechs edelmännischer Besitz waren. Die Gemeinde besaß ein Hirtenhaus und die Schmiede. Die Gemeindeherrschaft und die Fraisch lagen beim Stadtvogteiamt Leutershausen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 720, 794 und 802. In den Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 werden als Grundherren aufgeführt: brandenburg-ansbachisches Klosteramt Sulz (1 Hof), brandenburg-ansbachisches Stadtvogteiamt Leutershausen (11 Höfe), brandenburg-ansbachisches „Canzley“-Mannlehen (1 Gütlein), Rittergut Wiedersbach (1 Hof), Rittergut Crailsheim (2 Höfe und 3 Gütlein) sowie ein gemeindliches Hirtenhaus. Acht dieser Anwesen waren öde.H. Schreiber: Leutershausen, S. 359 und 361.
Gegen Ende des Alten Reiches gab es in Erlbach 13 Anwesen. Grundherren waren das brandenburg-ansbachische Kastenamt Colmberg (Sechs Höfe, vier Halbhöfe, ein Söldengut), das brandenburg-ansbachische Klosterverwalteramt Sulz (ein Halbhof) und das Rittergut Wiedersbach (ein Dreiviertelhof). Das Hirtenhaus und die Brechhütte für die Flachsbearbeitung waren Gemeindebesitz.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 852. (= J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 72) Hiernach gab es 14 Untertansfamilien, von denen 13 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
Im Jahre 1806 kam Erlbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Erlbach im Jahr 1808 dem Steuerdistrikt Jochsberg zugewiesen. 1810 entstand die Ruralgemeinde Erlbach, zu der Hundshof, Sachsen, Steinbächlein und Waizendorf gehörten.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Der Eyb’sche Grundholde (Erlbach Nr. 10) gehörte 1820 bis 1839 zum Patrimonialgericht I. Klasse der Familie von Eyb zu Wiedersbach und Rammersdorf.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 959.
Ab 1862 gehörte Erlbach zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, seit 1880 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig. Die Finanzverwaltung ging 1880 an das Rentamt Ansbach über (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 986 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,817 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 363.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 987.
Baudenkmäler Als Baudenkmal gilt das Anwesen Erlbach Nr. 2, das aus dem 18./19. Jahrhundert stammt, ein Dreiseithof von einem eingeschossigen Wohnstallhaus, einem zweigeschossigen Zwerchhaus mit Fachwerk, einer Scheune mit Fachwerkgiebel und einem Kleintierstall.Denkmäler in Bayern. Bd. 5, Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986, S. 266. Steinkreuz aus Sandstein auf dem Riedenberg am Höschenbuschweg
Bodendenkmäler In der Gemarkung Erlbach gibt es drei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Erlbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 292 310 318 318 337 349 338 337 310 316 307 315 296 306 327 320 319 302 270 391 404 368 255 272HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 67 60 56 59 58 59 56 55 58 Quelle Für die Gemeinde Erlbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hundshof (S. 44), Sachsen (S. 79), Steinbächlein (S. 88) und Waizendorf (S. 99). Im Historischen Gemeindeverzeichnis hat die Gemeinde 302 Einwohner.
Ort Erlbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 90 87 99 96 94 94 93 101 65 78 62 Häuser 19 15 14 14 14 13 13 16 Quelle
Bürgermeister Name Herkunft Amtszeit Johann Leonhard Stadler Steinbächlein 1846–1865 Christian Stadler Erlbach 1865–1877 Peter Keitel Sachsen 1877–1906 Paul Beck Sachsen 1906–1920 Georg Weiß Sachsen 1920–1945 Leonhard Schlötterer Sachsen 1945–1952 Ludwig Demmert Sachsen 1952–1960 Fritz Leidenberger Sachsen 1960–1972
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Landwirtschaft Erlbach gehörte gemäß einer Auflistung von 1830 zu einem „die Brünst“ oder „die Brunst“ genannten, seit dem Mittelalter stellenweise gerodeten umfangreichen Waldgebiet zwischen Leutershausen und Kloster Sulz mit dem Hauptort Brunst. Die Brünst war für ihre gute Rinderviehzucht bekannt; ihre 22 Dörfer galten als reich.Friedrich Oechsle: Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges in den schwäbisch-fränkischen Grenzlanden, Heilbronn 1830, S. 320, Fußnote.Friedrich Benedict Weber: Bemerkungen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Landwirthschaft, Leipzig 1815, S. 194.Heinrich Wilhelm Bensen: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Rotenburg ob der Tauber, Erlangen 1856, S. 29.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1319 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach