mini|hochkant|Heino (2015) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.3|Unterschrift Heino Heino (* 13. Dezember 1938 in Düsseldorf, bürgerlich Heinz Georg Kramm) ist ein deutscher Musiker. Hauptsächlich als Schlagersänger und Interpret deutscher Volkslieder erfolgreich, wandte er sich im Verlauf seiner Karriere auch anderen Genres zu. Mit über 55 Millionen verkauften Tonträgern zählt Heino zu den erfolgreichsten Interpreten seines Genres. Umfragen zufolge erreichte Heino zeitweise einen Bekanntheitsgrad von 98 Prozent in Deutschland. Er ist auch unter verschiedenen Pseudonymen aktiv, wie etwa Gio Bilk, Bilk Gio, G. Bilk oder H. Bilk.
Leben Familie und Ausbildung Heino wurde als Sohn des Zahnarztes Heinrich Fritz Kramm (1911–1941) und dessen Ehefrau Franziska, geborene Wenskowski (1911–1986), im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk geboren. Sein Vater war römisch-katholisch, seine Mutter evangelisch. Sein Großvater, Bartholomäus Kramm, war Kantor in Köln-Dellbrück.Heino: Mein Weg. Autobiographie. Seine beiden Cousins waren Pfarrer.Edgar Emken: , In: Superillu.de vom 8. Dezember 2009, Absatz 6 Heinos Vater, der eine Zahnarztpraxis in Köln-Kalk hatte, In: Express. 23. Mai 2009. fiel am 2. August 1941 im Zweiten Weltkrieg. Eingeschult wurde Heino 1944 im sächsischen Großenhain. Als Halbwaise lebte er mit seiner Mutter und seiner fünf Jahre älteren Schwester Hannelore (1933–2025) bis 1945 in Pommern, wohin sie evakuiert worden waren. Nach Kriegsende kehrte die Familie nach Düsseldorf zurück.
Heino wollte bereits während der Schulzeit Musiker werden. Seine Mutter kaufte ihm ein Akkordeon, brachte ihn aber auch dazu, etwas „Ordentliches“ zu lernen. So absolvierte Heino ab August 1952 bei Bäckermeister Voss in der Linienstraße in Düsseldorf eine Handwerkslehre zum Bäcker und Konditor. Die Berufsausbildung beendete er mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf im Juni 1955. Als junger Mann spielte er beim SC Schwarz-Weiß 06 in Düsseldorf-Oberbilk auch Fußball. Er hat weiterhin Kontakt zum Verein.
Privates mini|hochkant|Heino mit seiner dritten Ehefrau Hannelore Kramm (Mai 2008) Wegen seiner hervortretenden Augen, verursacht durch eine Erkrankung an Morbus Basedow, trägt Heino seit den 1970er Jahren in der Öffentlichkeit immer eine sehr dunkle Sonnenbrille, die als eine Art Markenzeichen seine Erscheinung unverwechselbar macht. Auf früheren Plattenhüllen ist Heino noch ohne Brille mit blauen Augen abgebildet. Von der Stadt Bad Münstereifel wurde ihm ein Personalausweis mit Sonnenbrille auf dem Passbild ausgestellt,Einzigartig: Heino – Personalausweis mit Sonnenbrille. In: Kölner Express, 18. Juni 2009; abgerufen am 27. Januar 2013. das Bundesinnenministerium stellte nach einem Pressebericht darüber klar, dass das nicht gestattet sei, jedoch war der Personalausweis 2009 immer noch in Verwendung, und es wurde seinerzeit kein neuer ausgestellt. Aus der Tatsache, dass er Träger eines Toupets ist, hat Heino nie ein Geheimnis gemacht.welt.de
Heino war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er im Juni 1959 mit der damals 18-jährigen Henriette Heppner. Aus dieser Ehe ging 1960 der Sohn Uwe hervor, 1962 erfolgte die Scheidung. 1968 wurde er Vater einer unehelichen Tochter, die sich Ende November 2003 das Leben nahm, In: Stern.de vom 1. Dezember 2003; abgerufen am 30. März 2013. – wie 1988 schon ihre Mutter, Heinos Jugendliebe. 1965 heiratete er seine zweite Ehefrau Lilo, von der er sich 1978 scheiden ließ. Lilo Kramm starb am 28. Januar 2010 an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Seit April 1979 war er mit seiner dritten Ehefrau, der Sängerin und Schauspielerin Hannelore verheiratet, die er 1973 bei der Miss-Austria-Wahl in Kitzbühel kennengelernt hatte, wo beide in der Jury saßen. Sie starb im November 2023. Das Paar lebte seit 2009 im historischen Kurhaus von Bad Münstereifel und betrieb von 1996 bis 2012 Heinos Rathaus-Café am Marktplatz. Seit 2012 existiert im historischen Kurhaus ein fremdbetriebenes Café mit dem Namen HEINOS Café. Im Juni 2025 starb Heinos Schwester Hannelore Hofmann im Alter von 92 Jahren. mini|„Heino’s Bus-Stop“ vor dem Kurhaus mit Heino-Café in Bad Münstereifel Heino lebt in Kitzbühel. Der Sänger gab in einem Interview an, dass er sich der römisch-katholischen Kirche seit seinen Kinderjahren verbunden fühlte. So besuche er, wenn er in eine neue Stadt komme, zuerst eine Kirche und zünde dort eine Kerze an.Interview von Sebastian Moll mit Heino in Die Tagespost, 16. November 2023, S. 20.
Im Januar 2026 wurde Heino als erster Künstler in der deutschen Unterhaltungsbranche im Rahmen einer Privataudienz von Papst Leo XIV. im Apostolischen Palast in Vatikanstadt empfangen und gesegnet. Er beschrieb das Treffen in einem Interview als „eine Sternstunde seines Lebens“ und lobte den Papst als „das freundliche Gesicht der Kirche und einen Mann des Friedens“. Heino schenkte Papst Leo XIV. eine Goldene Schallplatte seines im November 2024 veröffentlichten Kirchenlieder-Albums Frieden auf Ewigkeit.
Heino wird von Helmut Werner gemanagt, den er als Alleinerben eingesetzt hat. Zum Erbe Werners gehören laut der VOX-Dokumentation Heino – Karamba, Karacho, Kult!, die 2026 erschien, die Villa, das Vermögen sowie die Musikrechte Heinos.
Soziales und politisches Engagement Heino war Pate eines Cafés im Freizeitpark Phantasialand, das den Namen „Heinos Kaffeehaus“ trug, sowie seit Januar 2010 offizieller Pate des Kinderhospizes Bethel für sterbende Kinder.
Nach Gründung der Deutschen Krebshilfe im Jahr 1974 durch Mildred Scheel unterstützte Heino die Hilfsorganisation bei Veranstaltungen. Zuletzt trat er 2018 in der ZDF-Gala Willkommen bei Carmen Nebel zum zehnjährigen Jubiläum der Benefiz-Gala auf.
2015 unterstützte Heino bei der Wahl des Bürgermeisters von Bad Münstereifel den SPD-Kandidaten Werner Esser. In: Kölnische Rundschau, 17. August 2015; abgerufen am 17. August 2015.
Im September 2024 sorgte Heino für Aufsehen, als er in einem Interview mit der Bild äußerte, dass Deutschland einen Politiker wie US-Präsident Donald Trump brauche. Er betonte, dass ein solcher Politiker „endlich aufräumen“ müsse und sich nicht um die Meinung seiner Gegner scheren solle. Heino sprach zudem von einer zunehmenden Unsicherheit im Land und kritisierte, dass „man sich in Deutschland nicht mehr auf die Straße traut und Angst haben muss, abgestochen zu werden“. In diesem Zusammenhang forderte er verstärkte Abschiebungen krimineller Migranten und ein hartes Vorgehen gegen sogenannte „Messerstecher“. In diesem Zusammenhang äußerte er seine Unterstützung für die Politiker Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU).
Am 28. März 2026 gab Heino im brandenburgischen Bad Belzig ein Solidaritätskonzert für einen dort ansässigen Feuerwehrmann. Dieser hatte bei der deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport in Torgau in Nordsachsen Heinos Filbinger-Aufnahme des Deutschlandliedes von 1978 (siehe Kontroversen) mit allen drei Strophen anstelle der Nationalhymne aufgelegt und daraufhin beim Feuerwehrverband seine Ämter verloren. Er hatte die Aufnahme nach eigener Darstellung als Erstes auf YouTube gefunden und keine politischen Absichten gehabt. Nach dem Fehlgriff fühlte er sich durch die Sanktionen des Feuerwehrverbands zu Unrecht abgestraft. Heino verteidigte den Feuerwehrmann in einem Interview, er habe eine zweite Chance verdient. Das ausverkaufte Zusatzkonzert seiner „Made in Germany“-Tournee wurde von rund 850 Besuchern mit Deutschlandfahnen begrüßt und bejubelt.
Im April 2026 ging Heino juristisch gegen eine Wahlwerbung des AfD-Politikers Felix Teichner vor, der in sozialen Medien mit der Aussage „Am Sonntag würde Heino Felix wählen“ geworben hatte. Der AfD-Kreisverband Uckermark gab daraufhin eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab und entfernte den Beitrag. Heinos Management erklärte, der Sänger wehre sich grundsätzlich gegen die Vereinnahmung seiner Person für politische Zwecke, und kündigte anschließend an, einen möglichen immateriellen Schaden an der Marke „Heino“ durch ein Sachverständigengutachten prüfen zu lassen und gegebenenfalls Schadensersatz einzuklagen bzw. gegen den AfD-Politiker selbst juristisch vorzugehen. Bereits zuvor hatte Heino nach eigenen Worten aus denselben Gründen, da er sich „von keiner politischen Kraft“ vor deren „Wagen spannen lassen“ wolle, eine Einladung als Stargast zur 70-Jahr-Feier der rechten österreichischen FPÖ abgelehnt.Heino will mindestens 30.000 Euro von der AfD www.t-online.de, 8. Juli 2026
Musikalische Karriere 1960er und 1970er Jahre 1961 trat Heino erstmals mit dem Trio OK Singers (Dino Engelhardt, Heino, Dieter Wolf) auf, mit mäßigem Erfolg. Trotzdem nahmen die OK Singers in den 1960er Jahren eine Schallplatte auf.
Der große musikalische Durchbruch gelang Heino, nachdem er 1965 bei einem Auftritt mit seiner Gruppe „Comedien Terzett“ in Quakenbrück auf einer Modenschau vom Schlagerstar Ralf Bendix entdeckt wurde, der ihn anschließend 20 Jahre produzierte. Gleich seine erste Platte, Jenseits des Tales (eigentlich die B-Seite der Single; die A-Seite hieß 13 Mann und ein Kapitän – die Coverversion eines Titels von Freddy Quinn), wurde mehr als 100.000-mal verkauft. 1967 erschien seine erste Langspielplatte. Es folgten zahlreiche weitere Hits – unter Mitwirkung des Songschreibers Erich Becht und des Texters Wolfgang Neukirchner („Adolf von Kleebsattel“) – und viele Fernsehauftritte, unter anderem über 40 in der ZDF-Hitparade und in sechs Sendungen der Starparade.
Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er Mitte der 1970er Jahre mit den Hits Blau blüht der Enzian, mit dem er auch im Film Blau blüht der Enzian zu sehen und zu hören war, und Die schwarze Barbara. Von 1977 bis 1979 war er auch in der 14-teiligen Serie Sing mit Heino im ZDF zu sehen.
1980er und 1990er Jahre In den 1980er Jahren wurde es künstlerisch etwas ruhiger um Heino. Im Jahr 1983 sang er das Lied der ARD-Fernsehlotterie Sonnenschein – Glücklichsein.
Anfang der 1990er Jahre erzielte er wieder Erfolge durch eigene Fernsehserien bei dem Privatsender Sat.1 (Hallo Heino und Heino – die Show). Eine erfolgreiche Wiederkehr brachten ihm auch die Rap-Versionen seiner Hits Enzian und Schwarzbraun ist die Haselnuss im Jahr 1989, mit denen er auch bei Jugendlichen Anklang finden wollte.
2000er Jahre Heino war in der ganzen Welt, vor allem aber in Deutschland, auf Tourneen. Zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum und seinem 40-jährigen Schallplattenjubiläum im Jahr 2005 moderierte Heino mit den beiden Co-Moderatoren Stefan Mross und Maxi Arland die Musiksendung Heino – die Show in der ARD. 5,8 Millionen Zuschauer sahen die Jubiläumsshow, zu der auch ein Livealbum und eine DVD erschienen. Im August 2006 trat er zum ersten Mal beim chinesischen Wetten dass..? (Xiang tiaozhan ma?) bei dem Sender CCTV-3 auf.
Am 22. Oktober 2005 begann Heino in Trier seine Abschiedstournee durch fünfundzwanzig Städte Deutschlands. 2009 startete zu seinem zweiteiligen Albumprojekt „Die Himmel rühmen“ – Festliche Lieder mit Heino eine Tournee mit klassischer Musik durch klassische Gebäude, unter anderem Kirchen. 2011 erschien eine DVD mit Live-Mitschnitten dieser Tournee.
2010er Jahre mini|hochkant=2|Heino gemeinsam mit Rammstein beim Wacken Open Air 2013